Wie findet ihr es, dass immer mehr Abi machen?

9 Antworten

Ich finde es gut. Das hat ja auch nichts mit „auf Leistung trimmen“ zu tun. Ich kenne sehr viele Dir Abi machen und dannach eine Lehre. Ist ja auch völlig ok. Ich finde es sehr gut. Ein gewissen Allgemeinwissen gehört dazu. Das lernt man zwar vielleicht schon vor dem Abi, aber während des Abis vertieft man das. Man weiß über das größere ganze Bescheid, hat mehr Möglichkeiten sich zu entwickeln...wer heutzutage ein Abi macht, braucht sich nicht überlegen fühlen. Fast jeder würde es schaffen. Aber trotzdem finde ich es gut wenn möglichst viele es machen. Wissen ist keine Bürde (zumindest dieses Wissen). Natürlich vergisst man vieles wieder, aber schon alleine einmal davon gehört zu haben ist sehr viel wert und hilft im weiteren Leben oft unbewusst. Auch eine Arbeitsweise und Denkweise wird hier antrainiert, die sicher keinem zu einem Nachteil gelangt.

Hallo!

Es ist problematisch, weil der Akademikerüberschuss sich aktuell schon abzuzeichnen beginnt - aber die Ursache ist nicht die, die viele dafür anführen. Viele Jugendliche wollen arbeiten und zupacken, aber das duale Ausbildungssystem hat aus meiner Sicht seine besten Tage hinter sich und wird nicht besser, wenn irgendein Land-Handwerkskammer-Vorstandsmitglied von 70 Jahren sich hinstellt und mit dem Brustton der Überzeugung in den Raum wirft, die Jugend von heute bestünde aus fernsehsüchtigen, trägen und faulen Losern, die zu blöd sind, einen Eimer Wasser auszuleeren.

Zum Thema Fachkräftemangel/Akademikerüberschuss besuchte ich ca. 2016 oder 2017 einen sehr interessanten Vortrag, bei dem ein Lehrer sehr plausibel auf den "Akademikerüberschuss" als Auslöser für den "Fachkräftemangel" eingegangen ist. Da inzwischen sehr viele Leute Abitur machen und studieren, brechen Handwerk und Verkauf immer weiter ein und immer weniger Menschen strömen in handwerkliche oder technische Berufe ------> weil jeder, der mit Schnitt 2.8 die Realschule beendet, meint er müsse das Abi nachholen, da man ja sonst "nix wird" (was auch ein Irrglaube ist; man muss nur reelle Ziele für sich haben). 

Das ist mehr als bedenklich, liegt aber auch wie gesagt stark daran, dass ein Großteil der Ausbildungsberufe wenig reizvoll ist: Viele Personaler und Firmen leben in einer Berufswelt, in der die 90er scheinbar nie aufgehört haben & der "Stift" ein unterbezahlter Larry ist, der irgendwelche fragwürdigen Jobs machen muss, die sonst keiner verrichten will und als Freiwild für Beleidigungen fungiert, nicht ernstgenommen wird und im Höchstfall mit dem Spruch "na ja, Lehrjahre sind keine Herrenjahre und ich würde vor 45 Jahren von meinem Lehrherrn verprügelt, nun motz' mal nicht, du weißt garnicht, wie gut es dir geht" bitter lächelnd abgefertigt wird, wenn er mal sagt, was er denkt.

Da überlegen es sich viele zweimal und ich finde, dass das Ausbildungswesen einer Reform bedarf: Vieles wird noch so gelehrt wie "damals", während sich aber die Zeiten änderten. Da gehen viele Jugendliche lieber auf die Uni oder holen ihr Abitur nach, ehe sie sich in einem Büro mobben und belächeln oder in einer Halle blöde anpöbeln lassen. 

Ich hatte als Industriekaufmann ab dem 1. September 2007 durchaus eine sehr nette Lehrzeit und einen wirklich guten Ausbilder, der uns Jugendliche auch mit um die 60 Jahren total gut verstand und nicht nur so getan hat als ob ----> ich weiß aber auch, dass ich damit einer von wenigen in meiner Berufsschulklasse war, die voll zufrieden in ihrem Ausbildungsbetrieb gewesen sind.

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung
22

Noch viel besser ist, ich habe meine Ausbildung gemacht und wurde 3 Jahre lang nur darauf vorbereitet die Abschlussprüfung zu bestehen. Der theoretische Teil in der Berufsschule zielte voll an den Forderungen im Beruf vorbei. Nach 3 Jahren fing sozusagen mein richtiges lernen erst an. Ich wusste nichts über meinen Beruf und stand nach 3 Jahren da und von mir wurde erwartet alles zu können. Wenn man sich auch die Bezahlung anschaut... in meinem Job ist ein Gehalt von 35.000€ brutto im Jahr Normalität. Dieses steigert sich bis auf knapp 40.000€ danach ist ohne irgendeine Form von Weiterbildung oder Posten (Vorarbeiter, Ausbilder) nichts mehr zu reißen. Wenn wir uns mal Ingenieure oder Informatiker anschauen die mit 40.000€ frisch starten und mit 5+ Jahren Berufserfahrung 60.000€ und mehr verdienen ist es eigentlich dumm noch eine Ausbildung zu machen

1

100 Prozent einpauken, um späterhin 10 Prozent davon beruflich oder sonstwie sinnvoll zu nutzen und den Rest nach und nach immer mehr zu vergessen halte ich für eine Sonderform von Energieverschwendung, ist aber für viele dennoch nützlich, z. B. zur Dünkelpflege.

Breitbandig viel zu lernen ist per se nicht schlecht. Doch grottenschlechte Gesellschaftsstrukturen oder Trends beweisen immer wieder, daß sich auch aus guten Dingen mit relativ wenig Mühe eine Plage machen läßt.

36

Ja und worin liegt dann die Alternative ? Wenn das Begreifen von Lerninhalten nicht mehr als Voraussetzung für's Abi zählt, dann kann man den Abschluss gleich an die Meistbietenden verscherbeln.

0
44
@CamelWolf

Die Hinterfragung des Sinns kann man auch aus Gepflogenheiten längst vergangener Zeiten begründen. Auch damals brachte es keinen Vorteil, wenn sich Schulabgänger als Verkäuferlehrlinge bewarben, nicht rechnen konnten, aber das Lied von der Glocke daherplappern konnten.

0
36
@Dxmklvw

Ich weiß nicht wo Du lebst aber da wo ich herkomme, kriegt keiner das Abi fürs Gedichte rezitieren (auch nicht für die Glocke) und jeder Abiturient hat die theoretische Kompetenz für Verkäufer- und Frisösenschnickschnack.

Aber lass mich raten - wahrscheinlich hast Du kein Abi und wirst ständig von dem Fehlgedanken geleitet: "Was die können, kann ich schon längst."

0
44
@CamelWolf

Was die Schule vermittelt hat, konnte ich teilweise schon gleich nach dem Abschluß in der Pfeife rauchen, und vom Rest immer mehr, je mehr Zeit vergangen ist. Was Sache ist, lernt man vor allem in der beruflichen Ausbildung und anschließend in dem Job, den man ausübt. Lediglich die wesentlichen Grundkenntnisse (lesen, schreiben, rechnen und wenige weitere) sind von Bedeutung.

Doch inzwischen sind die Ansichten und Verhältnisse ziemich verdreht. Der (gefühlte) Schwachsinnsanspruch vieler Arbeitgeber "Qozu Ausbildung? Es reicht doch, 18-jährige mit 20jähriger Berufserfahrung anzuwerben" wirkt da eben.

0

Bedeutung? Umformulieren?

Ich bin gerade aus diesen Satz gestoßen:

"Er schrieb programmatische Artikel Zur Stellung der Künstler, in denen er erstmals den bildungspolitischen Anspruch der Kunst für die Gesellschaft formulierte."

Wie kann man den vertehen? Oder wie kann man ihn vereinfacht aufschreiben?

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen!

LG

...zur Frage

Wieso streben so viele das Abitur an?

Hallo!

Mir fällt auf, dass immer mehr, die bei der Mittleren Reife gerade den Mindestschnitt von 3,0 erreichen, kaum dass die Tinte auf dem Zeugnis trocken ist sich auf dem Wirtschaftsgymnasium bewerben und Abi machen wollen, obwohl es schon in der Realschule etliche Probleme (meist in Mathematik) gegeben hat und es quasi aussichtslos ist, ein wirklich gutes Abitur zu schaffen und das ohne Nachhilfeunterricht und extremes Lernen. Fragt man dann nach dem Grund, heißt es in der Regel, dass man ja "ohne Abi nix und niemand ist" und man es daher unbedingt haben müsse.

Einige, die auf diesem Weg das Abi anstrebten, haben entweder auf halber Strecke aufgehört, weil sie nicht mehr mitkamen ODER das Abi gerade so bestanden & das kann's auch nicht sein. Ein schlechtes Abitur ist doch noch schlimmer als gar keines... sagte auch mein Lehrer immer wieder.

Meine Meinung: Wer reelle Ziele hat, sich anstrengt, Mut zur Leistung zeigt & weiß was er will, der kann auch heute noch bspw. mit einem ordentlichen Haupt- oder Realschulabschluss durchaus in die Pötte kommen und beruflich durchstarten. Es kommt nur drauf an, was er will und was ihm sein Ziel wert ist. Ist meiner Ansicht nach immer eine Frage der inneren Einstellung & dem eigenen Engagement!

Außerdem kann es nicht nur "Studierte" geben oder Abiturienten, die nach dem Dreier-Abi mangels Studienaussichten dann doch eine Ausbildung antreten wollen & damit den Realschülern die eigentlich ihnen zugedachten Stellen streitig machen. Das muss ich ganz klar sagen.

Erst vor einigen Wochen einen Vortrag besucht, an dem der Referent - ein Lehrer - sich über einen drohenden "Akademikerüberschuss" ausließ. Seiner Ansicht nach müsse das duale Ausbildungssystem reformiert werden, um sympathischer als ein Abitur um jeden Preis und der Gang zur Uni zu sein -------> oft werden Dinge so gelehrt wie sie vor 20 Jahren schon gelehrt wurden, ohne Rücksicht auf Zeiten die sich änderten. Der Referent kam zu dem Fazit, dass inzwischen auch zu viele Leute studieren und das den Fachkräftemangel zusätzlich begünstige. Damit teilte er etwa meine Meinung.

Wie steht ihr dazu & wie würdet ihr es begründen, dass so viele Jugendliche Abi machen möchten, obwohl sie in der Realschule schon erhebliche Defizite hatten?

...zur Frage

Eure Meinung ist gefragt!!!!!!! Abiplakat?

Hallo, wir wollen ein Abiplakat mit ganz vielen Bildern aus unserer Schulzeit machen.Welcher Spruch ist am besten?

  1. "Abitur - der Nachweis für 13 Jahre Glanzleistung"
  2. "Abi das ist schön, da kannst du deine Leistung sehen" (Ironie)
  3. oder Wir überlegen uns zu jedem Bild einen Spruch und schreiben in die Mitte "How to survive Abitur"
...zur Frage

Gute Schultaschen / Etuis fürs Abitur?

Hey Ich komme jetzt nächste Woche ins Abi und suche noch eine Schultasche fürs Abitur. Sie sollte keine Hängetasche sein und viel Platz bieten. Könnt ihr mir da Marken empfehlen? Findet ihr Nike vllt zu kindisch?

Und was ist mit Etuis / Federmappen? Gibt es da auch gute mit viel Platz?

Hatte mir was von Eastpak gedacht, nehme aber auch andere Vorschläge an.

LG

...zur Frage

Kein Verständnis für Abiturregelung in Bayern!

Liebe User, Ich bin in der 12. Klasse in einem Gymnasium in Bayern und stehe also kurz vor meinem Abitur. Im Januar müssen wir uns endgültig festlegen, in welchen Fächern wir schriftlich Abitur machen wollen! Nun gibt es ja die Regelung, dass man in einer Naturwissenschaft, in einer Sprache und einem Sozialwissenschaftlichen Fach (also: Geschichte, Erdkunde oder Religion) Abi machen muss! (Deutsch und Mathe sind eh klar!). Und man kann das Abi in einer Naturwissenschaft durch entweder Kunst-, Sport- oder Musikabi ersetzen... Nun hab ich mich am Anfang der 11. Jahrgangsstufe für Kunstadditum - sprich fürs Kunst-Abitur entschieden, und darf somit nicht mehr in Biologie schriftlich oder mündlich Abitur machen.

Nun hat sich jedoch Biologie als ein Fach entwickelt, in dem ungeahntes Potential steckt und ich dort unglaublich gerne Abitur machen würde, was ich allerdings durch mein Kunstadditum nicht mehr darf! Durch die baldige Festlegung für das 3. schriftliche Abi habe ich viel mit den Lehrern in den potentiellen Fächern geredet, so auch mit meiner Bio-Lehrerin, die es ebenso schade findet, wie ich, dass ich kein Bio-Abitur machen darf. Mein erster Gedanke war, eben das Sozialwissenschaftliche Abifach durch das mogliche Bio-Abi zu ersetzen, was ja aber nicht geht! Warum?

Später möchte ich einmal Psychologie studieren und warum sollte es dann nötig sein, eher in Erdkunde Abitur zu machen, als in Biologie mit der Verhaltensbiologie??? Gleich integriert stelle ich mir häufig die Frage, warum man auch überhaupt in Mathe noch zwangsläufig Abitur machen MUSS?! Dass man sein logisches Denken in Form von Matheunterricht bis in die 12. Klasse trainiert, sehe ich ja ein, aber warum gleich Abi darin machen??? Und zurück zur Biologie-Problematik: wisst ihr eine Möglichkeit... vielleicht irgendeine Ausnahmeregelung, wie ich in Bio Abi machen kann, ohne dafür auch Kunst aufzugeben???

Tut mir Leid für den langen Text, und ich hoffe ihr könnt mir helfen zu verstehen! Liebe Grüße, MondPhoenix

...zur Frage

Abitur mit Dyskalkulie möglich?

Ich bin jetzt seit ein paar Wochen auf dem Gmynasium um dort die zehnte zu wiederholen und danach mein Abitur zu machen. Ich komme also von der Real wo mein Abschlusszeugnis eigentlich ganz gut war ( bist halt auf Mathe, das war ne mitleids 4 ). Meine Abschlussprüfung in Englisch war eine 1 und in Deutsch eine 2 nur in Mathe hatte ich halt eine 6 geschrieben ( wegen der Vornote habe ich die 4 noch bekommen, knapp an einer 5 vorbei ). Auf dem Gymnasium verstehe ich absolut nichts, gar nichts. Wir haben gleich mit diesem Buchstaben Mist angefangen mit x und y und ich bin total verloren. Ich hab angefangen im Internet nach Lösungen zu suchen usw. und bin irgendwann auf Dyskalkulie auf gestoßen. Als ich mir Artikel dazu durchgelesen habe passte das fast zu 100%. Jetzt will ich mich vielleicht testen lassen. Nur habe ich angst falls ich wirklich Dyskalkulie habe ich das Abitur nicht machen kann. Um ehrlich zu sein habe ich totale Panik. Es kann doch nicht nur an einem Fach scheitern? Ich wollte eh das sprachliche oder künstlerische Profil nehmen fürs Abi, bestimmt kein Mathe. Aber sebst dann bin ich Mathe nie ganz los. Ich hab einfach angst, kann mir irgendjemand sagen ob Dyskalkulie einem am Abitur hindern kann?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?