Wie findet ihr es eigentlich, dass mitten in der Pandemie tausende Intensivpflegebetten abgebaut wurden?

 - (Gesundheit, Menschen, Deutschland)

5 Antworten

Klar gibt es zum Verhältnis gimpft-ungeimpft keien Datenerhebung - denn die würde aussagen, dass die Anzahl gimpfter Corona-Patienten massiv im Steigen begriffen ist. Ist doch auch klar:

Inzwischen sind wohl 3/4 der Menschen in diesem Land geimpft. Somit werden auch 3/4 der Patienten mit Corona-positivem Test geimpft sein!

Aber zurück zu den Betten: Seit Beginn 2020 wurdn über 11.000 Intensivbetten in D abgebaut - und zwar ausschliesslich aus Kosten- und Spargründen. Zudem fehlen den Krankenhäusern das Personal. Reihenweise werden Stationen abgemeldet - abe rnicht wegen Überfüllung, sondern wegen fehlendem Personal. Das müssen die Krankenhäuser nämlich mit melden ;-)

Ganz klar ist dieser Bettenabbau etwas, was als absolutes Versagen der Gesundheitspolitik der BRD zu werten ist. Auf der einen Seite drakonische freiheitsberaubende Maßnahmen zum Schutz vor Überlastung der Krankenhäuser ergreifen, und zum anderen dann die Krankenhaus-Kapazitäten zu reduzieren ist ein offensichtliches Betrugsmanöver.

Aber was will man auch anderes erwarten, wenn man einen Bankkaufmann als Gesundheitsminister einsetzt? Logisch macht der, was er kann, um Kosten zu reduzieren - with a little help from his pharma-lobby-friends.

Wrooong,
Krankenhäuser haben die Zahl ihrer Intensivbetten nicht absichtlich reduziert. Das wäre auch nicht nachvollziehbar, denn jedes fehlende Bett bedeutet für Krankenhäuser Einnahmeverluste. Der Rückgang der Intensivbetten ist zum einen mit der Wiedereinführung der Pflegepersonal-Untergrenze zu erklären. Zum anderen mit einer geänderten Erfassungsmethode durch das DIVI (Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin). Der Rückgang der Intensivbetten im November ist vor allem auf Personalausfälle und den erhöhten Betreuungsaufwand von Covid-19-Patienten zurückzuführen.

Auch die Aussage, Krankenhäuser hätten die Zahl ihrer Intensivbetten absichtlich reduziert, um so die Auslastungsquote zu erhöhen, ist falsch. Das bayerische Gesundheitsministerium sieht keine Anhaltspunkte für missbräuchliches Meldeverhalten durch Krankenhäuser. Für den Rückgang der betreibbaren Intensivbetten gibt es mehrere Gründe, vor allem die Tatsache, dass dafür wieder eine Pflegepersonaluntergrenze eingeführt wurde. Außerdem ist im Winter 2020 Pflegepersonal erkrankt, so dass weniger Intensivbetten betrieben werden konnten. Eine dritte Erklärung liegt in der im August 2020 geänderten Erfassung der betreibbaren Intensivbetten (Intensivbett ist nicht gleich Intensivbett).

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Wo sage ich dass dies absichtlich geschehen ist?
Ich wies darauf hin dass Krankenhäuser mit Gewinnabsicht betrieben werden.
Was daraus resultiert, ist ein niedriger Schlüssel für Pflege und Betreuung.
Daraus resultiert erhöhte Arbeitslast für die Mitarbeiter.
Daraus resultiert Stress und Überlastung.
Daraus resultieren Krankheit und Kündigung.

Dass die nicht wollen dass ihnen der Grundstock am Personal wegrennt?
Schon klar.
Dass sie aber Umstände geschaffen haben, die erst dazu führten, dass unsere Pfleger und Ärzte das nicht mehr durchhalten?
Absicht.

Und mal so am Rande: Dass man eine Untergrenze eingeführt hat, die gewährleistet dass aufgenommene Patienten auch vernünftig versorgt werden können, und dass zu einem Wegfall von Betten führt, sagt doch eine Menge über den Zustand unserer Krankenhäuser aus:
Unterbesetzt.

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@DarkAngelUwU

Ja, die Mitarbeiter erleiden viel Stress im Berufsalltag und offensichtlich sind Krankenhäuser auch oft unterbesetzt (war schon IMMER so, nicht nur während der Pandemie, da schon immer Mangel, schwere Arbeitsbedingungen, nicht gerechtes Gehalt, etc. geherrscht hat, was dazu führt dass der Beruf immer unaktraktiver wird), das bekomme ich täglich in verschiedenen Krankenhäusern zu sehen.
Dennoch hat deine Frage hier den Fokus zu schwurbeln wie ich sehe? Keiner hat die glasklare Absicht das eigene Personal zu zerstören, das würde nur die eigene Wirtschaft schädigen, da weniger Patienten aufgenommen/behandelt werden können.

Und richtig informiert bist du auch nicht da Behauptungen deinerseits keinen Sinn ergeben wie "Zu dem Verhältnis von Geimpften und Ungeimpften Intensivfällen gibt es übrigens gar keine Datenerhebung". Es gibt eine Datenerhebung zwischen dem Impfstatus der jeweiligen Patienten, das kann ich dir versichern als jemand der im Gesundheitsmanagment tätig ist. Damit ist die Diskussion auch hier vorbei, da ich nicht mit jemandem diskutiere der von der gesamten Thematik wenig Plan hat.

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@Jan2200

Und mit Schwurblern zu diskutieren führt auch nur ins Unendliche ;)

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Ja, es wurden Stellen gestrichen.

Falsch: Es hat Pflegepersonal gekündigt.

trotz einer Impfquote von 80-85% der Erwachsenen Bevölkerung

Was aber nunmal nur 67% der Gesamtbevölkerung macht. Und bereits vor über einem halben Jahr war sonnenklar, dass das bei Delta nicht ausreichen wird, um eine schlimme Welle zu verhindern. Diese Variante ist 15x ansteckender als der Wildtyp des Virus und wir haben über 20 Millionen (!) Ungeimpfte in Deutschland. Unwichtige Details, kaum der Erwähnung wert, ich weiß...

Zu dem Verhältnis von Geimpften und Ungeimpften Intensivfällen gibt es übrigens gar keine Datenerhebung

Das ist auch schon wieder falsch. Jeder Coronapatient wird mit Impfstatus erfasst.

Ich möchte an dieser Stelle mal wieder auf den wöchentlichen Lagebericht des RKI hinweisen. 25.11.21, Seite 24, Tabelle, Spalte ganz rechts. Bei den über 60-jährigen liegt der Anteil an Geimpften bei 46 % (bei den Todesfälle übrigens bei 52 % und bei den Hospitalisierungen bei 56 %).

Ja, was mitunter daran liegt, dass der Impfschutz halt irgendwann abläuft :D
Und währenddessen diese Personen schon einen kaum vorhandenen Impfschutz haben, welche dann eine 3. Impfung benötigen, zählen diese dennoch als "Geimpfter" was diese Statistik ein wenig unaussagekräftig macht.

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@Jan2200

Dass der Individualschutz der Impfung so rapide abnimmt, ist ja eher eine Erkenntnis aus der jüngeren Vergangenheit. Im September hat jedenfalls noch kein Politiker das Wort boostern in den Mund genommen.

Ich finde schon, dass man solch eine Statistik führen sollte. Man könnte ja dann noch eine extra Statistik für geboosterte Patienten machen.

Und diesmal in 4-5 Monaten die nächste Boosterung von 50-60 Mio. Menschen planen.

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@fionelle

ja dann muss man diese Statistik aber unterteilen, sodass diese auch mehr Sinn ergibt, aber die Statistik sagt nur allgemein "geimpft" und "ungeimpft" oder? Das meinte ich ja nur, dass die Umstände dahinter nicht berücksichtigt werden wie boostern etc. und daher finde ich die Statistik und die damit verbundene Aussage der Letalität der Betroffenen eher durchsichtig.

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@Jan2200

Ja, da hast du recht. Der Anteil der Geboosterten ist ja noch nicht so hoch. Wäre aber gut, wenn es solch eine Statistik dann in Zukunft gäbe.

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Die Betten wurden nicht abgebaut. Ein Bett wird nur als Bett gezählt, wenn das entsprechende Personal dafür verfügbar ist. Sonst ist es nicht mehr als ein Möbelstück. Das Personal aber wurde in den letzten zwei Jahren derart aufgerieben, dass es reihenweise aufgegeben hat - Job gewechselt, krankgeschrieben usw. Und damit ist die Bettenzahl gesunken.

Semantisch korrekt, aber die eigentliche Ursache für die "Aufreibung" ist wohl eher im eh schon sehr niedrig angesetzten Pflegeschlüssel zu finden, über den sich Pflegepersonal (auch in Alterspflege und co) nicht erst seit 2 Jahren beschweren, sondern eher so.. seit 20 Jahren.

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@DarkAngelUwU

Und? Dennoch ist deine Aussage, dass "Betten abgebaut" worden seien, falsch.

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@DarkAngelUwU

Man merkt, dass du dich offenbar null mit der Situation in den Krankenhäusern in den letzten zwei Jahren beschäftigt hast... also, mit der menschlichen Seite.

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@Keksdieb86

Das ist nicht falsch, sondern reine Semantik. Ein Bett das nicht belegt werden kann, existiert für den Patienten nicht.

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@Mugua

Man merkt dass du gerne schnell urteilst, und Behauptungen auf basis von Mutmaßungen erstellst. Pfleger waren schon überlastet, da gab es Covid nicht, und sie werden es auch sein,, wenn der Spuk jemals vorbei ist. Dass aus Überlastung nun ein Zusammenbruch resultiert, war abzusehen.

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@DarkAngelUwU

Du suggerierst jedoch, dass Kapazitäten "aktiv abgebaut" worden seien. De, ist nicht so.

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