Wie entstand Erdgas und Erdöl?

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Andernfalls können solche Fragen schnell missverstanden und nicht ernst genommen werden.

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Tim vom gutefrage.net-Support

6 Antworten

Diese "biogene" Theorie stammt von 1790!!!! erdöl wird teilweise aus 13000m Tiefe gefördert, noch nie wurden Fossilien nachgewiesen. Einer abiogenen Theorie zufolge schwimmen die Kontinente auf riesigen Kohlenwasserstoffvorkommen. KWs sind demnach sozusagen die stabilen Kohlenstoffverbindungen unter dem Erdmantel (kein O2), wie CO2 in der Atmosphäre. Das Gestein enthält Kohlenstoff, Wasserstoff kommt eh überall vor. Unter Druck und Hitze soll zuerst Methangas und später komplexere KWs entstehen. Auch wird das Öl ja meistens in geologisch aktiven Zonen gefördert (Arabien, Persien,Ostküste Amerikas usw.), wo das öl theoretisch durch Verwerfungen der Erdkruste näher an die Oberfläche gelangt. Auch füllen sich die Ölquellen langsam wieder...

--> siehe Thomas Gold, abiogene Theorie der Erdölentstehung

trixieminze 08.03.2011, 14:38

Sehr interessant. Energie bildet sich aus dem Nichts, ohne Sonnenenergie.

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Kilon 17.10.2016, 21:57

wtf?! Wo soll das bitte sein 13.000 Meter Tiefe?? Und wenn dann Onshore, aber selbst da sind 13 Kilometer einfach Wahnsinn...

Bei Offshore braucht man so krasse Tiefen weil man eben u.U. erst mehrere Kilometer Wasser überwinden muss bevor man wirklich anfangen kann zu bohren. Brasilien hat da gerade eine sehr bittere und teure Lektion gemacht, gigantische Ölfunde vor der Küste Brasiliens, das Land fährt großteils eh mit Ethanol (E85, wenige E30 aber auch einie E100, E30 muss jedes in Brasilien verkaufte Fahrzeug geeignet für sein, puren Sprit kriegt man auch bei uns nicht mehr zu kaufen außer evtl. in den Shell V-Power... sonst sind E5 "normal" bzw. "bis 5% Ethanol" laut Gesetz zulässig und Ethanol ist günstiger also wird es auch gemacht weitgehend, es hat auch etwa 30% Mehrverbrauch weshalb dieser 4-Cent pro Liter E10-Rabatt voll der Witz ist, am Ende zahlt man noch drauf wenn man die zusätzlichen 5-6% Ethanol umrechnet ihren Brennwert...

Jedenfalls Petrobras war total euphorisch, der Ölpreis kannte nur eine Richtung, Problem: Funde in 6.000 Meter Tiefe. Das selbe Problem hat Kasachstan, riesige Ölfelder in ähnlicher Tiefe, deswegen frage ich mich wo es eine 13km Bohrung geben soll?!?!

Brasilien hat weit über 100 Milliarden US-$ ausgegeben, das Öl lagert unter einer 1.000 Meter dicken Salzschicht, diese beginnt in 5.000 Metern tiefe (daher 6.000 Meter), und mit der Technik von 2008 und dann noch dem Preisverfall gelang es nicht da wirklich wirtschaftlich was zu fördern. Früher oder später wird auch das aufgeklärt... "so long" gibt es mehr als genug Öl auf der Erde, wir werden nicht das Ende des Öls erleben sondern nur das Ende des Ölbedarfs...

Nie waren die Öl-Lager so voll, die Reserven so hoch ausgewiesen, die Fahrzeuge so effizienz, die einzigen Personen die jetzt noch ernsthaft den Erdöl- und Erdgasverbrauch steigern können sind die "Erstkäufer", weil ein Käufer in der EU oder USA kauft sich ein neues Auto und dieses ist zu 90% effizienter als der Vorgänger, wenn die Person nicht gerade von einem Smart zu einem großem SUV wechselt...

In Vietnam wurden bikes durch motorcycles schon großteils abgelöst, aber das sind so Mini-Mopeds eher, also irgendwas mit 3 bis 5 PS rum. Billig im Kauf, Unterhalt und Verbrauch.

Wenn die jedoch bei Vietnams Entwicklung sich mal einen Wagen kaufen, ebenso wie die Personen in Indien und den Ölfördernden Staaten selbst, dann sind es "Erstkonsumenten", in den USA erhöht New Jersey ja bald die Steuer um 0,23 Cent je Gallone... für unsere Verhältnisse dann immer noch ein Witz, aber für dortige Verhältnisse ist das viel ab dem 1. November. Am 30. Oktober wird noch mal kräftig getankt in New Jersey. 

Ist eben der American Way of Life und mit Fracking, sparsamen Fahrzeugen etc. können sie es sich sogar erlauben...

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Erdgas entsteht meist durch ähnliche Art wie Erdöl und wird daher auch oft mit diesem zusammen gefunden. Es bildet sich unter Luftabschluss, erhöhter Temperatur und hohem Druck aus abgestorbenen und abgesunkenen Kleinstlebewesen (Mikroorganismen, Algen, Plankton). Diese sind auf den Grund der damaligen Ozeane abgesunken und anschließend von undurchlässigen Schichten überdeckt worden. Die dann einsetzenden chemischen Prozesse führten zur Bildung von Erdgas.

Größere Erdgasmengen entstanden aber auch in Folge einer bakteriellen Zersetzung organischer Stoffe an Ort und Stelle, also ohne wesentliche Migration. Gasvorkommen mit dieser Entstehungsgeschichte finden sich zum Beispiel im Voralpenland Oberösterreichs und Oberbayerns. Mit einer Entstehungszeit von ca. 20 Mill. Jahren gelten sie als sehr jung.

Ein Großteil des heute verfügbaren Erdgases ist vor 15 bis 600 Millionen Jahren entstanden http://de.wikipedia.org/wiki/Erdgas#Entstehung_und_Vorkommen

JoeWied 27.02.2008, 11:36

Du sprichst immer in der Vergangenheit, das ist ein andauernder Prozess, der auch heute noch zur Erzeugung von neuem Oel und Gas führt.

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Schubi2001: Kannst Du mir erklären, warum im Erdöl Kohlenwasserstoffe vorkommen, die den Aminosäuren so ähnlich sind? Es liegt auf der Hand, dass es sich dabei um umgewandelte bzw. teilweise abgebaute Eiweiße handelt.

Ich habe von einer Theorie gehört, dass Kohlenwasserstoffe keineswegs kontinuierlich entstehen. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre stieg langsam und kontinuierlich an, wahrscheinlich durch Vulkanismus. Durch den Treibhauseffekt stiegen die Temperaturen, der Sauerstoffgehalt im Wasser sank, bis schließlich weite Teile der Weltmeere "umkippten". Daneben tobten Stürme und starke Regenfälle, ebenfalls wegen des Treibhauseffekts, das spülte Erde und damit Nährstoffe ins Meer. Die Folge: Ein starkes Artensterben, jede Menge Algenwachstum auf den Oberflächen der Meere, Algen sterben ab und sinken auf den Grund. Dort gibt es keinen Sauerstoff und keinen Abbau durch Mikroorganismen, es entstehen organische Schichten. Wenn diese mit Sedimenten überdeckt werden und schließlich durch Tektonik in die Tiefe befördert, entsteht unter Einwirkung von Hitze, Druck und Zeit Erdöl. Das Spiel ging so lange, bis der Kohlenstoff aus der Atmosphäre verschwand. Das passierte mindestens zwei mal. Anhand von Fossilien konnte man den CO2-Gehalt vor der großen Katastrophe auf ca. 800 ppm bestimmen. Wir liegen aktuell bei knapp 400 ppm, vor Beginn der Industrialisierung waren wir noch bei ca. 280 ppm. Wir sind also auf dem besten Weg, innerhalb von einigen Jahrzehnten wieder die Katastrophe heraufzubeschwören. Hoffentlich geht uns vorher der Stoff aus.

Diese Theorie konnte auch durch die Altersbestimmung von Erdöl untermauert werden.

trixieminze 08.03.2011, 14:43

Eine Sichtweise, allenfalls bis zum Tellerrand. Ohne CO2 kein Pflanzenwachstum.

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Kilon 17.10.2016, 22:08
@Defaetist

Der "Stoff" geht garantiert nicht aus so lange die Menschen bereit sind 150 US-$ und mehr das Barrel zu zahlen und alleine die Ölsande sind gigantisch. Dazu solche Vorkommen Ultra-Deep-Offshore wie in Brasilien und Kasachstan. Norwegen arbeitet mit Russland im Nordmeer und der Barentsee - vorerst erfolgreich in einem 50/50 Joint Venture. 

Die Briten müssen damit leben, dass sie kein Svalbard haben und damit auch keinerlei Anspruch auf diese Nordmeer(-Öl)... ansonsten Dänemark, die USA, Kanada, Russland, vermutlich auch Norwegen kämpfen um die Rechte an den Polen... dort sollen ja auch noch ein mal 30% der gesamten Ölreserven lagern... Grönland war bisher vor ein paar Jahren ein Schiff, ohne Erfolg... aber die Insel ist so gigantisch, da muss man wohl Messungen (3D, Akustik etc) machen um dann herauszufinden wo sich die teure Bohrung lohnt. 


Das würde dann Grönland wie damals die Saudis von Heute auf Morgen vom "kleinen Dorf" zur weltweit bedeutenden Rieseninsel machen... bisher höchstens gut als Zwischenstopp für Schiffe die vorbeiziehen und dort noch dies und das nachfüllen wollen wenn sie so weit nördlich fahren, aber bei Low Speed schaffen auch die beladenen Containerschiffe eigentlich die Route Europa -> US oder Kanadische-Ostküste 

Die Ölnachfrage wird aus gehen, Gas wird der primäre Energieträger dieses Jahrhunderts werden... siehe alleine Automobil-Bereich (Tesla Motors), ihre Fahrzeuge sind genial. Jedoch sind 100 kWh mehr als mancher Single in Deutschland im Monat verbraucht, in den USA sind sie da lockerer, aber es ist viel und das mal mehrere Millionen gerechnet, erfordert Unmengen an Kraftwerken oder sonstigen Quellen um diesen extremen Bedarf zu decken.

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Die Entstehung von Erdöl begann in Mitteleuropa vor ca. 200 Mio. Jahren. Zunächst bildetete sich das für die Erdölbildung nötige Muttergestein. Als Ausgangsmaterial dienten Reste organischer Substanzen von Pflanzen und Kleinstlebewesen in den damaligen Meeren der Erde, die sich nach ihrem Absterben nicht durch Verwesungsprozesse in Kohlendioxid und Wasser umgewandelt haben, sondern unter Sauerstoffauschluß gerieten und somit nicht verwesen konnten. Dies geschah vorwiegend dann, wenn in den Meeren aufgrund großer Tiefen die Meeresströmung den Grund nicht erreichen konnte, und somit der für Verwesungsprozesse notwendige Sauerstoff nicht bis an den Meeresgrund herangeführt werden konnte.

Die organischen Reste vermischten sich im Laufe der Zeit am Meeresgrund mit Resten von verwitterten Gesteinen, die durch Flüsse in die Meere transportiert wurden und bildeten einen Faulschlamm (Sapropel) am Meeresgrund.

Mit der Ablagerung weiterer Materialien wandelt sich diese Schicht unter der hohen Last in einen schiefriegen Ton und letztendlich in einen Tonschiefer um. Somit entstand das Muttergesetin von Erdöl mit einem Organikgehalt von ca. 1 bis 2 Prozent. Durch die Umlagerung des Muttergesteins mit anderen Gesteinen sank es immer tiefer in das Erdinnere und wurde durch die natürliche Erdwärme aufgeheizt.

Nun konnte die eigentliche Bildung von Erdöl erfolgen. Dabei geschah dies sehr langsam und dauerte Jahrmillionen. Sie erfolgte in vielen komplexen Stufen. Vereinfacht lässt sich die dies aber folgendermaßen beschreiben:

Aufgrund des sehr hohen Druckes und der sehr hohen Temeperatur im Muttergestein kam es zu einer Aufspaltung des organischen Materials in einfache organisch-chemische Verbindungen, wie beispielsweise Methan oder Benzol, sowie zur Wiederanlagung dieser Verbindungen zu komplexeren Verbindungen. Dabei bildete sich bei Temperaturen von 65 bis 120°C in einer Tiefe von 2000 bis 4000 Metern Erdöl.

Als Vorraussetzung für die Bildung der Lagerstätten waren undurchlässige Deckgesteine, die das Erdöl daran hinderten aufgrund seiner Dichte an die Erdoberfläche zu gelangen. Dabei sammelten sich das Erdöl unter solchen Deckschichten.

Diese Vorgänge sind nicht abgeschlosse, also bildet sich auch heute noch Erdöl.

Aus abgestorbener Biomasse. ( Kohlenwasserstoffe mit gebundener Solarenergie ).

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