Wie fandet ihr Jugoslawien?

Das Ergebnis basiert auf 10 Abstimmungen

Sehr gut 40%
Nein ist schlimm 40%
War noch nie da 20%

6 Antworten

Sehr gut

Aus der Sicht meiner Großeltern war ws einer der besten Länder in den sie leben durften. :)

Natürlich waren Lebensstandards nicht so gut wie in fortgeschrittenen Industriestaaten wenn man am Land lebte, jedoch war die Gesellschaft und die Denkweise an Freundschaft und Einheit gebunden, und nicht wie im kapitalistischen Westen an Geld und Gier. Keinen interessierte es welche Religion du hattest oder aus welchen Dorf du kamst, die Nation war das Resultat des Willen des Volkes ihre Verschiedenheiten zu überkommen um gemeinsame Probleme zu überwinden. Die Partei hat dieses Ziel auch heftig (bis zum Tod Tito‘s) propagiert, negativ war es jedoch nicht.

Befürchten musste man (wenigstens vor 1991) nichts. Mirte wurde subsidiert und Arbeiter die an bestimmten Projekten arbeiteten bekamen manchmal eine Wohnung aufs Haus. Jeder konnte sich Essen leisten und Obdachlosigkeit gabs auch keine (Wie in eigentlich allen sozialistischen Staaten zu der Zeit). Solange du kein falsches Wort über Tito geplaudert hast, musstest du dich auch vor der Miliz (damalige "Polizei" vor der alle Respekt hatten. Nicht weil sie Angst&Schrecken verbreiteten, sondern weil sie dem eigentlichen Volke dienten, und nicht ein paar Milliardär-Bonzen den Stiefel putzten) nicht fürchten.

Bin (leider) zu spät geboren um sortwas mitzuerleben dürfen. Jedoch wäre es für mich interessant gewesen, wenn ich dort geboren wäre.

Kommt darauf an, welchen Aspekt du jetzt meinst? War natürlich ein interessantes Projekt, auch wenn man nicht vergessen darf, dass Tito das Land auch mit Gewalt und Unrechtsstaatlichkeit zusammengehalten hat. Vllt nicht so krass wie man das aus anderen sozialistischen Staaten kannte, aber dennoch.

Eine Sache, die mich traurig macht ist, dass die Menschen früher, trotz vieler Spannungen, dennoch Tür an Tür lebten und man wieder sieht, was nationalistisches Denken anrichtet.

Als Kind habe ich oft meine Oma dort unten besucht und eigentlich wars immer egal, ob ich da mit Serben, Bosniaken, Christen oder Muslimen gespielt habe.

Erst nach dem Krieg wurde es dann immer plötzlich ein Thema: "Wie, du hast Serben als Freunde?!"

Auch ist es interessant zu sehen, wie diese Nationalismus Mechanismen immer wieder funktionieren.

Der große Angstmacher, der in der passenden Situation Menschen davon übrzeugt, dass Feinde das Land überrennen, äußere Kräfte das Land destabilisieren. Dass Medien dazu genutzt werden um die Angst zu verbreiten und man als einziges Instrument den Gewaltakt als Präventivmaßnahme kennt, um sich davor zu schützen. Also so wie schon zu Zeiten des dritten Reiches oder eben heute mit der AfD.

Aber gut. Dennoch schade, dass sich das so entwickelt hat und noch viel schlimmer, dass man diese Abneigung wieder an die neuen Generationen weiter gibt. Gerade weil dieses ständige Hin und Her ja schon seit Jahrhunderten so geht und es letztlich niemandem was gebracht hat.

Sehr gut

Ich habe vor der Auflösung alle heutigen Staaten besucht. Im Vergleich zu den ehemaligen Ostblockstaaten war es aus meiner Sicht viel freier. Es herrschte ein Wohlstand, der damals etwa mit der DDR vergleichbar war.

Man hat zwar von Streitigkeiten der Volksgruppe untereinander mitbekommen, aber ich habe das eher als Geplänkel wie zwischen Preußen und Bayern gesehen. Nur einmal sind wir von Kindern im Kosovo mit Steinen beworfen worden. Aber als die mitbekommen haben, dass wir gar keine Serben sind haben die sofort aufgehört.

Nein ist schlimm

Als Kind habe ich dort herrliche Ferien verbracht, aber ich hätte dort nie gerne gelebt. Auch wenn nur eine gemäßigte Form des Sozialismuses war! Schlimm genug!

Für die Südslawen (Serben, Kroaten und Bosniaken) gut für die Albaner gar nicht gut.

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