Wie findet ihr den Unterschied der Anforderungen zwischen Berufsgymnasien und allgemeinbildenden Gymnasien?

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3 Antworten

Bei uns war es so, dass das berufliche Gymnasium einen sehr leichten Ruf hat und alle ehemaligen Realschüler ihren Schnitt dort halten oder sogar verbessern. Zudem waren die Lehrer viel entspannter... Das allgemeine Gym hingegen hat einen sehr schweren Ruf, dort verschlechtern sich notenmäßig alle, zum Teil extrem... 

Ich kenne aber auch Erzählungen von anderen, wo es bei denen genau anders rum ist. Das hängt einfach sehr stark von der Schule und den Lehrern ab...

Generell ist es, wenn man von der Realschule kommt, auf dem beruflichen Gym dadurch anfangs einfacher, weil sie damit rechnen viele ehemalige Realschüler zu bekommen und das von ganz verschiedenen Schulen. Daher sind die Lehrpläne dort angepasster und es wird davon ausgegangen, dass eben jede Schule etwas andere Schwerpunkte hatte. Beim allgemeinen Gym kommt man in einen bestehenden Klassenverbund und durch das 12 Jahre Abi sind die Lehrpläne noch nicht angepasst. Ich hatte den Weg übers allgemeine Gym gewählt und durfte (man muss hier die 10. dann wiederholen, eben wegen anderen Lehrplänen) zum Teil in manchen Fächern alles schon gehabt und in anderen fehlten mir sämtliche Grundlagen!

Zudem sollte man bedenken, dass einen das berufliche Gym in der Fachrichtung später einschränkt. Wobei man beim allgemeinen dann ja auch Profile wählt und bei kleinen Schulen wird man dann auch sehr in den Fächern eingeschränkt, aber man dürfte alles studieren...

Wenn man sicher weiß was man will, dann halte ich berufliche Gyms für eine gute Wahl. Ist man sich unsicher, dann sollte man lieber das allgemeine wählen. 

Schaffbar sind beide, wie schwer es ist hängt aber sehr von der einzelnen Schule ab.

Achja, zu dem Ruf oben: der Ruf stimmt, ich hatte auf dem allgemeinen Gym im Grundkurs teilweise mehr und tiefer gehende Bearbeitung der Themen, als meine beste Freundin auf dem beruflichen Gym. Dadurch sind bei meinem Gym immer die Vornoten zum Abi (die ja mehr zählen) schlecht, aber die Abi-Prüfungen oft super, bei denen ist es anders rum, sehr gute Vornoten und mittel bis schlechte Abi-Prüfungen... Wenn man die Fächer fürs Studium nicht braucht ist ja eine bessere Note gut, braucht man das Wissen und will nicht alles selber lernen, dann ist evtl. die schlechtere Note und mehr Wissen geschickter... Muss man einfach für sich abwiegen.

Am Ende musst Du bei beiden Einrichtungen die selbe Abiturzentralprüfung machen. Auch die Lehrpläne der allgemeinbildenden Fächer sind wohl weitgehend identisch.

Allerdings hat so eine berufsbildende Schule (in NRW: Berufskolleg) eine völlig andere Struktur als ein Gymnasium. Ich habe mal an solch einer Schule hospitiert. Ich weiss nicht, der gymnasiale Bildungsgang dort kommt mir eher vor wie eine aufgeblähte Höhere Handelsschule. Und diese ist wohl, verglichen mit einem Gymi, äusserst bescheiden. Eher eine Art Sekretärinnenschule, fehlt nur noch ein Schminkkurs. LOL

Für die harten Abiturfächer im gymnasialen Bildungsgang wie Mathe, Deutsch hatten die Lehrer, die fast nichts anderes machten. Von daher tat sich also dort kaum was.

Nur hast Du dort diese beruflichen Fächer an der Backe, die Du auch nicht abwählen kannst. Da kannst Du dich dann u.U. 3 Jahre lang mit ReWe rumplagen, was an der Uni eine Sache von 1 bis höchstens 2 Semestern ist. Du bekommst natürlich auch nichts angerechnet.

Ich würde dafür aber auf jeden Fall lieber so edle Dinge wie Kunst, Musik Philosophie oder sonstwas machen. LOL

Ich hatte beides - Nach der Grundschule sollte ich aufs Gymnasium und nach der Schule habe ich noch ein Berufliches Gymnasium für Informatik besucht.

Der große Unterschied liegt eher nicht in den Anforderungen, die die Gymnasien stellen, denn die unterscheiden sich kaum.

Das schwere an einem später angefangenen Beruflichen Gymnasiums, was erst ab der 11. Klasse los geht, ist, dass man dort im Zweifelsfall noch eine neue Fremdsprache anfängt, obwohl man schon relativ alt dafür ist.
Mit durchschnittlich 16 lernt man schlechter als mit 10 oder 11.

Das zweite ist, dass das berufliche Gymnasium schon in einer Weise in einer Berufsrichtung geprägt ist. Ich hatte beispielsweise 1x Informatik und 3x (Computer-)Technik auf dem Stundenplan mit je mehreren Wochenstunden, dafür weniger Talentfächer wie Kunst, Musik, Sport etc...

Wer also mit diesen Ausrichtungen daneben liegt, der sollte das schnell merken und muss dann entscheiden, ob er sich durch beißt oder die Zeit anders investiert.

Aufgrund dieser Gründe würde ich sagen, dass der Weg über das berufliche Gymnasium schwieriger sein kann, da man im allgemeinen Gymnasium schlicht mehr Zeit für alles hat.

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