Wie findet ihr das Schulsystem in Deutschland?

19 Antworten

Es gibt kein deutsches Schulsystem. Es unterscheidet sich stark von Bundesland zu Bundesland (G8, G9), von Schulart zu Schulart (Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Waldorfschule,...) und noch von Schule zu Schule.
Auf jedem Gymnasium gibt es Schwerpunkte und Möglichkeiten, die man bei anderen nicht hat.

Alleine wie das Abitur auch an den verschiedenen Gymnasien stattfindet. In Bayern hat man G8 und 5 Abiturfächer: Deutsch und Mathe als Pflichtfächer, auch eine Pflichtfremdsprache und noch zwei Fächer, die man sich relativ frei aussuchen kann.
In anderen Bundesländern hat man noch LKs, kann Deutsch oder Mathe abwählen usw.

An meiner Schule kann man beispielsweise das AbiBac machen, also das Abitur auf Französisch (bzw. in den Fächern Geschichte/Sozialkunde, Französisch und Geo), da ist es dann für die Leute natürlich noch einmal anders.

Jetzt aber zur Frage: Ich beziehe mich auch das bayerische Schulsystem und logischerweise meine Schule.

Ich finde das Schulsystem ziemlich in Ordnung.
Was mich an Bayern ein wenig stört ist einfach Deutsch und Mathe als Pflichtabiturfach, das ist schrecklich.

Viele beschweren sich, dass die Schule kein Alltagswissen vermittelt, aber das ist eine Sache der Eltern, nicht der Schule. Es wird immer alltäglicher, je weiter man bei den Schularten nach unten steigt. In der Hauptschule lernt man ja kochen, wie man mit Textprogrammen umgeht usw.
Der Sinn des Gymnasiums ist aber, jeden Schüler auf ein mögliches Studium vorzubereiten und das kriegt man nicht mit kochen hin. Man braucht die Allgemeine Hochschulreife und die sagt schließlich, dass man in verschiedensten Bereichen Bildung erfahren hat.

Sogar wenn Alltagswissen vermittelt wird (wir haben einmal in Wirtschaft- und Recht gelernt, wie man Überweisungen ausfüllt), merkt man sich das einfach nicht. Das liegt aber an der Einstellung der Schüler, nicht an der Schule.

Ebenfalls haben wir öfter mal so besondere Tage (bspw. den sozialen Tag, also einmal im Jahr, meistens gegen Ende des Schuljahres, macht man irgendetwas soziales; z. B. Altkleider sortieren, Frühstück mit Flüchtlingen, Zeitzeugengespräch mit einem Holocaustüberlebenden, usw... Ebenfalls gab es in den unteren Jahrgangsstufen Aktionen wie "zammgrauft", wo man sozusagen gelernt hat, wie man mit anderen umgeht usw.). Und diese Tage bringen einem auch Wissenswertes bei.

Was ich wahrscheinliche in wenig ändern würde, ist der Praxisbezug. Der ist zwar duchaus vorhanden, aber manchmal könnte man das noch erhöhen. Außerdem wäre Unterricht im Freien ab und zu ganz gut.

Ich finde es aber nicht gut, dass das Niveau der Schulen sich zwischen den Bundesländern einfach so stark voneinander unterscheidet.
Wir haben mehrere Zugezogene, die früher in einem anderen Bundesland wohnten und sich jetzt auch über das System dort lustig machen o. Ä.
Letztendlich zählt ja nur der Abischnitt. Also wenn einer in Berlin ein 1,3 Abi hat, während jemand aus Bayern nur eins von 1,4 hat, wird der Berliner an einer Uni logischerweise eher angenommen.

Man sollte also das Schulsystem bundesweit machen, aber nicht im Niveau sinken.

Es kann nicht sein, dass man mit dem Abitur keine Ahnung von dass/das-, seid/seit-Unterscheidungen hat, generell über eine schlechte Rechtschreibung verfügt oder es den Anschein macht, die Person wüsste rein gar nichts.

Diese Frage habe ich mich auch immer wieder gestellt. Endlich jemand der sich das auch fragt. Jetzt zu meiner Antwort:

Kompletter Schrott

Man sollte einige Punkte an dem System ändern. Ich werde allerdings nicht auf alle Punkte eingehen da es meiner Meinung nach zu viele dafür gibt als das ich darauf näher eingehen werde. Aber ich werde auf ein paar der wichtigsten Punkte eingehen. Meiner Minung nach könnte man dieses System gleich in die Tonne kicken und ein neues erstellen welches mehr auf andere Dinge auf die es ankommt eingeht.

Ich persönlich finde es wird viel zu viel theoretisches als praktisches Wert gelegt. Man wird dazu gezwungen im Viereckdenken zubleiben anstatt man auf seine eigene Denkweise versuchen kann die Aufgabe zu lösen. Man sollte Dinge die man unterrichtet mehr praktisch unterrichten damit auch die die durch praktisches mehr lernen können genauso mitkommen können wie die die es theoretisch können. Außerdem finde ich man sollte seine Interessen im Unterricht miteinbringen können und dementsprechend entscheiden können in welchen Unterricht man möchte. Denn so hat jeder die Möglichkeit das beste aus sich rauszuholen und was draus zu machen und keiner ist benachteiligt, weil ihm bestimmte Fächer nicht liegt. Klar sollten Mathe, Deutsch und Englisch Pflichtfächer sein, aber Fächer wie Kochen, Technik, Bio, Chemie oder Physik sollte man sich auswählen können. Außerdem finde ich, das in der Schule viel zu wenig alltagsnahes Wissen vermittelt wird.

Ich denke man lernt einfach die Dinge besser, wenn man sie selber erlebt, spürt und sich allgemein im Alltag damit beschäftigt. Deshalb bin ich der Meinung, das die Schüler bestimmte Dinge hinterfragen sollen und auch ausprobieren sollen um diese Erfahrungen sammeln zu können und es dann als Wissen speichern kann.

Wie viel Wissen welches wir in der Schule vermittelt bekommen brauchen wir wohl später im Arbeitsleben? Vielleicht nur ein Bruchteil. Ich meine wozu muss man als Bauarbeiter später wissen wann Kolumbus nach Amerika ging und was er dort tat. Oder. Wozu muss eine Tierärztin später wissen wann der Islam, der Budhismus oder der Hinduismus entstanden ist und was da so alles besonders daran ist?

Für mich ist nicht Wissen was in Geschichtsbücher, Erdkarten oder anderen Dingen vermittelt wird. Für mich ist Wissen viel mehr was man selber erfährt. Denn wie will man wissen ob das was in diesem Büchern steht wahr ist und ob es da auch Beweise für dieses 'Wissen' gibt. Die Lehrer wissen selber nur das was ihnen in der Schule und im Studium gelehrt wurde und haben diese Dinge weder erlebt noch haben sie Dinge die diese Aussagen belegt haben gesehen. Ich denke Wissen ist was man sich selber aneignet wie zum Beispiel Fähigkeiten oder was man wahrnimmt oder fühlt. Man sollte immer hinterfragen ob das alles wahr sein kann und ob es auch dazu Beweise gibt die bestimmte Dinge belegen die irgendwer einem vermitteln möchte.

Ich denke würde man die Lehrer nach Beweisen zu diesen ganzen Themen die dies belegen was sie sagen fragen, würden sie dies verneinen oder diese Frage ignorieren was darauf hinweisen lässt, das sie nichts Dergleichen vorlegen können.

Das war nun meine Meinung so eher etwas grob zusammengefasst.

Man sollte Dinge die man unterrichtet mehr praktisch unterrichten damit auch die die durch praktisches mehr lernen können genauso mitkommen können wie die die es theoretisch können ... Ich denke man lernt einfach die Dinge besser, wenn man sie selber erlebt, spürt und sich allgemein im Alltag damit beschäftigt ... Für mich ist Wissen viel mehr was man selber erfährt.


Schön. Leider finden Lehrer, wenn sie bespielsweise über die Guillotine der französischen Revolution unterrichten, nur wenige Schüler, die sich freiwillig der Praxis des Erlebens und Spürens unterziehen wollen. Dabei gibt es so manche Schüler ...  :-))

Und was fangen die Schüler dann mit ihrem praktischen Erfahrungswissen an?

Außerdem finde ich man sollte seine Interessen im Unterricht miteinbringen können und dementsprechend entscheiden können in welchen Unterricht man möchte.


Bevor Heranwachsende "Interessen" entwickeln können, müssen sie zuerst einmal etwas wissen. Eine Schule ist kein Supermarkt, in dem man "kauft", was schmeckt!

Außerdem finde ich, das in der Schule viel zu wenig alltagsnahes Wissen vermittelt wird.


Das ist nicht die Aufgabe der Schule, sondern des Elternhauses!


Deshalb bin ich der Meinung, das die Schüler bestimmte Dinge
hinterfragen sollen und auch ausprobieren sollen um diese Erfahrungen sammeln zu können und es dann als Wissen speichern kann.

Deshalb wird im Unterricht auch nicht nur gepaukt, sondern diskutiert, insbesondere in geisteswissenschaftlichen und literarischen Fächern.

Wie viel Wissen welches wir in der Schule vermittelt bekommen brauchen wir wohl später im Arbeitsleben? Vielleicht nur ein Bruchteil.

Schulen verfügen über keine Wahrsagerkünste, um genau vorherzusagen, was ein Schüler im späteren Leben einmal braucht oder nicht. Auch der Schüler weiß das nicht!


Ich meine wozu muss man als Bauarbeiter später wissen wann Kolumbus nach Amerika ging und was er dort tat.

Natürlich, er muss das nicht wissen, aber vielleicht will er das wissen, weil es ihn interessiert und befriedigt, solche Informationen zu seinem geistigen Besitz und historische Interessen zu einem Teil seiner Persönlichkeit zu machen?!


Man sollte immer hinterfragen ob das alles wahr sein kann und ob es auch dazu Beweise gibt die bestimmte Dinge belegen die irgendwer einem vermitteln möchte.

Mit kritischem Blick durch das Leben zu gehen und sich eine eigene Meinung zu bilden, ist vernünftig und vermitteln im besten Falle Elternhaus und Schule. Aber Menschen, die nichts oder wenig wissen, werden sich immer schwer tun, zu urteilen und Wahrheit von Unwahrheit zu unterscheiden. Den Heranwachsenden wenigstens Anregungen zu geben, was sie alles wissen könnten, wenn sie denn wollten, ist die Hauptaufgabe der Schule. Wenn man die Schule zum Selbstbedienungsladen für Schüler macht, kann das kaum gelingen!

Ich denke würde man die Lehrer nach Beweisen zu diesen ganzen Themen die dies belegen was sie sagen fragen, würden sie dies verneinen oder diese Frage ignorieren was darauf hinweisen lässt, das sie nichts Dergleichen vorlegen können.

Kannst du beweisen, dass die Erde eine Scheibe ist? Oder dass sie keine Scheibe ist? Und wie machst du das, denn die einen sagen so, die anderen so?

MfG

Arnold


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@ArnoldBentheim

Zum Thema praktisches meine ich ja nicht solche Dinge. Dass man nicht alles in die Praxis umsetzen kann ist mir schon bewusst.

Kann schon sein, aber sie müssen auch irgendwo ihre eigenen Erfahrungen machen.

Klar sind die Eltern dafür zuständig. Aber schon mal darüber nachgedacht das es viele Eltern gibt die dieses Wissen ihrem Kind nicht vermitteln. Außerdem gibt es ja auch noch Weisenkinder und da sollen dann ihre Eltern ihnen das Wissen vermitteln? Alles klar das zeigst du mir mal bei einem Kind bei dem die Eltern seitdem es klein ist tot ist und keinen mehr hat und die Erziehungsberechtigten absolut null auf dieses Kind achten.

Allerdings nicht genug und außerdem geht es in dem meisten Fällen nicht um Themen die in dieser Zeit wichtig ist und über die man sich mal wirklich mal Gedanken machen sollte.

Mag schon sein, aber es wird zum Beispiel sehr wenig über Verträge, Versichungen abschließen, Rechtliches oder ähnliches gelehrt.

Das kann schon sein, aber wenn du mal davon ausgehst er musste das alles in der Schule lernen und auswendig wissen und es interessiert ihn nicht mal die Bohne dann finde ich ist diese Information absolut unnötig.

Ja mag schon sein, aber selbst die Lehrer wissen manches nicht genau und sagen es stimmt. Zwar nicht alle Lehrer aber es gibt wirklich solche. Aus diesem Grund finde ich sollten die Schüler auch diese Dinge irgendwo hinterfragen und sich eine eigene Meinung über diese Dinge bilden. Mir ist klar das es bei kleinen Kindern noch nicht der Fall sein kann. Es macht aber auch genauso wenig Sinn, wenn Schüler sich für diese Themen nicht interessieren und dann einen schlechten Abschluss kriegen nur, weil das Thema nicht in ihren Kopf ging. AUßerdem macht es auch keinen Sinn, wenn Schüler mit Leserechtschreibschwäche oder mit Rechenproblemen oder Lampenfieber (Stichwort Präsentationen) oder anderen Problemen sich da durch quälen müssen und gerade diese Dinge die ihnen schwer fallen wichtig sind um einen guten Abschluss zu bekommen. Es ist einfach nicht fair ihnen gegenüber, das sie das machen müssen und dann schlechte Noten bekommen und das nur für das das sie es nicht können. Klar kann man das üben, aber trotzdem denk doch auch mal an diese Leute. Ich weiß wie sowas ist da ich selber eine Leserechtschreibschwäche habe und auch wenn ich es bis heute einigermaßen im Griff habe hat es sehr lange gedauert bis ich es dann hatte und in dieser Zeit haben die 5 und 6 nur gehagelt und das nur weil ich nichts für meine Schwäche konnte. Du kannst ja schließlich auch keinen Querschnittsgelähmten sagen der soll jetzt 10 große Runden durch die Halle rennen und ihm hinterher eine 6 geben.

Genau das meine ich. Ich muss es nicht unbedingt wissen. Klar kann man bestimmte Dinge nicht beweisen ist mir schon bewusst aber man sollte trotzdem das was man einem vermittelt mit Beweisen belegen können.

LG

Das Blumenkind

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Ich finde das Hauptproblem ist, dass man nur noch unnütze Sachen lernt bzw. erst in der Oberstufe Fächer abwählen kann wenn man denn überhaupt auf ein Gymnasium geht. Kann ja sein, dass es Leute gibt die später was im künstlerischen Bereich machen wollen und deswegen Kunst auch weiter als Fach behalten, aber diejenigen die bei kreativen Fächern vollkommen unbegabt sind müssen sich da sinnlos durchquälen. Außerdem geht es nur ums auswendig lernen und nicht verstehen.

Was mich außerdem stört sind mündliche Noten, denn Leute die schüchtern sind etc. haben so einen Nachteil ( und dass man sich schriftlich ausdrücken kann fällt vielleicht einigen schwer aber ich bin trotzdem der Meinung dass nur das bewertet werden sollte). 

Also kurz gesagt, ja ich finde das Schulsystem auch grauenhaft und den Sachen die ich aufgezählt habe stimmt wahrscheinlich sowieso jeder zu, wollte es nochmal betonen 

Außerdem geht es nur ums auswendig lernen und nicht verstehen.

Du musst wahrlich auf einer schlechten Schule sein bzw. unfähige Lehrer haben. Eins solche Schule mit solchen Lehrern wäre allerdings eine Ausnahme!

Aber vielleicht hast du auch etwas nicht verstanden!?

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@ArnoldBentheim

Das mit dem Auswendiglernen ist ja auch mehr oder weniger auf die Fächer bezogen, da man meistens nur Dinge lernt für die man kein Verständnis haben muss sondern nur ein gutes Gedächtnis. Und da ich noch nie jemanden was anderes habe sagen hören, gehe ich mal davon aus dass deine Ansicht eher die Ausnahme ist bzw. deine Schule 

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