Wie ergeht es euch: ich stelle nach einiger Zeit schon mal fest, dass Menschen ein Bild von mir haben, was sich gar nicht mit mir als Person deckt?

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5 Antworten

Ja, das kenne ich!

Menschen, die wirklich das Interesse haben, einen richtig kennenzulernen, die auch Veränderungen in den eigenen Gewohnheiten und Wertvorstellungen bemerken und diese kommentieren und mittragen, wenn sie positiv sind, oder warnend begleiten, wenn sie negativ sind, trifft man nur selten.

Die Mehrheit macht sich keine Gedanken über andere und ist damit zufrieden, wenn sie einen in irgend eine "Schublade" stecken kann. Ob es die passende Schublade ist, wird dann schon gar nicht mehr überprüft.

Sich nicht so sehr damit zu beschäftigen, entweder in die Schublade, in die man gesteckt wurde, hineinzupassen, oder denjenigen, der einen hineingesteckt hat, dazu zu bringen, einen in eine andere zu stecken, sondern sich davon unbeeinflusst nach eigenem Dafürhalten positiv weiterzuentwickeln, hilft sehr dabei, von den Menschen mit Schubladendenken unabhängig zu werden.

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Kommentar von PicaPica
21.05.2016, 10:50

Sehr gut gesprochen. Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen.

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Ja klar, das ist vollkommen normal. Es geht ja gar nicht anders. Du kannst dir nur ein Bild von dem Charakter deines Gegenübers machen, das darauf basiert, wie du sein würdest, wenn du so wärest, wie du von deinem Gegenüber aufgrund der bisher beobachteten Verhaltensweisen glaubst, dass er/sie so ist.

Es gibt Menschen, die an ihrem Bild von ihrem Gegenüber auch dann noch festhalten, wenn dieses offen thematisiert, dass es ihm nicht gerecht wird. Das kann an mangelnder Einsicht liegen (daran, dass diese Menschen einfach nicht wissen, dass man mit der Einschätzung einer Person auch dann noch falsch liegen kann, wenn man ihn/sie schon eine Weile kennt) oder an Charakterschwäche (daran, dass sie sich zu bequem sind, ihr Personenschema der Realität anzupassen, weil man dafür im Kopf "umbauen" müsste). Ich persönlich ziehe es vor, mit solchen Menschen nur wenig oder keinen Kontakt zu pflegen und ihnen ihr falsches Bild von mir zu gönnen. Ich weiß es besser und das reicht mir.

Es gibt aber auch Personen, die neugierig auf neue Informationen über andere Personen sind und ein gewisses "Akkuratheitsbedürfnis" haben, also ein Bedürfnis danach, korrekt zu urteilen. Diese Menschen werden ihre Schemata von dir schnell neuen Informationen anpassen und dich anhören, wenn du thematisierst, dass du den Eindruck hast, dass ein falsches Bild von dir entstanden ist. An diese kannst du dich halten und wirst dann wahrscheinlich sehr gute Freundschaften mit ihnen aufbauen können.

Du solltest aber auch nicht vergessen, dass man nicht nur falsche Fremdbilder, sondern auch ein falsches Selbstbild haben kann. Wenn du eine Diskrepanz feststellst zwischen deinem Selbstbild und dem Bild, das eine andere Person von dir zu haben scheint, solltest du immer auch in Erwägung ziehen, dass möglicherweise dein Selbstbild falsch ist. Das könnte dann ein guter Ansatzpunkt sein, um deine tatsächliche Persönlichkeit deinem "Ich-Ideal" weiter anzunähern.

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So ist die Gesellschaft heutzutage eben. Kurzlebig, oberflächlich und unaufmerksam. Daran wird man kaum etwas ändern können, ist eben der berühmte Zeitgeist. 

Mir wäre es anders auch lieber aber das einzige was man machen kann ist hoffen, ein paar Leute zu finden die auch hinter die Fassade blicken können und wollen. Ansonsten so wenig Gedanken wie möglich darüber machen, da es einfach nichts bringt ;)

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Kommentar von Sirias
21.05.2016, 05:48

Aber es schmerzt schon, wenn man in Beziehungen investiert hat und so missverstanden wurde.

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Kommentar von Janiela
21.05.2016, 09:56

Das liegt nicht am Zeitgeist. Innerhalb der letzten dreihundert Jahre in Europa war das jedenfalls immer so. Ich vermute, dass das auch schon vor viertausend Jahren so war.

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Andere Leute sehen einen selten, wie man ist. Hinzu kommt, dass man sich selbst auch schwer so sehen kann, wie man ist. Da vermischen sich Wunschvorstellung und tatsächliche Ausstrahlung und Handlung.

Das fängt schon beim Aussehen an. Du siehst Dich garantiert anders, als Dich andere sehen.

Wer aber kein Interesse daranhat, Dich richtig kennenzulernen und sich lieber vorschnell ein eigenes Urteil bildet, auf den kann man verzichten.

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" Die Leute sehen einen nicht, wie man ist, sondern wie sie meinen, wie man ist. " Irgendwie scheint mir dieser Satz nicht ganz stichhaltig zu sein. Eine Person bildet sich also eine Meinung über dich und die ist deiner Meinung nach nicht konform mit der Meinung welche Du selbst von dir hast und ergo so bist Du der Meinung, das diese falsch ist, das muss aber nicht unbedingt der Fall sein respektive nicht in allen quasi Punkten der Fall sein. Allerdings vermute ich, das es dir primär darum geht Menschen zu finden, welche dir zwar ihre Meinung über dich oder über was auch immer mitteilen, dich aber auch nicht versuchen sozusagen mit Gewalt umzukrempeln sprich auch bereit sind kleinere Fehler welche auch sie letztendlich haben bei dir zu akzeptieren, als eben einen Teil von dir.



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Kommentar von Sirias
21.05.2016, 09:47

Es geht darum, dass man verstanden wird. Dass z.B. die eigenen Werte, die man hat auch so erkannt werden. Wenn ich beispielsweise eher geistig orientiert bin, der andere aber eher materiell, dann wertet er dies aus seiner materiellen Perspektive und meint dann etwas über mich zu wissen. Er erkennt dann aber z.B. nicht, dass es mir um etwas ganz anderes geht, sondern nimmt die Sicht ein, die er hätte in meiner Situation. Das als Beispiel.

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