Wie erfolgt die Berufsausbildung von Blinden?

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2 Antworten

reguläre Ausbildung in der freien Wirtschaft sind für blinde oder sehr stark sehbehinderte Menschen schwierig zu realisieren, das hast Du richtig erkannt.

Um ihnen bzw. überhaupt schwerbehinderten Mensch trotzdem die Möglichkeit einer passenden Ausbildung zu geben, gibt es Berufsbildungswerke.

Diese sind  darauf spezialisiert & dort stehen dann z.B. die passenden Lernmittel in entsprechender Form (Theorie: Blindenschrift, Audio // Praxis: angepasste Arbeitsplätze) zur Verfügung.

Jeder Beruf ist in dieser Form natürlich nicht machbar & auch regional muss man flexibel sein. Ich komme aus BaWü & hier gibt es meines Wissens 2 Berufsbildungswerke, die Ausbildungen für Blinde / Sehbehinderte anbieten. Für taubstumme Menschen sieht es ähnlich aus.

Man muss dann für die Ausbildung von zu Hause weg & lebt im Berufsbildungswerk in einem Internat / einer Wohngruppe.

Das ganze ist natürlich ziemlich kostenintensiv & wird staatlich gefördert, mit dem Ziel, dass die Menschen irgendwann selbst ihren Lebensunterhalt verdienen können.

Ähnliche Angebote gibt es davor schon im schulischen Bereich. Es gibt z.B. spezielle Schulen für Sehbehinderte mit Internatsunterbringung.

Wie es im Bereich "Studium" laufen kann, da fehlen mir die Infos. Ich weiss aber von Bekannten, die einen Sehbehinderten an der Fachhochschule hatten, dass dieser z.B. die Erlaubnis hatte die Vorlesungen aufzunehmen & der Dozent ein entsprechendes Mikro tragen sollte.

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mechanicalman 09.01.2016, 23:31

Herzlichen Dank für deine Antwort. Zum Hintergrund meiner Frage kannst du in meinem Kommentar auf kordelys Antwort lesen.

Dass sich Berufsbildungswerke der Blinden-Ausbildung zentralisiert annehmen, klingt zunächst toll. Doch genau betrachtet ist es doch gerade für sehbehinderte kein vollkommener Gefallen. Ich habe gelesen, dass Blinde ein möglichst gleichbleibendes räumliches Umfeld bräuchten. Da sie aber immer ihrer Ausbildung "hinterherziehen", müssen sie sich ja annähernd im 4-Jahresrhytmus auf ein neues Umfeld einstellen.

Außerdem muss die Frage (an die Politik) gestattet sein, warum sich die vielen staatlichen Stellen/Behörden/Berufsschulen nicht - wie bei jedem anderen Auszubildenden auch - auf die Bedürfnisse ihrer Auszubildenden einstellen. Wo ein ausgebildeter Blinder arbeiten kann, kann er doch bestimmt auch ausgebildet werden. Das wäre dann echte Inklusion. Und in der Geistesleistung stehen Blinde den Sehenden doch in nichts nach...

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Ja, Blinde können auch studieren. Sie lernen mit Sehenden. Sie haben Schreibmaschine für Punktschrift, so können sie mitschreiben. Auf dem Rechner haben sie Programme, die ihr die elektronische Skripte vorlesen (Screenreader-Software).
Gedruckte Bücher können mit einem Scanner und einer Texterkennungssoftware gelesen werden.

Ausbildung kenne ich nicht.

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mechanicalman 09.01.2016, 23:19

Deine Antwort ist ein echter Lichtblick! Ich möchte eine Kooperation zwischen "meinem" Sportverein und einer Blindenschule (wir haben eine ganz in der Nähe) aufbauen, um den Schülern am Ort Ihrer Schulausbildung auch eine langfristige leistungssportliche Entwicklung vor Ort zu ermöglichen. Dies geht nur, wenn nach der Schulzeit auch eine Weiterqualifikation vor Ort möglich ist. Hierfür such ich nun Partner und brauche dafür etwas Inspiration. Ein Studium ist bei uns vor der Haustür möglich.

Liege ich dann richtig, dass die Studiengänge aus den Geistes-, Human und Rechtswissenschaften sowie Philosophie und IT generell gut geeignet sind, da hier die Wissensvermittlung überwiegend durch geschriebenes oder (vom Dozenten/Professor) gesprochenes Wissen stattfindet?

Und liege ich richtig, dass MINT-Fächer (mit der Ausnahme IT) ausscheiden, da hier viel mit grafischen Darstellungen gearbeitet wird?

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