Wie erreiche ich die Gähnspannung im klassischen Gesang?

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5 Antworten

Hallo!

Ein bisschen spät die Antwort, aber vielleicht liest du es ja.

  1. Meine Gesangslehrerin erklärte es mir so:

Wir atmen auf A ein. Damit ist gemeint, dass wir uns vorstellen, wir würden ein A sprechen, dabei fällt dein Kiefer und ist locker genug, dabei geht gleichzeitig der Gaumen hoch. Ich sollte mir immer vorstellen dass ich zwei Löcher in den Wangenknochen habe, durch die die Luft einströmt. Gleichzeitig braucht man für die Gähnspannung aber auch das "innere Lächeln", die italienische Schule sagt dazu "Cantare in maschera". Auf keine Fall ist damit gemeint, dass du mit dem Mund lächelst, kein breiter Mund! Meine Gesangslehrerin erklärt es immer so, dass wir die vorderen Wangen gewissermaßen anspannen. Der obere Teil des Gesichts spannt sich, der untere entspannt sich und fällt. Ich soll mir immer vorstellen, dass ich den Duft einer angenehmen Blume einatme, ich hatte dann einen erstaunten Gesichtsausdruck. Die Oberlippe ist bei mir immer über den Zähnen, die Stirn angespannt (am wichtigsten ist hierbei allerdings immer das Resultat). Du musst eine angenehme Anspannung für den oberen Teil des Gesichts erreichen und darauf achten, dass der Kiefer und die Zunge locker sind und nicht angespannt sind. Dies ist kein bisschen überbewertet, sondern NÖTIG für eine gute Resonanz!

  1. Wie gesagt, oben ist Technisches beschrieben. Ja, es ist auch in den tieferen Lagen vonnöten!

  2. Meine Gesangslehrerin sagt zu der richtigen Resonanz immer, dass die Stimme "im Dom" klingt, sie meint damit, dass die Stimme im Kopf resoniert. Einen hohen Gaumen brauchst du für die richtige Resonanz, sonst singst du zu sehr im Mund oder gar im Hals. Vor allem, da du beschreibst, dass du einen tiefen lockeren Kehlkopf gefunden hast schätze ich mal, dass der Klang bei dir nicht "im Dom" ist, sondern eher im Hals oder im Mund. Dein Gaumen ist verantwortlich für einen guten Stimmsitz!

So, gutes Ausprobieren, ich wünsch dir viel Spaß und viel Glück!

Liebe Grüße, jokerfreak

deine antwort ist spitze!!! mittlerweile kann ich meinen stimmsitz super kontrollieren und meine stimme fokusieren. ich versuche meinen stimmklang weich und rund zu halten, leider wirkt sie manchmal dann etwas körperlos, aber da fehlt eben noch training. im augenblick singe ich mit einem sehr natürlichen, "ungekünselten" stil sehr weit vorne. ich arbeite an mir. danke dir vielmals.

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@Sanatorio123

Bitte bitte, keine Ursache!

Ich hab auch vor kurzem endlich (!!!) meinen heiß ersehnten, endlich guten Stimmsitz gefunden (nach 1 Jahr Gesangsunterricht) und ich bin inwzischen ganz komisch drauf...ich könnte die ganze Zeit nur "iii" oder "uuu" oder "eee" singen und mich freuen, weil es sich so toll anfühlt...xD

Merkwürdig. Ich wünsch dir weiterhin viel viel Spaß&Glück!

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@jokerfreak

Bei mir fällt das "i" schwer, ich mach den Mund nicht weit genug auf. mein A ist klasse.

Unterrichtet deine Gesnagslehrerin nach der Rabine Methode (funktionale Stimmarbeit)? Daher kenne ich das auf einem A einatmen. Das hilft übrigens sehr! =)

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@Sanatorio123

Keine Ahnung, sowas hat sie ehrlich gesagt noch nie erwähnt, aber nach dem, was ich grad kurz über die Methode gelesen hab, würde ich sagen, dass sie es auch so macht :D

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Am besten besuchst du einen Gesangslehrer. All die Bücher und abstrakte Beschreibungen ersetzen niemals den direkten Kontakt mit einem Fachkompetenz. Singen lernt man nicht im Bücher!!

Ich nehme Gesnagsunterricht., wie oben auch steht ;)

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Auch etwas spät die Antwort, aber dennoch:

Die weitverbreitete Annahme, es müsse eine Gähnstellung beim Gesang eingenommen werden, ist leider eines der größten Irrtümer der Gesangslehrer.

Durch das absichtliche Öffnen des Gaumenbereiches, erfährt man nur eine Weitung der Stimmbänder. Diese sollten aber schließen und besonders in Höhen eine kleine Masse einnehmen, keine große. Man wird dadurch nur halsig und der Ton wird besonders in Höhen unattraktiv und oft sehr bemüht. Das muss nicht sein, es geht auch anders.

Wenn man ein echtes "Inhalare la voce" als Funktion anwendet, dann bewirkt dies automatisch die korrekte Öffnung, die man als Sänger allerdings kaum wahr nimmt. Nur zu Beginn.

Also, bitte keine Gähnstellung extra üben!

Danke für diese Antwort! =) Ich habe im Buch "Lieber Lehrer, lieber Schüler...", das die Rabine Methode (Lichtenberger Institut, funktionale Stimmarbeit) erklärt gelesen, dass eine absichtliche Gähnspannung dazu führt, dass der Zungenrücken fixiert wird und ein Konstriktormuskel (Rachenschnürer) aktiviert wird und die Gaumenbögen sich anspannen. Bei mir wird dadurch das Singen "nach hinten gezogen" und etwas gaumig. Ich habe heraus gefunden, dass die Vorstellung, ich müsste beim Singen weinen, irgendwie meinen Hals öffnet und genau die Weite schafft, die ich für einen vordersitzigen, aber vollen/runden Klang noch brauche (ohne zu knödeln oder gaumig zu singen). Das Inhalare la voce kenne ich auch, darauf sprach ich bisher nicht soooo an. Das Buch empfehle ich aber sehr, so als Tipp! =) Nützt mir sicher später auch in den logopädischen Therapien, die ich durchführen werde. LG

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@Sanatorio123

PS: Ich finde das Bild des "inhalare la voce" aber sehr gut, es beschreibt die Einatemtendenz (Stütze), die man beim Singen beibehalten sollte und schafft einen Zwerchfelltiefstand und günstige Vorrausetzungen für das Singen, wie Kehlkopftiefstand und Weite. =)

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@Sanatorio123

Wer allerdings bei dem "Bild" nur stehen bleibt und Inhalare la voce nicht als Funktion kennen lernt, für den kann dies auch kritisch werden (gaumig). Es gibt genau genommen überhaupt keine ernst zu nehmende Alternative zum echten Inhalare la voce.

Auch wird man kaum fantatstische Sänger hören, die kein Inhalare la voce anwenden. Das muss denjenigen allerdings nicht bewusst sein. Aber so meine Beobachtung. Denn erst durch das Inhalare la voce können sich die Stimmbänder flexibel (Dynamik, Farbvielfalt, Tonumfang) verhalten, was durch die häufig vermittelte übliche Überdrucktechnik verhindert wird.

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@Bellacanto

Apropos Überdruck Technik... Kennst du das VSS von Hans Josef Kasper? Hast du dazu eine Meinung? Ich habe mittlerweile meine kritische Meinung dazu gebildet, die ich auf physiologischen Gegenbenheiten begründet sehe.

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@Sanatorio123

Ja, die kenn ich, halte auch nichts davon, aber das sagte ich Hans schon vor vielen Jahren. Dennoch erstaunlich wie er sich anhand dieser für mich einseitigen Symptomarbeit vermarktet. Jedem das seine.

Nein, mein Weg ist fast ein gegenteiliger. Das hört man spätestens in der Praxis, beispielsweise an den "flexiblen" einfachen und edlen Höhen oder der Gestaltung der Dynamik, ohne an "Symptomen" herum doktern zu müssen, was leider nicht nur obig erwähnte Gesangstechnik betrifft, sondern allgemein sehr weit verbreitet ist.

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@Bellacanto

Aus persönlicher Erfahrung und aufgrund meines logopädischen Azubiwissens kommt eine gute Stimme zustande, wenn man "nach innen geht". Die "Stütze" ist nicht umsonst als Ein-atemtendenz beschrieben.

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Vorab sei gesagt: Ich kenne mich mit Gesangstechnik überhaupt nicht aus.

Aber ich habe vor einiger Zeit auf YouTube ein Video gesehen mit dem Titel "Elisabeth Schwarzkopf - Stimmtechnik", das der Nutzer inzwischen leider entfernt hat.

Sie sprach von "Ausrenken" und "Aushaken", um Raum in der Kehle zu schaffen (Si apre la gola = Man öffnet die Kehle).

1:57-2:00

Vielen Dank für deine liebe Nachricht. Ich kann mir vorstellen, dass sie mit "ausrenken" (was sehr unangenehm und damit etwas verspannend klingt) meint, dass man Weite schafft im Hals. :? Hmh LG

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