Wie erkennt man Taktfehler beim Pferd?

2 Antworten

„Das kommt aber auf den Grad der Zügellahmheit an“, sagt Dr. Heuschmann. Ihm wurde schon ein zügellahmes Pferd vorgeführt, das selbst am Stallhalfter hinkte. An der Longe gehen die meisten Pferde ohne Hilfszügel klar. „Mit kurz geschnallten Ausbindern kann man die Zügellahmheit aber auch an der Longe auslösen“, weiß Dr. Christine Sapper, Tierärztin und Pferdewirtin aus Pforzheim/Baden-Württemberg. In weniger schweren Fällen hilft es deshalb oft schon, einen erfahrenen Reiter mit korrektem Sitz und feiner Hand auf ein zügellahmes Pferd zu setzen. „Ich habe das schon oft bei schlecht gerittenen Schulpferden beobachtet, die auf der Vorhand laufen. Sie fangen an, mit dem Kopf zu nicken, und sehen schließlich so aus, als würden sie lahmen. Sobald man sie vorwärts reitet, ist die Lahmheit verschwunden“, sagt Dr. Sapper. „In den meisten Fällen liegen bei zügellahmen Pferden parallel aber auch massive Rückenverspannungen vor“, beobachtet Dr. Imke Querengässer, Tierärztin mit den Spezialgebieten Physiotherapie und Chiropraktik aus Königsbach in Baden-Württemberg. Deswegen sollte man ein zügellahmes Pferd zuerst auf Rückenprobleme untersuchen lassen. Zügellahmheit tritt in allen Reitweisen auf und auch bei sehr weit ausgebildeten Pferden. „Das Thema ist brandaktuell. Es betrifft Pferde bis in die höchsten Dressur-Klassen, sagt Dr. Heuschmann. Das bestätigt Annette Stevenson, klassische Ausbilderin aus Oberderdingen/Baden-Württemberg, die kürzlich bei einer S-Dressur einen solchen Fall sah. „Bei jedem Tempowechsel zeigte das Pferd Taktfehler, weil die Reiterin zu viel am Zügel zog.“ Es belegte am Ende Platz 3. Der Reiter hat es also in der Hand, ob sein Pferd klar geht oder nicht – auch wenn Zügellahmheit nicht immer mit dem Zügel zu tun hat. „Schuld können außer der unruhigen oder festen Hand auch unausbalancierter Sitz, unpassende Ausrüstung oder Überforderung des Pferds sein“, erklärt Westerntrainerin Brigitte Tönsfeuerborn aus Blomberg/Nordrhein-Westfalen. „Wenn von vorne nach hinten geritten wird anstatt von hinten nach vorne, kommt das Pferd leicht aus dem Takt und sieht aus, als lahme es.“ Häufig zieht der Reiter auch noch unterschiedlich stark an den Zügeln. „Viele haben eine starke rechte Hand, die unbewusst viel fester ist als die linke. Pferde, die auf der rechten Hand zügellahm sind, treten vorne rechts kürzer. Sie suchen die rechte Reiterhand als Stütze“, so Annette Stevenson. Wie stark und ungleich der Reiter am Zügel zieht, kann jeder ganz einfach mit den Zack-Zügelsensoren testen: Die Plastikstreifen im Zügel reißen je nach Stufe bei 2, 4, 7, 10 oder 15 Kilo (siehe CAVALLO 11/2006).

Das ist zwar alles nicht falsch, aber dieser hier herein kopierte Artikel beantwortet nicht die Frage.

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Huhu,

man beobachtet den Gang des Pferdes. Man guckt sich an, wie lange das Pferd jeden einzelnen Huf aufsetzt, wie es die Beine belastet, wie es den Huf aufsetzt, wie es die Beine führt, wie willig es läuft, in welcher Reihenfolge das Pferd die Hufe aufsetzt und ob irgendwo Zeitverzögerungen sind. Man erkennt Taktfehleran auf hartem Boden auch gut am Klang. Es sollte immer verglichen werden, wie das Pferd jeweils auf hartem und weichen Boden gerade und in der Biegung zu beiden Seiten geht.

Taktfehler erkennt man also mit einem guten Blick und Gehör. 

Jeder Pferdemensch sollte immer wenn er die Gelegenheit hat, so oft wie möglich seinen Blick und sein Gehör in der Hinsicht schulen. Die Zeit bringt dann die Erfahrung und macht es leichter Taktfehler und ihren Ursprung zu erkennen.

Liebe Grüße

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