Wie findet man unterbewertete Aktien?

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8 Antworten

Es gibt keine eine pauschale Lösung dazu. Es gibt mehrere Methoden und nicht jede Methode ist für jede Branche gleich geeignet.

Sinnvoll ist es meiner Meinung nach u.A. zu schauen, wie es mit Schulden aussieht und in welchem Verhältnis diese zum Kapital stehen.

Das alleine wird aber z.B. bei einer Bank schwierig, da diese grundsätzlich viel mit Fremdkapital arbeiten.

Sich an Dividenden zu orientieren klappt auch nur bei Unternehmen, die überhaupt Dividenden ausschütten.

Kannst du Bilanzen lesen?

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sophie1235 03.05.2016, 13:35

Kannst du Bilanzen lesen?

Ja, ein bisschen. Was ist da zu beachten?

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Sonnenstern811 03.05.2016, 15:10

Kevin, es gibt auch AGs, die Dividenden ausschütten, es aber besser bleiben lassen sollten, weil sie damit an ihre Substanz gehen.

Bei AGs, die über Jahrzehnte steigende Dividenden gaben - Paradebeispiele Coca Cola und Nestle - ist es natürlich etwas anderes.

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Interessant sind da vor allem folgende Quoten:

  1. Kurs-Gewinn-Verhältnis
  2. Kurs-Umsatz-Verhältnis
  3. Kurs-CashFlow-Verhältnis
  4. Kurs-Buchwert-Verhältnis

Jedoch muss man da auch immer drauf schauen, um welche AG es sich handelt und ob überhaupt die notwendigen Werte veröffentlicht werden.

Generell wird fast jeder den KGV und KUV nennen. Das ist schon mal eine gute Hausnummer. Sind die niedriger als bei Konkurrenten, dann dürfte die Aktie unterbewertet sein. So es denn dafür keine andere Erklärung gibt.

Pauschal lässt sich sowas immer schwer sagen.

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andre123 03.05.2016, 13:57

um die einzelnen Unternehmen nach den o.g Kennzahlen vergleichen zu können,, muss man jedoch bilanzierungstechnische Besonderheiten herausrechnen.  unterschiedliche Abschreibungsmodalitäten wieder auf einen Nenner bringen, immaterielle Vermögenswerte hinzurechnen etc insbesondere, wenn der Vergleich der Unternehmen länderübergreifend erfolgen soll.  Hier eignet sich z.B der CROCI- Ansatz (or cash return on capital invested) um eine Vergleichbarkeit der Kennzahlen herzustellen.   

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sophie1235 04.05.2016, 07:11

Welche Kennzahlen sollte man verwenden, die vergangenen Werte (z.B. KGV aus dem Vorjahr) oder die zukünftig geschätzten Werte (KGVe fürs laufende Jahr)?

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qugart 04.05.2016, 07:14
@sophie1235

Bewertung mittels nicht bekannten, dafür geschätzten Werten....

Verstehste selber, oder?

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qugart 04.05.2016, 07:19
@sophie1235

Ähm...es geht doch um Bewertung. Wer schätzt denn da? Sind die Schätzungen eher positiv? Eher negativ? Was will der Schätzer damit bewirken?

Wenn der Wetterbericht sagt, dass es morgen Sonnenschein gibt und du dann morgen doch im Regen sitzt. Wie wertvoll war denn diese Einschätzung?

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Erstmal: Frage 5 verschiedene Leute zu dem Thema und du bekommst 5 verschiedene Aussagen ;-).

Meiner Meinung nach geht das über verschiedene Kennzahlen, die in Verhältnis gesetzt werden. Zu Hause habe ich Kennzahlen aufgelistet und wonach man gucken sollte. Ich kriege die gerade nicht auf die Reihe. Eine davon war jedenfalls PEG.

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Nasdaq14 03.05.2016, 23:01

Gute Wahl !

Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq

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sophie1235 04.05.2016, 07:12

Welche Kennzahlen sollte man verwenden, die vergangenen Werte (z.B. PEG aus dem Vorjahr) oder die zukünftig geschätzten Werte (PEGe fürs laufende Jahr)?

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Da spielen viele Faktoren eine Rolle:

Die Branche (z.B. Wachstumsbranche wird höher bewertet wie eine Branche die stagniert), die Entwicklung der Firma in Relation zur Branche, die Gewinnentwicklung der letzten Jahre, die Gewinnaussichten in der Zukunft, die Höhe des Eigenkapitals und die Eigenkapitalquote, der Kurs in Relation zum Buchwert, die aktuelle Konjunkturerwartung etc.

Ein Kurs der unter dem Buchwert liegt ist ein Indiz, jedoch auch keine Garantie.

Am Besten ein Buch über Aktienbewertung kaufen, da das Thema eigentlich zu komplex ist, um es hier in Kürze abzuhandeln.

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sophie1235 04.05.2016, 07:15

Wie berechnet man den Buchwert?

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hatsch 04.05.2016, 19:56
@sophie1235

Buchwert je Aktie: Eigenkapital des Unternehmens durch die Anzahl der Aktien zu teilen. Jedoch muss man ggf. gewisse Faktoren beim Eigenkapital abziehen wie z.B. Beteiligungen welche aktuell fast wertlos sind (Spekulation für die Zukunft) etc. Dies lernt man ggf. auch in einem Buch über Bilanzanalyse. Insgesamt nicht so einfach, leider. Aber dann könnte es ja jeder.

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Du solltest dir besser ein allgemeines Wissen über das Thema aneignen. Dies geht über gute Fachzeitschriften und Bücher.

Ganz so einfach ist die Sache nämlich nicht. Ist eine Aktie unterberwertet, heißt es noch lange nicht, dass sie allein deshalb steigen muss. Ist sie überbewertet, kann sie weiter deutlich steigen. Beide Bewertungen geschehen nämlich oft nicht ganz grundlos.

Wenn ein Thema "in" ist, wird gekauft, was das Zeug hält. Ist es "out", werden entsprechende Werte kaum mit der Kneifzange angefasst.

Gute Beispiele: Sogenannte Seltene Erden, 3D-Drucker, Uran, Gold- und Silberminen.Hypes wechseln hier schon mal mit "rühr ich nicht an". Somit sehen wir, auch das richtige timing spielt eine sehr große Rolle. Neben anderen Dingen.

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sophie1235 04.05.2016, 07:14

Du solltest dir besser ein allgemeines Wissen über das Thema aneignen. Dies geht über gute Fachzeitschriften und Bücher.

Welche Internetseiten kannst du dafür empfehlen?

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Mein Favorit ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis, hauptsächlich wenn es um ganz langfrisitge Horizonte geht.

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sophie1235 04.05.2016, 07:11

Welche Kennzahlen sollte man verwenden, die vergangenen Werte (z.B. KGV aus dem Vorjahr) oder die zukünftig geschätzten Werte (KGVe fürs laufende Jahr)?

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FrageSchlumpf 04.05.2016, 15:51
@sophie1235

Wie gesagt, bin nicht so ein Freund von KGV. Gerade die geschätzen Werte können sich ja auch schnell in Luft auflösen.

Der Buchwert ist völlig spekulationsfreie, vorhandene "Substanz". Eine Aktie mit 100 Euro Buchwert, kann ich, wenn ich sie z.B. für 60 Euro bekomme, bedenkenlso alle kaufen, die Firma übernehmen und liquidieren und sofort Gewinn machen ( ok, so einfach ist das auch nicht, aber wie gesagt, Buchwert ist Substanz ohne "vielleicht" , "Zukunft" , "Erwartung" oder sonst was ).

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Aktien kauf ist eine Wette in die Zukunft. Die Bewertung einer Aktie sind Werte aus der Vergangenheit. Mehr kann keiner darüber sagen.

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Sonnenstern811 03.05.2016, 15:05

Oh doch. Nämlich indem man zusätzlich genau diese Zukunftsaussichten der AG und des Gebietes, auf dem sie tätig ist, anschaut. Auch die Gesamtlage am Markt darf durchaus eine Rolle spielen.

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Papassohnnemann 16.05.2016, 16:17

Auch das sind nur abschätzungen von Informationen die Dir andere geben.

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Indem man den Unternehmenswert berechnet.

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sophie1235 04.05.2016, 07:13

Wie mache ich das?

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berndkleve 04.05.2016, 18:30
@sophie1235

Der Wert bzw. Barwert einer Investition ist die Anfangsauszahlung in t=0, die zum selben (geldwerten) Nutzen führt wie die alternative Verwendung des eingesetzten Kapitals.

Hört sich ein bisschen schwierig an, ist aber nicht so schlimm zumindestens in den Grundgedanken. Aber ohne ein paar betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse in Unternehmensbewertung bzw. Investitionsrechnungen geht es halt nicht.

Letztlich kommt es drauf an, wieviel das Unternehmen in Zukunft an die Eigner ausschütten kann; und das vergleicht man mit der rendite der  alternativen Verwendung des eingesetzten Kapital, Z.B. der quasi sicheren Festgeldanlage.

In der Praxis muss man dann für die nächsten Jahre Planbilanzen erstellen, und den ausschüttbaren Betrag bestimmen. Da es sich um Prognoserechnungen handelt, ist der rechnerische Unternehmenswert natürlich auch mit einer grossen Unsicherheit belastet. Am ehesten wissen noch interne, marktnahe Führungskräfte bescheid über den Unternehmenswert. Als nächstes die analysten der banken, und am wenigsten wissen die ganzen Privatanleger.

Bilanzen analysieren als Privatanleger, das kann man vergessen, alleine schon aus Zeitgründen. U.a. hat man es genaugenommen mit zwei Bilanzen zu tun, der Einzelbilanz und der Konzernbilanz,

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berndkleve 04.05.2016, 19:51
@berndkleve

Vereinfacht: Man bestimmt einen dauerhaft, sicheren ausschüttbaren Betrag des Unternehmens von 1 Millionen Euro. Man nimmt einen alternativen langfristigen sicheren  Zinssatz von 1% an. Dann ist der Unternehmenswert 1 Millionen Euro/ 1% = 100 Millionen Euro. Würde man die 100 Millionen alternativ zum sicheren Zins von 1% anlegen, würde man jährlich auch 1 Millionen an Zinsen ausgezahlt bekommen. Die Anfangsauszahlung von 100 Millionen Euro (Kaufpreis) würde hier zum gleichen Nutzen führen (1 millionen jährliche Ausschüttungen) wie die alternative Geldanlage der 100 Millionen zum Zinssatz von 1%.

Ist die Aktie des Unternehmens jetzt an der Börse mit 50 Millionen Euro notiert, so ist das Unternehmen an der Börse unterbewertet. Es ist anzunehmen , dass der Börsenwert sich in Zukunft zumindestens zeitweise dem rechnerischen Unternehmenswert annähern wird.

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