Wie entstand der Rechtsextremismus in den USA?

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4 Antworten

Rechtsextremismus ist heute eine Politkeule, in die alles gesteckt wird, was den verschwommen Linken nicht ins Konzept passt. Das hat die Gefahr, dass eine Auseinandersetzung damit, wie Rechtsextremismus faktisch abgrenzbar ist, erschwert wird. Der Blick in die Geschichte zeigt, dass es überall Spuren dessen gibt, was man dem Rechtsextremismus zuordnet, doch immer in anderen Konstellationen und historisch-aktuellen Bezügen. Nehmen wir die USA, wo Rechtsextremismus die Form der Ablehnung der Schwarzen angenommen hat und schauen in die Anfänge. Da sehen wir eine soziale Abwehrbewegung der armen Siedler, die schon arm aus Europa gekommen große Hoffnungen hatten, im gelobten Land mit ihrer Hände Arbeit zu Wohlstand zu kommen. Da importieren Großgrundbesitzer schwarze Sklaven, die sie auf ihre Felder schicken und sich so Kostenvorteile verschaffen und die kleinen Siedler verdrängen.

Man schaue in die Slums in Südamerika. Die Gewalt der meist nicht besonders gut informierten Armen richtet sich gegen andere Arme. So auch im Süden der USA. Die ins Abseits gestellten Kleinsiedler richten ihre Gewalt nicht gegen die Landbarone (das gibt' s nur im Film) sondern gegen die noch schlimmer ausgebeuteten Schwarzen. Mangelnde Information und Überblick, ein Gefühl der extremen Benachteiligung und Hilflosigkeit, daraus ist der Stoff der Verführbarkeit gemacht. Wer diffuse Ängste schürt oder dazu Anlass gibt durch eine falsche Politik, bereitet den Verführern von links wie von rechts das Feld. Beide haben gemeinsam, dass sie einfache Antworten versprechen. Wer mithilft, dass das Bildungsniveau sinkt, ist auch ein Helfershelfer. Da kommt immer viel zusammen. Darum hat ein Abgleiten in "rechte" Vereinfachung in dem Riesenland USA auch sehr unterschiedliche Kontexte.

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Rechtsextremismus ist die radikalisierte Variante des Konservatismus.

Konservatismus ist die Ideologie der gesellschaftlichen Ungleichwertigkeit von Menschen.

Die gesellschaftliche Ungleichwertigkeit von Menschen charakterisiert erst die Sklavenhaltergesellschaft und dann den Feudalismus.

In beiden Gesellschaftsformationen werden Ansichten und Ideologien produziert, die diese Ungleichwertigkeit verteidigen und als "vernünftig" behaupten.

Erst die Französische Revolution proklamiert die Idee der formalen Rechtsgleichheit aller Menschen. Diese formale Rechtsgleichheit bestimmt seither die Entwicklung des Kapitalismus.

Allerdings ist auch der Kapitalismus zumindest in seiner Frühphase anfällig dafür gewesen, strukturlle Herrschaftsvorteile mit Ideen von der Ungleichwertigkeit der Menschen zu legitimieren (Sozaildarwinismus, Rassismus).

Rechtsextremismus erwächst in dieser betrachtung aus der lange Tradition von Ideen, die die menschliche Ungleichwertigkeit behaupten. Das erklärt auch zum Teil die inhaltliche Nähe und die vielen formalen Berührungspunkte von Rechts- und Linksextremismus, Faschismus und Stalinismus. Die immer recht habende Partei ist ja auch als Avantgarde ungleichertig gegenüber dem tumben Rest der Bevölkerung...

Im Weiteren: Umberto Ecco, Urfaschsimus. Ein sehr gutes Essay über die grundlegenden Bausteine rechts- (und links-)extremer Ideologien.

http://www.zeit.de/1995/28/Urfaschismus

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Kommentar von ritzenputzer16
18.09.2016, 13:10

Vielen Dank mein Freund und Helfer ;)

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Ich kann dir nicht genau sagen, wie das ganze angefangen hat, aber ich kann dir den Tipp geben, auf Google Scholar nach entsprechender Literatur zu suchen.

Wenn sich dann die Verschiedenen Autoren widersprechen bzw. andere Theorien vertreten, kannst du das ja so ausführen.

"Autor A sagt XY, Autor B hingegen vertritt die Ansicht..."

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