3 Antworten

Zunächst einmal: Deine Story ist

saugut

und hat eine

exzellente Prämisse

.

Sie hat jetzt nun etwa 4.250 Zeichen, ist damit drei Seiten lang. Auf diesen drei Seiten passieren 48 Dinge innerhalb von 12 Minuten und davon 43 nur in deinem Kopf. Weil du ohne Absätze schreibst, wirkt alles noch gedrängter. Für einen Anfang ist das aber ein toller Plot für eine Geschichte.

Deshalb habe ich mir deinen ersten Absatz einmal vorgenommen und in Häppchen aufgeteilt. Hier mein Vorschlag, wie sich das ausbauen lässt, um literarischer zu werden:

Ich und meine beste Freundin sind 16 Jahre alt und

Seit sechs Wochen sind Nele und ich nun beide sechzehn, somit auch längst alt genug dafür. Aber haben wir schon mal richtig abgefeiert? Fehlanzeige! Alles mögliche darf ich, ins Kino, am Wochenende und in den Ferien ich bei Nele oder Nele bei mir schlafen, all solchen Kinderkram, ja. Bloß das, was ich wirklich einmal machen möchte, erlaubt sie nicht. Ich bin doch kein kleines Kind mehr! Aber meine Mutter hat das wohl immer noch nicht begriffen.

fiktive Zeitangabe - Leute müssen Namen haben - abfeiern als Umschreibung für auf Party gehen - Konflikt kurz angerissen - (erlaubt sie nicht und erst im nächsten Satz dann meine Mutter - um "farbiger und abwechslungsreicher" zu schreiben) - Das Leben so ungerecht!

wir durften noch nie auf eine Party

Vor ein paar Wochen oder so hatte jemand aus der Klasse gefragt, ob wir am Samstag mitkommen wollen in die Disco. Für alle anderen ist so etwas eben selbstverständlich, nur nicht für mich. Als Nele sich dann blöderweise auch noch verplapperte, das meine Mutter mir das nie erlauben würde, hätte ich vor Scham im Boden versinken können. Wie die mich alle angesehen haben, als hätte ich eine ansteckende Krankheit. "Nee, echt jetzt?" blökte Alina auch noch laut in die Runde.

Spaßbremse musste doch mal näher beschrieben werden, oder. Die Leser brauchen es umfangreicher zum Verständnis der Geschichte - Was ist an dir anders, dass du gemobbt wirst - was treibt dich auf eine Party

Natürlich hatte sie das nicht mit Absicht gesagt, aber nun ist es eben raus. Die ganze Klasse weiß jetzt, dass mich meine Mutter wie ein Baby behandelt. Das ist ja so was von peinlich. Immer wieder muss ich mir dazu dumme Sprüche anhören, lästern sie alle über mich ab. Die harmloseste Bezeichnung für uns ist da noch Spaßbremsen. Gestern erst fragte mich Sofia, ob ich denn wenigstens alleine zum Kindergeburtstag dürfe? Wie ich das inzwischen hasse.

in einer Erzählung reicht es nicht zu sagen, dass man gemobbt wird. Man muss das wie und womit schon beschreiben, und auch wie es sich steigert - Das ist es doch erst, was dich treibt, evtl. heimlich auf Party zu gehen

wir wollten mal so richtig feiern gehen wie die es die anderen machen. In der Schule wurden wir immer gemobbt weil die anderen sagten das wir Spaß bremsen sind und

Nele lässt die ganze Sache ziemlich kalt. Sie hat ja auch gut lachen, ihre Mutter verbietet ihr so gut wie gar nichts. Sie dürfte jederzeit auf Party gehe, tut es aber nicht, weil ich eben nicht mit dürfte. Ich habe ihr schon ein paar Mal gesagt, dass es mir nichts ausmachen würde, wenn sie eben alleine ginge. Aber ohne mich würde sie das nie tun. Irgendwie habe ich deshalb auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen.

das wir angst haben auf eine Party zu gehen aber

Inzwischen lästern sie nicht nur, sondern lassen sich sogar Dinge einfallen, die gar nicht stimmen. Neulich meinte Sarah, ich würde meine Mutter nur als Ausrede vorschieben, weil ich Angst davor hätte, auf Party ganz zufällig auf einen Jungen zu treffen. Ha, ha - wie witzig! Ausgerechnet die doofe Aline setzte noch eins drauf. "Ja, und stell dir vor, der will mit ihr tanzen, und sie weiß nicht, wie das geht." Ich versuch dann immer nicht hin zu hören, aber mittlerweile nervt das, und zwar gewaltig.

Hier merkt man, dass sich das Mobbing allmählich steigert und immer beleidigendere Formen annimmt, wie es an euch beiden frisst.

wir nahmen das nicht so ernst da wir wussten das wir hingehen würden aber wir nicht dürfen.

Also haben wir gesagt das wir auf die nächste Party hingehen würden.

Mit irgend etwas müsste man denen mal so richtig das Maul stopfen. Und nur damit endlich Ruhe ist, hatten wir beide dann gesagt, dass wir am Wochenende auch zur Disco gehen würden. Aber welcher Teufel hatte uns da bloß geritten. Nele hätte ja kein Problem, aber meine Mutter erlaubt mir das nie. Heimlich aus dem Haus schleichen? klappt nicht. Das bekommt sie ganz bestimmt mit. Dann fragt sie wo ich hin will - "Nele, das funktioniert so nicht."

Die Sache fängt an, zu entgleiten - du wärest zu einem Regelbruch bereit - dann verlässt dich doch wieder der Mut - es muss einen Ausweg geben. (So etwas nennt man Steigerung des Konfliktes und erhöht die Spannung)

Aber wie? So wie es aussah war es ein hoffnungsloser Fall.

"Und wenn du am Wochenende bei mir schläfst? Wir gehen dann einfach von uns aus los, und deine Mutter erfährt gar nichts." Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Leider weiß ihre Mutter aber, dass mich meine Mutter niemals ausgehen lassen würde, auch nicht zusammen mit Nele. Den ganzen Weg nach Hause liegt sie mir mit ihrer Idee in den Ohren. Das wir dann nur zu einer Freundin gehen wollen, glaubt uns ihre Mutter im Leben nicht. Was wenn ihre und meine Mutter sich mal miteinander unterhalten? "Wenn das rauskommt, gibt's richtig Ärger. Also vergiss es."

O, oh - was wird Montag, wenn ihr dann doch nicht in der Disco aufgekreuzt seid? - Wird Nele dich vielleicht überreden, nachts aus dem Fenster zu verschwinden… wird sich an dieser Stelle der Leser denken. Er wurde mit sich steigenden Konflikten angefüttert und ist jetzt gespannt darauf, wie es weitergeht.

Deine Story ist also längst kein hoffnungsloser Fall; sie braucht nur eine gründliche Überarbeitung und viel, viel mehr Tiefe. Immer daran denken, dass der Leser nur deinen Text hat. Was du darin nicht beschreibst, wird er nie erfahren und die darin enthaltenen Gefühle werden niemals auf ihn wirken können.

Im Grunde habe ich mit deinem Text das gemacht, was auch dieses Experiment mit 2 Fassungen eines Textes in Bezug auf seine Wirkung zeigt:

Edi sah wie sich das gigantische Ungeheuer langsam auf ihn zu bewegte. Das Tier ist hoch wie ein Haus, ölige schwarze Schuppen ziehen sich über seinen Körper und aus seinem Maul trieft giftig, grüner Schleim.

Beim Anblick des Tiers wird Edis Mund ganz trocken und ihm bricht der Schweiß aus. Fast stößt es sich den Kopf in der haushohen Höhle. Ölige schwarze Schuppen schaben über den Fels und ein wuchtiger Körper schiebt sich heraus. Ein dröhnendes Knurren quillt über die wulstigen Lippen bei dem Edi sich die Nackenhaare aufstellen. Eine Wolke aus Moder und dem Gestank von faulen Eiern schlägt Edi ins Gesicht, er muss Schlucken. Plötzlich reißt das Vieh seinen Rachen auf, giftig grüner Schleim spritzt Edi auf die Brust, frisst sich in seine Haut. Beißender Geruch von verbranntem Fleisch dringt ihm in die Nase, trocknet ihm den Mund aus und nimmt ihm den Atem. Armlange Zähne blitzen auf, Edis Knie geben kaum merklich nach und das Brüllen, grollend wie ein Donner, zerfetzt ihm fast das Trommelfell.

Aus dem eher aufzählenden Erwähnen von Was als "Stilleben" wurde das Beschreiben von etwa fünf Sekunden Action Wer, wie, was, und was tut es… Was ist wohl gruseliger? Dies zeigt auch deutlich den Unterschied zwischen einem Bericht und einer Erzählung.

Eine Erzählung schreibt man immer in der Vergangenheit, weil man ja von etwas berichtet, das sich schon ereignet hat. Gegenwartsform wird nur in der wörtlichen Rede verwendet, oder wenn Schlüsselszenen nur in der Gegenwartsform spannend genug erzählt werden können.

Verwende für jeden Gedankensprung einen eignen Absatz. Das sorgt für Gliederung und bessere Lesbarkeit

Sätze sollten nicht zu lang sein. Faustregel ist etwa 9 bis 15 Worte, maximal 2 Kommata und beachte stets die Regeln für die Zeichnsetzung.

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Geballte Ehrlichkeit:

Ich habe nach einigen Sätzen das Handtuch geworfen.

Du baust sprachlich sehr einfache Bandwurmsätze, verzichtest auf jegliche Interpunktion, die Rechtschreibung ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Gliedernde Absätze scheinst du ebenfalls für überflüssig zu halten.

Vielleicht hast du eine tolle Idee, vielleicht auch nicht, aber wenn eine Geschichte so geschrieben ist, wird das Lesen zur Qual.

Fang an, deine Sachen zu überarbeiten. Korrigiere sie.

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Die Geschichte trifft jetzt nicht ganz meinen Geschmack. Aber warum stellst du die Geschichte bei Testedich rein, benutzte doch lieber Seiten wie schreibdeinegeschichte.de 

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