Wie entstehen Resistenzen bei Antibiotika?

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6 Antworten

Eine wichtige Ursache für Resistenzentwicklungen ist die unkritische Verschreibung von Antibiotika.

Beispielhaft sei die Verschreibungspraxis bei Bronchitis, obwohl nur etwa fünf Prozent der Hustenerkrankungen auf Bakterien zurückzuführen sind, der Rest wird durch Viren verursacht. Da Antibiotika nicht gleichzeitig gegen Bakterien und andere Keime wirken können, sind sie hier meist wenig hilfreich.

Im Gegenteil, durch den wiederholten und breiten Einsatz werden resistente Mikroorganismen gezüchtet. Bei einem echten Bedarf wirken die Antibiotika dann nicht mehr. Antibiotika sollten deshalb nur eingesetzt werden, wenn sie eindeutig indiziert sind.

Dies gilt zum Beispiel für eine bakterielle Lungenentzündung oder fieberhafte Harnwegsinfektion.

Die Therapie muss bei einem Ansprechen konsequent zu Ende geführt werden, da oft jedoch die klinische Besserung der Symptome schon schnell eintritt, verzichten Patienten darauf die Medikamente bis zum Ende einzunehmen.

Dies betrifft insbesondere Antibiotika, die über die Länge der Einnahmedauer wirken und beispielsweise wie Penicillin bei Scharlach über zehn Tage genommen werden müssen.

Ein weiterer kritischer Punkt ist der unzureichende Abbau von Antibiotika im Körper. Dadurch gelangen Antibiotikareste ins Abwasser und Bakterien bilden Resistenzen in den Abwasserkanälen bzw. Kläranlagen infolge des Selektionsdrucks aus!

LG Doc.

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Kommentar von Bruven87
24.02.2017, 19:52

Ihre Antwort(en) haben mir sehr geholfen, danke dafür.

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Wenn ein Antibiotikum zu kurz genommen wird, überlebt ein Teil der Bakterien. Und zwar überleben die, die durch Mutation oder aus sonstigen Gründen stärker waren als das Antibiotikum. Die vermehren sich dann und es entsteht eine gegen dieses Antibiotikum resistente Bakterienpopulation.

Wenn man das immer wieder macht, hilft einem irgendwann kein Antibiotikum mehr. Beispielhaft dafür ist Günter Strack, ehemals ein beliebter Schauspieler. Der hat extrem viel Hühnchen gegessen, die mit Antibiotika vollgestopft waren. Natürlich war die Restmenge im Fleisch nicht stark genug, um alle Bakterien bei Infektionen zu töten. Er hat sich also ohne es sich klar zu machen systematisch gegen alle Antibiotika resistent. Er starb an einer Infektion, weil kein Antibiotikum bei ihm mehr gewirkt hat.

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Resistenzen gegen Antibiotika können rein zufällig als Mutation der Bakterien entstehen. Das geschieht zwar verhältnismäßig selten, gibt diesem Bakterium aber einen gewaltigen Vorteil, so dass es sich ohne den Risikofaktor des Antibiotikums leichter Vermehren kann und seine Antibiotikaresistenz so "vermehren" kann. Außerdem können  Bakterien untereinander über Techniken wie "Transformation", "Transduktion" und  "Konjugation" genetische Informationen austauschen. Dadurch verbreitet sich die Antibiotikaresistenz auf den Bakterien tendenziell sehr schnell. 

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Kommentar von Bruven87
24.02.2017, 19:53

Eine weitere Antwort die ich so im Internet nicht gefunden hätte, vielen Dank!

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Indem die Bakterien sich durch evolutionäre Mechanismen so entwickeln, dass die Antibiotika ihnen nichts mehr anhaben können.

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