Wie erklärt man einem Kind Asberger?

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6 Antworten

Die Diagnose würde ich ÜBERHAUPT NICHT sagen, die erzählt er dann weiter und schon machen andere Kinder daraus eine Mobbingsache.

Es reicht, wenn du ihm sagst, dass er das, was er nicht so gut kann (was auch immer das ist- etwa in die Augen schauen) einfach nicht kann und nun lernt, damit es etwas besser wird (ganz weg wirds nicht gehen). Und zähl auch das auf, was er ganz besonders gut kann und sag ihm, jedes Kind ist eben anders und trotzdem gut so wie es ist.

Asperger-Kinder werden auch gemobbt, ohne das eine Diagnose bekannt ist. Viele von ihnen müssen allein durch ihr "Anderssein" leiden. Weil ihre Mitschüler nicht verstehen können, dass eine/r lieber für sich ist oder sonst wie "ungewöhnlich" reagiert.

Wer der "komische Kauz" ist - aus welchen Gründen auch immer - wird eher gemobbt.

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@kiniro

Absolut richtig, Kiniro!

Unser Sohn (12) ist Asperger. Wir sind seit wir vor 8 Jahren die Diagnose bekommen haben immer offen damit umgegangen. Wir haben immer den Eltern im Kindergarten/in der Schule gesagt, was unser Sohn hat und was ihm schwer fällt. Wir haben damit ausschließlich positive Erfahrungen gemacht und sind bisher Mobbing ausgewichen. Von den Eltern kam ebenfalls ausschließlich positives Feedback zurück.

Hallo guinan!

Wie geht man am besten mit der Situation um?

  • Reden Sie mit den Eltern des Jungen. Sie und nur sie können ihnen am besten beschreiben, was diesem Jungen besonders schwer fällt.

  • Zwingen Sie die Jungen nicht, sich zu treffen. Das funktioniert nicht. Dass es gar nicht funktionieren kann, stimmt aber auch nicht. In den 8 Jahren seit seiner Diagnose hat unser Sohn 2 Freundschaften gepflegt, wobei ihm aber weit weniger Besuche dafür genügten als anderen Kindern. Stehen Sie der Sache also auch nicht ablehnend gegenüber, falls die Kinder sich treffen wollen.

  • Sie müssen Ihrem Sohn den Begriff "Asperger" nicht nennen, aber falls Ihrem Sohn Merkwürdigkeiten an diesem Jungen auffallen, kann es sehr wohl Mobbing verhindern, wenn Sie erklären, dass dieser Junge nicht einfach "doof" oder "seltsam" ist, sondern eine angeborene Störung hat, die manche Dinge wie das Erkennen von Gefühlen (im Gesprächspartner wie auch seine Eigenen) für ihn schwierig macht. Dass er deshalb manchmal überfordert ist und Ruhe braucht.

(Vergleichen Sie es vielleicht mit Farbenblindheit: Dieser Junge kann Gefühle so schwer unterscheiden, wie ein Farbenblinder rot oder grün. Es gibt ein Kinderbuch, das Autismus Kindern so erklärt. Es heißt "irgendwie farbig" und ist leider vergriffen. Aber der Titel sagt schon sehr viel...)

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Hallo!

Ich bin zwar kein Elternteil, aber Betreuer für einen -mittlerweile- 27 jährigen Autisten.

Ich glaube nicht, dass es Sinn macht diese beiden allein zusammen zu bringen. Die meisten Asperger lehnen gleichaltrige (aus Angst) ab. (Sie spüren die Vorbehalte des anderen, sie spüren aber auch wer mit ihnen klar kommt!) Und das führt unweigerlich zum Rückzug des Aspergers. Nur wenn dein Sohn den anderen Jungen von sich aus so nimmt wie er ist, wäre es sinnvoll. Da dem aber nicht so ist reicht es, wenn dein Kind weiß, dass der andere gesund, aber eben anders ist.

Falls der Autist gerne spielt, würde ich (zum Beispiel) das Brettspiel von Phase 10 empfehlen. Es ist einfach und kurzweilig. Hierbei ist es aber sehr wichtig, das auch die Erwachsenen am Spiel teilnehmen! Das gibt dem Autisten Sicherheit und Schutz und dein Sohn lernt, dass "der andere" ein Teil des normalen ist.

Wichtig im Umgang mit dem Autisten ist, Sachebene und Gefühlsebene zu trennen. Asperger können sehr auf brausend sein wenn etwas nicht nach ihrem willen verläuft. Das können sehr heftige Ausbrüche sein! Dabei ruhig und gelassen zu bleiben kann man/frau aber lernen! Oft warten Asperger schon eine Minute nach einen solchen Ausbruch auf ein Zeichen der Annahme/Sympathie. Eine ausgestreckte Hand, ein "ich hab dich gern" ist hierbei sehr wichtig. Aber für viele "gesunde" Menschen nach einem solchen Ausbruch nur schwer möglich.

Insbesondere wenn der Grund für den Ausbruch nicht offensichtlich ist. Aber ein Grund, so banal er uns nicht Autisten auch sein mag, ist immer vorhanden! Wenn der Asperger Vertrauen hat, sucht er Nähe. Diesem Wunsch nach Nähe kann ein Autist nicht in Worte fassen und auch nicht "normal" über Gesten, Mimik oder direktem Blickkontakt Ausdruck verleihen. ("Mein" Autist zeigt dies, indem er sich direkt -mit dem Rücken- vor eine Person stellt.) Daher ist eine -immer wieder- angebotene ausgestreckte Hand wichtig. Sollte der Autist diese annehmen, auf gar keinen Fall umarmen! Bei vielen Aspergern führt das zur Panik, sie fühlen sich umklammert, in die Zange genommen. Basale Stimulation, Stirn oder Nase reiben, seitlich unterhalb der Rippen anfassen ist aber möglich. Je lockerer ihr als Erwachsene damit umgeht, desto mehr wird dein Sohn von euch lernen! Er wird euch beobachten und zuhören! Vergesst das nie!

Allein wird dein Sohn auf Jahre hinaus mit dem Asperger wohl kaum auskommen. Für beide Jungen ist es wichtig, dass immer ein Erwachsener dabei ist der den Autisten kennt und deeskalierend eingreifen kann! Auch wenn beide das gleiche Alter haben, sie sprechen eine andere Sprache. Verbal und körperlich!

Autismus bedeutet ein Kommunikationsproblem zu haben! Erwachsene können relativ schnell lernen, dass Worte, Mimik und Gestik im Einklang sein müssen damit der Asperger versteht. Feinheiten der Sprache wie Ironie, Metaphern und ähnliches sind für Autisten schwer bis gar nicht zu erfassen. Ein lächelndes Nein ist daher ein Widerspruch in sich! Denn lächeln ist etwas positives, ein Nein in der Regel nicht. Was also gilt...?

Der Asperger den ich Betreue ist trotz seines Alters in Gegenwart von gleichaltrigen oder jüngeren extrem unsicher bis panikartig ängstlich. Seine Erfahrung ist, dass gleichaltrige und jüngere über ihn lachen und gemein zu ihm sind. Daher lehnt er Kontakte zu diesen Altersgruppen generell ab. Allerdings hat er auch niemals ein Zentrum für Autisten besucht und durch seine Eltern keinen Schutz erhalten.

Noch eines zum Schluss: Zwingt euren Sohn nicht mit dem Autisten zusammen zu sein wenn er es nicht will/kann! Euer Sohn wird wütend auf den Autisten, der Autist wird sich komplett zurückziehen.

Asperger heißt es.

Schwierig - denn Menschen mit Asperger sind so unterschiedlich wie Menschen ohne.

Das Wichtigste (finde ich): dein Sohn soll mit ihm in eher kurzen und unmissverständlichen Sätzen reden. Also lieber Redewendungen bzw. Sprüche vermeiden.

Achtet darauf, wo die Grenze des Jungen ist. Wann reagiert er anders. Dann einen Schritt zurückgehen und von dort neu beginnen.

Gute Erklärungen gibt es bei den www.rehakids.de

Obwohl ich durch meine Tochter mittendrin bin in der Thematik, kann ich es nicht so erklären - weil sie eher mit der Sprache "hantiert".

der junge ist autistisch...asperger ist eine form von autismus,diese krankheit hat viele gesichter. da dein sohn noch recht jung gibt es jetzt keine geeigneten filme die ich dir vorschlagen könnte, sonst könntet ihr euch gemeinsam zb mal rainman anschauen. der umgang mit autistischen kindern ist sehr schwierig und für normale kids kaum umzusetzen da schon erwachsene ihre probleme haben. aber genau so wie ihr den eltern verständnis entgegenbringt, sollten sie verständnis dafür haben das euer sohn vielleicht nicht ständig mit dem jungen spielen möchte. ein gemässigter umgang ist ok über stunden hinweg muss ja auch nicht zwingend sein. die eltern sollten sich an ein autismus zentrum wenden und alle hilfe ( pflegegeld ua) beantragen die ihnen zusteht :-)

"Rainman" hat absolut nichts mit Asperger zu tun.

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Ich weiß jetzt nicht, wie kindgerecht der Film ist, aber es ist ein Animatiosfilm über einen Mann mit Asperger-Syndrom:
Mary & Max

Rain Man handelt von einem - laut Film - hochfunktionalen autistischen Savant. Das Vorbild, Kim Peek, war kein Autist, sondern Savant mit FG-Syndrom.
Schwerpunkt des Films liegt auf dem Savant-Syndrom. Da nur sehr wenige Autisten Savants sind, führt das für die meisten Autisten zu einem recht merkwürdigen Blick der Außenwelt auf sie selbst, der so in der Regel nicht hinhaut.

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@Rechercheur

Mary&Max ist ein wunderschöner Film, aber eher weniger kindergerecht. Wenn er nach dem Schauen besprochen wird, dann kann er aber durchaus einem Kind gezeigt werden.

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Hallo vorab. Ich bin jetzt 15 und habe einen 13 jährigen bruder mit asperger. Er ist seit der fünften klasse in einem speziellem internat. Meine mum hat mir alles genau erklärt, ich habe alle höhen und tiefen miterlebt und liebe meine bruder über alles. Zu deiner frage. Auch wenn schon beantwortet, ich fühle mich pflichtig sie nocheinmal zu beantworten, aus meiner sicht. Ich denke dein sohn und der wundervolle nachbarsjunge werden wohl jetzte keine bete kumpels mehr. Du kannst ihm nur erklären was es damit auf sich hat, das es nicht die schuld des jungen ist und ihn bitten, nett zu ihm zu sein. Mein bruder hat zwei sehr gute freunde hier im dorf und ein bis drei relativ gute freunde im internat. Freunde finden sich. Eltern haben da nichts mitzubestimmen und können zwei jungs auch nicht miteinender "verkuppeln". Ich hoffe ich konnte helfen und einen kleinen einblick gönnen. ;) Lg gleina

Der Film Adam zeigt wie ein Asperger lebt und mit der Welt zurecht kommt.

Und auch der Film My name is Khan zeigt Aspekte von Asperger.

Beide Filme vermitteln einige Aspekte, alles kann man nicht vermitteln. Dafür empfindet das jeder anders

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