Wie findet ihr es, dass die Lindenstraße bald abgesetzt wird?

Das Ergebnis basiert auf 121 Abstimmungen

ist mir völlig egal 64%
find ich schade und traurig 24%
find ich gut, weil mehr Platz für bessere Sendungen! 10%

35 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
ist mir völlig egal

Sicher hatte diese beliebte Serie ihre Zeit, aber irgendwann war die Luft raus. Habe sie oft sonntags bei meinen Eltern zwangsweise mitgesehen

19

ja ich auch :) ihre Zeit waren die 80er und 90er heute zu altmodisch

0

An und für sich ist es mir egal - nur die Reaktionen und auch die Begründung dafür erscheinen mir beide sehr bizarr. Was da die Macher und Beteiligten so von sich geben, klingt, als ob die Demokratie morgen zusammenbräche und Mordor persönlich die Regierungsgeschäfte in die Hand nähme, weil eine TV-Sendung nach 34 erfolgreichen Jahren abgesetzt wird.
Das ganze Drum und Dran zeigt, wie kaputt die deutsche Fernsehlandschaft ist. Auf der einen Seite geben Geißendörfer und Marjahn Interviews voller Anspruchsdenken, so als seien sie, da sie ja beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind, faktisch Beamte und unkündbar - auf der anderen Seite kriegt die ARD keine einigermaßen anständige Begründung für die Absetzung zustande ("Wir haben kein Geld" ist ein absoluter Witz).
Natürlich kann eine Soap auch im begrenzten Maße gesamtgesellschaftliche Themen aufgreifen - dies wurde ja auch in den 90er Jahren (nach Lichtenhagen) besonders deutlich bsplw. im "Marienhof" getan. Aber das alleine ist nicht die Aufgabe einer Serie und sollte auch nicht tragendes Element sein. ("Blue Bloods" verhandelt gesellschaftliche Streitfragen als Teil des übergeordneten Folgenthemas jedes Mal - jede Storyline ist eine Variation einer moralischen bzw. zeitgenössischen politischen Frage, trotzdem packen sie nie zu stark den Zeigefinger aus, weil es immer noch darum geht, so handwerklich gut wie möglich eine Geschichte zu erzählen - und es wird niemand vor der CBS-Sendezentrale demonstrieren, wenn die Sendung irgendwann abgesetzt wird).

Ich habe mir die letzte Folge angeguckt, und das Einzige, was ich in den drei Storylines dieser halbstündigen Folge feststellen konnte, ist, dass zwar ein elementares Wissen über Szenenkonstruktion vorhanden ist (d.h. jede Szene hatte einen relativ "funktionierenden", tragenden Konflikt), es aber in der Metaebene ganz schön an Handwerk fehlt - die Folge hatte kein übergeordnetes Thema, teils waren die Dialoge, trotz der bestehenden Konflikte, noch zu nah am Papier - für ein Produkt, das, im Vergleich zu anderen deutschen Produktionen, recht gut gespielt und auch soundtechnisch bearbeitet ist, und in einem Wochenturnus produziert wird, ist das doch leider etwas enttäuschend. Viel besser als die meisten "Daylies", aber immer noch nicht gut - und das Moderne wirkt leider immer etwas aufgesetzt, nicht nur, wenn ein Skateboarder in voller 90er Montur durchs Bild fährt, auch in den Dialogen ("sorry, ich hatte mein Handy im Flugmodus").

Das Entscheidende für jede Serie ist es, eine Geschichte erzählen zu wollen. Kein "gesamtgesellschaftlicher" Auftrag. (Davor sind die USA aber auch nicht gefeit - "The CW" zerstört gerade die "Charmed"-Franchise mit einem "Rerun", in dem es von politischen, feministischen Äußerungen nur so wimmelt - vergessen werden dabei leider in den meisten bisherigen Folgen Charakterentwicklung, Schockelemente und Horror - und der Humor ist ungefähr so dynamisch wie ein Beerdigungskaffeetrinken im Altenheim).

Das Problem bei der ARD (und allgemein dem deutschen Fernsehen - aus vielen Gründen, u.a. wegen der Oligopolsituation zwischen Bertelsmann und ProSiebenSat1) ist, dass man ihnen kaum zutrauen kann, ein neues, modernes Produkt zu erschaffen, das annähernd einen Nachfolgecharakter hätte. Überhaupt eine Serie, an die zumindest die Macher glauben und die den Anspruch hat, gute Geschichten zu erzählen. Das Problem gibt es auf allen Ebenen im deutschen Fernsehen. Das jüngere Publikum hat sich längst abgewandt, schaut internationale (meist amerikanische) Serien über Streamingdienste - die meisten jüngeren Leute schauen deutsches Fernsehen nur noch, um online über das billige Trash-TV zu lästern.

Der ARD fehlt eine wirkliche Vision - was soll Fernsehen sein, was ist überhaupt eine gut funktionierende Serie? "Babylon Berlin" war ein zaghafter Schritt in eine bessere Richtung.

In diesem Zusammenhang verstehe ich die Begründung der ARD nicht. "Quotendruck" ist immer ein wohlfeiles Argument, insbesondere dann, wenn die öffentlich-rechtlichen Anstalten ihre Existenz einzig und allein damit begründen, dass ihr Programm tendenziell der Qualität und nicht der Quote dienen soll. Von diesem Anspruch sind sie derzeit insgesamt sehr weit entfernt, (das ZDF haut ja mittlerweile eine Krimiserie nach der nächsten ’raus - und die sind story- bzw. plottechnisch alle irgendwo in den '70ern hängengeblieben).

Da die ARD diese Programmentscheidung bis heute nicht anständig begründet hat, kann ich, auch wenn es mir persönlich egal ist, durchaus verstehen, dass die Fans etwas wütend sind. Gleichzeitig beweisen die Reaktionen von Geißendörfer & Co. wie toxisch die derzeitige Fernsehlandschaft (öffentlich-rechtlich vs. Oligopol seitens zwei großer Konzerne) für das innovative Fernsehen ist;- die Macher haben es schlicht weg als selbstverständlich empfunden, bis ins Jahr 2200+ verlängert zu werden und reagieren auf eine Weise aggressiv, als wären sie Beamte, die in den Vorruhestand geschickt oder in die Einöde versetzt werden. Ein solches Umfeld, in dem es nicht mehr darum geht, Zuschauer für das Format zu gewinnen (für keinen Medienkonzern, denn die beiden Privaten teilen sich de facto zur Zeit den Marktanteil, in der werberelevanten Gruppe finden ARD und ZDF ja gar nicht mehr statt) ist Gift für ein innovatives, interessantes Fernsehen. (Thoma sagte mal so schön in Bezug auf das Privatfernsehen: "Der Köder muss dem Fisch schmecken"). Wenn das Zuschauerinteresse relativ gleich verteilt und damit auch egal ist, haben wir eine Situation wie heute: Totaler Stillstand. Die tollen Projekte gibt es im Ausland. Und manchmal können wir uns freuen, wenn Sky oder Netflix eine Serie produzieren - das sind dann die Highlights, für ein relativ kleines Publikum.

34

ich kann das nicht lesen, ist mir zu viel

ich geb dir trotzdem ein Hilfreich

7
20

Du hast generell vollkommen recht, andererseits siehst du die Lindenstraße speziell aus einem Blickwinkel, für die sie niemals konzipiert war.

Vor 30 Jahren gab es nicht annähernd die heutige Auswahl an Serien, wie du sicher weißt. Ich erinnere mich noch genau, wie die Lindenstraße damals parallel zur Schwarzwaldklinik an den Start ging. Der Schwarzwaldklinik ging jedoch »schon« nach 70 Folgen die Luft aus, trotz Finanzierung ohne Ende, höchsten Einschaltquoten, immer dezent gesetzten Stürmen im Boulevard-Wasserglas, Starauftritten und anderweitigen PR-Bemühungen.

Die Lindenstraße hingegen verfolgte eine nachhaltigere Richtlinie. Das Team wusste selbstverständlich, dass das nicht ewig so fortsetzbar sein kann, und trotzdem setzte man stets auf erweiterbare, sich frei entwickelnde Figuren, allein schon auf Grund der festen Darsteller mit privatem Leben und eventuellen Denkwendungen; nicht zuletzt warfen die aktuell eingebundenen Wahlergebnisse (nicht etwa vorgedrehte Eventualitäten) mitunter den Tisch komplett um. Die Schreiber konnten sich keine Realität nach Belieben erschafen, eher hatten sich die Schreiber den Gegebenheiten zu unterwerfen.

Welche andere Serie leistet sich das? Ganz sicher gibt es schicke und gute Serien auf Sky und Netflix — aber sind die genauso nah, genauso dran am Alltagsgeschehen der deutschen Befindlichkeit? Tschuldigung, ich wollte sagen: Ihren Problemchen? Hmm, es gab da kürzlich nicht Nötigkeit, eine Postkutsche zu besteigen, aus einem Gefängnis auszubrechen oder ein Drogenlabor zu eröffnen, zumindest nicht für mich.

An den Qualitäten der Lindenstraße herumzumäkeln gibt es für mich auch keinen ernsthaften Grund. Natürlich mäandert die Handlung gemächlich dahin, aber wenn es ans Eingemachte, die echten Kreuzpunkte geht, haben die immer wechselnden Regisseure echte Qualitätsarbeit abgeliefert. Da gab es hitchock'schen Suspense, tykwer'sches Ticken und capra'sches Kammerspiel. Was will man mehr?

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ist mir völlig egal

Im Zeitalter von Netflix rückt das traditionelle Fernseh-Schauen bei mir komplett in den Hintergrund.

Ich habe nicht auch nur eine Folge der Lindenstraße ansatzweise geschaut. Wer da mit spielt und um was es überhaupt geht, darüber kann ich keine Auskunft geben.

Trotzdem ziehe ich meinen Hut für eine Sendung, die eine derart lange Laufzeit hat. Sie hätte daher auch die Berechtigung weiterzuexistieren.

Aber wie alles im Leben, ist alles irgendwann mal vorbei.

Woher ich das weiß:
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