Wie erkläre ich am besten Anarchie?

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3 Antworten

Hi,- Bakunin scheint mir für deine Frage eher eine Sackgasse zu sein.

Fange doch einfach mit der Begriffsabstammung und -bestimmung an. " Griechisch: "An Archos". Wobei die Vorsilbe "An" nicht zwingend als "anti" = "gegen" sondern auch als "ohne" interpretiert werden kann; also "Ohne Gesetz" (Archos). In diesem Zusammenhang wird Gesetz als Machthierarchie / Herrschaft und damit als Ungleichheit = Ungerechtigkeit verstanden weil es beim herkömmlichen Verständnis von Macht immer auch den "Ohnmächtigen" gibt und Gesetze im herkömmlichen Verständnis immer das Mittel zur Herrschaft und im Verständnis des Anarchisten von Mächtigen über Ohnmächtige ist und damit ein Hemmnis auf dem Weg zur Emanzipation des Menschen in der einzigen Beschränkung durch die Gemeinschaft als "gleiches Recht für alle".

Damit impliziert der Anarchismus aber auch eine sehr anspruchsvolle Ethik da der Einzelne Kraft seines aufgeklärten Denkens und seiner Tugend sich so verhalten können muß wie es sonst nur unter Strafandrohung durch ein übergeordnetes Sanktionssystem für machbar gehalten wird. - Hierzu siehe / analysiere das Potential im "Kategorischen Imperativ" von Kant und führe selber einen Diskurs zu der Frage ob dieser als Ziel einer menschlichen Evolution erreichbar ist weil er als "Ultima Ratio" letztlich auch nicht durch Repression aufzuhalten ist oder ob der Mensch in grundsätzlicher Weise diesem Ideal nicht entsprechen und dieses niemals erreichen kann.

Was die praktische Seite deiner Frage betrifft empfehle ich dir eine Beschäftigung mit dem "Anarchosyndikalismus" im spanischen Bürgerkrieg.

George Orwell ("Farm der Tiere" / "1984" und "Mein Katalonien") hat übrigens ebenso auf deren Seite gekämpft wie Ernest Hemingway.

Aber auch eine Analyse der Grundlagen genossenschaftlicher Organisationen gibt einen aktuellen Einblick darin, daß die Idee nicht wirklich tot und utopisch im Sinne von illusorisch ist.

Interessant sind auch Einblicke in eine aktuelle Bewegung die sich Kommunitarismus (nicht Kommunismus) nennt, abgeleitet von Kommune und das ist ja nichts anderes als Gemeinschaft. Bei uns nennen wir Städte ja auch Kommunen und deren Politiker Kommunalpolitiker. Aber mit der ursprünglichen Idee hat das ja wohl nicht mehr viel zu tun. Das ist eher eine Art Begriffsmißbrauch.

Auch die Theorien zu einer gerechten Gesellschaft von John Rawls, einem zeitgenössischen beachteten Philosophen stützen sich auf Grundgedanken eines moralisch emanzipierten, sich selbst kontrollierenden Menschen und damit letztlich auf anarchistisches Gedankengut.

Ich hoffe das waren einige nützliche Anregungen für dich.

Gruß

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Kommentar von CrimeLine
18.05.2016, 23:11

Vielen lieben Dank, für die ausführliche Antwort. Bezug auf Bakunin muss ich nehmen, aber ja nicht ausschließlich, also waren viele nützliche Gedankenanstöße dabei. :)

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Das ist mein lieblingsanarchist

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anarchie ist Gesetzlosigkeit

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Kommentar von DanielJ1978
08.02.2017, 11:47

Verzeihung, aber das ist ausgemachter Blödsinn.

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