Wie findet ihr mein Arbeitszeugnis (Bitte um Bewertung)?

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2 Antworten

Arbeitszeugnisse dürfen nicht zu deinem Nachteil ausgestellt werden, deswegen sollte man zwischen den Zeilen lesen (können):

solides Fachwissen = Wissen vorhanden, aber ausbaufähig.

Herr X arbeitete zuverlässig und selbstständig = akzeptable Leistung, aber noch kein Top-Mitarbeiter.

Sein Verhaten.... war gut= ebenfalls okay, aber da ginge noch mehr.

Wir bedauern dies= Naja, wirklich fehlen wird er nicht

Diese vier Sachen lese ich aus einem ansonsten guten und vernünftigen Arbeitszeugnis heraus, daran könntest du zukünftig noch etwas arbeiten in Form von etwas mehr Engagement in den angesprochenen Bereichen.


Ich ergänze:

Ein in sich unstimmiges, in Teilen widersprüchliches Arbeitszeugnis, das im Endeffekt einem Tritt in den Hintern darstellt - insbesondere in den letzten drei Absätzen.

Ich würde es entsprechend reklamieren - ggf. mit der Hilfe eines Fachanwalts für Arbeitsrecht.  

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@Nightstick

Ja wenn ihr sonst keine Probleme habt, als zum Anwalt zu rennen wegen einem Durchschnittsarbeitszeugnis, bitte.

Lügen muss der ehem. Arbeitgeber nicht und wenn´s halt nicht der Top Mann war, darf man das auch entsprechend verpackt reinschreiben. Da wird auch der Fachanwalt für Arbeitsrecht nichts rausholen können.

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@kaltblueterin

Ein Versuch, solch ein ungünstiges Zeugnis zu verbessern, ist es allemal wert, denn es wird ihn sein ganzes Arbeitsleben verfolgen - bis er in Rente geht!

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@Nightstick

Ein Top-Mann war ich sicher nicht, aber auch nicht so durchschnittlich wie im Zeugnis beschrieben. Der Chef hatte sich mit mir eine ganz andere Zukunft vorgestellt und war dementsprechend geschockt, als ich, wie beim anderen Kommentar erwähnt, den Übernahmevertrag abgelehnt habe. Ich war dort sozusagen seine rechte Hand und er hatte sich mit mir viel erhofft (er könnte z.B. mehr unterwegs sein, ich hätte das Büro unter Kontrolle gehabt). Ich kann z.B. das "solide Fachwissen" nicht akzeptieren - als Uniabsolvent hatte ich halt keine Möglichkeit als Überqualifizerter mein weiteres Wissen dort einzusetzen, woher dann diese Einschätzung? Und dass mein Verhalten "nur" gut war, kommt auch wie hingerotzt daher. Es war deutlich mehr als gut...

Es hat auf jeden Fall den Anschein, als würde er mir noch eins reindrücken wollen und hat die Dinge so an die Zeitarbeit übermittelt.

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@Turk10

Ja, leider ist es oft so, dass "Chefs" die beleidigte Leberwurst spielen, sobald ein (guter) Mitarbeiter kündigt - das muss wohl an deren Ego nagen.

Da kann man auch so gut gewesen sein, wie man will - man bekommt einen Tritt - in Form eines ungünstigen Arbeitszeugnisses, das einem u.U. die berufliche Karriere kaputt machen kann.

Deshalb mein Hinweis auf den Versuch, das Zeugnis möglichst noch zu optimieren!  

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Das ist nicht abschließend zu deuten, denn man braucht zur Bewertung auch einzelner Passagen immer das komplette Zeugnis im Wortlaut, von der Überschrift bis zum Datum, einschließlich eventueller Rechtschreibfehler (natürlich anonymisiert).

Dazu gehört selbstverständlich auch ".....[Erst Firmenbeschreibung und Tätigkeitsbeschreibung]....."

Bei aller Vorsicht in der Bewertung eine Zeugnisfragmentes: Mehr als eine 3 wird es wohl nicht. Eher weniger.

Herr X verlässt unser Unternehmen aus betriebsbedingten Gründen zum heutigen Tag.

Wir bedauern diese Entscheidung

Na, das "betriebsbedingt" deutet in diesem Fall eher darauf hin, dass es irgendwo gewaltig gerappelt hat und man dir nahegelegt hat, zu kündigen bzw. dir die Kündigung angedroht hat.

Für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken wir uns

.....aber für die gezeigten Leistungen nicht.....

für die Zukunft weiterhin viel Erfolg

Ein Bezug auf Arbeitserfolge, die sich weiter oben nicht so recht widerspiegeln wollen

Um das komplette Zeugnis zu tippen, würde den Rahmen sprengen von der Zeichenzahl her. Es steht da wirklich nichts Relevantes.

Herr X X, geboren ... war vom ... bis zum ... als ... im Bereich ... bei unserem Kunden tätig.

Dann folgt ein Absatz mit der Beschreibung der Zeitarbeit (wann sie von wem gegründet wurde, in welchen Bereichen tätig etc).

Das Aufgabengebiet umfasste im Einzelnen:

Stichpunktartige Aufzählung von insgesamt 7 Tätigkeiten, die auch stimmen. Wenn ich das hier alles abtippe geht auch die Anonmyität verloren :)

Zum Thema betriebsbedingte Kündigung:

Ich habe einen Übernahmevertrag (mit unwürdigen Konditionen für einen Hochschulabgänger) abgelehnt, was dem Chef wohl nicht gepasst hat. Er hat mir daraufhin gesagt, er könne mich nicht weiter über die ZA beschäftigen lassen. Die ZA hat auch nichts neues gefunden (aufgrund weniger Praxiserfahrung), weswegen sie mich gekündigt haben.

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@Turk10

Herr X X, geboren ... war vom ... bis zum ... als ... im Bereich ... bei unserem Kunden tätig.

Das ist relevant. Beruf, Branche, Position im Betrieb und Beschäftigungsdauer sind für die Bewertung eines Zeugnisses unverzichtbar.

Stichpunktartige Aufzählung von insgesamt 7 Tätigkeiten, die auch stimmen.

Das ebenfalls

Dann folgt ein Absatz mit der Beschreibung der Zeitarbeit (wann sie von wem gegründet wurde, in welchen Bereichen tätig etc).

Das hingegen kannst du weg lassen.

weswegen sie mich gekündigt haben

Was nicht zu übersehen war.

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@Hideaway

Klar sind diese Passagen im Zeugnis unverzichtbar. Ich meinte eher, dass sie für eine Beurteilung (von Außenstehenden bzw. hier im Forum) nicht relevant sind, weil es ja passt, aber danke trotzdem.

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@Turk10

Ich meinte eher, dass sie für eine Beurteilung (von Außenstehenden bzw. hier im Forum) nicht relevant sind

Das wird leider häufig falsch eingeschätzt. Leistungsbewertungen werden nun mal an den Leistungsanforderungen gemessen und diese unterscheiden sich signifikant bei z. B. Akademikern oder Ungelernten bzw. Führungskräften und Handlangern der unteren Hierarchieebene.

weil es ja passt

Im Zeugnis "passt" nie etwas singulär, sondern immer nur im Gesamtkontext.

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