Wie fühlt sich der Drang sich selbst zu verletzen an?

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9 Antworten

Es gibt verschiedene psychische Krankheiten die die Menschen dazu bringen, sich zu ritzen, aus unterschiedlichen Gründen. Natürlich gibt es viel mehr Krankheiten aber bei diesen 2 kann ich es dir ganz sicher sagen.

Borderline Persönlichkeitsstörung: Menschen mit dieser Krankheit spüren oft eine innere Leere (keine Langeweile!), ein sehr quälendes Gefühl, das sich viele "gesunde Menschen" nicht vorstellen können. Außerdem leidet man bei dieser Krankheit unter sehr häufigen und intensiven Stimmungsschwankungen die einen sehr großen Druck aufbauen und man sich häufig fragt: "wieso bin ich so? wieso mache ich das?" was wiederum weiteren Druck aufbaut. Der Schmerz (ritzen, gegen eine Wand schlagen, beißen, Haare ausreißen, usw.) verdrängt das Gefühl der Leere. Wenn es nicht wegen der Leere ist sondern wegen dem Druck kann man es sich vorstellen wie ein Ballon. Der Druck ist die Luft und du selbst bist der Ballon. Der Druck macht sich breit in dir und du willst in raus lassen also schneidest du ein Loch in den Ballon damit die Luft entweicht (ich weiß das ist etwas sehr weit hergeholt aber ich hoffe man versteht es).

Posttraumatische Belastungsstörung: Bei dieser Krankheit Dissoziieren die Betroffenen und verlieren das Bewusstsein (Fight-Flight-Fint-Instinkt) oder man durchlebt Flashbacks (fehlerhafte Erinnerungen von lebensgefährlichen Ereignissen, die nicht als Erinnerung "gespeichert" wurden. Soll heißen, man hat das Gefühl, man ist wieder in der Erinnerung. Man realisiert nicht, dass es nur eine Erinnerung ist. klassisches Beispiel: Der Soldat der denkt er sei im Krieg wenn er ein Knallen hört, z.B. eine zuschlagende Tür oder an Silvester). Man bekommt es noch mit wenn man dissoziiert und der Schmerz holt einen zurück in das "hier und jetzt", verhindert also das Bewusstlos werden oder die Flashbacks.

Hallo
Ich glaube, es ist immer bei jedem anders...
Bei mir war es so: Falls etwas geschah, was mich traurig oder depressiv machte, fühlte ich mich mit meinen Gefühlen überfüllt, ich wollte sie loswerden, damit sie 'aus mir' fliessen konnten. Jedes mal schoss mir dann der Gedanke durch den Kopf, welcher mich erinnerte, wie es sich anfühlte, wenn ich mich mit einer scharfen Klinge durch meinen Unterarm durchgeführt habe, und meine Gefühle quasi mit meinem Blut aus mir quollen. Dann spürte ich den Drang, mit der Klinge wieder und wieder durch meinen Arm zu führen, damit auch wirklich alles weg geht. Und nichts stoppte mich damals. Ich wollte einfach die Klinge 'in mir' spüren, spüren, wie das Blut am Arm floss...
Sehr "psychohaft" :(

Ich bin sehr froh, dass ich damit aufgehört habe, doch leider sind noch Narben da, die mich an diese Zeit erinnern lassen. ;(

ich glaub das kann man nicht pauschalisieren, weil es sich wirklich für jeden anders anfühlt
bei mir war es oft so, dass irgendetwas passiert ist, was mich traurig oder wütend oder so gemacht hat, und dann hat es in meinem kopf echt *plopp* gemacht, und ich wollte mich verletzen
und wenn der gedanke erst mal da ist, wird er immer schneller immer größer und stärker, und verschwindet erst dann, wenn man sich verletzt hat
man sagt ja auch 'druck' dazu, wenn man den drang hat, sich selbst zu verletzen,
und für mich passt dieses wort echt gut
also es is echt, wie ein riesengroßer druck der auf einem lastet, man kann an nichts anderes mehr denken, und es geht erst weg, wenn man sich etwas angetan hat
danach hab ich mich manchmal erleichtert/beruhigt gefühlt, weil blut irgendwie eine beruhigende wirkung auf mich hat, und auch weil der gedanke dann weg war
aber oft hab ich mich danach auch schuldig gefühlt, weil ich es wieder getan habe

man kann es wie beim rauchen beschreiben.... nur braucht der Körper nikotin beim selbst verletzunges drang möchte man eben meißtens seine schlechteverfassung vertreiben.... und bei leuten die sich selbst verletzten bzw. die so eingestellt sind funktioniert das leider auch bis dann eben wieder die nächste down phase kommt.

Dann gibt es aber auch noch die Leute die sich immer einbilden etwas falsch zu machen.... bzw. etwas falsch gemacht zu haben.... und sich dann durch das ritzen selbst bestrafen müssen.

Oder die Leute .... die sich selbstverletzten weil sie fühlen wollen ob sie noch leben... das berühmte Gefühl der ,,Leere'' ertragen müssen .... wo man einfach nichts fühlt keinen kummer keine fröhlichkeit .... keine emotionen deswegeb der schmerz der deinen aufweckt bzw. einem zeit das man lebt .... das man blutet (das blut beruhigt meistens auch).

Ich weiß nicht ob das nur Einbindung war... aber bei mir war es zum teil so schlimm das ich panik Attacken und das Gefühl gehabt hab keine Luft mehr zu bekommen bis ich wieder selbst verletzt habe.

Es fühlt sich halt an wie ein drang. Du hast da Gefühl du musst das unbedingt noch mal tun. Ich konnte diesem drang wieder stehen aber das können nicht viele ...

Aggressionen- man nöchte am liebsten etwas oder auch sicher selber zerstörren und baut Druck ab indem man sich ritzt.

Nervösität- Wie bei einer Sucht bemerkt man plötzlich eine Veränderung. Man zittert innerlich und merkt das man sich einfach ritzen muss.

Lust- Es ist wie wenn jemand einfach nur lust auf eine Süßigkeit hat. Man isst sie und dan bemerkt man eine gewisse entspannung, die der Körper und die Psyche mit sich trägt.

^^ Das sind nur meine persönlichen Erfahrungen und bei jedem kann das anderst sein.

Grüße JF

Es ist ein Gefühl von Befreiung, für kurze Zeit nicht diesen seelischen sondern körperlichen Schmerz zu fühlen.

Kommentar von Nena988
17.07.2016, 03:47

Aber ich meine ja den Moment davor. Also wie sich dieser Drang dazu anfühlt, der jemanden dann letztendlich dazu treibt sich selbst zu verletzen

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Kommentar von casgeeeh
17.07.2016, 03:55

Trauer, Einsamkeit, keine Aussicht auf Besserung. Und um von den Gedanken weg zu kommen, nehmen sich manche eine Rasierklinge.

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Hi.

Bei mir war das so, dass wenn es wieder irgendeinen 'Grund' daüfr gab, so eine Art Kribbeln in meinen Armen war. Ein bisschen, wie wenn  der Arm eingeschlafen wäre, nur in ganz leicht.

Das war dann auch irgendwie so, als würde irgendetwas an mir ziehen, in Richtung von dem, mit dem ich mich verletzt habe.

Natürlich ist das immer unterschiedlich, von Person zu Person.

Kommt ganz darauf an wie die Person das empfindet. Ich habe mich früher selbst verletzt und fand aber keine Erleichterung darin. Ich wollte mich immer mehr und stärker verletzten. 

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