Wie findet ihr das Volksbegehren "Rettet die Bienen"?

Das Ergebnis basiert auf 15 Abstimmungen

Finde ich super👍🏻 60%
Geht so🤷‍♀️ 20%
Finde ich gar nicht gut👎 20%

8 Antworten

Geht so🤷‍♀️
  • Mir gefällt schon mal der plakative Aufmacher "Rettet die Bienen" nicht. Erstens sind die abgebildeten Honigbienen noch am allerwenigsten von allen Insekten gefährdet und zweitens störe ich mich sehr daran, dass mal wieder die Honigbiene als emotionaler Aufhänger dienen soll, um Leute zur Unterschrift zu bewegen. Drittens kann man mit einer Unterschrift die Bienen nicht retten. Wichtiger wären andere Maßnahmen.
  • Im Volksbegehren wird sehr stark auf die Landwirtschaft abgestellt und sehr wenig auf den Normalbürger. Dabei könnte jeder einzelne insektenfreundliche Maßnahmen ergreifen. Statt z.B. auf Monokulturen in der Agrarwirtschaft zu schimpfen, könnte man seinen eigenen Garten insektenfreundlicher gestalten. Stattdessen sind Betonwüsten in Mode und das letzte bisschen Grün wird mit Mährobotern kurz gehalten. Statt grünen Hecken, in denen z.B. auch Vögel nisten könnten, werden Gabionen als Begrenzung verwendet.0 Auch einen Obstbaum könnte jeder Gartenbesitzer pflanzen. Und Balkonbesitzer könnten ihren Balkon mit insektenfreundlichen Pflanzen begrünen, anstatt nur Geranien. Außerdem könnte jeder einzelne gegen Pestizide kämpfen, in dem er einfach mehr Obst und Gemüse regional und bio einkauft.
  • einige der vorgeschlagenen Maßnahmen treffen vor allem die kleineren landwirtschaftlichen Betriebe, die eigentlich noch am ehesten ökologisch wirtschaften.
  • Im Volksbegehren wird z.B. auch gefordert, dass schon nächstes Jahr 10% der Grünflächen erst nach dem 15. Juni gemäht werden dürfen. Für viele Milchviehbetriebe ist das existenzgefährdend, da sie das Grünfutter dringend für ihre Tiere brauchen. Was wird der Bauer also tun? Die Bauern, die es sich leisten können, werden zufüttern, z.B. mit Soja aus Südamerika. Wirklich super für den Planeten, die Umwelt und so weiter. Klar könnte er auch seinen Viehbestand reduzieren, aber dann hat er weniger Milch zu verkaufen und weniger Einnahmen. Hinzu kommt noch, dass gerade Kühe Gras, das lange gewachsen ist, nicht ganz so gut vertragen (Pferde im übrigen schon). Die Groß-/Massenbetriebe werden Futter im großen Stil zukaufen und kleine Betriebe werden aufgeben.
  • einfach nur mehr Ökolandbau zu fordern, ist blauäugig. Wenn der Bedarf da wäre, gäbe es mehr Ökolandbau. Aber viele Verbraucher sind nicht willens, die höheren Preise zu bezahlen.

Viele Befürworter dieses Volksbegehrens haben sich nach meiner Einschätzung noch gar nicht richtig darüber informiert, sind aber "schon irgendwie für den Artenschutz" und unterschreiben deshalb. Danach setzen sie sich in ihren Betongarten auf ihre Betonterrasse und essen Billigsteaks aus dem Discounter vom 300€Grill, mit dem Gefühl "echt was für die Umwelt" getan zu haben *Polemik Ende*

Natürlich wären alle Maßnahmen (weniger Monokulturen, mehr Blühwiesen, usw....) wünschenswert, aber dafür braucht es in erster Linie kein Volksbegehren, sondern ein gesamtgesellschaftliches Umdenken.

Woher ich das weiß:Hobby – Ich imkere seit 2008.
Geht so🤷‍♀️

Hallo Lenily,

ich finde es sehr gut, dass du hier eine Umfrage startest.

Bienen sind für alle wichtig, deshalb wird bei der Zulassung aller Pflanzenschutzmittel die Auswirkung auf Bienen untersucht und klassifiziert. Dem autorisierten Anwender wird vorgeschrieben, wie die Mittel anzuwenden sind, damit die Bienen nicht beeinträchtigt werden. Die Anwendung der klassifizierten PSM ist dann erst nach Ende der Flugzeit, also nach 19 Uhr erlaubt.

Erst nach einer Schulung beim Amt für Landwirtschaft, Forsten und Ernährung mit anschließender dreiteiliger Prüfung wird ein Pflanzenschutz Sachkundeausweis erteilt und es können Pflanzenschutzmittel erworben werden. Alle 3 Jahre sind Nachschulungen Pflicht. Bei Verstößen wird der Ausweis eingezogen und Strafen in empfindlicher Höhe auferlegt.

Wer etwas tun möchte kann sich landwirtschaftliche Fläche für etwa 350€ pro 10000 qm jährlich pachten und diese mit einer Bachsaat oder Blühmischung an sähen (lassen) - das ist doch besser als ein Kreuz zu setzen um Andere zu zwingen was zu tun.

Wer es ernst meint, kann von mir gern 2000 qm landwirtschaftliche Fläche pachten, das ansähen würde ich übernehmen, wenn die Saat gestellt wird.

Die landwirtschaftliche Berufsausbildung beim AfLuE kann ich übrigens empfehlen, das ist sehr lehrreich.

Unmittelbar vor dem Aussterben stehen Honigbienen in Mitteleuropa nicht - aber Imkern fällt es zunehmend schwer, die Bienenvölker gesund zu halten und die Verluste sind höher, als früher - Imkern ist zwar "in", aber viel aufwändiger und frustrierender, als früher. Dafür gibt es Gründe:

1. Seit den 80ern wütet die eingeschleppte Varroamilbe in so ziemlich jedem Bienenvolk und schwächt die Bienen, auch die Antivarroamittel sind nicht vollkommen harmlos - so dass sie bei Krankheiten und Giften schneller sterben.
2. Die Landwirtschaft hat sich verändert - da werden Insektizide und anderes gespritzt und Wiesen am hellichten Tag gemäht (was bei den modernen Mähmaschinen und bei entsprechendem Wetter allen Flugbienen eines Bienenstands das Leben kosten kann) - dazu gibt es immer weniger Blühstreifen und im Sommer müssen die Bienen deshalb nach der ersten Honigernte im Juni gefüttert werden, weil sie nichts finden.

Nein, es ist nicht die europäische Honigbiene, um die ich mir Sorgen mache - die hat eine grosse Lobby, ist Sympathieträger und somit Flagschiff des Insektenschutzes. Denn von ihrem Schutz werden alle anderen Insektenarten (für die sich kaum jemand interessiert oder Insekten gar ablehnt) und deren Jäger (Vögel, Reptilien etc.) profitieren - und darum geht es mir primär, wenn ich Massnahmen für den Bienenschutz befürworte.

Finde ich super👍🏻

Sowas ist einfach verdammt wichtig. Wir Menschen würden ganz schön alt aussehen, wenn die Insekten tatsächlich alle sterben würden. Innerhalb von nur 4 Jahren, wären wir komplett am Ar***.

Es ist traurig, dass es so viele Menschen gibt, die für die Natur überhaupt nichts mehr übrig haben. Die Wälder werden mit der modernen Forstwirtschaft und Jagd völlig zerstört. Und der Lebensraum der Tiere wird auch immer weiter verkleinert.

Ich persönlich denke, dass es bald schon gar nicht mehr möglich sein wird, irgendwen oder irgendwas zu retten. Der Mensch vermehrt sich unkontrolliert weiter und die Technologie schreitet auch voran. Leider finden die Menschen den Fortschritt gut. Das sie damit allerdings ihr eigenes Grab schaufeln, bedenkt kaum einer.

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/20997.html

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/bienen/01873.html

Finde ich super👍🏻

Die Bienen sind vor dem Aussterben bedroht.

http://www.bee-careful.com/de/initiative/warum-sind-bienen-so-wichtig/

Ökonomischer und ökologischer Nutzen der Biene
Unter allen Bestäubern spielt die Honigbiene die größte ökologische Rolle: Fast 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen werden von der Westlichen Honigbiene – wissenschaftlich auch apis mellifera genannt – bestäubt. Die restlichen 20 Prozent gehen auf das Konto von Hummeln, Fliegen, Wildbienenarten, Schmetterlingen und anderen Insekten. Diese sind im Vergleich zu Bienen aber oftmals sehr spezialisiert und „arbeiten“ daher langsamer.
Heute ist die Honigbiene bei uns nach Rind und Schwein das
drittwichtigste Nutztier
. Ihre Bestäubungsleistung sichert uns die Vielfalt an Nahrungsmitteln, wiewir sie kennen und genießen. Die Honigbiene ist also hauptverantwortlich für gute Ernten und ökologische Artenvielfalt.

Die Honigbiene ist sicher nicht vom Aussterben bedroht. Im Vergleich zu vor 10 Jahren gibt es in Deutschland 200000 Bienenvölker mehr. Da die Biene das drittwichtigste Nutztier ist, wird sie im großen Stil nachgezüchtet.

Solange es Imker gibt, welche die Bienen pflegen, wird es auch Bienen geben. Dafür brauchen wir kein Volksbegehren.

Manche der sogenannten Wildbienen sind vom Aussterben bedroht. Diese sind aber größteils nicht so relevant für die Bestäubung. Dennoch wäre es schade für die Artenvielfalt, wenn diese Arten aussterben würden.

1

Die Honigbiene ist NICHT vom Aussterben bedroht. Von allen Insekten in Deutschland wird die Honigbiene als allerletztes aussterben.

Die Zahl der Bienenvölker steigt seit Jahren kontinuierlich.

https://deutscherimkerbund.de/161-Imkerei_in_Deutschland_Zahlen_Daten_Fakten

0
@ThadMiller

Nein.

Es gibt keine wilden Honigbienenvölker in Deutschland. Zwar gibt es über 500 Wildbienenarten in Deutschland, aber wilde Honigbienenvölker der Gattung Apis mellifera gibt es NICHT.

Wie gesagt, die Honigbiene ist aktuell nicht vom Aussterben bedroht. Diese Aussage bezieht sich einzig und allein auf die Biene der Gattung Apis mellifera und ausdrücklich NICHT auf eine der 500 Wildbienenarten.

0
@Elli113

Danke für die Info! Kenn mich da leider nicht so aus.
Vielleicht geht es manchen Naturschützern ja genau um diese 500 Wildbienenarten?
Oder anders gesagt. Wenn ich vom Aussterben von Luchsen, Wildkatzen usw. spreche kann man doch auch nicht mit "aber es gibt millionen Hauskatzen" argumentieren. Wie siehst du das?

0
@ThadMiller

In dem Volksbegehren geht es ja tatsächlich grundsätzlich um Insekten und Artenschutz ganz allgemein.

Die Antwort von ManuViernheim bezog sich aber alleine auf die Bienen.

Die Bienen sind vor dem Aussterben bedroht.
Heute ist die Honigbiene bei uns nach Rind und Schwein das
drittwichtigste Nutztier

Und genau darauf bezog sich meine Antwort. Nein, die Honigbienen (in der Antwort explizit genannt) sind nicht vom Aussterben bedroht.

Im übrigen zählt die Honigbiene dennoch zu den Wildtieren, der Vergleich mit der Hauskatze hinkt also ein bisschen ;-)

0
@Elli113

Ok, dann ist die Honigbiene also kein Argument gegen das Volksbegehren. Dankeschön.

0

Was möchtest Du wissen?