Wie erklärt ihr Atheisten euch die Entstehung der Welt?

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45 Antworten

Auch wenn das jetzt mal wieder in eine unendliche Diskussion ausarten wird:

Während die Hinweise auf die Plausibilität eines Urknalls und der damit vorhandenen Stoffe zumindest nachvollziehbar und in weiten Teilen wissenschaftlich belegbar ist, fehlt nach wie vor jegliche Nachvollziehbarkeit und Beweisbarkeit der Existenz einer wie auch immer gearteten Gottheit.

Somit ist für mich die Wahrscheinlichkeit eines Urknalls alleine schon weitaus höher, als die Existenz einer wie auch immer gearteten Gottheit.

Ich vermute aber einfach mal, dass deine Fragestellung letztendlich nur dazu dienen soll, eventuellen Atheisten aufgrund des Mangels der Beweisbarkeit ihren Irrtum oder ihre Theorie widerlegen zu wollen.

Wenn Du einen Theologen fragst, der wird Dir mit einem Psalm antworten der mehr als 3000 Jahre alt ist: Für Gott gibt es keine Zeit.

Nur bringt dann die Annahme der Existenz eines Gottes keinerlei Erkenntnisgewinn. Ich kann nämlich genauso gut und richtig sagen: Vor dem Urknall gibt es keine Zeit und somit auch keinen "Gott".

Man kann nicht beweisen, dass etwas nicht existiert, das mit keiner uns bekannten Messmethode gemessen bzw mit unseren Sinnen nicht erfasst werden kann. 

Man benötigt also keinen Gegenbeweis zu Gott, da es keinen Beweis für ihn/sie/es gibt. Es gibt nichtmal einen einheitlichen Gottesbegriff. 

Wenn jemand ein Buch findet, in dem steht, dass jede weiße Wand rosa Punkte hat, wenn man zu den Erwählten gehört, werden nicht wenige darauf schwören, rosa Punkte an der Wand zu sehen. Niemand kann das Gegenteil beweisen, da man kein Messinstrument auf "Erwählt" einstellen kann.

Aber dem Großteil der Menschen wird klar sein, dass die Wahrnehmung der rosa Punkte etweder gelogen ist oder eine psychische Erkrankung als Ursache hat. Nur wenn man die rosa Punkte Gott nennt...na dann kann man sogar drauf schwören ;)

Während die Hinweise auf die Plausibilität eines Urknalls und der damit vorhandenen Stoffe zumindest nachvollziehbar und in weiten Teilen wissenschaftlich belegbar ist

Und wie genau? Schließlich gab es vor dem Urknall nicht die drei Bestandteile, aus denen unser Universum entstanden ist: Raum, Zeit, Materie. Und aus diesem völligen Nichts kann kein Urknall entstehen. Und genau hier kommt eine höhere Macht ins Spiel. 

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Hallo fitmann, 

Wie erklärt ihr Atheisten euch...

Als allererstes einmal solltest Du Dir klar machen, dass die Anerkennung von Naturgesetzen etwas anderes ist als "Atheismus". Man muss nicht gleich Kreationist sein oder/und wissenschaftliche Erkenntnisse leugnen, nur weil man religiös ist. 

Wenn es einen Urknall oder so gab, woher kommen die Stoffe, die ihn hervorgerufen haben?

Da haben wir schon wieder ein gar nicht so seltenes Phänomen: Was Physiker mit dem "Urknall" genau meinen, das wird sehr oft falsch dargestellt und falsch verstanden. 

"Urknall" hat nichts mit einem "Knall" oder einer Explosion zu tun. Esmeint vielmehr einen dichten, heißen Anfangszustand unseres beobachtbaren Universums. Der gesamte Raum, den das Universum heute einnimmt, ist bei Urknall winzig klein, aber es hat bereits den Energieinhalt des heutigen Universums. Dieses winzige Raumvolumen ist entsprechend dicht und heiß - und deshalb sehr dicht mit energiereicher Strahlung gleichmäßig voll. 

Die "Stoffe" entstehen erst, weil das winzige Raumvolumen anfängt, sich auszudehnen... und dabei die Dichte und der Druck abnehmen und damit auch die Temperatur: Das ermöglicht die Umwandlung der Strahlung in Materie: In den ersten Minuten des sich ausdehnenden Universums entstehen mit Wasserstoff und Helium die häufigsten Stoffe im Universum. Der Rest entsteht alles erst sehr viel später im Innern von Sternen. 

"Stoffe" sind zum Urknall also gar keine nötig. 

Aber wenn es keinen Gott gibt, dann müssen diese "Zutaten" ja schon vorher da gewesen sein. Die Frage ist: woher sind sie gekommen?

Das ist eine Frage, die man öfter hört, aber wenn man darüber nachdenkt, kann sie gar keine Glaubensgrundlage bieten... erst recht nicht für eine ganz konkrete Religion. 

Zum einen folgt aus der Tatsache, dass wir irgendwann beim Urknall an die Grenze unserer Beobachtungsmöglichkeiten stoßen, gar nichts. Wo wir nichts beobachten können, können wir naturwissenschaftliche Modelle nicht in der Weise prüfen, wie wir das "innerhalb des Universums tun. 

Beim Urknall ist die Grenze der Beobachtungsmöglichkeiten im Moment bei ein paar Sekunden nach dem eigentlichen Urknall. - Der dichte, heiße Anfangszustand ist also bestens durch Daten gesichert. Möglich, dass diese Beobachtungsgrenze zukünftig weiter verschoben wird, was aber nichts daran ändert, dass der Urknall eine naturgegebene Beobachtungsgrenze ist: Mit ihm entstehen Raum, Zeit und unsere Physik überhaupt erst. 

Wo man aber nicht beobachten kann, ist es logisch, dass der Erkenntnisfortschritt eine Grenze erfährt. Entsprechend folgt aus der Existenz dieser Grenze auch nichts. Man kann nicht folgern, dass die Vorgänge nur unter Eingreifen "Gottes" stattgefunden haben können, weil man ohne irgendwelche Kenntnisse nicht ausschließen kann, dass eben nicht doch alles ganz natürlich zugegangen ist. 

Vor allem aber kann man nirgends postulieren, dass ein "Gott", der in ein ganz bestimmtes "Gottesbild" pressbar ist, eingegriffen hat. Ebenso plausibel wäre, dass Gott beim Urknall vernichtet wurde.. oder dass zwar ein Gott das Universum geschaffen hat, nach diesem Akt aber keinerlei Einfluss mehr auf das Geschaffene hat. Beides ist - will man unbedingt "Übernatürliches" postulieren - genauso plausibel, aber gewiss nicht das, was irgendein Kreationist postulieren möchte.


dann müssen diese "Zutaten" ja schon vorher da gewesen sein. Die Frage ist: woher sind sie gekommen?

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten - also Modellen, die (wenn man sie sauber durchrechnet) unten tatsächlich ein Universum "ausspucken", das so ist, wie unseres. Was man nicht kann - mangels Beobachtungsmöglichkeiten - ist: Entscheiden, welches dieser Modelle zutrifft. Aber bereits die Existenz plausibler rein naturalistischer Modelle hebt die Notwendigkeit eines Lückenbüßergottes als "Drücker eines roten "Start-Knopfes" auf.

Was sind denn da so die Überlegungen?

Zunächst einmal beschreibt die Quantenmechanik in der Heisenbergschen Unschärferelation eine fundamentale Unschärfe der Natur auf der allerkleinsten Ebene. Das klingt zunächst einmal nicht sonderlich spektakulär. Es bedeutet aber, dass es der Natur auf Quantenebene nicht möglich ist, einen bestimmten Wert exakt fest einzustellen.... also auch nicht den Wert "0". 

Wenn die Quantenmechanik hier ein wirklich fundamentales Naturgesetz korrekt beschreibt, dann bedeutet die Unschärferelation, dass es der Natur nicht möglich ist, dass "Nichts" existiert, weil "Nichts" ein scharf umrissener Spezialfall ist - also genau das, was sie nach der Unschärferelation nicht einhalten kann. 

In diesem Fall ist die Antwort also: "wie kann es sein, dass etwas entsteht" ist eine Frage, die sich nicht stellt, weil es zwangsweise so ist, dass "Etwas" sein muss. 

Die Quantenmechanik eröffnet weiter über Quantenfluktuationen auch noch eine Möglichkeit der Entstehung eines Universums aus einer solchen virtuellen Quantenfluktuation. - Nämlich genau dann, wenn in der kurzen Lebensdauer in dieser virtuellen Fluktuation ein Phasenübergang stattfindet, der viel Energie freisetzt. Das Modell der "Inflation" beschreibt das genauer. Ein Kandidat für das Inflatonfeld wäre das 2012 nachgewiesene Higgsfeld. Die Inflation selbst ist aber nicht direkt nachgewiesen. 

Hier erklärt: 

Eine andere Möglichkeit beschreibt die Stringtheorie, bei der der dichte heiße Anfangszustand aus der Überlagerung zweier Branen stammt. Das Modell nennt sich "Ekpyrotisches Universum".

Was diese Aufzählung hoffentlich zeigt: Die Modelle gibt es, sie sind wegen mangelnder Beobachtungsmöglichkeit aber hypothetisch. "Gott war's" ist aber keine naturwissenschaftliche Hypothese - er wird nie irgendwo in den Gleichungen der Kosmologen verwurstet werden. 

Naturwissenschaft beschreibt innerhalb der Natur gesetzmäßig ablaufende Prozesse - und diese Definition passt schlicht auf "Gott" nicht. Wer Gott hier also als Platzhalter fehlender Beobachtungsdaten als willkürlich gesetzte "Frag mal nicht weiter, ab hier erklären wir es mit Gott"-Grenze setzen will, der hat den Unterschied zwischen naturwissenschaftlicher Erklärung und religiöser Deutung der Welt schlicht nicht verstanden...

Grüße

Der gesamte Raum, den das Universum heute einnimmt, ist bei Urknall winzig klein,

Der gesamte Raum, den das für uns heutige sichtbare Universum einnahm, war beim Urknall winzig klein,

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@Abahatchi

PS Unter Annahme des kosmischen Prinzips wäre nach der ersten Plankzeit das Universum schon in seiner gesamten Ausdehnung de facto unendlich. 

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@Abahatchi

Nein.

Wir wissen nicht einmal, ob das Universum "heute" unendlich ausgedehnt ist. Das ist eine offene Frage.

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@NoHumanBeing

Nein. Wir wissen nicht einmal, ob

Wer meine Kommentar aufmerksam liest, dem fällt unter anderem folgender Hinweis auf: "Unter Annahme des kosmischen Prinzips wäre"

Grusz Abahatchi

PS Im Moment deutet alles darauf hin, dasz das kosmische Prinzip zutrifft, denn: Nach allen bisherigen Messungen ist die durchschnittliche Raumgeometrie absolut eben. 

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@Abahatchi

Nach allen bisherigen Messungen ist die durchschnittliche Raumgeometrie absolut eben.

Was allerdings nicht bedeutet, dass das Universum unendlich groß ist.

Im CDM-Standardmodell (CDM von engl. Cold Dark Matter, „kalte dunkle Materie“) sowie dem aktuelleren Lambda-CDM-Standardmodell, das die gemessene Beschleunigung der Expansion des Universums berücksichtigt, ist das Universum flach; das heißt, der Raum wird durch die euklidische Geometrie beschrieben. Ein solches Universum muss nicht zwingend ein unendliches Volumen haben, da auch kompakte Topologien für den Raum möglich sind.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Universum#Form_und_Volumen

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@NoHumanBeing

Was allerdings nicht bedeutet, dass das Universum unendlich groß ist.

Genau dies bedeutet es!

Wie soll denn ein Universum enden, wenn einen cm zuvor die Raumgeometrie noch eben ist? Es würde ja bei einem endlichen Universum das kosmische Prinzip nicht gelten und so könnten sich am Rand die Massen nicht so verhalten, wie wir es bei uns gewohnt sind und somit könnte auch am Rand die Raumgeometrie nicht eben sein. Nur wäre sie am Rand nicht eben, würde sich die Abweichung durch ein dann begrenztes Universum vorsetzten und messbar sein. 

Dir scheint nicht klar zu sein, wie das alles zusammen hängt.

Zu dem Einwand bei Wiki, wo ist denn da der Quellennachweis? 

Da steht einfach nur eine Behauptung! 

Und noch einmal, Wiki hat keinen hoheitlichen Anspruch auf Richtikeit. Wiki ist nicht die Hoheit darüber zu befinden, was stimmt und was nicht. Ich selbst hatte bei Wiki zum Spasz schon Blödsinn verfaszt und vorher Webseiten erstellt, in denen von mir selbst gefertigte (gefakte) "Studien" verlinkt wurden. Selbst nach dem ich den Quatsch löschen wollte, wurde das von Wiki immer wieder eingestellt. Rate mal mit welcher Begründung. Sie verwiesen auf genau jene Links zu Webseiten mit Studien, die ich selbst mir nur ausgedacht hatte. 

Was meinst Du, wie viel Mühe es mir machte, den ausgedachten Müll aus Wiki zu löschen. Blödsinn einstellen geht einfacher.

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@Abahatchi

Zu Deinem Einwand mit Wiki, vielleicht solltest Du selbst erst einmal richtig lesen, was dort steht.

Selbst dort steht, dasz bei ebener Raumgeometrie es unendlich wäre. 

Such und Du wirst finden.

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@Abahatchi

Wie soll denn ein Universum enden, wenn einen cm zuvor die Raumgeometrie noch eben ist? Es würde ja bei einem endlichen Universum das kosmische Prinzip nicht gelten und so könnten sich am Rand die Massen nicht so verhalten, wie wir es bei uns gewohnt sind und somit könnte auch am Rand die Raumgeometrie nicht eben sein. Nur wäre sie am Rand nicht eben, würde sich die Abweichung durch ein dann begrenztes Universum vorsetzten und messbar sein.

Was ist denn, wenn der "Rand" nicht statisch ist, sondern sich von jedem Punkt "innerhalb" mit Vakuumlichtgeschwindigkeit entfernt.

Dann ist das Raumzeitvolumen zu jeden Zeitpunkt endlich, wenn auch (ggf. exponentiell) wachsend, aber kein Punkt im "Inneren" würde dies jemals "erfahren", da jede Wechselwirkung maximal mit c erfolgen kann.

Ich weiß, das ist rein hypothetisch, aber das ist die Existenz aktual unendlicher Entitäten ebenfalls. Soweit wir wissen, gibt es bei keinem physikalischen Phänomen aktuale Unendlichkeit. Es gibt immer nur potentielle Unendlichkeit. Physikalische Größen können gegen unendlich streben, aber sie können niemals unendlich sein.

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@Abahatchi

Darf ich kurz eine Bemerkung einstreuen... und sei es nur, um die Diskussion zu schlichten, indem ich es Euch beiden ermögliche, gemeinsam mir zu widersprechen?

;-D

Ich möchte auf einen kleinen, aber sehr bedeutenden Unterschied in der Wortwahl hinweisen: Geometrie und Topologie.

Was wir messen (im Rahmen der Messgenauigkeit), das ist  k=0 oder einen euklidischen Raum. Die gemessene Geometrie ist flach, ja. Damit ist die Topologie aber keineswegs durch die Gleichungen der ART eindeutig bestimmt.

Zum Beispiel kann der (Hyper)torus durch die vorhandenen Daten nicht ausgeschlossen werden. Er hätte ein endliches Volumen bei k=0. Dass man in der Praxis eher zur Annahme eines flachen unendlichen Universums neigt, ist mehr Ockham geschuldet ("einfachste Lösung"), aber eben keineswegs zwingend. Die Frage nach der (Un)endlichkeit des Universums ist offen.

Ich finde das Ganze hier sehr schön beschrieben:

http://www.spektrum.de/astrowissen/lexdt_t04.html#topol

und hier

http://rho.math.uni-rostock.de/SemSkripte/Universum-als-3-Torus.pdf

Grüße

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@NoHumanBeing

Was ist denn, wenn der "Rand" nicht statisch ist, sondern sich von jedem Punkt "innerhalb" mit Vakuumlichtgeschwindigkeit entfernt.

Sich von jedem Punkt "innerhalb" mit Vakuumlichtgeschwindigkeit entfernt?

Ist absolut auszuschlieszen, weil eben die Raumzeit selbst expandiert und schon von uns in ca. 16 milliarden Lichtjahren Entfernung ein Ereignishorizont liegt, von dem aus sich alles mit Lichtgeschwindigkeit entfernt, jedoch einen cm davor schon nicht mehr und dahinter zwingend mehr. 

Somit ist absolut ausgeschlossen, dasz von JEDEM Punkt "innerhalb" sich etwas von einem thetischen Rad des Universums etwas mit Vakuumlichtgeschwindigkeit entfernt.

Was ist denn, wenn der "Rand" nicht statisch ist, sondern sich von jedem Punkt "innerhalb" mit Vakuumlichtgeschwindigkeit entfernt.

Murks, weil dann eben, die Massen am Rand fehlen und somit die Raumkrümmung nicht Eben sein kann, wenn man mal die vielen Fehler Deiner Behauptung in diesem einen Satz mal ausblenden würde und unterstellen würde, dasz Universum hätte einen Rand, der sich vom gerade entstandenen Stück Rand mit Lichtgeschwindigkeit weg bewegt usw.. Schon vergessen, warum wegen der Energieverteilung eine inflationäre Expansion nötige war und wie soll dieser fehlende Prozess für die Materie aktuell bzw. und oder ohne Materie an einem thetischen Rand des Universums keine Raumkrümmung verursachen?

Angenommen, Deinen Murks würde man annehmen und das Universum würde sich schon mit dem Beginn der inflationären Expansion so verhalten, es würde es nicht geben und wäre das erst Danach so gewesen, könnte es unser Universum auch nicht geben, weil ein am Rand räumlich begrenztes Universum mit einer inflationären Expansion auch nicht funktioniert. 

Das funktioniert so oder so nicht, selbst wenn man die Fehler, die durch Deine ungeschickte Formulierung bestehen, man versuchen würde zu beseitigen, dann käme man unweigerlich zu einem Universum nach dem kosmischen Prinzip und dies wäre unendlich was aber nicht bedeutet, das es sich nicht wiederholen könnte und somit nur eine endliche Masse hätte aber mit einem Rand Deiner Vorstellung, das geht nicht.

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@NoHumanBeing

Physikalische Größen können gegen unendlich streben, aber sie können niemals unendlich sein.

Kannst Du dies belegen?

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@Abahatchi

Leider nicht, aber es ist eine uralte Diskussion.

https://de.wikipedia.org/wiki/Potentielle\_und\_aktuale\_Unendlichkeit

Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass Unendlichkeit immer nur potentiell existiert. Sogar die Mathematik selbst behandelt sie so. So schreibst Du nicht etwa x = infinity, sondern lim x -> infinity. Dass das Universum (aktual) unendlich ist, ist in meinen Augen daher eine überaus starke Annahme.

Um eine gewisse Analogie zu schlagen: Man weiß auch nicht mit Gewissheit, ob (in der Komplexitätstheorie) P != NP ist. Allerdings wäre P = NP eine überaus starke Annahme.

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@NoHumanBeing

Sogar die Mathematik selbst behandelt sie so.

Weil Mathematik ein Hilfsmittel zur Berechnung von Physikalischem nötig ist und hier ist eher die Mathematik das Problem, dasz man mit 0 nicht sinnvoll multiplizieren kann. Lasse doch einfach mal rein rechnerisch ein Fahrzeug, das die Geschwindigkeit 0 hat aus der Geschwindigkeit sich in Bewegung setzten. Egal wie hoch Du den Wert der Beschleunigung ansetzt, mit der einen 0 in der Formel kommt nur 0 am Ende bei heraus.

Aber die Erfahrung zeigt, dasz wir sehr wohl aus dem Stand beschleunigen können. 

Bedenke, die Mathematik in Bezug auf Physik beruht eben auf bereinigte Bezugssysteme bzw. Vekorräume und die Mathematik ist ein Hilfsmittel der Menschen und schreibt selbst nicht die Funktionsweise der Wirklichkeit vor. 

Dasz das Universum aktuelle absolut unendlich ist, ist das logischste. Bedeutet aber auch, dasz sich alles wiederholen musz. weil es pro Raumeinheit nur eine begrenzte Anzahl an Kombinationsmöglichkeiten von allem gibt, das ist. Dies wäre aber dann eine wirklich unvorstellbare grosze Entfernung von einer Wiederholung zur nächsten. Überlege mal, nur auf Größe eines Zellkernes mit seiner DNS, wie unsagbar viele thetische Kombinationsmöglichkeiten es gäbe. Nun reche das mal hoch. bis sich durch milliarden und aber milliarden von Lichtjahren Raum etwas wiederholen müszte, weil alle Kombinationsmöglichkeiten aufgebraucht sind. 

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woher kommen die Stoffe, die ihn hervorgerufen haben?

Für die Ursprungssingularität muß kein Stoff vorhanden gewesen sein. Masse und Energie sind äquivalent, unter bestimmten Umständen lassen sie sich ineinander überführen. Es gibt eine These, nach der virtuelle Teilchen den Urknall "angestoßen" haben. Aber erklären kann ich das nicht und ob es bereits ausreichend Erkenntnisse dazu gibt, von einer Theorie zu sprechen, ist mir nicht bekannt.

dann müssen diese "Zutaten" ja schon vorher da gewesen sein.

Raum und Zeit sind nicht unabhängig, sie bedingen einander. Und wenn Raum erst durch den Urknall entstanden ist, dann ist ein zeitliches "davor" ein Konzept, welches mit physikalischen Maßstäben nicht beschreibbar ist. Allerdings ist das auch nicht notwendig, denn die Ursprungssingularität ist eine unüberwindliche Grenze auch für unsere Erkenntnis.

Fazit - man muß schon tief gläubig sein um solche Annahmen für möglich oder wahr zu halten.
Was unterschiedet dies von einem Glauben, welcher annimmt, daß hier ein "Gott" (eine transzendente Macht) irgendwie gewirkt hat ?

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@Viktor1

Prinzip der minimalen Grundannahmen. Alle Modelle der Wissenschaft kommen ohne Humbug aus. Ob sie richtig, falsch oder unbestimmt sind, ist dabei eine andere Frage.

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@oopexpert
Alle Modelle der Wissenschaft kommen ohne Humbug
aus.

aber nicht alle ohne "Glauben".
Der "Gottesglaube" ist auch kein Humbug sondern seine Zuordnung zu irgendwelchen Phantasien welche jeder Erkenntnis widersprechen.

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@Viktor1

Gottesglaube selbst ist aber ebenfalls Phantasie, da wir keine Belege - und nicht einmal wirkliche Indizien - für die Existenz von so etwas, wie einem Gott, haben.

Alle Erklärungen kommen wunderbar ohne "ihn" aus. ;-)

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@Viktor1

Fazit - man muß schon tief gläubig sein um solche Annahmen für möglich oder wahr zu halten.

Das ist kein Fazit, sondern eine nicht gerade freundlich formulierte Unterstellung. Im Gegensatz zu Dir, der Du eine transzendente Macht postulierst, weil Deiner Meinung nach ohne ja Nichts möglich wäre, fordert die Wissenschaft dazu auf, jede einzelne ihrer Theorien zu prüfen, mit immer neuen Methoden weitere Messungen und Beobachtungen vorzunehmen, Erkenntnisse zu sammeln und daraus bessere Theorien zu formulieren. Wissen muß eben geschaffen werden. Das geht nicht ohne einen gewissen Aufwand und erfordert auch seine Zeit, denn Wissen fällt nicht vom Himmel.

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Es gibt eine These, nach der virtuelle Teilchen den Urknall "angestoßen" haben.

aber von alleine  geht das nicht , richtig?  Es müssen dazu Schwingen vorhanden sein. Und diese Schwingen  müssen eine Reaktion auf etwas sein-

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@Sternfunzel

Nein, müssen sie nicht. Auf Quantenebene "schwingt" schlicht alles, wenn ich es jetzt mal so wischiwaschi ausdrücken darf.

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@Sternfunzel

aber von alleine  geht das nicht , richtig?

Richtig? Nein, nicht zwangsläufig. Auf Quantenebene scheint das Prinzip von Ursache und Wirkung nicht so zu gelten, wie wir es aus unserer Erfahrung in der makroskopischen Welt gewohnt sind. Deswegen betreiben wir ja wissenschaftliche Grundlagenforschung: Um unser Wissen und unser Verständnis zu erweitern.

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Meine physikkenntnisse reichen derzeit nicht aus, um dir den urknall aufführlich zu erklären, ich selbst kann ihn nur irgendwie nachvollziehen, was vor dem urknall war ist natürlich nur spekulation, der punkt ist aber, unwissenheit ist nicht gott! Unser ethiklehrer sagte mal, wenn wir wissen was 25 sekunden vor dem urknall passiert, dann ist die 26 sekunde gott und wenn wir rausfinden was 26 sekunden vorher geschah, dann ist die 27 gott! Naja, was ich sagen will, unwissenheit ist kein beweis für gott, denn unsere welt ist so aufgebaut wie sie ist und an ihr ist nichts göttliches erkennbar, daher ist es auch sehr unwahrscheinlich, zumindest für mich, dass sich das prinzip der welt auf einmal ändert! Niemand hat bei der zahl π bis zum ende gezählt um zu sagen, dass es kein ende gibt, um zu wissen, dass es kein ende gibt braucht man das auch nicht, den dass die zahl endlos ist, können wir aus dem prinzip ableiten! Hoffe du kannst meinen gedankengang nachvollziehen! Lg

Muss zugeben, dass ich da an meine Grenzen komme. Bin kein Physiker, könnte nur irgendwelche halbverstandenen Theorien absondern. Das lasse ich besser. Dass irgendein höheres Wesen "Und los!" gerufen hat, erscheint mir nun aber ausgesprochen unplausibel. Schlüssig widerlegen kann ich's allerdings auch nicht.

Die Frage "Und davor?" kann man jedenfalls bei jedem diesbezüglichen Erklärungsversuch, ob religiös oder wissenschaftlich, stellen. Daraus läßt sich selbst für mich als Laien der Schluß ziehen, daß wir hier mit der gängigen Auffassung von Zeit nicht weiterkommen. Was verständnistechnisch für mich dann aber auch nicht übermäßig hilfreich ist.

Kurz gesagt, ich habe keine wirkliche Erklärung. Es ist mir aber auch nicht besonders wichtig. Ich kann warten, bis jemand, der etwas davon versteht, eine findet und vielleicht sogar in der Lage ist sie mir so zu vermitteln, dass ich's verstehe. Das fände ich recht interessant, mein Leben wird das aber selbst dann nicht besonders nachhaltig betreffen.

Kurz gesagt, ich habe keine wirkliche Erklärung. Es ist mir aber auch
nicht besonders wichtig. Ich kann warten, bis jemand, der etwas davon versteht, eine findet und vielleicht sogar in der Lage ist sie mir so zu vermitteln, dass ich's verstehe. Das fände ich recht interessant, mein Leben wird das aber selbst dann nicht besonders nachhaltig betreffen.

Das ist total cool. Denn: Ich denke ähnlich, bin aber überzeugter Christ :-)

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Hallo ftmann

Was hat Atheismus eigentlich mit der Entstehung der Welt zu tun?

Zu den Details hast du reichlich Antworten erhalten, weshalb ich mir eine weitere mal erspare.

Aber grundsätzlich zum Urknall und der immer wieder auftauchenden Kritik daran....

Wir haben wissenschaftlich natürlich ein Problem mit unserem Beobachtungshorizont, der alles, was dahinter liegt zu einer rein hypothetischen Angelegenheit macht.

Aber selbst wenn man annimmt, daß wir den immer weiter hinausschieben können und wahrscheinlich werden wir mit künftigen Neutrino- und Gravitationswellendetektoren tatsächlich bis fast exakt an den Urknall kommen, dann kommt die nächste Frage "Was ist dahinter?"

Nur mal angenommen, daß wir etwas vor dem Urknall detektieren könnten, dann löst das wiederum die gleiche Frage aus "Und davor?"

Wir können also mit wirklich absoluter Sicherheit annehmen, daß es ganz egal ist, wie weit wir vordringen, denn dahinter gibt es trotzdem noch etwas, das uns unbekannt ist!

Derzeit ist bis zum Urknall keine Intervention irgendeines Gottes nötig. Wenn du glauben möchtest, daß irgendein Gott die Ursache war, dann darfst du das selbstverständlich tun. Wenn jemand anderer aber an andere Ursachen glaubt, dann darf der das auch. 

Gruß

PS: in irgendeiner der Antworten/Kommentare hier wird eine These vertreten, die darauf hinausläuft, daß der Urknall der "Selbstmord eines Gottes" gewesen sein könnte - auch nicht uninteressant...... :)

Gott galt immer genau so lange als Erklärung für etwas, bis man die vollkommen ungöttliche Erklärung fand. So war es immer. Wer Gott als Erklärung angab, war stets zu faul zum Suchen. Zur Zeit der Bibel war Gott die Erklärung für eine Windhose. Hätte man auf diese Menschen gehört, wir würden noch in Höhlen wohnen, und mit Mitte 30 an kaputten Zähnen sterben.

Es finden sich keinerlei Spuren, welche auf die Existenz eines wie auch immer gearteten Gottes hinweisen. Alles spricht dagegen. Nichts deutet darauf hin, daß ab dem Urknall ein Gott in irgendeiner Form in die Enstehung dieser Welt eingegriffen hätte. Die Enstehung unseres Planeten und die Entwicklung des Lebens benötigte nachweislich keinen Gott. Auch bei der Entstehung des Lebens steht diese Erkenntnis kurz bevor.

Nichts deutet darauf hin, daß dieses Universum existierte, damit der Mensch leben kann. Ganz im Gegenteil. Das Universum, ja sogar große Teile unseres Planeten sind für den Menschen absolut lebensfeindlich. Der Mensch ist ein Trockennasenaffe, welcher sich, wie alle anderen Lebewesen auch, über Millionen/Milliarden Jahre entwickelt hat, und dies auch weiterhin tut. Er ist nicht wichtiger, besser oder höher entwickelt als andere Lebewesen.

Zudem lässt sich sehr gut belegen, daß die von uns angebeteten Götter allesamt vom Menschen erfunden wurden.

Natürlich, soviel hat der Gläubige kapiert, kann man seinen Gott hinter dem Urknall ganz wunderbar verstecken. Aber die Erfahrung sowie die Faktenlage in verschiedenen Bereichen der Wissenschaft (nicht zuletzt der Geschichtswissenschaften) zeigen eben, daß es keinerlei Grund gibt, diesen als Urheber ausgeben zu müssen. Übrigens: Wenn du sagst, ein Gott müsse hier nachgeholfen haben (was wie gesagt ünbegründet ist) dann wäre die Tür für alle 300+ anderen Götter weit offen.

Wenn es also um die Klärung des Ungeklärten geht, so ist mir ein ehrliches "man weiß es (noch) nicht, aber wir arbeiten daran" lieber als die Erklärung von Menschen, die bisher immer falsch lagen, und nachweislich gut im Erfinden von Geschichten sind. Siehe beispielsweise im Falle von Adam und Eva.

Zudem lässt sich sehr gut belegen, daß die von uns angebeteten Götter allesamt vom Menschen erfunden wurden. 

jetzt bin ich gespannt , mach mal

lieben Gruß

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@Sternfunzel

jetzt bin ich gespannt

Befasse Dich doch einfach mal mit der historischen Entwicklung der Religionen und den jeweiligen Göttern. Wieso müssen immer andere Eurer Faulheit das Wissen hinterher tragen, wofür manch Historiker jahrelang studieren geht?

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@Sternfunzel

sternfunzel

Ihr Gottesknechte habt es noch nie drauf gehabt, irgendwas zu beweisen, was Euern Gott anbelangt. Wenn aber einer eine plausble Erklärung bringt, ertönt Euer Ruf "Mach mal!".

Lächerlich!

Im Übrigen wurde der Beweis, dass alle Götter Erfindungen menschlicher Hirne sind, hier schon mehrfach erbracht! Dazu könnte man (so man tatsächlich kann und auch will) mal die Suchfunktion rechts oben bemühen!

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Hier liegt scheinbar ein Missverständis im Bezug auf die Natur des Urknalls vor. Es brauchte keine "Stoffe" die ihn auslösen, es war keine Explosion eines Sprengstoffs. Es war die Ausdehnung unseres Raum-Zeit Kontinuums aus einer Singularität.

Woher diese Singularität kam, ja ob es überhaupt etwas vor dem Urknall gab (wie gesagt, Zeit nam mit diesem seinen Anfang) wissen wir (noch) nicht. Hier bietet die Quantenmechanik mit ihrer Quantenfluktuation eine mögliche Antwort. Man kann hier nun eine wie auch immer geartete Gottheit einfügen, diese Handlungsweise Wissenslücken mit antiken Märchen zu füllen ist allerdings sehr kindisch.

Nur zwei Punkte zu dieser ewigen Debatte:

  • Auch die schlauste und plausibelste Urknallhypothese erklärt bestenfalls das WIE, nie aber das WARUM! Warum ist die Welt entstanden, warum ist das passiert, welches ist die Initialzündung?
  • Atheismus ist genau so wenig eine wissenschaftliche Haltung wie Theismus oder Kreationismus. Die einzige plausible Haltung ist Agnostizismus.


Ich bin Atheistin, aber keine Wissenschaftlerin. Daher muss ich nicht wissen, oder gar erklären können, wie das Universum entstanden ist. Ich bin durchaus bereit zuzugeben "Genau weis ich es nicht".

Dennoch kommt mir alles was ich bisher über den Urknall gelesen/gehört habe wesentlich wahrscheinlicher vor, als das jemand es ich sag jetzt mal "hingezaubert" hat.

Allein schon nach dem Sparsamkeitsprinzip "Es sollte nicht mehr angenommen werden, als nötig ist, um das Datenmaterial zu erklären"

Dabei würde Gott für mich nur die Frage aufwerfen, wo DER denn herkommt.

Wenn die Antwort dann lauten soll "Er war schon immer da" warum sollte die Antwort dann nicht auch lauten "die Elemente/Kräfte waren schon immer da"?

Im Übrigen kann man bei den meisten Elementen mittlerweile nachweisen, wie diese entstehen http://www.usm.uni-muenchen.de/people/saglia/dm/galaxien/alldt/node24.html 

Zu guter Letzt ist es für mich ganz persönlich eine völlig unsinnige Vorstellung, das es einen Gott gegen soll, der einerseits so mächtig ist, das er das Universum geschaffen hat, aber andererseits so unwichtig, das sein "einziges" zutun dazu war, die Grundzutaten bereit zu stellen. Zumal ein allmächtiger und allwissender Gott ja gleich fertige Planeten hätte schaffen können, statt Milliarden von Jahren zu warten...

Denn den ganzen (sorry, aber meine Meinung) Unsinn, der so in den Religiösen Schriften steht, den haben sich Menschen ausgedacht.

Woher die Materie kommt ist die Frage, die mit dem Urknall offen bleibt. Die letzte Hypothese zu diesem Thema, die ich kenne, nennt sich die Annihilation (also Vernichtung) und meint damit die Wechselwirkung zwischen Materie und Anti-Materie. Anti-Materie wurde schon nachgewiesen und sogar künstlich erzeugt - verlässt also den hypothetischen Bereich. Hypothetisch ist deren Wechselwirkung zum Urknall. Sprich, dass das, was wir heute als Materie kennen ein Überbleibsel einer großen Materie-Anti-Materie-Annihilation ist und es ein Ungleichgewicht gab und somit einen kleinen Überschuss an Materie, welche heute unser Universum befüllt. Das ist wie gesagt sehr hypothetisch und beantwortet lange nicht die Frage der Herkunft der Materie. Hier verlassen wir also den wissenschaftlich gesicherten Bereich. Also bleibt diese Frage unbeantwortet, zumindest vorerst.

Das betrachte ich dann aber eher als Agnostiker, weniger als Atheist. Also man hat letztendlich noch keine gesicherten Informationen, also kann man dazu auch entsprechend wenig sagen. Dennoch wird es nun einige geben, die es eher als Atheist sehen oder eher dem noch unbekannten Phänomenen eine Gottheit zuschreiben. Ich persönlich finde, dass jeder seine eigene Meinung dazu haben kann, ich selber aber eher dazu hintendiere, dass es physikalische Antworten darauf gibt - gerade weil es historisch einfach häufig so ist.

Naja wie es nach dem Urknall zur Erde kam, ist ja weitestgehend bekannt. Als sich aus den Elementarteilchen wie Quarks und Gluonen dann Protonen bildeten, sich mit Elektronen dann zu Wasserstoff verbunden haben und dieses Wasserstoff sich dann durch Gravitation anzog und nach Millionen von Jahren dann die ersten Kernfusionsprozessen einsetzten und die ersten Sterne geboren sind, ist ja kein Geheimnis. Sterne fusionierten dann Wasserstoff zu schwereren Elementen (bis Eisen) und dann mit ihrem Ableben die schwersten (das Energieerhaltungsgesetz muss ja berücksichtigt werden, deswegen benötigt man ab Eisen Energie von außen durch den Massendefekt, also musste der Stern erst sterben und kollabieren bzw. eine Supernova erzeugen). Daraus konnten dann Planeten wie die Erde enstehen.

Dennoch bleibt die Frage weiterhin offen: Woher stammt die Materie? Das beantwortet die Urknalltheorie nicht und ist sicher mit das größte Geheimnis des Universums. Vielleicht hilft uns das Verständnis über die Dunkle Energie. Sobald wir sie verstehen, können wir unter Umständen zumindest voraussagen, wie das Universum enden wird. Wer weiß, eventuell gibt sie auch Auskünfte über die Entstehung.

Die meisten Atheisten werden jedenfalls antworten, dass unbekannte Phänomene in der Vergangheit oftmals einer Gottheit zugeschrieben wurden, welche sich aber eben oft mit neuen Erkenntnissen falsifizieren ließen. Daher möchte ich dich (hoffentlich unprovozierend) fragen: Hast du für diese Denkweise kein Verständnis? Warum ist das für dich weniger naheliegend als eine religiöse Sichtweise?

Ich will dir deinen Glauben nicht madig machen (zudem ich unser Christentum auch als kulturell prägend für unsere Region ansehe), ich möchte lediglich fragen, ob man für eine atheistische bzw. agnostische Sichtweise tatsächlich kein Verständnis hat.


Ich selbst kann mir sehr gut vorstellen, dass es richtig ist so zu denken, dass die physikalische Begründung richtig ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass das alles von selbst und zufälligerweise so passiert ist, ist aber extrem gering, und deshalb passt es da doch rein, dass Gott das ein bisschen beeinflusst hat.

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@ftmann

fitman,

Die Wahrscheinlichkeit, dass das alles von selbst und zufälligerweise so passiert ist, ist aber extrem gering, 

Das spielt keine Rolle, weil die "Zeit" erst mit dem Urknall entsteht. Ohne Zeit kann die Natur praktisch unendlich lange warten, bzw. es genügt eine verschwindend kleine Wahrscheinlichkeit.

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@uteausmuenchen

Aus meiner Sicht wäre zumindest logisch, dass einen gewissen Auslöser gab und es einen Grund gibt. Der Gläubige sagt dann, dass dieser Grund Gott ist. Der Agnostiker sagt, er weiß nicht, was der Grund ist, während der Atheist sagt, dass es definitiv keine Gottheit war. Wie immer, wenn um etwas spekuliert werden kann, ist meiner Meinung nach jedem freigestellt was auch immer zu spekulieren, so lange es sich nicht 100 %-ig falsizifieren lässt und man andere Spekulationen nicht abwertig als Schwachsinn abtut. Mir persönlich ist da egal in welcher Richtung - die Argumentation muss aber eben fair bleiben.

Daher stößt du hier ja auch oft auf die Gegenfrage: Woher kommt Gott? Das endet meist immer in eine Art Zirkelbezug (Gott ist schon immer da, weil er ein Gott ist etc.). Sowas lässt sich aber nicht wissenschaftlich darstellen - nicht mal nur rein mathematisch (ich glaube jeder wurde deswegen schon mal von Excel angeschnauzt, weil er die zu berechnenden Zelle in die Formel mit eingerechnet hat^^). Das ist für mich zum Beispiel aber ein logischer Grund zur Gottesspekulation und daher eine berechtigte Frage.

Oh je, eigentlich wollte ich gar nicht mehr so viel dazu schreiben, aber ich glaube meine Sicht ist klar. Freut mich jedenfalls, dass du versuchst objektiv andere Meinungen zu verstehen.

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Hallo ftmann,

Was den Urknall verursacht hat, ist nicht bekannt. Das bedeutet aber auch tatsächlich einfach nur, dass die Ursache unbekannt ist, nicht dass Gott die Ursache ist. Wenn du behaupten möchtest, dass Gott den Urknall verursacht hat, musst du das beweisen. Bis dahin ist er nur deine Meinung bzw. dein Glaube und kann nicht als korrekte Antwort auf die Frage nach dem Grund für die Entstehung des Universums bezeichnet werden.

Erstens gibt es diverse wissenschaftliche Theorien dazu, was den Urknall ausgelöst hat, u.a. aus dem Umfeld der Schleifenquantengravitation und der Stringtheorie.

Und zweitens gilt das Gesetz, dass alles eine Ursache hat, nach unserer Erfahrung für Objekte innerhalb des Universums, die sich nach den Gesetzen der klassischen Physik verhalten. Zu Objekten, die nicht Teil des Universums sind, haben wir kein Erfahrungswissen, bei Objekten aus dem Bereich der Quantenphysik wissen wir, dass hier Dinge ohne Ursache passieren können.

Es gibt also auch keinen Grund, warum der Urknall eine Ursache bräuchte. Er kann einfach so geschehen sein. 

Wie erklärt ihr Atheisten euch die Entstehung der Welt?

Supernovea --> Kollision --> Anhäfung von Materie --> Gravitation --> zieht noch mehr Materie an --> Bums fertig ist die Erde.

Wenn es einen Urknall oder so gab, woher kommen die Stoffe, die ihn hervorgerufen haben? 

Die vier Grundkräfte machen es möglich.

Wenn du von Elementen sprichst, dann hat das was mit Fusion und mit Super Noven zu tun

Ich glaube daran, dass Gott diese Stoffe erschaffen hat.

Faktisch falsch, da die Entstehung der Elemente wissenschaftlich gegen diese These spricht. Daher ist Religion und Wissenschaft auch nicht miteinander vereinbar

Aber wenn es keinen Gott gibt, dann müssen diese "Zutaten" ja schon vorher da gewesen sein.

Falsch.

Durch die extreme Hitze und Druck entstand am Anfang Quarks, dann Neutronen, Elektronen, usw. Bis das leichteste Element Wasserstoff sich formen konnte. Ab da ist es nur noch verbrennen und fusionieren (bis zu Eisen). Alla anderen (schwereren) Elemente entstehen durch den Kollaps eines Sterns kurz vor der Super Nova

woher sind sie gekommen? 

Alle aus Wasserstoff. Ganz ohne einen interstellaren Märchenonkel.

Du siehst "Atheist" offenbar als eine Art Gegenreligion an.

Der Atheist an sich weigert sich aber einfach nur, die Behauptung der Theisten "Gott hat die Welt erschaffen" anzuerkennen. Aus Mangel an Beweisen. Das bedeutet nicht zwingend, dass er eine andere oder bessere Erklärung dafür hat.

Die Frage woher die Materie kommt, beantwortet imho noch am ehesten die Quantenphysik. Bewußter Beobachter, Zusammenbruch der Wellengleichung, Teilchen-Welle Dualismus, usw...

Jedenfalls gehen Atheisten nicht von irgenwelchen Prämissen aus, die erst bewiesen werden müßten. Dazu gehört auch die Annahme dass die Welt entstanden sei. Die Welt hat es vielleicht schon immer gegeben nur anders eben. Es gibt auch die Big-Bounce-Theorie:

https://de.wikipedia.org/wiki/Big_Bounce

Atheist sein ist so eine Sache. Klar glaub ich der Wissenschaft mehr und kann mich mit keiner Religion anfreunden.

Zur Zeit weiß man ja nur einen Bruchteil. Einerseits kann ich mir nicht wirklich vorstellen, dass es nach dem Tod weitergeht, andererseits sollte das ganze ja vllt doch einen gewissen Sinn haben.

Denke erst beim Tod weiß man mehr. Erhoffe das Beste, erwarte das schlimmste, also dass nix mehr kommt.

Erhoffe das Beste, erwarte das schlimmste, also dass nix mehr kommt.

Ich hoffe, dass nichts mehr kommt, dann brauche ich mir nämlich keine Gedanken darüber machen, "was dann ist" und "wie sich das anfühlt" und so weiter und so fort.

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@NoHumanBeing

Mach ich mir zur Zeit eh nicht und wie gesagt, beim Tod " sieht" man weiter.

Bin von Haus aus eigentlich neugierig und Geduld ist auch nicht meine größte Tugend, aber gerade in diesem Fall hab ich viel Geduld......... Pressiert mir nicht, dass ich das jetzt recht schnell erfahren will. Kann noch lange warten. :-)

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@Trogon

Bin von Haus aus eigentlich neugierig und Geduld ist auch nicht meine größte Tugend

Das geht mir ähnlich. :-)

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Also, ich bin Atheist und habe keine konkrete Vorstellung von der Entstehung der Welt. Den Urknall mag es ja gegeben haben, die Entstehung der Welt ist damit aber noch lange nicht erklärt, auch wenn ein gewisser Rahmen damit gegeben ist. Das ist eine ehrliche Antwort darauf. Die vielen Gläubigen, die sich hier zu Wort melden, wissen interessanterweise das ganz genau, wie das alles entstanden ist. Das ist aber unehrlich, denn sie wissen das nicht wirklich, sie glauben das nur.

Glauben ist das Gegenteil von zweifeln und stellt eine Notwendigkeit im Denkprozess dar. Denn würden wir jedes Ergebnis eines Denkvorganges anzweifeln, könnten wir keine für das Leben notwendige Entscheidung treffen. Wir glauben also, dass wir richtig denken und das ist auch gut so. Leider ist das nicht immer richtig, aber das muss es auch nicht immer sein. Es ist ein Irrtum zu glauben, das alles Geglaubte was mit der Wirklichkeit zu tun hat. Dazu fehlt dem Glauben die funktionelle Grundlage.

 

Es gibt keine "Stoffe, die den Urknall"hervorgerufen" haben.

Der Urknall ist passiert, wie und warum ist nicht erklärbar, da der eigentliche Urknall am Beginn von Allem steht. NACH dem Urknall steht die sogenannte Planck-Ära, das ist der kürzest mögliche Zeitraum. Was VOR der Planck-Ära geschah, ist nicht beobachtbar und nicht beweisbar. 

Es gibt Hypothesen und Vermutungen, aber bei KEINER davon spielen irgendwelche "Stoffe" eine Rolle. Was es aber vermutlich gab: Einen Zustand, der nichts mit dem heutigen Universum zu tun hat. Alles was unser Universum ausmacht, entstand mit dem Urknall. Materie, Energie, Atome, Zeit, physikalische Gesetze, einfach Alles.

Und daher kann es auch keine "Stoffe" gegeben haben, die den Urknall auslösten. Und KEINE der uns bekannten "Zutaten" haben vor dem Urknall existiert.

Okay, aber du hast ja selbst geschrieben, der Urknall sei nicht erklärbar. Und Gott passt da doch eigentlich ganz gut rein, oder?

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@ftmann

Wenn in eine Kiste ein Hund rein passt, heisst das dann auch, dass ein Hund drin ist?

Du kannst ja gerne daran GLAUBEN, dass Gott die Ursache des Urknalls ist. Aber BEWIESEN ist das nicht. Die einzig ehrliche Antwort ist, dass die Ursache des Urknalls bisher nicht bekannt ist. Alles andere ist reine Vermutung.

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@ftmann

der Urknall sei nicht erklärbar. Und Gott passt da doch eigentlich ganz gut rein, oder?

Was ist das für ein selten dämlicher Ansatz? 

Wir wissen, dasz wir es zur Zeit nicht erklären können und wissen auch nicht, ob wir es jemals erklären können. 

Das ist genau wie mit Blitzen. Vor 2000 Jahren konnten wir auch nicht erklären, wie Blitze funktionieren und darum gab es Menschen die sagten, da passe doch Thor gut rein. So, 2000 Jahre später können wir Blitze erklären und was ist nun mit Thor? 

Betest Du bei jedem Gewitter zu Thor, nur weil sich vor 2000 Jahren Menschen etwas nicht erklären konnten?

Betest Du bei jeder Gelegenheit zu Gott, nur weil sich seit 2000 Jahren Menschen etwas nicht erklären können?

Gott als Lückenfüller, selten dämlicher Ansatz.

Grusz Abahatchi

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Keine Ahnung. Ich muss nicht auf alles eine Antwort haben, um bestimmte Antworten ausschließen zu können. Ich weiß nicht, wer Jack the Ripper war, aber meine Großmutter war es sicher nicht. Genauso ist es mit Gott und irgendeiner ersten Ursache oder einem Urstoff.

Vielleicht übersteigt die Antwort auf diese Fragen ja den menschlichen Intellekt oder vordert ihn so stark heraus, dass wir noch lange keine zufriedenstellende Antwort haben werden. Der menschliche Verstand entstand durch Evolution und es war bis vor einigen tausend Jahren viel wichtiger, richtig über das mesokosmische Umfeld zu sein. Man musste Freunde von Feinden oder Essen von Gift unterscheiden und technisches Knowhow für Werkzeuge haben. In all dem sind wir ganz gut, wie man an der Existenz deines Computers sieht. Aber schon in der modernen Physik wird es schwierig: Quantenphysik, String Theorie und was es da noch gibt. Und du fragst nun nach dem, was kausal am weitesten zurückliegt oder dem fundamentalsten Baustoff der Welt. Ist es nicht plausibel, dass wir diese Fragen noch viel schwerer beantworten können? Ist es nicht sehr naiv, anzunehmen, religiöse Überzeugungen würden der Wahrheit entsprechen, solange Atheisten keine gute Alternative erklären können?

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