Wie findet Ihr diesen Beginn meiner Geschichte?

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich kann mich guitschee nur anschließen was das Präsens als Erzählzeit betrifft. Die Mitvergangenheit hat nicht nur die längere Tradition als Erzählzeit, sie ist meiner Meinung nach auch weitaus angenehmer zu lesen und fesselt die LeserInnen mehr.

Ich rate dir dringend dir guitschee's Kritik zu Herzen zu nehmen und möchte sie noch um ein paar Punkte ergänzen:

Was leider in deiner Geschichte fehlt, ist die Schilderung des Erlebten aus den Augen der Figur. Deine LeserInnen können sich nicht in die Figur hineinversetzen, denn sie erfahren nichts über ihr Innenleben.

Was sieht die Figur, was hört sie, was fühlt sie, was spürt sie, was riecht sie, was denkt sie? Das sind wichtige Fragen die sooft beantwortet werden sollten wie es der Schreibfluss erlaubt. Nur so können sich die LeserInnen ein Bild von der Figur machen und werden von der Geschichte mitgerissen.

Du musst die Emotionen deiner Figur beschreiben, nicht erzählen. Schreib nicht das er Angst hat, steigere dich hinein zu schildern wie sich die Angst für ihn anfühlt. Du kannst den LeserInnen das Gefühl der Angst vermitteln ohne es ein Mal beim Namen nennen zu müssen.

Zu guter letzt würde ich es bei dieser Geschichte vermeiden den Namen der Hauptfigur in der Erzählung zu nennen. Die Phrase "der Junge namens Liam" wirkt auf mich persönlich sehr unbeholfen und stört meinen Lesefluss. Weitaus spannender würde ich es finden wenn du den Namen einige Absätze lang unerwähnt lassen würdest, bis sich die Figur wieder daran erinnert wie sie heißt. Das als kleiner subjektiver Ratschlag.

Loben muss ich den Aufbau der Geschichte. Wenn das Mysterium der unbekannten Ohnmacht der Hauptkonflikt deiner Geschichte ist, so hast du ihn wirklich gut verarbeitet. Von Beginn an wird klar, dass da etwas nicht stimmt und die LeserInnen werden mit dem Konflikt vertraut gemacht. Darauf kannst du stolz sein, denn bisher hatte ich hier auf dem Forum noch kein Lob für eine Geschichte aussprechen können.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Danke für diese ausführliche Antwort. Ich habe eigentlich geplant, die Gedanken der Hauptfigur und die wahren tieferen Gefühle nicht preis zu geben. Ich möchte damit erreichen, dass ich als 3te Person nur Oberflächlich über den Charakter von Liam schauen kann. Was er wirklich vor hat, bleibt ein Geheimnis, und wer er ist, muss man an seinen Handlungen für sich selbst beantworten. Ich habe gehofft das kommt gut an, weil die Geschichte dann auch schneller voran kommt und nicht so in die länge gezogen wird.

Ja Guitschee hat nicht unrecht. Ich habe von einem auf den anderen Tag angefangen zu schreiben, deshalb ist mir die Kritik von anderen auch wichtig, um mich selbst anderweitig reflektieren zu können :-)

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@Ombladje882

An sich eine interessante Idee, leider für einen Roman eher ungeeignet. Das ist eher eine Sache für Kurzgeschichten. Die meisten LeserInnen von Romanen wollen in der Geschichte versinken können, mitgerissen werden und mit den Figuren mitfühlen können. Das geht nur leider nicht, wenn du vor hast die Figur mehr oder minder anonym zu lassen.

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danke für das Sternchen :)

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Zuerst ein paar Dinge, die mir negativ aufgefallen sind:

Also, beginnen wir mit der gewählten Erzählform. Andere haben das Präsens ja bereits bemängelt, und hier muss ich mich leider anschließen. Prinzipiell habe ich nichts gegen Geschichten, die im Präsens erzählt werden, aber dafür müssen sie (für mich persönlich) in der ich-Form geschrieben sein, um gut zu klingen. Dabei finde ich bei diesem Anfang die Er-Form an sich recht passend, wobei du eben über einen Zeitenwechsel nachdenken solltest.

Weiter muss ich mich Andrastor anschließen. Die Figur kommt in diesem Abschnitt sehr unnahbar und unecht herüber, wodurch direkt der erste Absatz einen eher schlechten Eindruck über das Character-Design hinterlässt.

Des Weiteren finde ich den Namen des Protagonisten im ersten Satz unpassend. Packe ihn lieber in den zweiten oder dritten, um ein wenig mehr Spannung zu erzeugen. Das Alter finde ich so früh auch eher unpassend. Außerdem: Zahlen in einem Buch schreibt man eigentlich immer aus, das macht es dem Leser angenehmer und sie im Gesamten besser aus.

Ebenfalls gefällt mir der letzte Teil nicht, ab dem Satz mit der Party. Ich finde, dass all die Ereignisse ein wenig überdramatisiert beschrieben werden, beispielsweise hier:

Was auch passiert ist, egal wie gedemütigt oder beschämt er wurde, jetzt gibt es kein zurück mehr, nur noch das Geheimnis des Abends.

In diesem Fall passt dies irgendwie nicht wirklich auf die Situation. Auch die rhetorischen Fragen würde ich eher darauf beziehen, wie seltsam es ist, dass er in dieser fremden Stadt ist, nicht darauf, was bei der Party passiert ist. Zum Beispiel: Weshalb war er hier? Wie sollte er jetzt nachhause kommen?

Aber kommen wir zu dem Positiven:

  • Ich mag die Adjektive, die du benutzt. So wohl welche, als auch wie viele. Du setzt sie passend ein und schaffst es, eine düstere, mysteriöse Atmosphäre zu schaffen (vor allem in der 1. Hälfte).
  • Irgendwo gefällt mir das Präsens doch, denn es erzeugt eine gewisse Spannung. Ich würde mich allerdings in diesem Fall dazu entscheiden, es entweder mit einem Ich-Erzähler zu kombinieren, oder eben das Präteritum zu benutzen.
  • Dein erster Satz ist an sich fesselnd und nicht langweilig, aber auch nicht zu übertrieben. Ich würde eben einfach den Namen weg lassen.
  • Du schaffst es außerdem, durch den Inhalt eine spannende Atmosphäre und ein Rätselgespann aus lauter Fragen zu erschaffen, die der Leser beantwortet haben möchte. Setzt du diese Antworten weiterhin gut um, wird der Leser wohl auch bis zum Schluss gepackt sein.

Aber denk dran, lass dich auch von negativem Feedback nicht beunruhigen und bleib dran, Disziplin ist der größte Schritt zum Erfolg. Nehme die Kritik von mir oder anderen an, oder lasse es bleiben, denn immerhin sind die Meisten von uns (inklusive mir) auch nur semi-professionelle Hobby-Lektoren.

LG, Zoe

Danke, super Kommentar :-)

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So wohl welche, als auch wie viele. Ich finde gerade viele Adjektive sind ein Kitschmerkmal. Zähle mal die Adjektive aus Heftchenromanen und vergleiche ihre Anzahl mit Thomas Mann Romanen.

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Den Anfang finde ich nicht gelungen. Mir gefällt das "gerade leblose" nicht oder, dass er als bewusstlos beschrieben wird und dann sofort wach wird. Das sind für mich falsche Begriffe und fehlerhafte Bezeichungen. Dann wird es besser und auch spannender.

Möglicherweise kommst du aber besser, wenn du die Ortsbeschreibung nicht mit der Beschreibung von Liam vermischst? Wenn er doch bewusstlos ist, kannst du dir ja erstmal die Zeit nehmen, den Ort zu beschreiben und mit dem Erwachen Liam und dann nochmal den Ort, wie er ihn empfindet.

Positiv gesehen: Du hast Phantasie. Negativ gesehen, gibt es doch relevante Kritikpunkte: Mal abgesehen von vielen Rechtschreibfehlern hast Du aus meiner Sicht einen zu schwülstigen Stil. Die übertrieben eingesetzten Stilelemente passen oft auch nicht zum Geschehen. Beispiele: "Düstere dunkle Umgebung" (düster oder dunkel?), "Menschenseele" (statt Mensch), das "erschöpft sein" muss man nicht besonders erklären, wenn es sich durch den Handlungsablauf darstellen lässt, "vollkommen geschockt" (wieso ist er geschockt?), "verlassene Geschäfte" (kann man das vom Ausgangspunkt erkennen?), "eisern aneinander" (wie geht das?), "seine Gedanken fesseln ihn in Ketten" (er geht doch), usw. Ich möchte nicht alles mies machen, auch wenn Du jetzt so einen Eindruck gewinnst. Wenn Du so eine Geschichte für die Familie oder den Freundeskreis schreibst, dann ist das in Ordnung. Wenn Du aber die Hoffnung hast, damit professionell als Schriftsteller Erfolg zu haben, dann musst Du noch mehr an den sprachlichen Grundlagen arbeiten. Manchmal gibt es an Volkshochschulen oder anderen Erwachsenenbildungseinrichtungen Kurse zum kreativen Schreiben. Der Besuch eines solchen Kurses könnte hilfreich sein.

Häuser stehen eisern aneinander ist eindeutig eine Metapher, sowie die anderen Beispiele auch, finde ich :D Er kann fit auf den Beinen aufstehen als wäre nichts, oder erschöpft, was sinnlich schon einen unterschied macht.

Danke für den Tipp mit der VHS, aber für mich ist schreiben wie Kunst, jeder hat seinen eigenen Wortschatz und Stil, was ich mir nicht von anderen vorschreiben lasse ;-)

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@Ombladje882

Du bist aber komisch. Warum stellst du deine GEschichte dann hier ein? Nur um Lob zu bekommen? Offensichtlich. Und die eisernen Häuser sind keine Methapher, sondern einfach schlecht gewählt. Ein Deutschlehrer würde ein dickes rotes A(ausdruck) an den Rand schreiben. Schwülstiges Schreiben ist niemals Kunst, sondern Kitsch.

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Dass du dir Sachen nicht "von anderen vorschreiben lässt" ist eine andere Art zu sagen, dass du eigentlich keine konstruktive Kritik willst.

Schreiben ist nicht nur Kunst, es ist auch ein Handwerk, und es gibt Dinge, die man darüber lernen kann und sollte.

Allein deine Aussagen hier strotzen nur so vor Fehlern. Man kann nicht "fit auf den Beinen aufstehen". Das ist schlichtweg falsch. Man kann "fit auf den Beinen sein" oder "sich auf die Beine stellen", aber beides zusammen gibt es nicht.

"Sinnlich" bedeutet auch nicht, was du glaubst und ist in diesem Kontext absolut falsch. Es kommt zwar auch vom Wort "Sinn", was du aber meinst, ist "sinngemäß".

Das ist der Grund, weshalb ich geschrieben habe, dass deine Ausdrucksweise holprig ist. Es werden einfach falsche Begrifflichkeiten verwendet, von denen du vielleicht denkst, es hört sich elegant an, die beim Leser aber eher das Gefühl erzeugen: der hat keine Ahnung, wovon er da schreibt....

Klar kannst du hobbymäßig schreiben und du kannst schreiben, wie du willst, aber wenn du deine Werke ins Internet einem Publikum zur Verfügung stellst, dann musst du damit rechnen, dass sich auch Leute melden, die mehr Ahnung von der Materie haben und dir Verbesserungsvorschläge anbieten. Wenn du besser werden willst, wäre es hin und wieder sinnvoll, an diesem Handwerk zu arbeiten.

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einen zu schwülstigen Stil DAnke. Genau das störte mich auch. Aber mir fiel der richtige Ausdruck nicht ein, aber dann las ich deinen Beitrag. Ein guter Schriftsteller ist nie schwülstig. WEniger ist mehr. Es ist wie mit guten und schlechten Schauspielern. Die schlechten Schauspieler betreiben ständig overacting, und die Guten verziehen einen Mundwinkel, der aber mehr aussagt als drei Drehbuchseiten.

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Dahika, klar bin ich hier um Kritik zu hören. Ich wollte nur nicht auf Vorlage von anderen meine Geschichte aufbauen. Aber ich muss wirklich noch einiges lernen, wie StopTheBull bereits erklärt hat...

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@Ombladje882

Jeder Schriftsteller hat auch einen Lektor. N aja… fast jeder... Ich habe kürzlich einen Roman von Jussi Adler Olsen gelesen. Der Mann ist Däne und schreibt hoffentlich im Dänischen besser. Sein - bzw. des Übersetzers Stil, war aber so grausig, obwohl die Handlung selbst spannend war, dass ich irgendwann aufhören musste zu lesen. Am liebsten hätte ich dem Verlag geschrieben: "haben Sie ihren Lektor rausgeworfen? Schmeißen Sie eher den Übersetzer raus.

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Ganz furchtbar - liegt an eine Detail: Ich HASSE Präsenz in Geschichten! Das klingt immer so nach Aufzählung - hier auch.

Die Rechtschreibfehler/Grammatikfehler nerven mich auch.

Von der Story her, kann man aber was draus machen. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig (nicht so ganz meines - was aber nicht bedeutet, er wäre schlecht, das ist er nicht (ich mag halt elegante Verbindungen der Sätze lieber) - bis auf den ersten Kritikpunkt ;), aber derzeit ist es offenbar ja sehr modern das Präteritum zu missachten :().

Stimme dir da zu, kann es aber nicht sein lassen, dich zu korrigieren. :D

Präsens bitte :P

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@AnonymerJonas

Danke. Stimmt, ist ein häufiger Fehler den ich mache - was es natürlich nicht besser macht...

Und auch wenn du es sowieso nicht kannst, bitte, lass dich auf keinen Fall davon abhalten mich zu korrigieren, ich finde es absolut gut und richtig, wenn das jemand tut (auch wenn ich mich für manche Fehler echt schäme ;)).

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