Wie fährt man am besten einen Neuwagen ein?

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Worum geht es eigentlich beim Einfahren? Rein praktisch von der Herstellung her, ist die moderne Technik in der Lage, sehr glatte Oberflächen zu produzieren. Wenn man die Oberflächen von Neuteilen, z.B. Kolben, Zylinder, Lager etc. unter dem Mikroskop anschaut, staunt man nicht schlecht. Das ist die reinste Kraterlandschaft. Das Einfahren ist nun praktisch der letzte Fertigungsschritt bei der Obertflächenbearbeitung. Dabei sollen sich die anfangs rauhen Oberflächen gegenseitig polieren und die Spitzen der Oberflächen abtragen. Polieren geht langsam, aber je länger man poliert, umso glatter wird die Oberfläche.

Nun ist es so, dass superglatte Oberflächen von Vorteil sind. Zum einen bringen sie mehr Leistung, weil die Reibungsverluste geringer sind, zum anderen erhöhen sie die Lebensdauer eines Motors durch geringeren Verschleiß. Belastet man den Motor zu früh zu stark, hat man eventuell sogar das Gegenteil vom Polieren, weil sich die rauhen Oberflächen gegenseitig noch weiter aufreißen und Mikroriefen erzeugen. Tatsächlich ist es so, dass erst nach etwa 30- 40 Tausend Kilometern die Oberflächen ihre endgültige Form erreicht haben. Dann hat der Motor die höchste Kompression und die höchste Leistung. Deswegen müssen auch Rennmotoren einen langen Einlaufzyklus durchlaufen, bevor sie eingebaut werden.

Je jünger der Motor ist, umso wichtiger ist Schonung. Für den Alltag kann man sagen, dass man nach etwa 10.000 km frei laufen lassen kann. Bis dahin sollte man beim konstanten Fahren eher niedrigere Drehzahlen, also höhere Gänge bevorzugen.

Man sollte in verschiedenen Drehzahlen fahren. Durch Schwingungsvorgänge kann der Ort, wo die Oberflächen reiben, unterschiedlich sein. Um hier Gleichmäßigkeit zu erreichen, sind unterschiedliche Drehzahlen erforderlich. Dazu kann auch gehören, mal kurz Richtung Höchstgeschwindigkeit zu gehen. Das würde ich aber frühestens bei 5000 km machen.

Das wichtigste überhaupt: Egal in welcher Drehzahl, Gang oder Geschwindigkeit: Vollgas vermeiden. Die Stellung des Gaspedals bestimmt direkt das Drehmoment und damit alle Kräfte, die im Motor wirken. Bei Vollgas werden die Oberflächen mit der maximalen Kraft aufeinander gepresst und das kann eher zu Riefen führen. Also solltest du jetzt mit dem Gaspedal noch sehr sanft umgehen. Zur Zeit gilt trotz etwas höherem Spritverbrauch: Lieber runterschalten und mit Halbgas und höherer Drehzahl beschleunigen, als im oberen Gang bei niedriger Drehzahl zu bleiben und stark Gas zu geben. 

Und das allerwichtigste überhaupt: immer schön warmfahren. Wenn das Kühlwasser warm ist, dauert es noch mindestnes 20 km, bis auch Öl und Metall warm sind.

Prinzipiell würde ich bei einem Auto immer erst volle Leistung abfordern, wenn es richtig warm gefahren ist. Und bei nem Neuwagen erst recht.

Spezielle Einfahrvorschriften gibt es nicht (mehr), aber Höchstdrehzahlen erst nach paar tausend Kilometern. Das schadet garantiert nicht.

Das ist völliger Blödsinn! Man sollte den Karren die ersten 2000km nicht gleich radikal treten sondern besonders aufs Warmfahren achten und auch dann die Gänge nicht unbedingt ausfahren. Danach kann man theoretisch fahren wie man möchte, immer in Anbetracht dessen, dass man ein Auto nie - egal wie viele KM es auf dem Buckel hat - überstrapazieren sollte, solange man die Folgekosten klein halten möchte.

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