Wie ernährt man sich am Besten gesund?

8 Antworten

Gesunde Ernährung? Ich könnte jetzt relativ weit ausholen, werde mich aber kurz fassen:

Es gibt verschieden Ansätze die aktuell "in" sind (nur auszugsweise):

Vegetarisch, Vegan, Paleo, Primal, Clean Eating, ... diese sind sich im Grundsatz ähnlicher als man denkt.

Alle diese Ernährungsformen beruhen (von Ausnahmen abgesehen) darauf, keine Fertigprodukte zu konsumieren. Auch fallen je nach Ansatz noch folgende Nahrungsmittel weg: Getreide (meines Erachtens DAS schädlichste Nahrungsmittel überhaupt), Einfachzucker, Hülsenfrüche (kann man drüber streiten), Milchprodukte (wenn nur A2 Milch und vorallem Rohmilch).

Hierzu empfehle ich mal die Lektüre von Cordain, Sisson, Ballantyne ... einfach mal Querlesen und sich eine eigene Meinung bilden.

Vielleicht mag dieser Ansatz manchen etwas restriktiv erscheinen, der Erfolg spricht aber für sich. Aber Achtung: Paleo und Co. sind generell NICHT low carb!!!

Vegetarisch bzw. vegane Ernährung besteht übrigens nicht aus Sojawürstchen und veganer Fertigpizza!

Alle diese Ernährungsgrundsätze beeinhalten sehr viel Gemüse, Obst (Kohlenhydrate) und Proteinquellen (bei Paleo und Primal quasi nur tierisch; bei vegan und vegetarisch ... klar, nur pflanzlich).

Diesen Ernährungsformen steht nun die komische DGE oder ÖGE entgegen. Was sagen die?! Nun, die sagen: "Getreide, mehrmals täglich".

Was ist der Effekt dieser Ernährung? Man sieht es täglich auf der Straße rumlaufen. Auch nicht verwunderlich; was isst der Druchschnittsdeutsche so:

Frühstück: Irgendwas vom Bäcker (Semmel, Brezn, Croissant) oder ein Müsli (Getreide mit Zucker), dazu einen Kaffee mit Zucker.

Zur Jause bzw. Gabelfrühstück: Noch irgendwas in der Art oder Obst (Zucker), dazu Kaffee mit Zucker

Mittag: Pasta, Pizza oder Asiate (vorwiegend Kohlenhydrate mit Fett)

Nachmittag: Kuchen (Getreide und Zucker), Kaffee mit Zucker

Abend: Brot

So! Top Ernährung, mit der Garantie fett zu werden und kurz zu leben; vorgeschrieben durch die DGE! Der DGE Ernährte futtert übrigens so oft, weil der Zucker ständige Fessanfälle auslöst (Insulinpeaks)

Was isst man so bei Paleo Ernährung:

Frühstück: Speck, Eier, Thunfisch, Oliven, Avocados, Gemüse und Obst

Mittag: Fleisch (oder Fisch), Gemüse und je nach Kohlenhydratbedarf noch "saubere" Kohlenhydrate (Süßkartoffel, ...)

Nachmittag: Nüsse, Trockenobst, Beef Jerky

Abend: Fleisch, Gemüse und eventuell noch ein paar Kohlenhydrate.

Da man bei dieser Ernährung relativ wenig Kohlenhydrate zu sich nimmt (max. 100g) muss die Fettmenge entsprechend hochgeschraubt werden. Also eben Avocados, Oliven, Fett in der Pfanne, Schweinenacken statt Hühnerbrust, ...

Dies sind aber alles Feinheiten bzw. persönliche Vorlieben. Am einfachsten ist es (für den Anfang) auf alles im Supermarkt zu verzichten, was ein Etikett trägt. Oje, was bleibt da über? Nun, ja: Die ganze Fleisch- u. Fischtheke, die ganze Gemüse u. Obst Ecke und mit etwas Augen zudrücken ein Teil vom Milchregal (ACHTUNG: Früchtejoghurt ist nicht gesund!).

Ansonsten ist Sinnvoll Omega3 zu supplementieren, Vit D auch bei den meisten Personen.

Also ich trinke in der Woche nur Wasser. Am Wochenende kann es gerne auch mal etwas anderes sein. Morgens frühstücke ich nicht, weil ich persönlich dann einfach nicht hungrig bin. Mittags esse ich meistens etwas mit Kohlenhydraten, z.B. Kartoffeln mit Kräuterquark, Gemüsereis usw. Abends ist etwas mit Eiweiß zu empfehlen. Ich finde Hähnchenstreifen mit gemischtem Salat ist lecker. Ab 20:00 Uhr sollte man generell wenig bis gar nichts mehr essen, weil der Körper es dann nicht mehr gut verarbeiten kann.

Die so genannte "gesunde Ernährung" ist und war immer eine reine Zeitgeisterscheinung. Weiterhin haben die Menschen heute auch genügend Zeit und Muße, sich alle möglichen Gedanken um ihr Essen zu machen. Hin und wieder nimmt das Ganze auch dogmatische und pseudoreligiöse Züge an.

Und die Glaubenssätze und Dogmen der Ernährungsapostel ändern sich dazu noch alle paar Jahrzehnte: In den 50er Nachkriegsjahren kam die "Fresswelle", - je fettiger, desto besser - , man war ja wieder "wer" - und konnte es sich "leisten". In den 70ern wurde dann gepredigt: - Fleisch ist ein Stück Lebenskraft - ! Und damit begann ein etwas maßloser Fleischfraß, für den man den Magen eines Marders gebraucht hätte. In den 80ern und 90ern hätte man wiederum einen Kropf benötigt, um die vielen Körner verdauen zu können, die auf einmal allesamt "gesund" sein sollten. Dann nun predigten vor wenigen Jahren irgendwelche Nahrungs-Alarmisten die vielzitierten "Fünf Portionen Obst und Gemüse täglich", wodurch dann eine Reihe von Reizdarmpatienten herangezüchtet worden sind, denen es aber gesundheitlich schnell wieder besser ging, als sie mit der "gesunden Ernährung" wieder aufhörten und normal aßen.

Sei deshalb immer auf der Hut, wenn mal wieder eine neue "Sau durchs Dorf getrieben" wird.

Am Ende ist nix ungesund - und alles ist ungesund.

Nix macht dick und krank - und alles macht dick und krank.

Entscheidend sind einfach nur Maß und Menge. Abends mal ein Stück Schokolade oder ein Griff in die Chipstüte - was soll dagegen zu sagen sein? Es gibt schließlich auch ein Leben vor dem Tod! Jeden Tag fünf Snickers und drei Tüten Chips - und die Sache sieht schon anders aus, du verstehst ?

Dazu ein kleiner Witz, der ganz gut hierhin passt:

Ein Patient fragt seinen Arzt: "Herr Doktor, was genau muss ich machen, um länger zu leben?" Darauf der Arzt: "Nun, keinen Alkohol, keinen Tabak, kein fettes Essen, viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch, kein Fastfood, keine Süßigkeiten, wenig Sex und keine wilden Parties". Darauf der Patient: "Und dann lebe ich wirklich länger?" Der Arzt: "Nicht unbedingt, aber es kommt Ihnen bestimmt viel länger vor!"

Prinzip erkannt?

Im Übrigen: Wenn man sich die Biografien der ältesten Menschen ansieht, die bislang auf unserer schönen Erde gelebt haben, so kommt man zu dem Resultat, dass genau diese Leute immer gepflegt auf das gepfiffen haben, was im Allgemeinen von den vielen Mainstream-Gesundheitspropheten ungefragt in die Welt gehustet wurde und immer noch empfohlen wird. Da wurde gefeiert, immer hart gearbeitet, gut, reichhaltig und bunt gegessen und auch hin und wieder ein Gläschen getrunken oder auch ein Zigarillo gequalmt - aber nicht jeder "Trend-Quatsch" mitgemacht.

Zuletzt: In den vergangenen Jahrhunderten hat sich Lebenserwartung der Europäer beinahe verdreifacht, was unter anderen auch an der hochwertigen Ernährung liegt. Natürlich ist auch heute nicht alles "perfekt", aber Grund zur Hysterie gibt es wirklich keinen.

Good luck - und einen guten, unbekümmerten Appetit weiterhin !

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