Wie entstehen eigentlich Gefühle?

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4 Antworten

Hallo Dadididischatzi,

wir können die Gefühle auf mindestens zwei Ebenen betrachten: auf der menschlichen und auf der biologischen Ebene. Die letztere ist eher die technische, die erste die der Anwendung (in Analogie, wie bei einem Computer).

Auf der biologischen Ebene laufen neuronale und chemische Prozesse in Gehirn und anderen Organen ab, die dann das verrichten, was wir auf der menschlichen Ebene brauchen oder wollen.

Auf der menschlichen Ebene entstehen immer Gefühle in Wechselwirkung mit etwas oder jemand anderen. Wir haben eine Wahrnehmung von etwas oder jemandem, die ganz rational ist (Daten). Diese Wahrnehmung löst in uns aber auch noch Assoziationen aus, die wir mit Adjektiven, mit Attributen (schön, super, eklig, grausam) umschreiben. Und hier kommen wir in den Welt der Gefühle.

Wie sehen schon an den Beispielen, es gibt gute Gefühle, es gibt schlechte Gefühle.

Sehr wichtige Gefühle sind die, die wir gegenüber anderen Menschen hegen. Das beginnt im Guten mit Sympathie, Freundschaft und mag in Partnerschaft enden. Im Schlechten mögen wir jemanden ignorieren bis abgrundtief hassen.

Es ist auch nicht unser Kopf, der mit komplexen "Algorithmen" die Gefühle zu Weg bringt, es ist - bildlich gesprochen - unser Herz. Klar, es ist nicht die "Blutpumpe", es ist schon technisch ein Mechanismus im Kopf - aber es ist etwas anderes als der Verstand, die Vernunft, die Ratio, die auch technisch im Kopf betrieben wird.

Das Herz übernimmt einige Daten von dem, was wir erleben oder sehen, von anderen Menschen, verbindet es mit anderen gespeicherten Daten - und es entsteht ein Gefühl. Je mehr gefühlsrelevante Daten vorliegen (die nicht notwendigerweise von der Vernunft bearbeitet werden müssen), um so intensiver können sich Gefühle ausprägen.

Am prominentesten ist vielleicht die Liebe. Sie ist vollkommen in der Welt der Gefühle zu Hause. Sie ist aber auch eine Art Philosophie: wer liebt, der schenkt sich selbst dem oder der Geliebten. Diese Philosophie kommt jetzt mit Daten über einen anderen Menschen zusammen - und wir lieben diesen Menschen; während wie vielleicht andere Menschen weder lieben noch nicht lieben.

Betrachten wir z.B. einen Terroristen, der mit eine Bombe einige Hundert Menschen umbringt. Wir haben diese Daten zur Hand. Wir haben in unserer eigenen "Datenbank" das Verwerfliche einer solchen Aktion (einfach gesprochen). Und schon entsteht daraus z.B. Hass - oder das Bedürfnis, den Menschen in seiner Einstellung umzustimmen, nicht mehr militant sondern politisch vorzugehen.

Haben wir keine Daten - oder passen irgendwelche Daten nicht auf unseren eigenen Datenbestand, ist uns vielleicht ein Mensch eher gleichgültig. Dann mag die Vernunft kommen, und diesen Menschen als "ok" schreiben - und wir können eine einfache Sympathie enwickeln, in dem wir jetzt noch mehr Daten zulassen, als wir vorher gewollt waren, zuzulassen.

Es kann auch sein, dass wir jemanden sehr sympathisch finden - plötzlich aber Daten vorliegen, unter denen er nicht in unser "Weltbild" passt. Dann kann sich die Gefühlswelt plötzlich umkehren - aber genauso gut auch auf dem umgedrehten Weg.

Kommen wir nochmals zur Liebe zurück. Unter ihr entstehen so starke Gefühle, u. a. auch das Bedürfnis und das Empfinden, mit dem geliebten Menschen zu verschmelzen. Und da gibt es einige "Hardware-Funktionen", die diese Gefühle unterstützen, und wieder rein "physikalisch" Gefühle herbeiführen.

Es ist eine recht komplexe Sache - und ich konnte das Ganze vielleicht nur teilweise anreißen.

Viele Grüße EarthCitizen

können aus einer Affäre heraus enstehen, oder aber wenn man öfter beruflich mit jemanden zu tun hat, den man regelmäßig sieht, ist mir schon drei Mal passiert. in jedem Fall muss es nicht immer mit Äußerlichkeiten zu tun haben!

LG

Gefühle sind die Treibkräfte der Menschen, sie sind einfach, primitiv, unberechenbar..., Die Gefühle anderer verstehen wir als Information die wir durch äußerliches Verhalten wahrnehmen. Sie lassen sich begrenzt kontrollieren, soviel über Gefühle im Sinne von Emotion.

Anziehung ist etwas anderes, vielmehr bestimmt durch Kognition und Perzeption als durch Emotion. Wir finden denjenigen sympathisch der unserer Vorstellung nach entspricht, und unserem Schema die wir gemacht haben... als wir jemanden für gut und vorteilhaft hielten. Mit Kombination der Nähe und Zeit intensivieren sich die Gefühle ( man braucht die Person mehr als bloß für "das", wenn man damit kombiniert dass der Mensch Kontakte braucht), und man integriert diese Person in seinem "Leben", als Vorstellung.

Soviel von mir... :-D Gruss,

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