Wie entstehen Sekten?

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7 Antworten

Sekten als Abspaltungen bestehender Religionen oder als neue Glaubensgemeinschaften entstehen meistens durch Gründung. Das heißt, es gibt einen Religionsstifter, in aller Regel ist dies ein Mann, der sich überlegt, eine Glaubensgemeinschaft um sich zu scharen. Er entwickelt eine Ideologie, wozu er auch häufig ein Buch schreibt, das seine Anhänger alle lesen und verinnerlichen sollen. Dann geht er missionieren.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass eine Gruppe von Menschen ohne charismatischen Anführer sich von einer Religion abspaltet, weil sie divergierende Glaubensströmungen herausgebildet haben.

Deiner Definition gemäß, wäre jede religiöse Gruppe als Sekte zu bezeichen, inkl. der großen Kirchen. Denn sie alle sind auf einen Gründer zurückzuführen, der eine eigene Ideologie erfand oder eine bereits bestehende aufgriff...

Diese Definition ist stark veraltet und nur aus theologischer Sicht zu sehen. Dabei ist sie aber in sich selbst sinnfrei, weil es an Bedeutung verliert, wenn man jeden so bezeichnen kann.

HIer die korrekte Definition.

Gruppen oder Organisationen, die psychologisch subtilen Techniken der Bewusstseinskontrolle einsetzen, um Menschen in ihre Abhängigkeit zu bringen, werden in der Umgangssprache als Sekten bezeichnet. Diese Bewusstseinskontrolle ist der kleinste gemeinsame Nenner dieser Gruppierungen, die Art und Weise ist sehr unterschiedlich.

Sekten-Merkmale: Führerperson, Heilsversprechen, Abhängigkeit, Feindbilder, Abschottung, Gruppendruck

Scientology, VPM (Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis) oder Landmark Education bezeichnen sich als "Psychogruppen" – aufgrund ihres therapeutischen Anspruchs.

Die Sektenlehre gibt Antwort auf alle bedrängenden Fragen. Ein Nichtmitglied weiß wenig, ein Mitglied fast alles. Die lehrmäßige Klarheit gewährt emotionale Sicherheit.

Das Sektenmitglied gehört zu einer religiösen Elite, Sektenzugehörigkeit steigert das Selbstwertgefühl.

Die Sekte versucht, moderne Menschen in ein angeführtes Kollektiv zurückzuführen. Kritikfähigkeit wird systematisch verdrängt. Es wird kritiklose Identifikation verlangt. Die Angst der Mitglieder wird hemmungslos geschürt. Angstbesessene Leute verzichten gerne auf Kritik. Der Totalitarismus einer Sekte wird rituell gestaltet. Jede Sekte inszeniert Opfer, übt radikale Opferbereitschaft. Geopfert werden Geld, Beruf, bisherige Beziehungen, Anspruch auf Privatleben, Kritikbereitschaft, Individualismus, bisheriger Name, persönliche Kreativität.

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@brunf

Mein Anspruch war nicht, eine Definition des Begriffs "Sekte" aufzustellen, sondern die Frage zu beantworten, auf welche Weise eine Sekte entstehen kann. Dass auch andere Gruppen, speziell Religionen, auf diese Weise entstehen können, habe ich dadurch nicht ausgeschlossen.

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Lese z.B. über Luther nach. Die Sekte der Lutheraner (heute evangelische Kirche) spaltete sich nämlich von der röm. kath. Kirche ab. So oder ähnlich passiert dies bei anderen Sekten (besser ist der Ausdruck neureligiöse Gemeinschaften) heute immer noch. Ausnahmen bilden okkulte Vereinigungen, Psychosekten oder einfach als Kirchen getarnte Organiosationen - denen es meist ums liebe Geld oder Macht statt den Menschen geht.

Das ist gar nicht mal so schwierig, denn sie entstehen genauso wie Religionen.

Ein oder mehrere intelligente Menschen wollen Macht über andere Menschen haben oder einfach nur reich werden. Also erfinden sie eine komplexe Geschichte, die sie mir rhetorischen Mitteln, Zirkelschlüssen und vor allem Heilsversprechen an den Mann bringen.

Das einzige Ziel einer Sekte ist Geld und Ruhm. (Genauso wie bei Religionen eben).

Die meisten Sekten entstehen durch eine "charismatische" Gründerpersönlichkeit. Sie verstehen sich als Sprachrohr Gottes und als sein auserwähltes Werkzeug. In vielen Fällen sprechen sie sich göttlichen Ursprung und göttliche Eigenschaften zu. Eigenbrödelei, Rechthaberei, Herrschsucht, Unbussfertigkeit und spekulative Veranlagung spielen als Charaktereigenschaften eine wichtige Rolle. Auch Ideologien, Philosophien, Fremdreligionen und okkulte Einflüsse wirken bei der Entstehung von Sekten mit.

Sekten arbeiten mit einem Bündel von psychologischen Überzeugungstechniken, die hochwirksam sind, aber in der Hand des gewissenlosen Quacksalbers zu einer Gefahr werden. Trance, Hypnose, Revision der persönlichen Lebensgeschichte, emotionale Manipulation und Gruppendruck, das sind die Mitte um Macht über Persönlichkeiten zu erlangen. Jedes Individuum neigt dazu, sich in fixierten Verhaltensmustern zu bewegen. Diese Verhaltensmuster stellen eine Art "gelerntes Sozialverhalten" dar, mit dem wir uns in der Welt bewegen. Werden diese Verhaltensmuster nun von Manipulatoren missbraucht, so bemerkt das der Betroffene kaum.

Man kann die unzähligen Taktiken mit denen Manipulatöre arbeiten, in sechs Kategorien zuordnen, von denen jede auf einem psychologischen Prinzip beruht, das das menschliche Verhalten steuert. Diese sechs Prinzipien sind folgende

  1. Konsistenz: Wir versuchen unser früheres Verhalten zu rechtfertigen.
  2. Reziprozität: Wenn uns jemand etwas gibt, dann versuchen wir, in derselben Münze zurückzuzahlen.
  3. Außenorientierung: Wir versuchen festzustellen, was andere Leute für korrekt halten.
  4. Autorität: Wir haben ein tiefsitzendes Pflichtgefühl gegenüber Autoritätsfiguren.
  5. Zuneigung: Wir gehorchen Menschen, die wir mögen.
  6. Knappheit: Wenn wir etwas haben wollen, kann man uns Angst machen, es könnte weg sein, wenn wir zu lange warten. Die Gelegenheit, es zu bekommen, kann vorbei sein. Wir wollen es jetzt -- was immer das Angebot sein mag, von einem beliebigen Gegenstand bis zu kosmischem Bewusstsein.

HIer findest du ein Beispiel, das du anführen könntest: http://irrglaube.parlaris.com/ftopic6889.html

Hier findest Du etwas zur Entwicklung http://www.sektenwatch.de/drupal/sites/default/files/files/Phasenmodell.pdf

Es gibt vielfältige Gründe und Faszinationsmechanismen, die den Einzelnen dazu bewegen, sich einer solchen Gruppe anzuschließen oder Hilfe vom „Markt“ der Sinnsuche und Lebenshelfer zu erhoffen.

Hier findest Du eine umfassende Zusammenstellung über mögliche Beitrittsmotivationen und Wirkungsmechanismen:

sektenwatch.de/drupal/node/5

Folgende Punkte haben sich als mögliche Ursachen herauskristallisiert:

Geborgenheitsverlust mit einem Verlust an persönlichen Bindungen und damit die Suche nach Geborgenheit bei Gleichgesinnten.

Zukunftsverlust durch Verlust persönlicher Sicherheit und scheinbar unlösbarer Probleme der gesamten Menschheit (z.B. Globalisierung, Umweltprobleme, Arbeitslosigkeit, Kriege)

Sinnverlust wegen fehlender Antworten auf die Fragen nach dem eigentlichen Lebenssinn und damit verbunden die Suche nach Sinngebung und einer überzeugenden Botschaft.

Klassische Institutionen haben an Bindungswirkung und Vorbildfunktion verloren.

Die persönliche Suche nach Spiritualität und Erfahrung des „eigenen wahren Selbst“.

Persönliche Krisen, wie zum Beispiel Todesfälle, Scheidung, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder gesundheitliche Probleme.

Meinst du jetzt Insekten oder richtig geschrieben SEKTEN...???

Also Insekten siehe Biobuch und bei Sekten...

Es muss ein Angebot bestehen in dem irgendwer meint was nicht so ganz astreines zu fabrizieren... naja und dann gesellen sich Leute hinzu... die das total klasse finden und sich nicht so weitere Gedanken dazu machen, machen wollen... oder die sich keine Gedanken zu machen können ... wenn der Anbieter geschickt ist... oder nur mit Bauernschläue daher kommt...

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