Wie funktioniert Altersvorsorge über Fonds und Aktien?

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11 Antworten

Wenn ich monatlich 100€ bereitstelle, was mache da genau?

Hast du einen Aktien- bzw. Fondssparplan, bei dem jeden Monat für 100,- € Anteile gekauft werden?

Kaufe ich jeden Monat eine andere Aktie für 100€?

Welche Unternehmen laut Sparplan gekauft werden kannst du jederzeit festlegen, vorausgesetzt die Aktie bzw. der Fonds/ETF ist sparplanfähig bei deiner Bank/Broker.

Das heißt bis zum Alter muss ich der Versuchung widerstehen, mir Auszahlungen zu gönnen?

Der Versuchung kannst du dadurch widerstehen in dem du ausschüttende Fonds bzw. Unternehmen mit hoher durchschnittlicher Dividende besparst. So hast du regelmäßig einen (steuerpflichtigen) Cashflow.

Da die Gewinne aber ausgeschüttet und nicht reinvestiert (thesauriert) werden, steigt die Anlage im Wert durchschnittlich weniger stark.

Bei anderen Sparplänen kommt man ja erst im Alter an das Geld, das ist in dem Fall ja nicht so, oder?

Das gilt nur dann wenn der Sparplan im Rahmen einer Rüruprente oder einer betrieblichen Altersversorgung bespart wird. Theoretisch kannst du auch einen Verwertungsausschluss vereinbaren, aber dann kommst du in der Tat bis zum 62. Geburtstag unter keinen Umständen mehr an das Geld.

Bei Riesterförderung wäre eine Kündigung eine förderschädliche Verwendung und die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile wären zurückzuzahlen.

Und wenn ich dann 70 bin und die Früchte meiner Anlage ernten möchte, wie gehe ich da vor?

Ich weiß ja nicht, was du für eine Anlagestrategie hast, aber ich gedenke die Mehrzahlt der Unternehmen, die ich kaufe niemals zu verkaufen und bis zu meinem Tod zu halten.

Wenn du mit 65 oder 70 genug Anlagevermögen hast, kannst du dir das Verkaufen sparen und solltest von der Dividene nebst gesetzlicher Rente etc. mehr als gut leben können.

Wenn dir das zu volatil ist kannst du auch mit zunehmendem Alter Teile deines Geldes umschichten in Anleihen etc. Im Moment halte ich von Anleihen aber nun mal gar nichts.

Anmerkung: Aufgrund deines doch ehr unterdurchschnittlichen Wissens zu der Thematik wäre auch dir der Gang zum unabhängigen Finanz- und Versicherungsmakler durchaus mal anzuraten.

Sparpläne haben Vorteile gegenüber fondsgebundenen Rentenversicherungen, aber auch Nachteile. Diese alle hier aufzuklären würde den Rahmen sprengen.

Ferner ist jede Art von Altersvorsorge relativ sinnlos, wenn deine Arbeitskraft nicht gegen Berufsunfähigkeit abgesichert ist.

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Kommentar von magicmike945
21.07.2016, 16:10

Guten Tag zusammen,

mein Tipp am Rande - Gehe auf jeden Fall zu einem Honorarberater und nicht zu einem der vielen "Finanz"berater oder Versicherungsmakler. Nur Honorarberater beraten unabhängig!

Gruß Mike

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Wenn Du jetzt beginnst, im Aktienbereich aktiv zu werden, empfehle ich Dir bei den kleinen Ansparbeträgen, diese in Indesxfonds (ETF) zu investieren.

Der Kauf von Einzeltiteln ist bei den geringen Anlagebeträgen wegen der Spesen wirtschaftlich nicht günstig abbildbar.

Treffe für Dich folgende Grundsatzentscheidungen.

1. Schließt Du ein doppeltes Wärhungsrisiko aus ? ja/nein

2. Schließt Du ein einfaches Währungsrisiko aus? ja/nein

3. Investetierst Du nur in Blue Chips? ja/nein

4. Wieviel Werte sollte der betreffende Index mindestens enthalten?

Danach wähle den oder die ETF Deiner Wahl aus.

Setze nie alles auf eine Karte, weder zu Beginn noch später.

Wenn Deine ETF irgednwann ein Volumen von 25.000 EUR erreicht haben, kannst Du beginnen, die ETF in Eizeltitel umzschichten. Mindestens 5 sollten es sein, um eine Risikostreuung auch hier vorzunehmen.

Daraus kannst Du indirekt entnehmen, dass der Handel mit Einzeltiteln mit ca. > 5.000 EUR/Trade wirtschaftlich sinnvoll ist.

Schaue Dir zuvor die fundamentalen Unternehmensdaten an und kaufe nur Qualität. Renne nicht irgendwelchen heißen Tips hinterher, bilde Dir stets eine eigene Meinung.

Nutze hierfür nur solche Mittel, die Du in absehbarer Zeit nicht benötigst.

Günter


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Kommentar von bruderjakob82
18.07.2016, 09:05

Können sie mir den Unterschied zwischen Punkt 1 und 2 (Währungsrisiko) erklären und warum diese Frage wichtig ist?
Und damit ich Beispiel richtig verstehe: sie lassen den ETF auf 25.000 € anwachsen, nehmen das Geld und teilen es dann auf 5 Einzelaktien je 5.000 € auf (da es erst dann wirtschaftlich wird)?

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Im Prinzip ist es nicht kompliziert.

Du eröffnest bei einer Direktbank ein Depot mit zugehörigem Konto, ich habe  bei DiBa und comdirect meine Depots seit vielen Jahren.

Diese sind kostenfrei und bieten den Zugriff auf eine Reihe von Sparplänen, womit du dann jeden Monat deine 100€ ansparen kannst.

Du hast bei beiden Banken die Möglichkeit Sparpläne auf Aktien, Aktienfonds, ETF´s und Zertifikate abzuschließen.

An deiner Stelle würde ich möglichst breit streuen, d h. einen Sparplan z.B. einen ETF Global abschließen.

ETF deswegen, weil diese am kostengünstigsten sind und sie 1:1 mit dem hinterlegten Index verlaufen.

Mit einem gemanagten Fonds hast du zwar die Chance, etwas besser als der Index zu sein, aber eben auch das Risiko, dass es schlechter läuft.

In der Realität liegen 80% bis über 90% der Fondsmanager schlechter als der Index, je nach Betrachtungsweise. 

http://www.dasinvestment.com/investments/fonds/news/datum/2015/10/30/so-viele-aktive-fonds-schlagen-den-index/

http://www.handelsblatt.com/technik/das-technologie-update/frage-der-woche/geldanlage-warum-schlagen-fondsmanager-den-index-so-selten/8931028.html

Somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass du mit einem ETF besser liegst als mit einem gemanagten Fonds, viel größer und die Kosten sind auch deutlich geringer, etwa ein Zehntel.

Also, du eröffnest dein Depot, schließt einen Sparplan ab und sparst die nächsten 10, 20, 30 Jahre.

Wenn du dann verkaufen willst, gibst du eine Verkaufsorder ein, es wird dann direkt verkauft und das Geld deinem Konto gutgeschrieben. Du kannst auch nur ein paar Teile verkaufen und diese dann in andere Aktien oder Fonds investieren.

Eine Sache, die du noch beachten solltest, wenn du ETF´s kaufst.

Schau, dass sie voll replizierend sind. D.h. es wird direkt in die Aktien investiert, die im Indes enthalten sind.

Es gibt nämlich auch die synthetische Replikation, da wird der Wert über Swaps abgebildet, dies sind im Prinzip Schuldverschreibungen, die immer ein Kontrahentenrisiko beinhalten.

Ich würde auch möglichst Fonds / ETF`s kaufen, deren Fondswährung der € ist, um den Einfluss von Währungsschwankungen auszuschließen.

http://www.finanztip.de/indexfonds-etf/fondssparplan/

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Kommentar von kevin1905
17.07.2016, 12:51

Bei großen Indizes (MSCI World, EM, etc.) wird es keine vollreplizierenden geben.

Auch nicht vergessen, dass ETFs mit ausländischem Domizil, die physisch replizieren und thesaurieren aufgrund der ausschüttungsgleichen Erträge mitunter steuerproblematisch werden können.

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Für die Altervorsorge ist es nicht sinnvoll Einzelaktien zu kaufen, da das "Klumpenrisiko" zu hoch ist. Hättest du beispielsweise vor fünf Jahren die Aktie der Deutschen Bank gekauft, würdest du trotz positiver Aktienmarktentwicklung ziemlich dumm aussehen. Sinnvoller ist es, einen Sparplan in einem breit streuenden Aktienfonds einzurichten.

Jetzt zu den konkreten Fragen:

  1. Ein Fondssparplan über 100 EUR ist problemlos möglich. Dann kauft die Gesellschaft jeden Monat entsprechende Fondsanteile für den Gegenwert. Bei Aktien ist dies nicht möglich. Das würde nämlich voraussetzen, dass die EUR 100 jeweils exakt durch den Aktienkurs teilbar sind. Du kannst nämlich keine Bruchtteile von Aktien kaufen. Außerdem würden die Erwerbskosten, selbst bei einem Onlinebroker viel zu hoch sein.
  2. Bei einem normalen Aktienfonds kannst du börsentäglich verfügen. Willst du das nicht, musst du einen riesterbasierten Aktienfonds abschließen. Den kannst du tatsächlich erst im Alter verfügen.
  3. Du kannst für einen Fonds auch einen Auszahlplan einrichten. Das ist quasi ein umgekehrter Einzahlplan, du bekommst jeden Monat eine von dir gewünschte Summe ausgezahlt, bis das Kapital aufgebraucht ist.
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Bei einem monatlichen Betrag von 100€ würde ich dir einen Sparplan auf einen ausschüttenden ETF empfehlen. Bei fast jeder Bank gibt es da zahlreiche Angebote. 

"Ausschüttend" darum, da der psychologische Effekt einer Ausschüttung viel besser ist, las wenn nur der Depot Wert steigt. Man bekommt quasi etwas zurück. Wie bei den Zinsen früher :) So zumindest meine Erfahrung.

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Ich denke bei dem Anlagebetrag ist eine Streuung nicht nötig. Die Direktanlage in Aktien ist auch Quatsch. Also bleiben dir Fonds oder ETFs. Möchtest du auf eine bestimmte Region oder einen bestimmten Index setzen, würde ich ETFs kaufen, wegen der geringeren Gebühren. Mein Favorit wären aber vermögensverwaltende Mischfonds. Dort nimmt ein Fondsmanager die Kapitalallokation vor (Aktien, Rohstoffe, Edelmetalle, Anleihen, Regionen, etc.) Durch den Cost-Average-Effekt bekommst du auch eine gewisse Diversifikation.

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So ganz wie Du das schreibst funktioniert das nicht. Aber so ähnlich. 

Für 100€ monatlich Aktien kaufen kannst Du gleich vergessen, denn Du hast enorme Kosten im Vergleich zum Einsatz. Es macht keinen Sinn eine Aktie die bei 100 notiert zu kaufen und 20€ Gebühren zu zahlen. Du hättest einen Einstiegskurs zu 120€, d.h. die Aktie müßte um 20% steigen, damit Du dann endlich Gewinn machst. Also kaufst Du jeden Monat 2 Fonds a 50€ in die Du investierst. Ich schlage vor einen Fonds der den Dax wiederspiegelt und einen internationalen Fonds. So kannst Du Monat für Monat Anteile kaufen. Ich habe mein Depot bei der Frankfurter Fondsbank. Mein Depot wird kostenfrei geführt, da ich schon eine bestimmte Summe dort habe. Zudem kaufe ich die Fonds über einen Vermittler ohne Ausgabeaufschlag. Die Bank würde einen Aufschlag von ca. 5% verlangen, den kann ich mir sparen. Versuche etwas mehr als nur 100€ zu sparen. Vielleicht 2 x 100€. Somit häuft sich das Kapital eher an. Wenn Du nicht weisst welchen Fonds Du kaufen sollst, dann schau mal im Finanztest nach. Da werden Fonds besprochen. Auch würde ich Dir empfehlen deinen ausgesuchten Fonds mit anderen Fonds auf www.fondsweb.de zu vergleichen. Dann siehst Du ob die Performance zumindest in den letzten Jahren gut war. In der Regel wird sie dann auch in den Folgejahren gut sein, was aber keine Garantie dafür ist. Eine Fondsanlage hat mit spekulation wenig am Hut, denn dadurch daß Du ständig kaufst hast Du einen relativ niedrigen Einstiegskurs. Du kaufst zu hohen Kursen als auch zu niedrigen Kursen, daher würde ich mir zunächst keine Gedanken machen. Erst wenn Du das Geld brauchst verfolgst Du die Indizes. Sollten die Kurse recht hoch sein dann beginne mit der Umschichtung in sichere Anlagen wie Tagesgeld oder Festgeld. Nach und nach kannst du dann über das Fondsvermögen verfügen. 

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man kann mit aktien und fonds keine sichere altersvorsorge aufbauen. wenn das so funktionieren würde, wie du dir das ausgemalt hast, hätte jeder unmengen geld.

spekulation heißt spekulation, weil es nichts sicheres ist, sondern reines glücksspiel.

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Kommentar von kevin1905
17.07.2016, 12:56

Bei einem Anlagehorizont von 15 Jahren und mehr ist die Wahrscheinlichkeit mit einem breit aufgestellten Fonds Verlust zu machen tendenziell gegen 0.

Es gibt keinen geschichtlichen Zeitpunkt in der ein Anleger der in den Dax investiert hat und das Investment mind 13 Jahre gehalten hat keinen Gewinn erwirtschaftet hätte.

Zwar kann niemand die Zukunft voraussehen, aber die Altersvorsorge zu 70-80% auf reale Sachwerte zu stellen, ganz besonders in einer derart extremen Niedrigzinsphase ist die einzig sinnvolle Lösung.

Renditetechnisch gibt es außer Aktien/Fonds/ETFs und guten fremdgenutzten Immobilien keine interessanten Investments, es sei denn man geht ein noch viel höheres Risiko ein.

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Ich würde das ganze ein bisschen streuen. In folgende folgende Dinge investiere ich: ETF's, reine Aktien, Gold, Festgeld. Wenn genügend zusammen ist und die Kurse günstig liegen, verkaufe ich und investiere in eine Immobilie. Anschließend geht das Spiel von vorne los. 

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Kommentar von bruderjakob82
17.07.2016, 10:48

Das heißt es steht unter ständiger Beobachtung um den richtigen Moment abzupassen? Mit monatlich 100€ würde das Spiel nicht funktionieren um davon Immobilien zu kaufen, oder?

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Suche mal bei Youtube nach ETFs , damit kann man passiv ein Vermögen für die Altersvorsorge anhäufen

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Kommentar von bruderjakob82
17.07.2016, 10:40

Vielen Dank, ich werde es mir ansehen. Wie verhält es sich mit meinen Fragen zu den ETFs?

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Kommentar von JNHLRT
17.07.2016, 10:45

also bei ETFs ist es so, dass man per Wertpapiersparplan monatlich einen bestimmten Betrag in von dir ausgewählte ETFs anlegst. Du musst eigentlich nichts weiter machen. Man legt "passiv" an, was gerade ein Vorteil für Leute ist die keine Zeit für Aktien Bewertung haben. das Risiko ist bei den meisten etfs realtiv gering

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Leg dein Geld auf ein Sparkonto / Extrakonto an. Dann bleibt es auf jeden Fall deins ;-)

Spekulieren solltest du nur mit Geld, was du über hast.

Als Vorsorge / Fonds immer nur sehr breit gefächert. Länderübergreifend.

Viel Glück

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Kommentar von bruderjakob82
17.07.2016, 10:43

Ich möchte mit Geld anlegen, das ich über habe. Und ob ich mein Geld auf mein Sparkonto lege oder unters Kopfkissen macht keine Unterschied. Meine Fragen 1-3 sind aber auch andere gewesen.

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Kommentar von GuenterLeipzig
17.07.2016, 11:05

@Cireball: Du vergisst die Inflation, die das Geld auffrißt.

Das was Du empfiehlt, ist so gut wie die schlechteste Variante.

Mach doch mal einfach folgende Rechnung.

Nimm 1000 EUR.

Jetzt rechne 2 Szenarien für eine Dauer von 40 Jahren.

2 % / a Inflation

3 % / a Inflation

Teile uns das Ergebnis mit, was die 1000 EUR dann noch wert sind.

Du wirst Bauklötzer staunen.

Günter

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