Wie entstanden folgende Neuschöpfungen?

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10 Antworten

Das ist ein Zeichen dafür, dass die Sprache im Wandel ist (das war sie aber schon immer, das ist also nicht prinzipiell neu).

Mir fällt seit längerer Zeit auch eine Tendenz auf (die natürlich ebenso inkorrekt ist gemäß Duden), dass man gerne mal die Akkusativ-Endungen weglässt: "ich hab ein Hund" "ich hab ein Freund" (solche Sätze liest man auf GF recht oft). (statt "einen Hund" oder "einen Freund")

Manche deutsche Dialekte haben Abweichungen im Genus gegenüber dem Hochdeutschen (kenne ich aus meinem Heimatdialekt).

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Ich hab nicht so viel Kontakt zu aktuellen Jugendlichen und habe beides noch nicht gehört. 

Bei Kommentar ist es mir völlig klar. Es ist schwer, den Unterschied zwischen "ein'n" und "ein" zu hören. Im Dativ und Genitiv sind Maskulin und Neutrum gleich. Der Nominativ wird kaum mit bestimmtem Artikel benutzt.

Ich habe als Kind aus demselben Grund immer gedacht, es hieße "der Gegenüber". 

Wenn man den Genus nicht kennt, muss man raten. Gebräuchliche Nomen auf -ar gibt es nicht viele. Radar zB.... kann maskulin oder neutrum sein. Berufsbezeichnungen wie "Kommissar" - na ja, da könnte man denken, es kommt auf das natürliche Geschlecht der Person an. 

Vom Sinnzusammenhang ist "Kommentar" eher geschlechtsneutral.

"auf etwas klarkommen" tut einfach nur weh und kann ich mir nicht erklären.

Ich persönlich finde es am schlimmsten, wenn Leute mit gehobener Nase über andere, ach so ungebildete Leute sprechen und dann dazu "das Klientel" sagen. Da krieg ich echt Ausschlag von!



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Kommentar von Deponentiavogel
03.03.2017, 13:46

Wer das Klientel sagt, ist nicht unbedingt gebildet, aber immerhin nicht pseudogebildet. Wer nämlich glaubt, das Deutsche hielte sich bei der Entlehnung neuer Wörter in irgendeiner Weise an das Ursprungsgenus, der hat von Sprache keinen Dunst. Grammatikalisch richtig im Deutschen ist: Das Klientél. Die Variante, mit der man sein Sprachzentrum überschreiben muss bzw. die man sich mühsam antrainiert, um gebildet zu wirken: die Klientēl.

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Ich hab noch mal ein wenug nachgedacht... Es heißt ja "auf etwas bestehen", und "auf etwas Wert legen". Warum eigentlich? Stellt man sich dabei den Gegenstand, etwa "gebürstete Haare" vor und dann die Wichtigkeit der Sache, die quasi obendrauf liegt? Wie ist es bei "auf etwas beharren" oder "auf etwas hinweisen", "auf etwas Bezug nehmen" (ist letzteres so jetzt richtig geschrieben?) - ? Ich kann all dies auch nicht anders als mit "isso" beantworten. Damit ist mir klar, dass man es einfach wissen muss und es nichts Intuitives ist. Also wirklich vielleicht ein Fall von: Einer fängt an, die anderen machen's nach.

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Substantive, die auf betonter langer -ar-Silbe enden, werden nach dem deutschen Genussystem offenbar entweder Maskulina oder Neutra:

Neutrum                                                                            Maskulinum

Seminar                                                                                Kommissar

Vokabular                     ‹--     Kommentar     --›                   Altar

Exemplar                                n. oder m.                             Radar

Glossar                                                                                 Notar

Radar                                                                                   Glossar

Welche Präpositionen mit welchen Verben verwendet werden, ist eine ziemlich komplizierte Sache. Man kann in der Sprache aber grundsätzlich annehmen, dass die Sprecher einen guten Grund haben. 

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PS an alle, die immer noch glauben, das deutsche Genus hätte im entferntesten etwas mit dem der Lehnsprache zu tun: Kommentar kann man sowohl von commentārius, m. als auch von commentārium, n. ableiten.

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Sie haben es nicht anders gelernt oder es soll "wichtig" rüberkommen.

Falsch ist es allemal.

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Es heißt nach wie vor:   "der Kommentar"  und  "mit etwas klarkommen".

Deine Beispiele sind einfach falsche Gossensprache. Mach es nicht nach.

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Kommentar von Goodquestion42
03.03.2017, 11:31

Das weiß der Fragesteller doch... er fragt sich nur, wo es herkommt. Ob das zum Beispiel ein versteckter Anglizismus ist oder aus anderen Fremdsprachen entlehnt ist, mit denen die genannten Jugendlichen viel zu tun haben, ob es einen berühmten Youtuber gibt, der es falsch vormacht oder ob es sich ganz schleichend und parallel irgendwie überall dort entwickelt hat, wo er hinschaut. Keine dumme Frage!

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Witzig - in der Übersicht aller Fragen zu meinen genannten Interessen/Themen finde ich eine, die nur ein paar Minuten vor deiner gestellt wurde, und in der ich doch tatsächlich zum ersten Mal das Kommentar lese.

Ich schätze, irgendwer hat diese falschen Formen mal gehört und dann nachgemacht.
Du schreibst von Jugendlichen - in dem Alter versucht man sich abzunabeln, sich abzugrenzen von den "Alten" - und neben der Mode ist die Sprache das Mittel dafür schlechthin.

So zumindest stelle ich mir das vor. :-)

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Es heißt immer noch "der Kommentar" und "das Attest" (und nicht "das" Kommentar" und "der Attest"). Bei beiden Wörtern zieht es mir fast die Schuhe aus, wenn ich den Artikel falsch höre.

Es heißt auch immer noch "mit einer Sache klarkommen" und nicht "auf etwas klarkommen". Letzteres halte ich eher für Berliner Ghetto-Slang. Die einen fangen an, die anderen machen es nach, um "cool" zu wirken.

http://www.duden.de/suchen/dudenonline/kommentar

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Kommentar von Redekunst
03.03.2017, 10:55

Gut, jetzt wissen wir, das du dich darüber aufregst, aber die Frage des Users ist damit nicht beantwortet. 

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fehlende Bildung? ... das ist genauso wie "isch geh Bahnhof" ....

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Kommentar von Goodquestion42
03.03.2017, 11:33

Könnte sein, dass es einen ähnlichen Hintergrund hat. Muss aber nicht sein. Bei "Isch geh Bahnhof" wird das "zum" wegelassen, weil es in anderen Sprachen richtig ist, das wegzulassen. Das "ch" wird als "sch" gesprochen, weil der "ch"-laut manchen Leuten schwer fällt.

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Der Hintergrund ist, das Sprache ständig in Bewegung ist, sich verändert und sich dem Gebrauch und der Gesellschaft anpasst. Das ist auch gut so. Da Sprache etwas lebendiges ist, etwas das gelebt wird.

Und es kommt oft genug vor, das Sachen grammatikalisch richtig werden, wenn eine Bevölkerung die Worte übernimmt, die Grammatik ist keine feste Größe, sie kann angepasst werden.

Wie aus "der", "das" werden konnte....... Versuche mal ernsthaft zu erklären wieso ein Kommentar, maskulin ist. Dir wird es auch schwer fallen, wenn man davon ausgeht das, das Wort Kommentar von commentarius (lat.) was soviel bedeutet wie DAS Notizbuch, kann man diesen noch "Fehler" schon fast nachvollziehen 

Die Sache mit dem "klarkommen" ist Slang, wer weiß vielleicht leitet sich das aus dem Niederländischen ab. Da wird mit Klarkommen, der Orgasmus beschrieben. 

Man kommt also AUF jemanden klar....du verstehst.

Das ist meine Interpretation dazu

 

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