Wie Fernwärme nur dann durch Platten-Wärmetauscher fließen lassen, wenn sekundär auch Trinkwasser zur Erwärung fließt?

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4 Antworten

Ein Fließdruckschalter könnte die Pumpe sicherlich ein- / abschalten.

Wenn allerdings die WW-Abnahme nur sporadisch / unregelmäßig stattfindet, könnte Legionellenbildung ein Problem werden.

Dazu noch: Wenn der Wärmeerzeuger sehr weit enfernt ist und dort auch die Pumpe installiert ist, könnte das zu Lasten des WW-Verbrauchs gehen, weil eine Menge durchläuft, bevor es warm wird.

FWS sind gewöhnlich mit einem Speicher gekoppelt, und ich denke, dass auch in Deinem Fall ein (größerer?) Pufferspeicher sinnvoller wäre und die Steuerung über Delta T einfacher.

Grüße, ----->

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Ich habe beruflich viel mit solchen Anlagen zu tun.

Üblicherweise sitzt auf der Sekundärseite ein (schnell ansprechender) Temperaturfühler der die Wassertemperatur misst. Der Fühler wirkt auf einen sog. PID-Regler. Dieser Regler vergleicht ständig die Soll- mit der Ist-Temperatur. Er regelt damit das Fernwärmeventil auf der Primärseite, so dass auf der Sekundärseite die gewünschte WW-Temperatur erreicht wird.
Wenn Warmwasser gezapft wird fließt kaltes Wasser nach und die Temperatur fällt. Dazu braucht man keinen Strömungsschalter.

Üblicherweise wird die Zirkualtionsleitung ebenfalls über den Wärmetauscher geführt. In den meisten Fällen ist bei solchen Anlagen aber auch noch ein Pufferspeicher installiert um Spitzenlasten abzudecken.

Frischwasserstationen haben kein Ventil, sondern eine drehzahlgeregelte Pumpe auf der Primärseite. Das Prinzip mit dem PID-Regler ist das gleiche. Nur das hier halt statt ein Ventil zu öffnen die Pumpendrehzahl erhöht wird wenn mehr Wärme auf der Sekundärseite benötigt wird.

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Dein Problem liegt an der Luxuserwartung so mancher Zeitgenossen.

Für diese luxuriösen Erwartungen hat natürlich sofort wenn solche Leute den Warmwasserhahn aufdrehen sofort heißes Wasser zu kommen. Nicht erst 2 Minuten später!

Tja solche luxuriösen Erwartungen haben natürlich ihren Preis. Denn damit immer sofort oder sehr schnell heißes Wasser verfügbar sein kann, bauten die Heizungs- bzw Sanitärhandwerker eine sogenannte Zirkulationsleitung ein.

Damit wird per Heißwasserzirkulation für immer sofortiges heißes Wasser an allen möglichen Warmwasserzapfhähnen gesorgt. Beim zirkulieren entstehen natürlich auch wenn kein einziger Liter heißes Wasser gezapft wurde, Wärmeverluste. Und diese Wärmeverluste werden dann verrechnet, müssen bezahlt werden bzw werden automatisch verrechnet.

Würde nur der Primärkreis zirkulieren, könnte dir das verrechnungsmäßig egal sein, das würde dich nichts kosten. Wie ich schon sagte, der Primärkreis vom Fernwärmenetz ist tabu für dich, da darf nur die Fernwärme ran, du nicht.

Der Sekundärkreis ist der Kreis, auf den du Einfluss nehmen könntest. Sorge dafür, dass dieses unnötige zirkulieren abgestellt wird und lebe mit den weniger luxorösen Folgen davon, dann hast du weniger Kosten.

Sinngemäß verhält sich solche Zirkulation ähnlich, als wenn du deinen Automotor auch laufen lässt, obwohl nicht gefahren wird und der mit etwas mehr wie Standgas läuft. Solchen Luxus braucht niemand, gell. Da können Millionen Autobesitzer darauf warten dass es endlich irgendwann nach einigen KM Fahrt warm im Auto wird. Damit es immer warm ist, falls man fahren will, lässt niemand den Motor im Standgas rund um die Uhr Tag für Tag laufen.

Aber beim Warmwasser im Haus hat das gefälligst so zu sein und zwar kostenlos, gell ;-)


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Kommentar von Windi69
06.11.2016, 02:15

Es s ist zwar korrekt dass eine Zirkulationsleitung Wärmeverluste hat aber bei größeren Anlagen geht es halt nun mal nicht ohne. Wenn man erst mal 5 Minuten lang ungenutzt das Wasser laufen lassen muss (das ja auch irgendjemand bezahlen muss) ehe es warm aus dem Hahn kommt wird man den Komfort einer Zirkulationspumpe sicher zu schätzen wissen.

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Der Primärkreislauf eines Fernwärmenetzes wird einzig vom Fernwärmebetreiber beeinflusst und ist sinngemäß Eigentum der Fernwärme!

Darauf Einfluss nehmen kann nur die Fernwärme, sonst niemand.

Du bzw Kunden haben immer nur die Möglichkeit in den Sekundärkreis einzugreifen, dort etwas zu verändern! Sorgst du irgendwie dafür dass es im Sekundärkreis keine sinngemäße Abnahme von Wärmeenergie geben kann, gibt es auch keinen zu verrechnenden Verbrauch etc.

Im Primärkreislauf fließt immer heißes Wasser, das ist wie bei einem Transformator am Stromnetz. Solange sekundär vom Transformator nichts "bezogen" wird, ist ein Trafo sinngemäß im "Leerlauf".



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Kommentar von Windi69
04.11.2016, 13:55

Also ich weiß ja nicht wie das in anderen Städten so ist und ob realistir so viel Ahnung von Fernwärmeanlagen hat. In München jedenfalls sitzen die Regelventile bei Fernwärmeanlagen immer auf der Primärseite. Wie soll man auch sonst die Temperatur auf der Sekundärseite regeln?

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