Wie findet ihr, dass die Beihilfe zur Selbsttötung erlaubt wurde?

Das Ergebnis basiert auf 926 Abstimmungen

Ich finde es gut, das es erlaubt wurde 79%
Finde es nicht gut, das es erlaubt wurde 15%
Kann mich nicht entscheiden 6%

175 Antworten

Jeder hat das Recht, sein Leben zu beenden, wann immer er möchte, aber nur Menschen, die das körperlich wirklich nicht alleine schaffen, haben m.M.nach einen Anspruch darauf, andere mit hineinzuziehen.

Ärzte dürfen nicht verpflichtet werden, jedem Liebeskranken Todespillen zu verordnen und Apotheker müssen keine Mordwerkzeuge an Überschuldete herausgeben.

Du sprichst (wie so viele andere auch) von Eigenverantwortung, übersiehst dabei aber völlig, dass du mit dem o.g. Konzept genau die verhinderst.

Verantwortung bedeutet, auch mal einen schwierigeren Weg zu wählen und gewisse Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen, statt immer alles geschenkt zu bekommen. Verantwortung bedeutet, auch an andere statt immer nur an sich selbst zu denken. Verantwortung bedeutet, nicht immer einfach nur wegzulaufen, wenn es mal schwierig wird - und Selbstmord ist die ultimative Flucht.

Wie viele Menschen verüben Selbstmordversuche (oft mit nur sehr geringen "Todeschancen") und finden hinterher neuen Mut und neue Kraft? Wie viele denken mal darüber nach - und tun es trotzdem nicht?

Je einfacher der "Ausweg", desto öfter wird er genutzt...

Wenn du dich diesem Weg einmal gestellt hättest, hättest du sicher festgestellt das diese bewusst getroffene Entscheidung nicht im Ansatz leicht ist. Im Gegenteil es ist einfacher weiter zu machen. Also urteile nicht über Dinge die du nicht verstehst. Wegen einer zerbrochenen Liebe Selbstmord zu begehen ist keine bewusst getroffene entscheidung sie basiert nir auf der Basis des zeitlich herrschenden Schmerzes.

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Wieviele sehen keinen anderen Ausweg? Darüber zu urteilen steht keinem zu! Besser in eigener Verantwortung mit Hilfe als eine Methode, die Außenstehende unvorbereitet mit reinzieht (Lokomotivführer oder Feuerwehr oder Angehörige durch Auffinden).

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@Lilly921

Worüber urteile ich denn? Über Menschen, die nicht mehr leben wollen? Nein, genau das tue ich nicht. Ich "urteile" nur über Menschen, die keinerlei Verantwortung übernehmen. Den Lokführer mit reinzuziehen ist sicher nicht okay, aber auch der durchschnittliche Arzt oder der Apotheker will nicht gezwungen werden, als "Todesengel" zu fungieren. Die Krankenschwester will bestimmt nicht zusehen, ob und wie ein potentiell tödliches Medikament wirkt und dann nochmal "nachlegen", falls es nicht reicht oder die Sauerei wegputzen, wenn der Körper nicht "friedlich einschlafen" will.

Der Tod ist nicht schön, und nicht einfach. Nur weil das viele Lebensmüde vom letzten Schritt abhält, muss man daran aber nichts ändern.

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Ich glaube wir sprechen hier nur von todkranken Menschen, die mit fürchterlichen Schmerzen leben muessen und keine Zukunft sehen. Ich wuerde diesen Weg auch wählen, obwohl dazu viel Mut gehört.

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@Christel356

Der FS und viele andere sprechen von jedem, der nicht mehr leben möchte:

"Das recht auf selbstbestimmtes sterben ist nicht auf fremd definierte Situation wie schwere oder unheilbare Krankheiten oder bestimmte Lebens und Krankheitsphasen beschränkt. Es besteht in jeder Phase Menschlicher Existenz"
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@Christel356

Nein wir sprechen nicht unbedingt von todkranken Menschen sondern vielleicht auch von alten die einfach nicht mehr wollen. Ich persönlich habe mit einer Flasche Stickstoff vorgesorgt ich hoffe dass ich sie erst in 30 Jahren nutze, aber in der jetzigen politischen Lage weiß man ja nie.

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Jeder Mensch muss für sich selbst festlegen dürfen wie und was er mit seinem Leben bzw. Körper macht oder machen lässt.

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Verantwortung heißt: Rede und Antwort stehen.

Wer sich selbst tötet, versucht sich aus der Verantwortung zu stehlen und kommt vom Regen in die Traufe: Er steht dann vor Gott und kann ihm auf tausend nicht eins antworten. Nur ein Gott vergessendes Deutschland kann ein solches Gesetz erlassen. Ohne mich.

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@Fuenftelsaft

Entschuldige Fuenftelsaft, aber wenn du sagst "nur ein Gott vergessenes Deutschland" macht mich das etwas aufbrausend. Egal ob du das wahrhaben/glauben willst oder nicht: nicht jeder Deutsche ist religiös! Und durch Verallgemeinerung entstehen 1/3 der regierungstechnischen Probleme! Ich habe eine Frage an dich: stehst du voll hinter Gott, oder stehst du voll hinter der Kirche? Das sind nämlich 2 komplett verschiedene Paar Schuhe. Ich will dich jetzt nicht angreifen, oder so aber es stimmt. Ich bin nicht mal ein deutscher, sondern ein Österreicher. Was werden sich dann so manche deutsche denken?

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@Fuenftelsaft

Denkt der der das tut auch die Menschen die er hinterlässt.Wir hatten zwei Fälle in der Familie und es ist für die Angehörigen grausam.Man stellt sich immer wieder die Frage, warum und bekommt keine Antwort.

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Vollkommen blödsinnig - du hast wohl nicht begriffen, was es bedeutet, die Eigenvernatwortung.

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Hier fehlt insofern die Logik, dass man zur Sterbehilfe ja auch erst einmal jemanden finden muss! Es geht gar nicht um einen "einfachen Ausweg"!

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Es gibt auch Menschen, welche kognitiv nicht mehr in der Lage sind dies zu entscheiden. Man muß ihnen manchmal Wochenlang zu schauen wie sie sich quälen. Vielleicht kennst du jemanden, der in der Pflege arbeitet. Frag den Jenigen mal. Es hat auch etwas mit einem Würdevollen Abgang zu tun, der zum Glück auch schon durch eine Patientenverfügung geregelt werden kann. Z.B. keine Lebensverlängernden Maßnahmen. Und glaube mir, dieser Ausweg wird nicht genutzt weil er einfach ist.

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wieso soll man unnötig im warteraum sitzen? vorallen wenn man krank ist?

wieviel suizit gibt es die fehlschlagen und denn ein medizin ( psychatrie dehtür?) dazu könnte man auch folter sagen?

es müste einen weg geben ohne menschen die es nicht wollen verkaufen? oder geht dann der ärzekammer geschäfte verloren?

aber es könnte ja ein verein sein mit sterbehotel?

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Meiner Meinung nach hat jeder Mensch das Recht sein Leben zu beenden wenn dieses nur noch qualvoll ist. Das gilt für psychische als auch physischer Natur. Jedoch bin ich für eine ärztliche Begutachtung, vom Hausarzt als auch Psychiater. Diese Methode ist bestimmt effektiver als dass ein Mensch andere mit in den Tod reißt. Ich kenne persönlich einen solchen Fall, wo ein Mitvierziger lebensmüde war und sich in einem Wohnblock in seiner Wohnung angezündet hat und dadurch 6 anliegende Whg. ausbreiten. Die Menschen waren über Nacht ohne Hab und Gut.

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Ich finde es gut, das es erlaubt wurde

Ich finde, dass es die Entscheidung des Betroffenen ist, ob er sterben möchte und niemand hat ein Recht darauf, dass zu verbieten. Dass Ärzte einem dabei helfen dürfen ist eine totale Erleichterung, weil es einfach das sicherste und einfachste ist, etwas einzunehmen, wo man weiß, dass es auf jeden Fall klappt und es gibt keine Sauerei oder so.

Ich bevorzuge dann auch eher ein tödliches Medikament, als mich vor einen Zug zu werfen, einfach, weil es dadurch keinen gibt, den du da mitreinziehst.

Der Zugfahrer könnte ein Trauma erleiden.

Wenn der Arzt einem allerdings erlaubt und gewollt ein Medikament gibt, ist es für alle einfach angenehmer.

Ich finde es gut, das es erlaubt wurde

Dass es erlaubt wurde finde ich nur gut bei Menschen die schwer krank sind. Die nicht mehr heilbar sind, Schmerzen haben und sich nur noch quälen. Bei Selbstmordgedanken bin ich dagegen. Viele bringen sich wegen Liebeskummer um und am Ende war er/sie es gar nicht Wert, oder der Liebeskummer vergeht irgendwann. Da sollte man lieber psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Somit sehe ich das zweigeteilt.

Dann hättest Du vielleicht eher die dritte Antwortmöglichkeit wählen sollen? Deine Begründung/Gedanken finde ich auf jeden Fall sehr gut.

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natürlich es geht nur um schmerz Patienten. Was soll diese Gequtscher.

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Sie finden es wohl schöner, wenn sich derjenige von einem Zug zerfetzen lässt. Lesen Sie mal das Grundgesetz und die Menschenrchte gut durch.

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Ich finde es gut, das es erlaubt wurde

Im Endeffekt ist es immer kontroversiell, wenn ein Leben durch Einwirkung beendet werden soll. Ich finde jedoch, dass das ähnlich wichtig ist wie die Fristenlösung deren Inanspruchnahme ebenfalls eine zutiefst persönliche Entscheidung ist. Kurz gesagt: es ist gut wenn es die Möglichkeit gibt, aber niemand dazu gezwungen wird.

Es ist ein sensibles Thema und deswegen sollte es verpflichtende psychologische Gespräche und einen Notariatsakt geben, um einen Missbrauch möglichst ausschließen zu können.

Ich finde es gut, das es erlaubt wurde

Wenn die Auflagen so gestaltet sind wie etwa in der Schweiz, also mit dem Zeitpunkt der Selbstentscheidung, dem heranziehen von mehreren Ärzten und deren Beurteilung usw., dann finde ich es richtig, denn leider wird derzeit zu oft der Mensch als medizinisches Versuchsobjekt verwendet.

Wie kommst Du nur darauf, dass gerade ein Medizinstudium dazu befähigen soll, die grundlegende philosophische Frage zum Freitod eines Menschen beurteilen zu können?

In der Medizinerausbildung wird diese Frage gar nicht behandelt.

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@Novosibirsk

Wer sonst sollte das beurteilen? Ein Arzt kann das aus belegbaren, medizinischen Gesichtspunkten heraus. Wäre dir ein Quacksalber lieber, der über den Sinn des Lebens philosophiert und dabei in Schriften Platons oder Epikurs blättert?

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@Saharahxx

Die Diagnose einer Krankheit ist die eine Sache. Eine andere ist es zu beurteilen, ob der Wille des Suizidwilligen Ernst genommen werden muss. Das sind zwei verschiedene Baustellen.

Das erste Problem ist ein medizinisches Problem und das andere ist ein Akt der Selbstbestimmung, in den sich weder ein Arzt, ein Bäcker, ein Ajatolah, ein Priester oder sonst ein Gutmensch einmischen sollte.

Bevormundung war gestern. Nun geht es darum, diese abzustreifen und dem einzelnen in seinem Entschluss zum Sterben - aus welchen ideologischen Gründen auch immer - nicht erneut Steine in den Weg zu legen.

Dies ist der Sinn des Urteile des BVerfG.

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@Novosibirsk

Aber ein Arzt kann bspw. schon beurteilen, ob jemand geistig noch in der Lage ist, frei über das eigene Leben zu bestimmen. Ich bin ja auch für selbstbestimmtes Sterben bei entsprechend kranken Menschen - aber ein geistig bereits halb Abwesender kann bspw nicht mehr über sich selbst bestimmen, und das kann ein Arzt eben beurteilen.

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@Saharahxx

Wie kommst Du darauf, dass ein Arzt beurteilen kann, ob ein Mensch noch geistig intakt ist und dementsprechend noch einen eigenen Willen hat ? Der eigene Wille ist eine Erfindung von Euthanasiemedizinern und -juristen und wird willkürlich je nach Bedarf durch Gerichte von willfährigen psychiatrischen Gutachtern eingefordert.

Der "freie Wille" ist ein Gedankenkonstrukt der Gerichte und wird nach Belieben der Justiz als Mittel zur willkürlichen Entmündigung von ins Visier genommenen Personen eingesetzt.

Durch Absprechung des freien Willens kommt es jahrlich zu 250 000 Psychiatrisierungen von vollkommen psychisch gesunden Menschen, denen auf diese Weise ihr Vermögen weggenommen wird.

vgl. www.zwangspsychiatrie de

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@Novosibirsk

Diese Website wirkt alles andere als seriös, da würde ich mich nicht drauf stützen.

Aber egal wie, wir haben da wohl unvereinbare Ansichten. Schönen Abend noch

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@Novosibirsk

Das ist ja das Problem! Nur am Leben halten, um jeden Preis wird gelehrt. Egal wie sehr der Patient leidet, weil manchmal auch die Palliativmedizin am Ende ist. Dass ein Mensch vielleicht nur deshalb noch lebt, weil die Maschinen das ermöglichen, ansonsten schon längst gestorben/erlöst wäre, wird nicht berücksichtigt. Ich kann allen nur eine Patientenverfügung empfehlen, die sowas verhindern wollen.

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@idchen69

es könnte viele wege geben ohne dass man gleich von 3.wertes oder unwertes leben geben muss?

auf jeden fall ist das ist der wie wir es in der verganenheit haben ein prozeß mit viel elend?

jede soll selbst entscheden aber ohne einfluss von andere?

wenn wer krank ist soll er zum arzt gehen so eine beratung ist ok?

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