Wie findet man den besten MTB Rahmen?

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1 Antwort

Hi fibreFFR!

Zugegeben, ich bin mit meinem Mountainbike eher auf Touren unterwegs, weshalb ich mich mit All Mountain und Enduro Bikes besser auskenne. Ich hab mich aber mal im Internet schlau gemacht.

Beim Rahmen gibt es mehrere Aspekte, die über die Qualität entscheiden. Zum einen gibt es das Material. Früher wurde noch viel mit Stahl gearbeitet, wegen dem hohen Gewicht finden man dieses aber kaum noch auf dem Markt. Die meisten Fahrräder im unteren bis mittleren Preissegment (sprich bis etwa 3500 €) werden aus Aluminium hergestellt. Dies sorgt für einen stabilen Rahmen und im idealen Fall für ein geringes Gewicht. Das Gewicht kann jedoch unter Gebrauch von Carbon als Rahmenmaterial noch minimiert werden. Carbon ist extrem leicht und wird daher für viele Bikes im oberen Preissegment verwendet (ab etwa 3500 €). Carbon ist im Gegensatz zu Aluminium aber nicht ganz so stabil. Es können bei Crashs kleine Risse im Rahmen entstehen, die man gar nicht sehen kann. Risse im Rahmen sind natürlich alles andere als gut.

Je nachdem, wie viel du mit dem Bike fährst, solltest du entscheiden, ob du dir einen Aluminium- oder Carbonrahmen zulegen möchtest. Wenn du ein erfahrener Mountainbiker bist (was ich nicht hoffe, dann wäre vermutlich der gesamte erste Absatz umsonst ;)), solltest du, wenn du auch viele Rennen fährst, vielleicht darüber nachdenken, einen Carbonrahmen zu kaufen. Die Stabilität des Aluminiums kommt dir jedoch zu gute, wenn du das Mountainbike gerade erst lernst oder dich zumindest an deinen ersten Sprüngen versuchst. Jeder muss für sich selbst wissen, ob er eher Aluminum oder Carbon fahren möchte.

Der zweite ganz wichtige Aspekt ist die Rahmengeometrie. Der Rahmen setzt sich aus verschiedenen Rohren und Winkeln zusammen, die allesamt eine Bedeutung spielen. Fangen wir beim Rahmen ganz vorne an.

1. Lenkwinkel: im Bild der Buchstabe D. Ein steiler Lenkwinkel (70° oder höher) sorgt für viel Agilität. Ein zu steiler Lenkwinkel sorgt jedoch ein sehr unruhiges Verhalten des Fahrrads. Ein eher flacher Lenkwinkel (66° oder weniger) sorgt für eine hohe Spurentreue, also einem sehr ruhigen Fahrrad. Downhill Bikes haben einen eher flachen Lenkwinkel für eine möglichst sichere Fahrt. XC Bikes bedienen sich eines eher steilen Lenkwinkels. Bei Freeride Bikes sind Winkel zwischen 66° und 67° üblich.

2. Oberrohr: im Bild der Buchstabe B. Da das Oberrohr jedoch oft unterschiedlich steil abfällt (besonders bei Canyon Bikes), wird auch oft der Buchstabe C als Messwert genommen. Je gestreckter das Oberrohr ist, desto geduckter sitzt man auf dem Rad. Eine gestreckte Position ist bei Rennfahrern beliebt. Eine eher aufrechte Position ist etwas komfortabler und darum bei Tourenfahrern beliebt. Wie lang genau die Werte sind, kann ich dir nicht sagen, weil das natürlich auch auf deine Größe ankommt. Du kannst ja mal deine Rahmengröße berechnen und die Oberrohrlänge mit Rahmen in deiner Größe vergleichen.

3. Sitzwinkel: im Bild der Buchstabe E. Die Bedeutung des Sitzwinkels konnte ich leider nirgendwo finden. Nur: Bei Freeridern ist der Sitzwinkel oft 70° oder 71° groß, bei XC Bikes eher um die 74°.

4. Radstand und Kettenstreben: im Bild G und F. Der Radstand wird im Wesentlichen von der Länge der Kettenstreben bestimmt. Diese sind meist um die 430 Millimeter lang. Hier gilt wieder: ein längerer Radstand (mit einher gehend also auch längere Kettenstreben) sorgen für Spurentreue und ein kürzerer Radstand für Agilität. Wie beim Lenkwinkel setzen die "gröberen" Bikes eher auf Spurentreue und somit sind die Kettenstreben und der Radstand im Vergleich zu XC Bikes deutlich länger.

5. Laufradgröße: im Bild N mal 2. Die gängigsten Laufradgrößen sind 26", 27,5" (auch oft als 650b bezeichnet) und 29". Je größer das Laufrad, desto besser ist das Überrollverhalten. Je kleiner, desto wendiger ist das Rad. Ich glaube, es gibt einige Downhill Bikes, die vorwiegend mit 26" fahren, bin mir da aber nicht sicher. Touren Bikes wie Enduros oder All Mountains fahren heutzutage beinahe immer mit 650b. XC Bikes nutzen vorwiegend 29". Also du kannst dich zwischen 26" und 650b entscheiden. 

6. Vorbau: im Bild gar nicht angezeigt. Der Vorbau (im englischen Stem genannt) ist dieses Verbindungsding zwischen Rahmen (genauer gesagt Steuerrohr) und Lenker. Allgemein gilt: für ein möglichst gutes Handling braucht es einen möglichst breiten Lenker (oft etwa 760-780 Millimeter) und einen möglichst kurzen Vorbau (um die 50 Millimeter).

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen. Es gibt natürlich noch weitere Rohre und Winkel am Rahmen, aber ich glaube, die sind nicht ganz so entscheidend, wie die, die ich hier aufgezählt habe. Aber für Ergänzungen und Korrekturen bin ich offen!

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