Wie finde ich DEN Beruf?

10 Antworten

Sowas klingt immer so romantisch. Der Großteil arbeitet aber nur fürs Geld und würde den Job bei weitem nicht machen, wenn es kein Geld gibt. Je nach Umfrage sind sogar 60-80% ziemlich unzufrieden mit ihrem Arbeitsleben.

Auf der anderen Seite haben wir Leute, die irgendwelche Programme und Kurse verkaufen wollen und von Berufung, Passion und was weiß ich was reden. Sowas kommt mit der Zeit und wie wohl man sich fühlt oder nicht hängt auch stark von der Umgebung und dem Arbeitgeber ab.

Was sonstige Probleme angeht, die solltest du natürlich in den Griff kriegen. Generell gibt es aber bei den meisten Jobs auch viel Routine. Habe in meiner Jugend ebenfalls sehr stark mit einer sozialen Phobie gekämpft, auch am Anfang im Job aber man stumpft ab.

Angenehm ist mir vieles trotzdem nicht aber es ist auch kein großes Problem mehr, sondern eben Routine und Alltag. Man hat ja auch vermehrt mit den gleichen Leuten zutun in den meisten Jobs.

Also such dir keinen Job aufgrund dieser "Einschränkung". Ich telefoniere z.B. mittlerweile viel, sitze viel in Meetings oder bin auch mal beim Kunden. Werde für die Leute wohl immer noch ein komischer ruhiger Kauz sein aber sagen wir ich "funktioniere" und mir macht es kein unglaublich großes Problem.

Abgesehen davon was machst du in deiner Freizeit? Gibt es wirklich nix was dich reizt? Das kann zumindest eine Richtung vorgeben. Bei mir war es z.B. der Computer. Ich habe viel gezockt aber mich in den älteren Games wie den Quake spielen für das Scripting interessiert, weshalb es bei mir in die Richtung Softwareentwicklung gegangen ist.

Danke für deine Antwort, sehr hilfreich auf jeden Fall! Ich habe schon ein wenig Gefallen an Sachen wie digitale Ton-/Musikproduktion, Videoproduktion, Fotobearbeitung, Schreiben, Lesen, Malen/Zeichnen sowie auch Videospiele. Das sind zumindest Sachen, die mich ablenken. Wirklich positiv stimulierende Reize wie Glücksgefühle und richtigen Spaß hatte bzw. fühle ich leider lange schon nicht mehr... ich weiß nicht warum oder wie es passiert ist, aber mein Zentrales Nervensystem ist extrem abgestumpft (disgnostizierter starker Defizit an Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin, Serotonin). Mir fehlt also auch die Möglichkeit, mich aufzuraffen (u.a. botenstoffmangel-induzierte Antriebslosigkeit) oder anders denken zu lernen.

Ich weiß es ist auch in diesem Falle, oder nehmen wir an mein fehlerhafter Botenstoffen-Haushalt würde nicht „repariert“ werden, mit harter Arbeit möglich, sich mental und persönlich zu verbessern und versuche es deshalb auch durchgängig.

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Erst einmal würde ich mich von dem Gedanken frei machen, dass du DEN Beruf für dich finden musst. Natürlich ist es schön, wenn du deinen Job mit so viel Leidenschaft ausübst, dass du ihn bis zur Rente machen möchtest. Genauso schön ist es aber, sich nicht entscheiden zu müssen und durch Umschulungen, Weiterbildungen o.ä. neue Berufe kennenzulernen.

Zum anderen ist es wichtig, dass du dich erst einmal psychisch stabilisierst. Ansonsten wäre das sowohl für dich und deinen Selbstwert als auch für deine Arbeitsstelle sehr kontraproduktiv.

Wenn du soweit bist, versuch dich nicht alleine durchzuboxen. Vor allem in größeren Städten gibt es meist ein gutes Hilfsangebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen bzgl. beruflicher (Neu-)Orientierung. Recherchier mal nach beruflichen Rehas für Psychisch Erkrankte in deiner Nähe. Meist haben die ein ganz gutes Programm aus Erkennen von Stärken und Interessen/ Ausprobieren durch Praktika/ Unterstützung bei (Wieder-)Eingliederung auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute!

Hi,

am sinnvollsten ist es, erstmal die psychischen Probleme in den Griff zu bekommen - solange diese derart ausgeprägt sind, wird dein Erfolg (egal, in welchem Beruf) bestenfalls mäßig sein.

Danach heißt es: ausprobieren - nutze die Möglichkeit und mache Praktika, bestenfalls auch in komplett unterschiedlichen Bereichen. Dann kannst Du zumindest einmal feststellen, was dir liegt und was überhaupt nicht infrage kommt.

Die Möglichkeit einer Berufsberatung kann man zudem nutzen.

Wie, um Gottes Willen, soll ich mich dann für einen Weg entscheiden, der mein ganzes zukünftliches Leben entscheidet?

Naja, die Zeiten von "einen Beruf gelernt und das ganze Leben lang ausgeübt" sind nicht mehr so, wie sie einmal waren. Nicht gerade wenige finden "ihren" Beruf erst beim zweiten oder dritten Anlauf.

LG

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