Wie entkomme ich der kalten progression?

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9 Antworten

Ja, der Steuersatz steigt mit dem Einkommen.

Aber das man weniger netto hat, weil man mehr brutto bekommt, ist eine Legende.

3.000,- brutto bei St-Kl. III sind 2.172,36 netto. 

3.300,- brutto sind 2.340,63 netto, 300,- brutto mehr, 168,27 netto mehr

3.600,- brutto sind 2.510,55 netto. 300,- brutto mehr, 169,92 netto mehr

3.900,- brutto sind 2.678,71 netto, 300,- brutto mehr, 168,15 netto mehr

Die reine Steuerquote ist übrigens bei 3.900,- nur knapp über 10,- % (ca. 414 Euro.

Selbst wenn man um einiges höher geht:

5.000,- brutto sind 3331,69 netto

6.000,- brutto sind 3.921,11 netto

also auch hier, aus 1.000, brutto bleiben 590,- netto.

Aus bei 6.000,- brutto sind bei steuerklasse III die Steuern gerade mal 1.011,56, gerade mal Steuern von 16,86 %.

Aber macht doch etwas anderes. sehr mal nach, was Dein Chef Dir netto zahlen kann.

Wenn Du 30 Kilometer zur Arbeit fährst, kannst Du in der Steuererklärung 2.070,- Entfernungspauschale ansetzen vor der sich nur 1.070,- auswirken, weil 1.000,- Pauschale sowieso abgezogen werden. Bringt für dich evtl. gerade 150,- - 200,- Erstattung.

Zahlt er Dir statteiner Gehaltserhöhung von 200,- Euro, vor der Du 120,- netto hast, einfach 172,50 Fahrtkostenerstattung, hast Du die auf jeden Fall BaK (Bar auf Kralle).

Oder gehst Du in ein Sportstudio? Dann kann Dir Dein Arbeitgeber 500,- Euro netto pro Jahr für die Beiträge steuerfrei erstatten.

Einfach mal mit den Steuerberater der Firma die möglichen steuerfreien Erstattungen durchgehen, um Netto zu optimieren.

Übrigens hilft das auch dem Arbeitgeber, denn auf die Dinge, die für Dich keine steuern und Beiträge kosten, spart er auch die Arbeitgeberanteile.

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@ Armageddon82

Was willst du dagegen machen? So geht es vielen Arbeitnehmer und am besten ist derjenige dran, der keine oder so wenig als möglich Kredite bedienen muss.

Viele kaufen alles auf Abzahlung, mit Sachen, die man nicht unbedingt sofort oder das neueste haben muss, wenn altes auch noch funktioniert. Wenn man Statistiken glauben darf, ist heute jeder dritte Haushalt überschuldet und dann noch die üblichen lebenserhaltenden Kosten, dann ist es kein Wunder. Aber das muss jeder selber wissen.

Ich will dir nicht zu nahe treten, aber könnte deine Frau mitarbeiten?

Also ich glaube nicht, dass hier ein Staatsbeamter oder ähnliches sitzt und sich dazu äußern kann.

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Kommentar von grubenschmalz
15.07.2016, 09:44

Ich bin Landesbeamter.

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sagen wir mal so, besonders deinem Chef würde es wohl nicht gut tun, wenn er mehr zahlen müsste, da kommt ihn die kalte Progression gerade recht als Gegenargument. Klar, wer mehr verdient, kommt in einen höheren Steuersatz. Trotzdem wird dir bei einer Erhöhung IMMER mehr Netto bleiben als vorher, würde dir also immer gut tun. 

Dein Jammern ist auf hohem Niveau, jeder hat Verpflichtungen, mit der Steuerklasse 3 bekommst du weitaus mehr Netto als andere und dein Ehepartner könnte ja auch arbeiten, wenn das Geld nicht reicht. Es wird in Deutschland sicher reichlich Menschen geben, die keine Angst vor Lohnerhöhungen haben brauchen, weil sie kaum was zum Leben haben. 

Es gibt übrigens auch noch Möglichkeiten neben der Gehaltserhöhung, die steuerlich besser sind, da musst du dich mal informieren. Dein AG kann sich z.B. an Fahrkosten beteiligen oder einen Firmenwagen stellen, Zuschüsse für Kinderbetreuung, Essen, private Rentenversicherungen 

Google doch mal steuerfreie Arbeitgeberleistungen

http://www.ecovis.com/steuerfrei-form/broschuere.pdf

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Kalte Progression ist ein Buhgespenst um die Leute zu polarisieren.

Ja, der Steuersatz steigt mit dem Einkommen. Dennoch ist es immer gegeben, dass mit einer Steigerung des Bruttolohns auch der Nettolohn steigt. In nahezu allen Fällen. Das sind schon sehr seltene Ausnahmen und besondere Kombinationen, wo eine Bruttolohnsteigerung eine Nettolohnminderung ausgemacht hätte (dicht an einer Steuersatzschwelle und eine sehr geringe - lächerliche - Bruttolohnsteigerung).

Rechne doch einmal selbst nach, was eine Bruttolohnsteigerung bei dir netto bewirken würde. Gehaltsrechner gibt es im Internet genug.

Weniger netto raus durch Urlaubsgeld...

Da muss dein Arbeitgeber in der Abrechnung gehörig was falsch gemacht haben!

Ich vermute mal, dass das Urlaubsgeld als Regelbezug und nicht als Einmalbezug versteuert wurde.

Ist aber auch nur halb so schlimm, denn davon kriegst du was bei der Einkommenssteuererklärung wieder zurück.

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Nun du hast schon Klasse 3 und damit habt ihr schon einen Vorteil, wenn deine Frau und Du unterschiedlich verdient.

Generell gilt aber bei den Sonderzahlungen oft dass dir mehr Steuern abgezogen werden, die ihr dann mit der Einkommensteuererklärung erstattet bekommt, denn es kommt auf die Jahressumme an bei der Berechnung.

Ein Steuerberater kann da weiterhelfen, es gibt ja auch Freibeträge und ihr müsst ja die Erklärung eh abgeben (da 3+5).

Was eine Gehaltserhöhung angeht, rechne das vorher für Dich mit einem Brutto-Netto-Rechner im Netz aus.

Eventuell ist eine betriebliche Altersvorsorge oder vermögenswirksame Leistungen ja ein Weg? Klar ist eine Absicherung für die Rente, aber dann zahlt sie dein AG vor Steuern.

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Als Arbeitnehmer ist es kaum möglich, das Finanzamt zu bes**ißen. Zudem müsste da Dein Arbeitgeber mitspielen, was ich für ausgeschlossen halte. Es gibt aber die Möglichkeit für beide Ehepartner, jeweils 450 Euro steuerfrei hinzuzuverdienen.

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Das mit der "kalten Progression" ist ein Schreckgespenst, das von Leiten an die Wand projiziert wird, die vom Steuerrecht keine Ahnung haben.

Ein Beispiel: Selbst wenn Du durch Gehaltserhöhungen in die höchste Progressionsstufe kommen solltest, beträgt des Spitzensteuersatz 45 %.

Dazu kommt noch der Solidaritätszuschlag und möglicherweise die Kirchensteuer.

Also: Auch in dieser Gehaltsgröße bleibt noch die Hälfte der Gehaltserhöhung übrig.

Es gibt keine Gehaltserhöhung, die komplett von der Lohnsteuer "aufgefressen" wird.

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Die Aussage von deinem Chef ist Quatsch. Das soll mal nicht seine Sorge sein. Das ist nur eine Ausrede mit der er sich um die Gehaltserhöhung drücken will.Er weiß nämlich gar nicht, wie hoch letzten Endes dein zu versteuerndes Gehalt ist.

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Hallo.
Es kommt natürlich auch darauf an wie hoch die Gehaltserhöhung ausfallen würde. Sind es nur ein paar Cent könnte es natürlich passieren das du letztendlich weniger Lohn netto hast.
Legt er einen Euro drauf wirst du auch trotz höherer Abgaben mehr Geld zur Verfügung haben als jetzt.
Also muss nur dein Boss tiefer in die Tasche greifen.
LG

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