Wie finden es Rollstuhlfahrer wenn man ihnen hilft?

18 Antworten

Ja, da ist man immer in so einer Zwickmühle. Die einen finden es höflich, die anderen reagieren schroff. Besser ist es sicherlich, wenn man freundlich fragt:"Darf ich ihnen helfen?" Wenn nicht, dann ist es auch gut und Du hast kein schlechtes Gewissen.

Besser ist es dem Rollifahrer zu zu trauen, daß er sich schon meldet wenn er Hilfe braucht. ;-)

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@Rollitrekking

Schon mal dran gedacht das einer schroff reagierte, weil ihm geholfen wurde als es gar nichts zu helfen gab?

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rollstuhlfahrer sind auch nicht alle gleich, also kann man die frage nicht pauschal beantworten. es gibt welche, die reagieren etwas angepisst, weil sie sich "bevormundet" fuehlen, wenn man ihnen zu viel hilft. es gibt welche, die reagieren angepisst, wenn man ihnen NICHT automatisch hilft. und es gibt solche, die ganz normal reagieren, sich bedanken, wenn man hilft und vielleicht drauf hinweisen, dass es nicht noetig gewesen waere.

am besten kommt meistens an, wenn man "normal" reagiert. also tuer aufhalten, wenn du sowieso gerade durchgehst, aber nicht direkt dran vorbeistuermen, wenn er eh vor dir ist. wenn du siehst, dass es probleme gibt, kannst du eingreifen oder halt einfach fragen.

du hast nichts falsch gemacht und rollstuhlfahrer sind auch bloss menschen und reagieren unterschiedlich.

Wenn ich Deine Zeilen lese, lese ich darin ganz schön viel Ingnoranz!! Kannst Du Dir überhaupt vorstellen wie viel Lebensqualität es einem nimmt, wenn man angefange Dinge nie zu Ende bringen darf, ohne das ein Fremder sie übernimmt?? Warum eigentlich müssen Rollifahrer immer nett bleiben, wenn sich ständig unaufgefördert fremde Menschen in ihr Leben einmischen??

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@Rollitrekking

du hast meinen post anscheinend nicht verstanden. was ich geschrieben habe ist, dass jeder rollstuhlfahrer das anders sehen kann und dass manche so und manche so reagieren.

du magst es nicht, wenn man dir hilft, andere sind froh, ich hab' beides schon erlebt.

ignoranz sehe ich, wenn leute verallgemeinern. weder du noch der fragesteller kann pauschal etwas ueber "rollifahrer" sagen. die sind naemlich individuen.

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@howelljenkins

Wenn ich Hilfe benötige lasse ich mir sogar sehr gerne helfen. Aber ich mag es nicht wenn Menschen wie Du ständig in meine Alltagsselbständigkeit eingreifen, nur weil sie nicht mit ansehen können das ich völlig normale Dinge tue, ohne Hilfe ein zu fordern.

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@Rollitrekking

menschen wie ich? kannst du mir mal sagen, worauf du dich beziehst? wo bitteschoen greife ich in deine oder anderer leute alltagsselbststaendigkeit ein?

wenn ich einen rollstuhlfahrer sehe, der vor mir auf eine geschlossene tuer zufaehrt und anstalten macht, diese zu oeffnen, dann lass ich ihn das machen und sage auch nichts dazu.

wenn ich einen rollstuhlfahrer sehe, der vor einer geschlossenen tuer versucht, diese aufzubekommen, dabei aber offensichtlich grosse schwierigkeiten hat, leiste ich hilfe.

das kann ich natuerlich zukuenftig auch bleiben lassen und den rollstuhlfahrer ignorieren, der vielleicht zu schuechtern ist, mich anzusprechen und um hilfe zu bitten OBWOHL er sie braeuchte. die gibt es naemlich auch, ebenso wie die, die sich in einer situation, in der sie hilfe benoetigen, lautstark darueber beschweren, dass sie ignoriert werden, anstatt einfach freundlich zu fragen, ob man mal kurz mit anfassen kann.

dass dir das verhalten anderer oft genug nicht passt und dass es grenzwertige situationen gibt, bestreite ich nicht. wie du zu der behauptung kommst, dass ich staendig in deine alltagsselbststaendigkeit eingreife, ist mir schleierhaft. du kannst nur fuer dich selbst sprechen, nicht fuer alle rollstuhlfahrer der welt.

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@howelljenkins

Das ist echt schwierig. Man kann sich nicht auf jeden persönlich einstellen weil man niemandem in dem Kopf schauen kann und die Person nicht kennt. In der Situation die ich beschrieben habe, hätte ich auch jedem anderen die Tür aufgemacht, der die Hände voll gehabt hätte oder so. Man könnte alles in eine Hand nehmen und die Türe selber aufmachen, genauso wie der Rollstuhlfahrer die Türe wahrscheinlich auch selber aufbekommen hätte aber warum kompliziert wenn es auch einfach geht? Ich musste quasi nur meine Hand ausstrecken. Stell mal vor ich würde in einem vollen Zug sitzen, eine alte Frau die kaum laufen kann oder so, würde neben mir stehen und ich würde warten bis sie mich anspricht. Da würden mich die meisten sicher blöd anschauen. Es ist nicht jeder so direkt und spricht die Leute an, wenn er Hilfe braucht.

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@Hangover003

Im Straßenverkehr bin ich genauso zuvorkommend. Wenn jemand in einer Seitenstraße steht und hinter mir staut sich alles, lasse ich den auch vor. soll ich das in Zukunft nicht mehr machen wenn derjenige einen Behindertenausweis vorne drin hat?

Ich finde deine Antworten irgendwie nicht so nett @Rolli

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@Rollitrekking

@ Rollitrekking - die Antwort ist genau richtig! Deine Beanstandung ist falsch! Auch der "Mitmensch, der Helfen möchte, ist nur ein Mensch! Ich selbst bin auch gehandicapt und froh, das es Menschen gibt, die helfen wollen bzw. es tun!

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@Hangover003

Im Straßenverkehr bin ich genauso zuvorkommend.

Es tut mir leid wenn meine Antworten nicht unbedingt nett wirken. Aber ich habe seit einigen Jahren keine Privatsphäre mehr und finde es überhaupt nicht nett, daß Fußgängern ständig in mein Leben eingreifen, sobald sie merken das ich im Rollstuhl sitze und ohne um Hilfe zu bitten völlig normale Dinge tue. Es gibt Tage, da sind die Menschen die mir begegnen so aufdringlich, daß ich noch nicht einmal in die Öffentlichkeit gehen kann, ohne das jeder zweite der mir begegnet die Hand ausstreckt, um nach dem was ich gerade mache zu greifen. Oft bin ich auch mit Nichtstun beschäftigt und die Menschen denken sich irgend ein Problem aus. Hauptsache sie haben geholfen als sie an dem Rollifahrer vorbei gingen. Alle diese Menschen sagen sie sind bei Fußgängern oder im Straßenverkehr genauso hilfsbereit. Komisch ist nur, daß man mir als Fußgänger niemals hilfsbedürftige Situationen angedichtet hatte, die nicht zu sehen waren. Als Fußgänger wurde mir auch noch nie eine Tätigkeit aus den Händen gerissen. Als ich noch Fußgänger war trauten die Menschen mir zu das ich selber am besten weiß wann ich Hilfe benötige und halfen nur wenn ich darum bat oder sichtbar überfordert war.

Bin ich mit einem Problem beschäftigt, freue ich mich natürlich über jede Art der Hilfe!! :-))

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@hjzrock

Wir reden hier alle aneinander vorbei. :-( Hilfsbereitschaft gegenüber Menschen die in hilfsbedürftigen Situationen sind, ist völlig in Ordnung. Dagegen habe ich nichts. Egal ob im Rollstuhl oder nicht, es ist sehr richtig Menschen zu helfen, die Hilfe benötigen. Aber wenn Fußgänger pausenlos in die Alltagsselbständigkeit von Rollifahrern eingreifen ohne ihnen ein Mitspracherecht zu geben, hat dies nichts mit Helfen zu tun. Das ist eine Bevormundung. Besonders unangenehm ist es, wenn diese bevormundenden Helfer auch dann nicht mit dem Helfen aufhören können, wenn sie darum gebeten werden. Solche Leute werde ich erst los, wenn ich zu ihnen unfreundlich bin. Dann beschimpften mich die Zuschauer, weil ich zu jemanden unfreundlich war, der doch nur helfen wollte.

Ich war gestern Nachmittag bei Aldi einkaufen und konnte keine zwei Meter weit rollen ohne das Menschen mir Ware aus Regalen holen wollten, die ich gar nicht haben wollte. Bei der Fleischtruhe schob eine hastig herbei geeilte Frau den von mir geöffneten Deckel dreimal wieder zu, weil sie in ihrem Hilfsbereitschaftseifer Eifer in mich hinein interpretiert hatte, das ich Hilfe beim Schließen des Deckels benötige. Ich versuchte ihr zwar zu sagen das sie mich durch ihren Eifer daran hinderte mir etwas aus der Fleischtruhe zu nehmen, stieß bei der Frau aber auf taube Ohren. Als ich sie endlich los geworden war, war sie beleidigt, weil ihr "Helfen" falsch war und nicht von mir gebraucht wurde. Während meines Einkaufs hatte ich noch neun ähnliche Erlebnisse. Beim Packen meiner Taschen vier und als ich meinen Einkaufswagen in einen anderen Einkaufswagen schieben wollte, griff ein Mann der neben dem Einkaufswagendepot stand mit den Worten "warten sie ich mach das schon" nach meinem Einkaufswagen und schob ihn in kräftig ins Depot. Ich hatte keine Chance nein danke zu sagen oder zu reagieren und klemmte mir meinen Finger ein. So oder so ähnlich sieht jeder Einkauf bei mir aus, wenn ich alleine einkaufen gehe.

Ich habe hestern mit den Leuten im Aldi gesprochen. Ihr Eingreifen fanden alle aufdringlichen Helfer richtig. Aber nicht weil es so aussah das ich beim Einkaufen Hilfe brauche, sondern weil in den Medien gesagt wird das Rollifahrern nicht geholfen wird. Einige rechtfertigten ihr Eingreifen in meine Selbständigkeit auch damit das Rollifahrer die Hilfe brauchen angeblich nie um Hilfe bitten und sie deshalb eingreifen müssen.

Ich schätze die Hilfsbereitschaft der Deutschen sehr. Aber ich habe genauso wie jeder andere in diesem Land das Recht auf ein normales selbstbestimmtes Leben. Seit ich in NRW wohne bestimmen pausenlos andere Menschen über mein Leben. Ich weigere mich das schön zu finden.

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@Rollitrekking

trotzdem verstehe ich nicht, was du an MEINEM post aufdringlich findest. ich wuerde dir wahrscheinlich gar nicht helfen, es sei denn du bittest darum. ich helfe rollstuhlfahrern, wenn sie ganz offensichtlich probleme haben, sonst nicht. und ich habe eine relativ gute beobachtungsgabe.

deine posts verstehe ich auf MICH bezogen deshalb nicht. wenn du noch mal liest, was ich geschrieben habe, habe ich wiederholt die individuellen beduerfnisse und wuensche von rollstuhlfahrern betont und wiederholt geschrieben, dass man das nicht pauschalisieren kann. dass du pissig bist, weil dir leute ihre hilfe aufdraengen, kann ich sogar ziemlich gut nachvollziehen. ich kenne das aus andern situationen. aber ich weiss nicht, was dir das recht gibt, meine kommentare so zu deuten, als ob ich mich aufdraenge. denn das tue ich definitiv nicht.

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@Rollitrekking

auch wenn das thema jetzt eigentlich durch ist, moechte ich noch mal kurz was dazu schreiben, weil ich es gerade erlebt habe.

vorgestern war ich im einkaufszentrum, das man aus der unterfuehrung durch eine schwere doppeltuer erreicht. die tuer hat so einen knopf fuer rollstuhlfahrer/kinderwagenschieber/leute mit anderen problemen, die die tuer nicht oder nur schwer allein oeffnen koenne. der knopf ist aber meistens ausser betrieb (warum auch immer). an der tuer kann man sehr schoen die verschiedenen reaktionen von leuten beobachten, die tatsaechlich oder vermeintlich probleme damit haben. und vorgestern, als ich auf die tuer zuging, war vor mir ein vielleicht 14jaehriger junge in so einem sportrolli (also so einer mit schraeg gestellten raedern. ich weiss leider die genaue bezeichnung nicht). der boxte im vorbeifahren testweise auf den knopf, der mal wieder nicht funktionierte, fuhr dann weiter auf die tuer zu, drehte sich halb, stiess sie auf und kam so problemlos ins einkaufzentrum (und turnte danach eindrucksvoll und risikofreudig die rolltreppe hoch). ganz grosse klasse und mir waere nicht im traum eingefallen, mich da einzumischen.

auf dem rueckweg raus aus dem einkaufszentrum, muss man die schweren tueren nach innen aufziehen, was selbst fuer nicht behinderte oft genug schwierig ist. da stand eine frau mittleren alters mit einem "normalen" rollstuhl neben der tuer und versuchte immer wieder hinter einem der fussgaenger her mit durchzuschluepfen. die leute ignorierten die frau und sie bat nicht um hilfe, sondern sah bloss (mein eindruck) leicht verzweifelt aus. also hab ich, diesen threat im hinterkopf, GEFRAGT, ob ich helfen soll, woraufhin sie einigermassen pissig meinte, man koenne vielelleicht auch selbst drauf kommen, dass sie hilfe braeuchte. natuerlich hat sie nicht direkt MICH damit gemeint, trotzdem war das so eine situation, in der ich dachte "wie man's macht, isses doch wieder verkehrt."

so und mein fazit daraus ist, dass ich es einfach wie vor diesem threat weiterhin machen werde, wie ich es in der situation fuer angemessen halte, auch auf die gefahr hin, mal falsch dabei zu liegen. davon abgesehen ist diese "tuersituation" vollkommen unabhaengig vom grad der behinderung eines menschen. grundsaetzlich wuerde ich die tuer aufhalten, wenn jemand nicht so einfach durchkommt. davon abgesehen halte ich, wenn ich EH vorneweg gehe, fuer jeden der nach mir kommt die tuer fest. und wenn das ein rollifahrer ist, der die tuer auch alleine aufbekommen haette, dann hat er, sorry, pech gehabt, dass ich ihm nicht die tuer entgegenfallen lasse. das tue ich auch nicht bei grossen kraeftigen und nicht behinderten maennern, frauen und kindern. sondern wie gesagt, fuer JEDEN.

ich habe vollstes verstaendnis dafuer, dass rollstuhlfahrer in die eine oder andere richtung frustrierende erlebenisse haben (zu viel geholfen, zu wenig geholfen). nur gilt ja dieses helfen nach eigener einschaetzung nicht ausschliesslich fuer rollstuhlfahrer. und wenn ich jedes mal erst abwarte, ob die dame mit dem kinderwagen an der strassenbahn klarkommt und sie erstmal eine weile wurschteln lasse, haelt das oft ja auch den gesamten verkehr auf. also fasse ich mit an und das ohne vorher zu fragen. mag sein, dass das nicht bei jedem gut ankommt. mich fragt letztlich aber auch niemand, der vor mir durch eine schwingtuer geht, ob er sie festhalten soll oder nicht. das macht jeder, wie er gerade lustig ist.

speziell rollstuhlfahrer immer erst zu fragen, ob man helfen soll, ist sicherlich eine verhaeltnismaessig "sichere" strategie und man wird zumindest denen, die KEINE hilfe brauchen, damit nicht so schnell zu nahe treten (obwohl bestimmt auch manche von dieser frage, wenn sie sehr oft gestellt wird, genervt sind). ich persoenlich verlasse mich auf meine beobachtungsgabe und wenn ich "falsch" reagiere, dann muss ich damit leben und der andere auch. das ist alltag, das passiert ja auch in anderen situationen und zwar eigentlich andauernd.

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Ist doch von der Person abhänig..Manche freut es wenn man aufmerksam ist und ihnen hilft, andere wollen wahrscheinlich sich oder anderen beweisen das sie noch selbstständig sind und noch das eine oder anderen machen können und daher wollen.

andere wollen wahrscheinlich sich oder anderen beweisen das sie noch selbstständig sind

Sorry aber solche Sätze fasse ich als Beleidigung auf! :-( Kein Rollifahrer will Fußgängern irgend etwas beweisen. Glaubst Du wirklich wir üben nach unserem Unfall in der Reha fast ein ganzes Jahr lang daran unanhängig von Hilfe zu sein um Fußgängern zu beweisen wie selbständig wir sind? Nein! Wer eine hohe Alltagselbsändigkeit hat und sie ganz selbstverständlich ausleben darf, hat nicht das Gefühl behindert zu sein. Das größte Problem sich in unserem Land wohl zu fühlen ist unsere Gesellschaft, die uns mit ihrem ständigen ungewollten Helfen pausenlos daran hindert ein normales Leben zu führen.

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@Rollitrekking

Dazu kann ich nichts sagen, wenn du solche Sätze als Beleidigung auffässt. Dazu muss ich aber sagen das ich "oder" geschrieben habe! In meinem Bekanntenkreis kenne ich 2 Rollstuhlfahrer, die mir heute nach direktem nachfragen bestätigt haben, dass sie sich selbst immer wieder etwas beweisen wollen UND auch anderen, um so die Herrausforderung in der neuen Lebenssituation zusuchen!

Ich bleibe dennoch dabei dass jeder Mensch anders ist und du soetwas anders auffassen kannst als jemand anderes.

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@Saimee

Das hat aber garantiert nichts damit zu tun das sie Dinge selber machen wollen, womit sie überfordert sind und bei denen sie eigentlich Hilfe bräuchten. Ich glaube eher das diese Rollifahrer anderen beweisen wollen wie selbständig sie sind, weil sie genauso wie ich, von der Gesellschaft für viel hilfsbedürftiger und unselbständiger gehalten werden, als sie in Wirklichkeit sind. ;-)

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@Rollitrekking

weil sie genauso wie ich, von der Gesellschaft für viel hilfsbedürftiger und unselbständiger gehalten werden, als sie in Wirklichkeit sind. ;-)

nun weiß ich auch, was du hier beweisen willst ...

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