Wie entstanden die verschiedenen Tierarten oder wie entstand wirklich der erste Mensch?

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4 Antworten

Es ist doch ein klein wenig komplexer. Die Kernaspekte hast du aber genannt: Alles begann im Kleinen. Und es benötigte verdammt viel Zeit.

Die Entwicklung der ersten Cyanobakterien, die dann auch unsere Atmosphäre zusehends veränderten, begann vor etwa 3,5 Milliarden Jahren. Das liegt so unvorstellbar lange zurück, dass wir diese Zahl gar nicht mehr bewusst greifen können. Selbst wenn wir uns vorstellen, dass ein kleiner Junge mit einem Rechenschieber anfängt, Perlen zu verschieben, dabei immer zwei Perlen pro Sekunde schafft und diese Tätigkeit jeden Tag sechs Stunden lang durchführt, also seie gesamte Freizeit, die er neben Schule und Schlafenszeit noch übrig hat, so würde er es in seinem ganzen Leben nicht schaffen, 3,5 Milliarden Perlen zu verschieben.

Die Erde selbst entstand übrigens vor ganzen 4,6 Milliarden Jahren, also gibt es das Leben auf ihr erst nach etwa einem knappen Viertel ihres Daseins. Wenn wir uns das gesamte Alter der Erde als ein einziges Kalenderjahr vorstellen, so würden die ersten Bakterien also erst im fortgeschrittenenen Frühjahr, etwa Anfang Mai, entstehen. Dann dauerte es noch einmal ungefähr 1,5 Milliarden Jahre, also bis zum Spätsommer, als dann die ersten Organismen mit einem Zellkern entstanden. Noch mehr als eine weitere Jahrmilliarde dauerte es dann, bis die ersten auch mit bloßem Auge sichtbaren Mehrzeller entstanden.

Vor etwa 700 Millionen Jahren - im Kalenderjahr haben wir es jetzt schon November -  legte die Evolution dann erst so richtig los. Die ersten komplexen Tiere begannen sich zu entwickeln und bald schon wimmelte es in den Meeren von Leben. Begünstigt wurde das ganze durch den nun einsetzenden Selektionsdruck: Einige Tiere beschafften sich nun die für ihr Wachstum und ihre Fortpflanzung nötigen Nährstoffe damit, indem sie begannen, andere Tiere aufzufressen. Ein regelrechtes Wettrüsten aus Jägern und Beute führte zur Entwicklung verschiedener Sinnesorgane, mit denen die Tiere nun sehen, Erschütterungen und auch elektrische Felder wahrnehmen konnen. Je besser sich einzelne Tiere an ihre Umwelt anpassen konnten und der Gefahr, gefressen oder von einem Rivalen getötet zu werden, aus dem Weg gehen konnten, umso höher war ihre Chance, selbst Nachwuchs in die Welt zu setzen und ihre Gene weiterzuverbreiten.

Dadurch, dass sich ihre Gene immer wieder neu kombinierten, aber auch durch äußere Einflüsse mutiert wurden, entstanden immer neue Tiere mit neuen Eigenschaften. Die Tiere veränderten sich so ganz langsam immer weiter und weiter, jede Generation machte ihre eigenen kleinen Schritte, doch wenn wir die Zeit nun im Zeitraffer von einigen Millionen Jahren laufen lassen, so entstanden immer wieder neue Arten. Mitte November schwammen dann die ersten Fische im Ozean, den sie sich unter anderem mit Quallen, Kopffüßern, Seeskorpionen und Urzeitkrebsen teilten.

Vor etwa 380 Millionen Jahren - knapp 10 Tage später - entwickelten einige Fische sehr kräftige Vorderflossen, mit denen sie im Schlamm von Fluss- und Seeufern nach Nahrung stöbern konnten. Bei dem Fisch Tiktaalik waren diese primitiven Beinchen dann schon so kräftig, dass er das Wasser für einige Zeit lang verlassen konnte - wenn ihm Gefahr durch einen Raubfisch drohte, konnte er diesem an Land aus dem Weg gehen. Als spätere Fische dann durch eine besser angepaste Schwimmblase imstande waren, den Sauerstoff nicht nur durch ihre Kiemen aus dem Wasser, sondern auch aus der Luft aufzunehmen, spezialisierten sie sich als Amphibien auf ein Leben an Land. Frühe Amphibien wie Ichthyostega waren zwar noch an das Wasser gebunden, wo sie ihre Eier ablegen und ihre Haut feucht halten mussten, aber sie konnten schon aktive Ausflüge ans Land unternehmen.

Vor etwa 315 Millionen Jahren - also am Nikolaustag (06.12.) - erlangten die Landtiere dann endgültig ihre Unabhängigkeit vom Wasser, als ihre Eier eine feste, ledrige, später kalkige Schale ausbildeten und an Land abgelegt werden konnten und sie ihre Körper mit einem festen Schuppenkleid gegen die Austrocknung schützten. Doch natürlich machte die Evolution hier nicht halt: Die Reptilien entwickelten sich immer weiter. Eine Linie führte über die Pelycosaurier und Therapsiden dann in der späten Trias, also etwa am 15. Dezember, zu den ersten Säugetieren, die einen hocheffektiven Stoffwechsel und Blutkreislauf entwickelten, um ihre Körpertemperatur konstant zu halten. Auch ihre Fortpflanzungsstrategie änderte sich, sodass sie lebenden Nachwuchs zur Welt brachten und diesen in den ersten Lebenswochen mit Körpereigener Milch versorgten. Eine andere Linie der Reptilien führte dagegen zu den Krokodilen, Dinosauriern und Flugsauriern. Die letzten beiden Tiergruppen entwickelten ebenfalls die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung ihrer Körpertemperatur. Und beide brachten fliegende Kreaturen hervor: Die Vögel entwickleten sich direkt aus den Dinosauriern.

Spätestens am Beginn des Jura vor etwa 200 Millionen Jahren waren dann alle heutigen Tierklassen vertreten, doch noch heute entwickeln sich immer wieder neue Organismen. Der Mensch trat übrigens erst vor etwa 6-7 Millionen Jahren in Erscheinung, als unsere frühen, affenartigen Vorfahren begannen aufrecht auf zwei Beinen zu gehen. Bis der Homo sapiens, also unsere eigene Spezies dann aber auftrat, sollte noch einmal eine ganze Weile vergehen: Erst vor etwa 200.000 Jahren gab es Menschen, wie wir sie heute kennen - also erst sehr spät am Silvesterabend.

Himmel - du überforderst die Leute mit sovielen Buchstaben ;)

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Wie der erste "Mensch" entstand, ist nicht wirklich definierbar.

Hast du einmal die Berichte verfolgt, die etwas über verbliebene Neandertalergene im Menschen aussagen?

Da spricht man von Anteilen zwischen 2,5 bis 3 Prozent und hält das für eine Sensation. Doch wenn man dem die Anteile der Affengene gegenüberstellt, die je nach Quelle zwischen 97 Prozent und 99,4 Prozent liegen sollen, dann relativiert sich das sehr.

Doch mal entwicklungsgeschichtlich zurückverfolgt: Wie haben wohl die Menschen vor 200.000 Jahren ausgesehen? Nun, irgendwie ausgesehen haben sie ja, aber mit einiger Wahrscheinlichkeit doch völlig anders als das, was man heutzutage als Mensch bezeichnet.

Angenommen, diese damaligen Menschen haben sich bereits selbst als Menschen bezeichnet. Als was würden diese wohl ihre Vorfahren bezeichnen, die 300.000 Jahre davor gelebt haben?

Diese Überlegung kann man immer weiter rückwärts denken und dann nach einiger Zeit zu dem Schluß kommen, daß ganz weit zurückliegend die "Menschen" auf allen Vieren durch die Pampa gehoppelt sind und noch viel früher mit Flossen und Kiemen behaftet durch die Meere geschwommen sind ... usw. usw., und ganz am Anfang die ersten "Menschen" Einzeller waren.

Soviel zu solchen eher philosophischen Überlegungen. Daneben gibt es dann noch ganz andere Überlegungen, z. B. auch die, daß Menschen von irgendwelchen Außerirdischen hergestellt worden sein könnten.

Doch rein wissenschaftlich betrachtet gilt gegenwärtig das als anerkannt, was FuzeIt zu diesem Thema bereits geantwortet hat.

Doch was nun stimmt und was nicht, bleibt unklar, weil niemand mehr lebt, der dabei war und alles beobachtet hat. Was wir haben sind Annahmen, Schlußfolgerungen aufgrund von Beobachtungen in der Hoffnung, die geschlußfolgerten Zusammenhänge korrekt erkannt zu haben.

Damit ist dieses Thema auch nur Glaubenssache, wenn auch eine, bei der man überwiegend fest davon überzeugt ist, daß es sich um fundiertes Wissen und weitgehend fehlerfreie Erkenntnis handelt.

Damit ist dieses Thema auch nur Glaubenssache

Nicht wirklich...

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Ist einfacher zu verstehen, wenn man von heute aus rückwärts geht:

Durch Blitzeinschläge entstanden in der Ursuppe die ersten Aminosäuren. Diese sind die Grundbausteine allen Lebens. Im Laufe der Zeit entwickelten sich Einzeller, Mehrzeller (unter anderem auch Bakterien) und dann die ersten einfachen Lebewesen. Im Laufe der Evolution passten sie sich ihrer Umgebung an, Amphibien entstanden, dann Landlebewesen und "Vögel" bis zur Entwicklung der heutigen Arten.

Um Missverständnissen vorzubeugen, Bakterien bezieht sich auf die Einzeller. :-)

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Schöne Märchenstunde :-) :-) ;-)

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Geh woanders trollen, Kind.

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ne danke, ich fühl mich hier ganz wohl, Kind.

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@earlyninetiez

Ich finds auch ganz unterhaltsam was du so schreibst. Nur bitte nicht früh am Morgen, wenn ich vor lachen den Kaffee verschütte werde ich ungemütlich.

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