Wie erkennt man den Unterschied zw. auktorialer u. personaler Erzählperspektive?

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1 Antwort

Lies erst mal die Definitionen und Abgrenzungen der Erzählperspektiven durch:

  • In der modernen Literaturwissenschaft unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Erzählperspektiven. Die personale Erzählperspektive ist eine davon, außerdem gibt es noch auktoriale, neutrale und Ich-Perspektive. Der Erzähler schlüpft also in eine oder verschiedene Figuren und erzählt die Geschichte aus deren Perspektive - aber eben nicht in der grammatischen Ich-Form wie bei der Ich-Erzählperspektive, sondern in der 3. Person ("er", "sie").

http://www.buecher-wiki.de/index.php/BuecherWiki/PersonaleErzaehlperspektive

  • Im Unterschied zur personalen, neutralen und Ich-Perspektive gibt es bei der auktoriale Erzählperspektiv einen allwissenden Erzähler, der jedoch nicht mit dem Buchautor verwechselt werden darf. Dieser allwissende Erzähler, der aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten oft auch als allmächtiger Erzähler bezeichnet wird, hält alle Fäden der Geschichte in seinen Händen. Das bedeutet, der auktoriale Erzähler kennt die Handlung, lenkt die Figuren und ihre Gefühle, bestimmt die Orte und legt die Zeitabläufe fest. Er weiß, wie seine Figuren von außen und innen aussehen, kennt ihre Macken, Wünsche und Absichten.

http://www.buecher-wiki.de/index.php/BuecherWiki/AuktorialeErzaehlperspektive

Der Erzähler der personalen Perspektive schlüpft in seine Figuren hinein. Der Erzähler der auktoriale Perspektive tut das nicht. Der auktoriale Erzähler weiß alles und kommt meist nicht selbst in der Geschichte vor, oder erzählt als Außenstehender.

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Kommentar von Shiftclick
27.03.2016, 19:24

In dem Film 'Stranger than fiction' ('Verrückter als Fiktion') mit Dustin Hoffman geht es um den allwissenden Erzähler. Harold hört Stimmen, die das, was er tut und macht immer wieder kommentiert. Der Arzt hält ihn für verrückt, aber Harold denkt, seine Stimme hat nichts mit Schizophrenie zu tun. Schließlich wendet er sich an einen Literaturprofessor (Dustin Hoffman), der ihn aber gleich wieder wegschicken will, weil er mit einem Schizophrenen nichts zu tun haben möchte. Beim Rausgehen sagt Harold ein Zitat dieser Stimme: 'Little did he know that this simple, seemingly innocuous act would result in his imminent death' ('Er konnte nicht wissen, dass diese scheinbar harmlose Handlung seinen baldigen Tod bedeuten würde'). Der Professor stutzt und sagt, dass er eine Kurs über das 'Little did he know' in der Literatur gehalten habe und dass er nur eine Schriftstellerin kennt, die diese Erzählperspektive derzeit verwendet.

https://www.youtube.com/watch?v=c9Rx6xPUwvQ'

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