Wie erträglich sind die Schmerzen bei der Geburt eines Kindes?


16.02.2020, 12:24

Da kann man sich eventuell vorstellen, wie schlimm die Schmerzen sind:

https://youtu.be/sgKNdPYaa2g

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Manche müssen sich übergeben.

Die Menstruation soll ein Witz gegen Regelschmerzen sein. Es sind die wahrscheinlich schlimmsten Schmerzen, die diese Frau in ihrem Leben haben wird. Diejenigen, die beides hatten, sagen, es sei ziemlich gleichauf mit einem Nierenstein oder einer Lebermetastase- und die sind beide schon 8-10 auf ner Skala von 0-10. Menstruationsbeschwerden erreichen im Vergleich vielleicht ne 4-5.

Es gibt Schmerzmethoden, die spezifisch für Geburten sind! Da gibt's die Möglichkeit, eine Art Anästhesie zu machen, die ungefähr Taille abwärts betäubt. Macht man über den Spinalkanal, wie man es auch bei nem Kaiserschnitt machen würde. Die meisten, die das gemacht haben, sagen, sie würden es nie anders machen. Man spürt den Drang, zu Drücken, meistens noch- aber hat absolut keine Schmerzen. Es gibt Frauen, die mit dem Zeug zb Bücher gelesen haben, während gewartet wurde, das der Muttermund sich weiter öffnet usw. Wo sie aber eben schon voll in den Wehen drin waren. Bitte nicht selbstständig Schmerzmedikamente nehmen, vor allem kein Aspirin- das erhöht die Schwere von Nachblutungen und ist sowieso nicht gut für Schwangere.

Ein Kaiserschnitt ist übrigens keine einfache Alternative. Es ist eine riesige Bauch-OP, die Bauchhöhle wird geöffnet. Davon sich zu erholen ist heftig, und ziemlich schmerzhaft. Nicht so schmerzhaft wie die Geburt selber, aber schon ordentlich.

Danach kommt ja auch noch der Wochenfluss, der schmerzmäßig von den meisten so eingestuft wird wie eine sehr heftige Periode, nur eben länger. Manche haben das 2 Monate lang. Als würde der Körper sich dafür rächen, dass er 9 Monate lang keine Periode haben durfte; so wird das oft beschrieben.

Alles in allem: Eine Geburt ist kein Ästhetisches, schönes "Hihi, ich geh ins Krankenhaus, drück ein bisschen wie auf der Toilette und nehm zwei Stunden später mein wunderschönes Baby mit heim".
Eine Geburt ist stundenlange Schmerzen, Blut, Schleim, oft auch Kot. Eine Geburt ist ein traumatisches Erlebnis für die Frau. Mach das nicht, wenn du es nicht wirklich willst.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ausbildung als MTLA

Kaiserschnitt wird gerne unterschätzt, hatte ne Mutti auf Zimmer die hatte den hinter sich gehabt, da muss sich auch erstmal alles wieder zurecht schieben... legen oder wie man das auch immer nennt

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@Destruction666

Das stimmt, ist bei Bauch-OPs generell so. Man zieht da ja manche Teile raus, verschiebt die, und macht einfach wieder zu, ohne zu sortieren. Das kommt von alleine, in ein paar Tagen.
Dazu muss der Körper noch mit Luft in der Bauchhöhle umgehen, was schmerzhaft und unangenehm ist...

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Das bringt es auf den Punkt - aber warum soll der Mann dann dabei sein... Das ekelt mich gerade etwas an. Ist doch schöner, wenn Mann sowas nicht mitbekommt?

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@EliteHighSchool

Naja, der leidet ja nicht, sondern chillt halt.

Meistens bleibt der drin, weil er es selber will, und weil er am ehesten seine Frau/Freundin beruhigen kann. Zumindest hofft man das.
Naja, gut, wenn der nicht damit umgehen könnte, Blut, Schleim, Kot und Urin zu sehen, sollte er vielleicht nicht Vater werden...

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@EliteHighSchool

Weil zum Kinder kriegen immer 2 dazu gehören 😉 beim ersten Mal war mein Mann auch dabei und beim zweiten nicht, zum einen hat er auf unseren ersten aufgepasst und zum anderen hätte ich ihn hochkant raus geworfen weil es mir persönlich auf die Nerven ging so betüddelt zu werden

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@EliteHighSchool

Äh naja, also

1: war er bei der Zeugung (schätzungsweise) auch dabei?

2: sieht er eh nichts von dem Spektakel, weil alles mit Tüchern verdeckt ist

und

3: die Frau würde sich auch wünschen, das nicht durchmachen zu müssen, tut sie aber wegen EURES Kindes und weil es ja eben keine andere Möglichkeit gibt.

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nein eine Geburt ist höchst anstrengend und schmerzhaft, aber dennoch nicht so "ekelerregend wie du " beschreibst. Der Mann kann am Kopfende stehen und sieht dann weder Blut, noch Kot noch anderes. Du beschreibst hier Horrorzsenarien, die einer frau 1angst maxchen können und so meist gar nicht zutreffend sind. Und neni, sie muss auch kein Trauma auslösen, sondern in verantwortungsbewussten Hebammenhänden ein sehr ergreifendes Ereignis sein. Frauen können unter der Geburt sicherlich aufgeben wollen oder sich "ärgern" dies alles auf sich zu nehmen.Aber wenn das Baby da ist und die Frau etwas verschnaufen konnte, dann tritt in der Regelalles was vorher passiert ist in den Hintergrund. ja Schwangerschaft, Geburt und das "Aufziehen" seiner Kinder ist nicht einfach, aber lohnenswert. Für mich jedenfalls.

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@spikecoco

Ich will nur auf das schlimmste vorbereiten. Manche Frauen, die geboren haben, schwärmen da irgendwas vor, was falsche Erwartungen steckt. Es ist eben nicht bei jeder Frau so, dass sie ihr Baby sieht und nur noch Liebe empfindet. Postpartale Depressionen und Traumata sind häufiger, als man denkt. Ich rede nicht von "Ich kann nie wieder eine Hebamme anschauen, ohne zu schreien", aber sehr wohl von "Nach der Geburt hatte ich Angst vor dem "großen Geschäft", weil das letzte mal, als ich diese Muskeln benutzt habe, hatte ich extrem schlimme Schmerzen". Du weißt schon, der Grund, warum frisch gewordene Mütter die Klinik meistens erst verlassen dürfen, wenn sie Stuhlgang hatten.

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Pauschalisieren kann man das nicht, aber ich kann dir sagen wies bei mir war:

• Nein, aber ich war hart an der Grenze mich zu übergeben.

• Menstruationsschmerzen sind gar nichts im Vergleich zu den Wehen - sie fühlen sich ähnlich an, allerdings viel viel viel stärker und sie ziehen stechend bis in den Rücken

•Ja man bekommt auf nachfrage Schmerzmittel, im Extremfall auch die PDA aber ich muss sagen - man bekommt es auch ohne hin.

Eine Geburt ist auf jeden Fall schmerzhaft, sehr sogar - aber die Frauen sind für diese Prozedur geschaffen. Wir Frauen halten das aus.

Ehrlich gesagt ist es schwer, diesen Schmerz wirklich treffend zu beschreiben. Wo Wehen wehtun, ist ebenfalls von Frau zu Frau unterschiedlich.

Der Schmerz fühlt sich so ähnlich an wie eine Mischung aus starken Menstruationsschmerzen mit üblen Magen-Darm-Krämpfen und Rückenschmerzen. Die Schmerzen bei Geburtswehen erzeugen eine Spannung im Bauch, die bis zu einem gewissen Punkt immer intensiver wird und dann langsam wieder abnimmt. Dann tritt eine Ruhephase ein, die im Laufe der Geburt stetig kürzer wird. Manche Frauen sprechen von einem scharfen ziehenden Schmerz oder intensivem Stechen, andere empfinden den Schmerz bei der Geburt als eher dumpf.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Hallo :)

bei der Geburt reagiert jeder Körper anders. Manche müssen sich übergeben, manche haben nur das Gefühl, dass es gleich passiert. Ich habe beide schon erlebt.

man kann die Menstruationsschmerzen gar nicht mit denen einer Geburt vergleichen. Vielleicht noch die ersten Wehen, aber der Prozess, wenn das Kind raus kommt, ist etwas ganz anderes - aber auch Natürliches! Es ist zwar schlimmer, aber als Frau wird man dabei auch von entsprechenden Hormonen unterstützt, die einen das aushalten und schaffen lassen. Die hat man ja bei anderen Umständen, zum Beispiel Verletzungen weniger.

schmerzmittel kann man nehmen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, unter anderem eine PDA, Lachgas, Krampflösendes.. etc. Bei meiner ersten Geburt bekam ich so eine Schmerzmittellösung, mit der fühlte ich mich wie auf Cannabis 😅

  • Nicht pauschalisierbar, weil das vom persönlichen Empfinden, köperlicher Verfassung und Komplikationen abhängt.
  • allerdings merkt man Wehen an, dass man nicht "tatenlos" ist und das macht es erträglich
  • Erbrechen gehört zu keinem typischen Symptom, will ich aber nicht ausschließen.
  • Ja, aber man muss es eben nicht einfach erdulden, sondern kann mitarbeiten
  • Ja, es gibt viele Möglichkeiten: PDA, Lachgas... Aber das sind keine klassichen Schmerzmittel, eher Betäubungsmittel.

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