Wie findet ihr das Gendern?

Das Ergebnis basiert auf 89 Abstimmungen

Nein 78%
Ja 11%
Neutral 11%

16 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Ja

Hinter Gendern steckt eine Ideologie, die behauptet, die Frauen würden durch die Sprache irgendwie benachteiligt oder diskriminiert. Als "Beweis" wurde das generische Maskulinum als "die männliche Form" umgedeutet. Dahinter steckt die Verschwörungstheorie das Patriarchat würde die Sprache benutzen um Frauen unsichtbar zu machen.

In der Wirkung verschlimmert das Gendern die Geschlechterunterschiede, weil es sie betont. So gibt es keinen Hinweis darauf, daß das Gendern oder die spezielle Erwähnung der weiblichen Form oder (mwd) zu mehr Gleichberechtigung führt oder das Verhalten von Frauen bei der Studienwahl, Berufswünschen, Bewerbungen usw. ändert. In der DDR gab es keine weiblichen Berufsbezeichnungen. Frauen waren Dreher, Kranführer, Ingenieure - öfter als in Westdeutschland. Mehr Frauen in der DDR als in Westdeutschland hatten einen Berufsabschluß und mehr Frauen arbeiteten in technischen Berufen.

Seltsam ist, daß auch Frauen, die fest behaupten, sie würden sich nicht angesprochen fühlen, den Bürgersteig nutzen, über die Fußgängerbrücke gehen und wählen, weil sie im Wählerverzeichnis stehen.

Man muß nirgendwo gendern. Man sollte allerdings bemüht sein eine klare Sprache zu schreiben bzw. zu sprechen und man sollte höflich sein.

Es kommt natürlich darauf an, ob Du

  • das ideologische Gendern (Innen, *innen, :innen, /in, R, ix ...)
  • das höfliche Gendern (Liebe Kolleginnen und Kollegen, Sehr geehrter Kunde / sehr geehrte Kundin, alle Schülerinnen und Schüler)
  • umschreibendes Gendern (abiturablegende Person, Ampelfigur ...)
  • das Spaßgendern (Bürgerinnenmeister, Kämmerin, Kindergärtnerinnenden, Leutinnen, Studier-Ende ...)

meinst.

Ich finde, daß man Spaßgendern einfach manchmal machen muß ;-9

Ja, krasse Ideologie, die uns vorschreibst, dass es zwar "das Messer" heißt - aber "die Gabel" und "der Löffel".

Ich werde nur leider nicht schlau draus, was Dir (statt der deutschen Grammatik) nun lieber wäre:
"das Gabel" und "das Löffel"?

Oder: "Der Messer" und "der Gabel"?

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@TomBS99

Ich verstehe nicht, was Du sagen möchtest.

In der deutschen Sprache haben die allermeisten Substantive ein Geschlecht (die Türkei, die Schweiz, aber England, Dänemark). Manchmal scheint es logisch, manchmal nicht.

Die meisten Substantive sind weiblich. Substantive, die aus einem Verb generiert werden sind männlich (generisches Maskulinum).
Beispiel 1: laufen -> Der Läufer (Bedeutung= Mann der läuft, Teppich, Maschinenteil, ...)

Beispiel 2: fallen -> Der Fall

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@SchakKlusoh

Nee. In der deutschen Sprache haben NICHT nur die allermeisten Substantive ein Geschlecht - sondern ALLE.
Bis auf die wenigen Ausnahmen, die Du genannt hast: Namen.
Beispielsweise: die Namen von Ländern. ;)

Das, was Du über Substantivierungen von Verben behauptest, ist auch nicht wahr.
Schau her: Ich substantiviere ein Verb. Dadurch schaffe ich EINE Substantivierung.
DIE Substantivierung. :)

Dadurch mache ich auch einer Tätigkeit ein Substantiv. DAS Substantiv.
"DAS Schaffen", "DAS Machen" kann man auch "DAS Tun" nennen.
Oder eben: DIE Tätigkeit.

Nichts davon ist männlich.

Damit habe ich Dir etwa zum Denken aufgegeben.
Du denkst. Aber: DAS Denken.
Ich gebe Dir auf. Aber: DIE Aufgabe. ;)

Echt witzig, dass Du Dir bloß EINEN Fall ausdenkst - von diesem einen Fall aber gleich behauptest, dass dieser Fall DIE Regel sei. Mit DER Regel, DIE Du Dir ausgedacht hast, ist nichts erklärt - und niemandem geholfen.
DIE Regel, die Du frei erfunden hast, regelt gar nix. ;)

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@TomBS99

In meinem Buch "Deutsche Grammatik" steht das etwas anders.

Die Bezeichnung Substantivierung wird uneinheitlich verwendet: In einer engeren Bedeutung werden nur Fälle von der Art des substantivierten Infinitivs so genannt (also Fälle von Konversion, z. B. „das Lachen“). In einer weiten Bedeutung gehören dazu jedoch auch alle Fälle der Ableitung von Wörtern zu einem Substantiv (etwa „das Gelächter, der Lacher“, abgeleitet vom Verbstamm lach- durch Zusatz eines Affixes)

https://de.wikipedia.org/wiki/Substantivierung

Generisches Maskulinum bezeichnet die sexusindifferente (geschlechtsneutrale) Verwendung maskuliner Substantive oder Pronomen. Hierbei werden beispielsweise grammatisch maskuline Personen- oder Berufsbezeichnungen, von denen sich oft auch eine feminine Form ableiten lässt, generisch (also verallgemeinernd) für Personen verwendet, deren biologisches Geschlecht entweder unbekannt, nicht von Bedeutung oder (im Plural) männlich, weiblich oder gemischt ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Generisches_Maskulinum

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@SchakKlusoh

Ja, in Deinem Buch steht was anderes, als das, was Du vor 'ner Stunde noch behauptet hast.

Und nu? :D

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@TomBS99

sexusindifferente (geschlechtsneutrale) Verwendung maskuliner Substantive oder Pronomen

Das habe ich geschrieben!

Verwechselst Du jetzt nicht etwas?

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@SchakKlusoh

Ja, ich verwechsle nichts.

Du verwechselst mich mit der Person, die etwas verwechselt.

Diese Person bist nämlich Du selbst.

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@TomBS99

Das Genus (Plural: Genera; von lateinisch genus „Art, Gattung, Geschlecht“, als grammatischer Fachausdruck in Anlehnung an altgriechisch γένος genos), oder deutsch das grammatische Geschlecht, ist eine in vielen Sprachen vorkommende Klassifikation von Substantiven, denen jeweils ein Genus zugeordnet ist.

.............

Das Genus bezeichnet jedoch nicht biologische oder andere Eigenschaften des mit dem Wort bezeichneten Lebewesens, Gegenstands oder Begriffs, sondern nur die Weise der Kongruenz anderer Wörter.

https://de.wikipedia.org/wiki/Genus

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@SchakKlusoh

Ja, weiß ich. Genau darum geht's hier doch schon die ganze Zeit.
Schön, dass Du das nun auch verstanden hast. :)

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@TomBS99

Das Genus bezeichnet jedoch nicht biologische oder andere Eigenschaften

Ja, weiß ich.

Oh, dann stimmen wir also doch überein, daß das generische Maskulinum nicht die männliche Form ist?

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@SchakKlusoh

Doch: Maskulin = männlich.
Das war schon immer so. Das wird immer so bleiben.
Das ändert sich nicht, indem man immer wieder die Wikipedia, den Duden oder sonst irgendwas/ irgendwen zitiert.

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@TomBS99
Das war schon immer so. Das wird immer so bleiben.

Dann zeige bitte den Beleg, daß das generische Maskulinum die männliche Form ist, die "Wikipedia, den Duden oder sonst irgendwas/ irgendwen" widerlegt.

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@SchakKlusoh

"Männlich" (deutsch) ist die wörtliche Übersetzung von "maskulin" (lat.: "masculus" = dt.: "Männchen").
Der Beleg dafür steht in dem Wiki-Artikel, den Du selbst schon mehrfach verlinkt hast.

Vielleicht solltest Du die Quellen, mit denen Du zu argumentieren versuchst, einfach mal selbst lesen. ;)

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@SchakKlusoh

Nein. Ist es nicht.
"Es" ist neutrale Form.
"Er" ist die männliche Form.

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@TomBS99
Nein. Ist es nicht.

Danke. Damit ist Deine Behauptung "Doch. Maskulin = männlich" gestorben.

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@SchakKlusoh

Nein, ist sie nicht. Deine Lügen bringen diese Diskussion nicht voran.
Immer noch nicht.

Aber ich hab' jetzt leider keine Zeit mehr, um Dir auf die Sprünge zu helfen.
Und weiß nicht, ob ich am Wochenende Zeit finden werde, um hier noch mal reinzuschauen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei, die deutsche Sprache zu lernen! :)

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@TomBS99

Könntet ihr Beide euch bitte einig werden, wer mir antwortet? Schreibt wenigstens A oder B zu eurer Antwort, damit ich weiß, wer gerade an der Tastatur sitzt.

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Sehr gute Antwort!

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Nein
  • Ich brauche es nicht
  • Ich finde es unnötig
  • Es verkompliziert Sätze und das Verständnis, vor allem bei komplexeren Themen
  • Ich sehe keinen Grund dafür
  • Man könnte auch einfach neutrale Formen nehmen wie: „Erzieher/Erzieherin -> Erziehende“ (Geht natürlich nicht mit allen Wörtern, aber mit den Meisten)
  • Gendern wird zurzeit eigentlich nur für das männliche und weibliche Geschlecht benutzt -und was ist mit den anderen? Wo würden wir hinkommen, wenn wir ALLE Gender berücksichtigen? Humbug.
  • Von mir aus können wir auch nur noch die weibliche Form benutzen, wenn sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht-männliche Geschlechter nicht angesprochen fühlen (Was ein Käse)

Das mit Erziehende find ich gut! 👍

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@Grinsekater251

Das geht für einige:

  • Studierende
  • Mitarbeitende
  • Lehrende
  • Fahrende

Oder auch:

  • (Eine) Arbeitskraft (neutral)

Das alles gibt es und macht die Sprache nicht komplizierter. Aber nein, man muss lieber „gendern“ anstatt auf neutrale Begriffe zu setzen.

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@Grinsekater251
  1. Es gibt kein Erzieh-Ende weil Menschen immer weiter erziehen. ;-)
  2. Spaß beiseite: Erzieher bedeutet etwas anderes als Erziehende. Gendern macht die Sprache "kaputt", weil Wörter ihre Bedeutung verlieren, oder ihre Bedeutung vermengt wird.
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@skiddy
  1. Es gibt kein Studier-Ende weil Menschen neugierig sind und immer weiter studieren. ;-)
  2. Spaß beiseite: Studenten bedeutet etwas anderes als Studierende. Gendern macht die Sprache "kaputt", weil Wörter ihre Bedeutung verlieren, oder ihre Bedeutung vermengt wird.
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@SchakKlusoh

Bei zweiter Betrachtung würde ich dir da recht geben. „Erziehende“ wären wohl eher Edukanden. Meine Form für „Erzieher“ müsse daher wohl eher „Edukator“ sein. Wobei, wenn man den Begriff nachschaut, man hier auch eine Debatte führen kann.

Einigen wir uns daher weiter auf „Erzieher und Erzieherin“. Ist zwar lang, aber eine kürzere Form gibt es zurzeit nicht -zumindest nicht ohne Binnen-I, Unterstrich oder Gender-Sternchen.

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@SchakKlusoh

Hier würde ich nicht übereinstimmen. Zwar gibt es das Beispiel vom Zentrum für Arbeitsbeziehungen und Arbeitsrecht (ZAAR), aber das ist diskutabel.

Man kann natürlich sagen, dass es keine „toten Studierenden“ gibt, da ein Student nicht gleichzeitig tot sein kann und studiert, aber schaut man sich die lateinische Form von „Student“ an, dann ist das auch nicht gerade besser. Es kommt immerhin auch von „streben nach“. Kann man nach etwas streben, wenn man tot ist? Kann man also ein „toter Student“ sein? -Diskutabel.

Ich würde aber behaupten, dass die geforderte neutrale Formulierung „Studierende“ zumindest in Universitäts-Texten eher Anklang finden wird als „Studenten und Studentinnen“.

Aber auch da gehen die Meinungen auseinander. Viele weiblich Betroffene fühlen sich auch bei „Student“ angesprochen, was ich persönlich auch für richtig halte. Warum also ein Fass über so viele, mMn, unnötige Sprachformen aufmachen, wenn wir auch weiterhin bei „Student“ oder „Erzieher“ bleiben können?

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@skiddy

Einigen wir uns daher weiter auf „Erzieher und Erzieherin“.

Ich bin dafür. Schon alleine, weil diese Form "ausgesprochen" höflich ist-

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@skiddy

Ich weiß nicht, wie Du auf „toten Studierenden“ kommst, aber jemand, der etwas, jemand oder überhaupt studiert, muß kein Student sein. Student ist ein festumrissener Begriff.

die geforderte neutrale Formulierung „Studierende“ ist somit falsch!

Viele weiblich Betroffene fühlen sich auch bei „Student“ angesprochen

Ich behaupte, ALLE (mwd) tun das, bis auf die, die sich aus ideologischen Gründen nicht angesprochen fühlen wollen.

Wenn wir gleichberechtigt und gender-neutral sprechen und schreiben wollen, warum sollten wir dann ein neue Sprache erfinden, in der wir alle Geschlechter explizit aufzählen - das baut eher Barrieren auf. Also laßt und das generische Maskulinum verwenden und laßt uns darin einig sein, daß alle Menschen gemeint sind.

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Man könnte auch einfach neutrale Formen nehmen wie: „Erzieher/Erzieherin -> Erziehende“

Nein, nicht unbedingt. Das ist eine Verlaufsform, die anzeigt, dass man gerade etwas tut.

Problem hier: Wenn ich vor meinem PC sitze und Fanfictions schreibe, dann studiere ich in diesem Moment nicht. Trotzdem bin ich immatrikuliert

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Es kommt drauf an. Sowas wie 'Sehr geehrte Damen und Herren', also die Doppelnennung, die auch jeder verstehen, lesen und nachvollziehen kann, ist in meinen Augen vollkommen okay.

Doch je komplizierter es wird, desto diskriminierender wird es im Endeffekt. Jemand, der die Deutsche Sprache bzw. die Schriftsprache nicht oder nicht gut beherrscht (und dazu zählen eben gerade NICHT nur Ausländer oder Fremdsprachler, sondern auch z.B. Legastheniker) haben es mir dieser Vergewaltigung der deutschen Sprache nur schwerer einen Text verstehen und nachvollziehen zu können.
Und das ist insbesondere bei behördlichen Formularen problematisch, um die man eben nicht herumkommt bzw. die man schlicht und einfach ausfüllen MUSS.

Insofern sehe ich auch tatsächlich keinen Vorteil dieser Art zu sprechen oder zu Schreiben. Die Gruppe, die davon begünstigt sein soll, findet das mehrheitlich unnötig oder zumindest nicht positiv und die Nachteile für andere Bevölkerungsgruppen, die hierbei komplett außen vor gelassen werden, sind in meinen Augen deutlich stärker zu gewichten.

Insbesondere, weil viele Versuche zu Gendern auch noch (grammatikalisch) falsch sind. Ein typisches Beispiel wäre hier sowas wie das Einsetzen der Verlaufsform, um etwas geschlechtsneutral zu beschreiben, was eigentlich eher Zustand ist. z.B. bin ich zwar immatrikulierte STUDENTIN, sitze im Moment aber zu Hause vor dem Laptop und schreibe Fanfictions, tue also was ganz anderes als tatsächlich zu STUDIEREN. Weswegen man mich wohl kaum als 'Studierende' bezeichnen kann.

Eben! Studentin und Studierende haben nicht die selbe Bedeutung.

Gendern macht die Sprache "kaputt", weil Wörter ihre Bedeutung verlieren, oder ihre Bedeutung vermengt wird.

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Bist Du Dir sicher, dass nur Legastheniker ein Problem haben?

Oder gilt das auch für Legasthenikerinnen? ;)

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Neutral

In der deutschen Sprache gibt's halt Gender. Es heißt zwar "DIE Gabel", aber "DER Löffel" und "DAS Messer".

Ich bin damit aufgewachsen. Hab' mich dran gewöhnt.
Ich muss das nicht irgendwie "finden".

Wer sich damit nicht abfinden kann, muss halt irgendwohin auswandern, wo nicht deutsch gesprochen wird.

PS: Frankreich, Spanien, Italien, die Niederlande, Dänemark... ach! Der Großteil Europas - und überall, wo germanische (Nordeuropa) und romanische Sprachen (Südamerika) gesprochen werden, kommt als "Flucht"-Ziel nicht in Frage.

In all diesen Sprachen haben leblose Gegenstände (DER Gegenstand, DIE Sache, DAS Ding), die kein biologisches Geschlecht (Sex) haben, trotzdem ein grammatikalisches Geschlecht (Gender).

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Nein

Ich persönlich stehe dem Ganzen eher ablehnend gegenüber. Ausser in der Form der Beidnennung und seltener mit neutralen Formulierungen gendere ich auch nicht.

Besonders Gendern mit Stern, Doppelpunkt, Sprechpause und Ähnliches lehne ich ab, da diese Formen nicht barrierefrei sind. Da ich selber auch davon betroffen bin, weiß ich wie lästig und einschränkend das im Alltag sein kann.

Was möchtest Du wissen?