Wie entsteht ein Krampf im Nervensystem?

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2 Antworten

Hi, ein Krampf geht eigentlich eher mit einer Vielzahl von Erregungen (Aktionspotenzialen) einher, also einer hohen Erregungsrate oder wie du schon sagst Aktionspotentialfrequenz an der motorischen Endplatte der Muskelfasern. Dies veranlasst den Muskel dazu unkontrolliert zu zucken oder zu verkrampfen. 

Wenn die Erregungsrate steigt, steigt auch die Kontraktionskraft des Muskels. Ein Aktionspotential ist zeitlich viel kürzer, als die mechanische Antwort des Muskels. Wenn während der Zuckung einer Muskelfaser (durch ein Aktionspotential) bereist ein weiteres AP reinkommt, kommt es zu einer Überlagerung und "Summation", d.h. die mechanische Antwort des Muskels nimmt durch zahlreiche Aktionspotentiale zu. Das kann man jetzt solange betreiben, bis ein sog. Plateauwert für den Muskel erreicht ist. Dann ist die Kontraktionskraft des Muskelkrampfs maximal. Wenn man z.B. die Erregungsrate von 8 auf 30 pro Sekunde steigert, geht der Muskel in einen sog. "vollständigen Tetanus" über.

Ein Überfluss an Transmittern würde tendenziell zunächst Zuckungen und Krämpfe auslösen können. Eine "Dauerdepolarisation" der motorischen Endplatte hingegen (wie du weiter sagst), lässt keine Erregbarkeit des Muskels mehr zu. Das wäre dann eine Inaktivierung des Muskels bzw. eine Lähmung, kein Krampf. Soetwas nennt man einen Depolarisationsblock. Acetylcholin-ähnliche Substanzen können soetwas auslösen, da sie nicht so schnell wie Acetycholin wieder abgebaut werden und Acetycholin solange imitieren, das wäre z.B. bei Succinylcholin der Fall  http://flexikon.doccheck.com/de/Suxamethoniumchlorid Die Zustände Zuckungen, Krämpfe und Lähmung könne auch ineinander übergehen. Gruß, Cliff

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CliffBaxter 19.07.2017, 09:43

Edit: 

Ein dauerhaftes Überangebot an Acetylcholin an der motorischen Endplatte führt letztlich zu einem Block durch Dauerdepolarisation. In diesem Zustand können keine weiteren Aktionspostentiale merh gebildet werden. Eine Repolarisation erfolgt nicht mehr. Man muss hier offenbar die Konzentration von ACh und den zeitlichen Verlauf im Auge haben.

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viele Aktionspotenziale trifft es nicht wirklich.Es bedeutet mehr, dass dauerhaft ein Aktionspotenzial auftritt und sich die Kanäle nicht mehr schließen.

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