Wie entstehen psychische Erkrankugen?

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6 Antworten

Die Ursachen psychischer Erkrankungen sind vielfältig. Darum ist es auch oft gar nicht so einfach, diese tatsächlich zu ergründen.

Man unterscheidet grundsätzlich erstmal zwischen körperlichen und psychischen Faktoren. 

Zu den körperlichen Faktoren zählen unter anderem eine genetische Veranlagung, Stoffwechselveränderungen im Gehirn, Veränderungen im Hormonhaushalt (insbesondere in Bezug auf die Schilddrüse) sowie der Mangel bestimmter Stoffe im Blut wie Eisen oder Vitamin D.

Das alles sind Ursachen, die auf den Körper zurückgeführt und durch Medikamente (keine Antidepressiva) auch sehr gut behandelt werden können. Man muss sich in diesem Kontext aber auch vor Augen rufen, dass körperliche Ursachen immer auch einen unmittelbaren Effekt auf die Psyche haben können.

Zu den psychischen Faktoren zählen belastende Lebensereignisse und soziale Probleme, zum Beispiel eine schwere Kindheit, problematische Familienbeziehungen oder auch Gewalt in der Familie. Solche vor allem in der Kindheit verstörende Ereignisse können der Auslöser für psychische Störungen sein, auch als Langzeitfolge. Solche Störungen sind dann durch Medikamente selten wirklich behandelbar, sondern bedürfen einer meist langzeitigen Psychotherapie. 

Oft ist das dann aber auch auf eine mehr oder minder körperliche Ursache im Gehirn zurückzuführen, die sehr oft der Auslöser für Depressionen beispielsweise ist, nämlich ein Mangel an Botenstoffen wie Serotonin, Noradrenalin oder Dopamin - und das ist die "Depressionsart", die mit Antidepressiva behandelt wird.

Bei Krankheiten wie Psychopathie zum Beispiel liegen die Gründe im Gehirn und den verschiedenen Gehirnregionen, die teilweise geschädigt sind und einige Fehlfunktionen haben. Das ist bei Persönlichkeitsstörungen oft der Fall.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man nichts allgemeines sagen kann. Die Gründe und Ursachen psychischer Krankheiten sind so zahlreich, dass es einfach nicht möglich ist, sie alle zu nennen, zudem noch nicht mal alle Ursachen hinreichend erforscht sind.

Die Psyche des Menschen ist eben in manchen Dingen doch noch unerklärbar.

LG Willibergi

Ich kann dir nur erklären wie Depressionen enstehen (soweit dies möglich ist).

Depressionen gehören zu den meist diagnostizierten psychischen Erkrankungen überhaupt. Dabei gibt es bezüglich der Entstehung zwei Erklärungsmodelle, welche sich allerdings nicht wiedersprechen.

Das neurobiologische Erklärungsmodell geht davon aus, dass Depressionen die Folge eines Ungleichgewichts bzw. Mangels gewisser Botenstoffe sind. Im Zentrum steht dabei der Neurotransmitter Serotonin. Serotonin ist für die Gefühlsregulation des Menschen zuständig, also ein sogenanntes "Glückshormon". Folglich führt ein Mangel an Serotonin zu einer depressiven Verstimmung und in krankhaften Fällen sogar zur Depression selbst.

Auch häufig wird der Botenstoff Noradrenalin erwähnt. Er ist vor allem für den Antrieb des Menschen zuständig. Ein Mangel führt folglich zur Antriebslosigkeit, eines der häufigsten Symptome einer Depression.

Diese These wurde bis heute nur in Tierversuchen belegt, allerdings auch nicht wiederlegt. Zu recht wird daran gezweifelt, ob es sich nur um das Serotonin und das Noradrenalin handelt. Klar ist, dass diese Botenstoffe einen Einfluss haben, denn bei einigen Menschen wirken Medikamente (Antidepressiva), welche dieses Ungleichgewicht beheben. Bei anderen Personen hingegen wirken Antidepressiva nicht. Dies zeigt, dass die Forschung bei weitem noch nicht abgeschlossen ist.

Das psychologische Erklärungsmodell versucht zu ergründen, warum es zu diesem Ungleichgewicht der Botenstoffe kommt. Häufig wird eine genetische Disposition (Veranlagung) genannt. Man hat in Studien herausgefunden, dass Menschen mit einer starken Familienamnese (familiäre Vorbelastung) häufiger von Depressionen betroffen sind als jene, die keine Vorfahren mit Depressionen hatten. Die genetische Veranlagung kann mehr oder weniger ausgeprägt sein, je nachdem braucht es auch mehr oder weniger exogene (von aussen kommende) Faktoren.

Als exogene Faktoren werden vor allem Stress, Traumata und Betäubungsmittelmissbrauch erwähnt. Treffen kann es im Prinzip jeden, doch bei Menschen die vorbelastet sind braucht es ensprechend weniger exogene Faktoren als bei denen, die keine Vorbelastung haben.

Hoffe konnte bisschen weiterhelfen...

Durch Traumata, schlechte Erlebnisse, Unfälle, Krankheiten, Verluste, ...
Mir wurde mal gesagt, es steckt auch ein wenig in den Genen. Aber vererbbar als Krankheit ist es nicht.

studiogirl 28.06.2017, 20:19

Das hast du treffend beschrieben...

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SunnyLaSun 28.06.2017, 21:50

Dankeschön. :) eine gute Freundin befindet sich in einer ähnlichen Situation... Daher habe ich mich mit dem Thema ein wenig beschäftigt...

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Ich bin sehr überzeugt davon, dass es meist an den Umwelteinflüssen liegen wird.

Sofern jemand in einer eher guten Umgebung aufwächst, wo es klare gute und verständliche Regeln gibt, sollte alles eher gut passen und bei Problemen wird darüber gesprochen.

Das kapitalistische System finde ich problematisch - weil da eben oft noch nicht so gut kommuniziert wird bei Problemen und weil es Menschen gibt die von Unrecht profitieren und das so beibehalten wollen... Dadurch ist man öfter mal wo ein wenig ausgeliefert und kann wenig dagegen unternehmen - was sich dann nicht gut auf die Psyche - das allgemeine Wohlbefinden auswirkt. 

Also, da kann ich dir sagen, dass beides möglich ist. 

Es gibt auch Menschen, die das erben, allerdings wird dies manchmal erst durch Umwelteinflüsse ausgelöst. Und genau bewiesen wurde das auch nicht. Hauptsächlich geht man von Umwelteinflüssen aus. 

Die tatsächlichen Auslöser können nur die wissen die Krank sind! Jeder erlebt es anders!

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