Wie fühlt sich eine behinderung an? bsp. autismus, wie lernen diese menschen ihr leben zu leben?

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4 Antworten

Ich hab Asperger Autismus.

Also zuerst mal: Ich fühle mich nicht krank. Man hat eben eine andere Wahrnehmung, man versteht die Menschen schwer und es fällt einem schwer in bestimmten Situationen angemessen zu agieren. Das heißt für mich aber nicht, dass man krank ist. Man passt nur nicht zu den Erwartungen der Anderen. Deswegen wird man als krank bezeichnet. So sehe ich das jedenfalls.

Also ich z.B. habe eine eher leichte Ausprägung. In bestimmten Situationen habe ich einfach auswendig gelernt wie ich mich verhalten muss. Wann ich lachen sollte, wann ich Mitgefühl zeigen sollte usw. Oder z.B. wenn mich meine Mutter umarmen will. Früher habe ich sie immer weggestoßen, aber jetzt lasse ich das stumm über mich ergehen. Hört sich gemein an, ich hab auch ein schlechtes Gewissen dafür, dass ich das nicht mag. 

Oft kann ich eher schwer einschätzen wie andere jetzt denken. Was natürlich nicht heißt, dass ich keine Emotionen empfinde. Es ist eben schwer einzuschätzen welche Emotionen andere gerade empfinden.


Ansonsten habe ich Probleme bei z.B. Geburtstagsfeiern oder irgendwelchen Festen. Ich bevorzuge einen kleineren Kreis. Alles andere macht mich kirre. Meistens spreche ich dann so gut wie gar nicht. Wenn ich angesprochen werde wirke ich glaube ich manchmal etwas weird, weil es so plötzlich kommt und ich interpretieren muss. Damit fühle ich mich oft überfordert.

 Und ich lerne meistens auf eine andere Art und Weise. Den Stoff in der Schule habe ich auf eine andere Art und Weise nachvollzogen. Wenn es dann darum ging es meinen Mitschülern zu erklären habe die es nie verstanden ;p

Also das sind so die Problemchen, die ich hab. Bei mir sieht es also nicht so "dramatisch" aus. Es mag sein, dass man es im Gegensatz zu anderen Menschen eher schwerer hat, eben weil es einem schwer fällt Kontakte zu knüpfen. Nichts desto trotz kann ich gut leben. Ich studiere und werde danach ganz normal arbeiten. Ich habe einen Freund und meine Familie liebt mich. Mehr brauche ich doch nicht. 

Wie du helfen kannst? Mir fällt da vor allem eines ein: Verständnisvoll sein. Nicht direkt jeden, der aus der Reihe tanzt als dumm abtun. Sie Zeit für die Menschen nehmen.


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Kommentar von don2016
20.05.2017, 21:27

...mien Kompliment, sehr gut beschrieben, liebe Grüße aus Köln

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Das kann verschieden Ausfallen, nicht jeder Autist ist gleich. Ich kann aber von mir selber sagen, dass ich in der Schule mal eine Zeit lang ausgeschlossen wurde, weil ich einfach ''Anders'' war.

 Ich habe, wie einige andere Autisten auch, ein paar Verhaltensweisen die auf andere seltsam wirken können. Wie zum Beispiel, dass ich mich bei Partnerarbet schwer getan habe, oder ich manchmal mit den Armen wedel. 

Allerdings, ist es mir gelungen mit meinen Klassenkameraden zurecht zu kommen, mittlerweile bin ich in der 10ten Klasse und wir alle haben gelernt uns zu respektieren.

Ich würde nicht unbedingt sagen, dass Autismus wirklich eine Krankheit ist, an der man schlimmes erleidet, aber es gibt schon einige Schwierigkeiten. 

Ich selber mag, wie viele andere Autisten auch nicht, wenn mich jemand umarmt oder sich sorgen macht, weil ich mal lieber alleine rumsitzen möchte. Viele Autisten sind gerne alleine und erfreuen sich zum Beispiel an steinen die am Boden liegen, oder an den Räumlichkeiten und der Innenausttatung. 

Ich habe zwar auch Freunde, und treffe mich auch manchmal mit ihnen, aber ich könnte mir keinesfalls vorstellen, sie jeden Tag nach der Schule zu treffen. Und das wissen sie auch, sie respektieren es.

Also wenn du nett zu Menschen mit Autismus/Asperger sein willst, empfehle ich dir, sie nicht anzufassen also auf die Schulter klopfen oder so, du solltest sie nicht unbedingt fragen, warum sie etwas merkwürdiges machen, sondern vielleicht eher fragen, was es ist also wenn ein Autist zum Beispiel irgendwas gebaut hat. Wenn du merkst, dass die Person kein Interesse hat, mit dir zu kommunizieren, dann würde ich sie in Ruhe lassen.

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Ähm, mal so als frage, wie bewältigst du deinen Alltag? Wie kommst du damit klar? Oh, du hast nichts womit du klarkommen müsstest? So ähnlich ist es auch bei Autisten. Ich bin Autist und ich bin nicht krank. Ich bin wahrscheinlich schon so geboren und es wird wahrscheinlich auch nie eine Möglichkeit geben das zu ändern. Siehst du, bei mir wurde das erst in der sechsten Klasse festgestellt und ich bin nicht erst seit dem Autist. Als ob eine Diagnose das jetzt auslösen würde. Hätte man mir nicht gesagt, "du bist Autist", hätte ich das bis jetzt nicht gewusst! Beeinträchtigen tut das nicht mich, sondern die Menschen in meiner Umgebung. Würden sie nicht so sein, wie sie sind, müsste ich nicht etwas sein, damit ihnen erklärt ist warum ich nicht bin wie sie. Also als Tipp, wenn du Autisten in deinem Umfeld hast, rede mit denen. Frage sie, was man in ihrer Nähe besser nicht machen sollte, zB zu viel Lärm verursachen und handele darauf. Und falls du merkst, dass andere genau das tun, mit denen sie dem Autisten deines Vertrauens zur Last sind, dann mach sie darauf aufmerksam, damit sie damit aufhören.

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Jeder Art und jede Lage ist anders. Über Autismus ist es nicht so einfach, dass wir uns noch vorstellen können, wie wäre es ohne Sehen, Hören oder Sprechen sein, aber Autismus ist ganz anders. 

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