Wie findet ihr folgendes Zitat von Adorno? Wie soll man das verstehen?

5 Antworten

Dass dir, wenn du die Dinge ganzheitlich betrachtest, und nicht nur das Schöne an ihnen wahrnimmst, klar wird, dass das Ganze auch Negatives enthält. Und Du nur dann das Schöne wirklich begreifen kannst, wenn Dir klar ist, dass das Negative auch immer die Möglichkeit enthält, zum Besseren zu werden.

Mit fällt in diesem Zusammenhang ergänzend die berühmte Passage aus Rilkes erster Duineser Elegie ein:

.......... Denn das Schöne ist nichts
als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen,
und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht,
uns zu zerstören. Ein jeder Engel ist schrecklich.

Das verstehe ich SO:

Der Mensch sollte sich immer darüber im Klaren sein, dass alles Blühen, alles Schöne zerbrechlich und vergänglich ist.

Die Blüten des Baumes können schon bald durch Frost zerstört werden und es ist noch völlig unklar, ob er auch Früchte tragen wird.

Genieße also den Augenblick in dem Bewusstsein der Vergänglichkeit.

Jedes Werden hat auch ein Vergehen.

Allerdings lügt die Natur nicht. Der Mensch sollte sich nur daran gewöhnen oder wissen, dass Natur einem ständigen Wandel folgt. Wenn der Mensch einen Anblick festhalten will, muss er ihn malen oder fotografieren. Ansonsten muss er damit leben, dass nach der Baumblüte ein Baum sein Aussehen bis zum Herbst und Winter wieder verändert.

Die Hoffnung besteht aber jedes Jahr aufs Neue in dem Wissen, dass eine neue Baumblüte hervorgebracht wird. Außer, der Baum wird durch Menschenhand oder durch Wettereinflüsse daran gehindert.

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