Wie enstehen die Gezeiten, macht der Mond das wirklich?

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8 Antworten

Wie das mit den Gezeiten funktioniert, kann man überall im Internet sehr detailliert nachlesen. Wenn Du aber Schwierigkeiten hast, Dir das Ganze bildlich vorzustellen, dann kann ich Dir vielleicht helfen.

Stell Dir vor, Du wärst ein Eiskunstläufer, und Du hättest eine Eiskunstlaufpartnerin. Du wärst die große, schwere Erde, und Deine Partnerin ist der kleine, zierliche Mond. Wenn Ihr Euch gegenübersteht und Euch nicht bewegt, dann zieht Ihr Euch natürlich auch nicht an wie Magnete (und ich rede nicht von sexueller Anziehungskraft... :-) ), dazu ist Eure eigene Gravitation einfach zu schwach. Na gut, Ihr übt zwar eine Anziehungskraft aufeinander aus, aber die kann man jetzt mal vernachlässigen. Bei der Erde und dem Mond sind das natürlich andere Größenverhältnisse, aber Tatsache ist eben auch, dass die Anziehungskräfte alleine die Gezeiten niemals ausreichend erklären könnten.

Jetzt bewegt sich das System Erde-Mond aber umeinander, ganz so, als ob Deine Partnerin und Du eine gemeinsame Pirouette miteinander drehen, die Art, bei der man sich an den Händen gegenseitig festhält. Obwohl Du die schwerere "Erde" bist, dreht sich Deine Partnerin nicht um Dich und Du stehst fest, sondern Ihr bewegt Euch um einen gemeinsamen Punkt, der tatsächlich etwas näher an Dir liegt als an ihr. Beim Erde-Mond-System gibt es einen solchen Punkt auch, der nennt sich Baryzentrum. Jetzt ist die Erde allerdings so groß, dass dieses Baryzentrum noch innerhalb des Erdkörpers liegt, deshalb sagen viele Menschen, dass sich der Mond um die Erde dreht, was aber nicht ganz richtig ist.

Bei dieser Pirouette treten starke Zentrifugalkräfte auf, wie Du Dir bestimmt vorstellen kannst, und die einzige Möglichkeit, diesen Zentrifugalkräften entgegenzuwirken, ist, eine gleichwertige Gegenkraft aufzuwenden. Diese Kraft nennt man Zentripetalkraft und ihr übt sie aufeinander auf, indem Ihr Euch eben an Euren Händen festhaltet. Dadurch erreicht Ihr wärend Eurer Drehung ein Gleichgewicht. Allerdings würdest Du unter Umständen feststellen, dass Dir alles mögliche Zeug aus Deinen Hosentaschen herausfallen würde, und mit einem Coffee-to-go in der Hand würdest auch nicht unbedingt eine Pirouette machen wollen.

Bei Erde und Mond ist die Sache natürlich etwas anders. Die Zentripetalkraft wird alleine durch die gegenseitige Anziehungskraft der beiden Körper ausgeübt, aber auch hier gibt es Gegenkräfte, nämlich entstehende Zentrifugalkräfte. Diese Kräfte innerhalb eines sogenannten beschleunigten Bezugssystems sind von ihren Größenordnungen her plötzlich sehr gut zur Erklärung der merkbaren Auswirkungen der Gezeiten geeignet. Allerdings ist es dann doch noch erheblich komplexer, da noch weitere Effekte auftreten können, wie zum Beispiel die Springflut, also eine noch größere Auswirkung des eben beschriebenen Phänomens, das dann auftritt, wenn die Sonne zusätzlich noch in einer Linie mit dem Erde-Mond-System steht und dadurch die Gezeiten noch einmal verstärkt werden und noch eine Menge andere Effekte.

Über weitere Dinge wie die Tatsache, dass die Zentrifugalkraft "nur" eine Scheinkraft ist, also eine Kraft, die nur durch ein beschleunigtes Bezugssystem erklärt werden kann und in Wirklichkeit eine Überlagerung von mehreren einfacheren Kräften ist, werde ich jetzt mal den Mantel des Schweigens hüllen, das ginge jetzt zu weit und das kannst Du auch gerne selber nachlesen.

Ich hoffe trotzdem, Dir ein wenig Licht ins Dunkel gebracht zu haben.

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Nein, die Theorie der lunaren Tidengenese gilt seit Neuestem als überholt.
Nach den bahnbrechenden Forschungsergebnissen von Krauhoff und Walonski, veröffentlicht in  "Tidengenese als Folge digestiver Prozesse diverser Subspezies des atlantischen und pazifischen Phytoplanktons", Krakau, 2015, weiß man, dass die Gezeiten durch Verdauungsprozesse bestimmter Algenarten (algae flatulentiae) entstehen. Hierbei führen verschiedene, in der Arbeit genau beschriebene Vorgänge dazu, dass große Mengen von Haptophyten in rhythmischen Abständen Gase ansammeln, die bei digestiven Prozessen entstehen und das Volumen der Algen vergrößern. Diese rhythmische Vergrößerung relvanter Algenmassen führt zu einem Anstieg des Meeresspiegels. Nach dem Erreichen des Maximalvolumens werden die Gase in quasiexplosiven Prozessen abgesondert (exspiratio flatulentiae), was zum Absinken des Meerespiegels führt.

Muss man wissen! :D

Genau wird der Vorgang übrigens auch hier erläutert: https://de.wikipedia.org/wiki/Gezeiten


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Kommentar von tischHirnKobold
27.11.2015, 02:41

Haha!!! Der war gut aber hört sich eigentlich fast genau so logisch für mich an wie die Erklärung in dem von dir geschicktem Link ;-) sehr kreativ deswegen ein danke von mir

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Hallo! Ja der Mond tut das - und : Wir haben faktisch immer zwei Flutberge zugleich: Einen auf der dem Mond zugewandten Seite der Erde, der durch die Anziehungskraft des Mondes hervorgerufen wird, einen zweiten auf der entgegengesetzen Seite der Erde. Dieser entsteht durch die Fliehkraft, die auf die Erde wirkt, weil sie sich um den Schwerpunkt des gemeinsamen Systems Erde-Mond bewegt. Und  kaum bekannt : Selbst die Erdkruste wird durch die Gravitationskraft des Mondes periodisch leicht angehoben - um bis zu 32 Zentimeter.

Ich wünsche Dir alles Gute.

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Kommentar von tischHirnKobold
26.11.2015, 11:03

Danke für deine Antwort. Hast du evtl. einen Link, bezüglich Gravitationskraft Mond-Erde Auswirkungen wo man das geanu nachlesen kann?

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Hallo,

der Mond übt eine Anziehungskraft aus, die sich bei den großen Weltmeeren auf zweierlei Art bemerkbar macht. An der Stelle, über der er sich gerade befindet, entsteht ein Wellenberg, weil das Wasser der Ozeane von ihm angezogen wird. Aber auch auf der anderen Seite der Erde entsteht ein solcher Berg, weil die Anziehungskraft des Mondes hier von der Anziehungskraft der Erde abgezogen wird und das Wasser hier etwas höher steigen kann. Ebbe und Flut wechseln sich etwa zweimal am Tag ab, weil die Erde unter diesen beiden Wasserbergen rotiert. Die Gezeiten der Randmeere wie etwa der Nordsee gehen indirekt auf den Mond zurück. Die Nordsee selbst ist zu klein für eigene spürbare Gezeiten. Bei ihr wirken sich die hereinflutenden Wasser und ihr Hinausströmen des Atlantiks bemerkbar. Wenn sich seine Oberfläche hebt, ergießt sich eine Flutwelle in die Nordsee; senkt sie sich wieder, fließt das Wasser zurück. Die Ostsee als Binnenmeer weist im Gegensatz zur Nordsee nur einen sehr geringen Tidenhub auf. Flüsse und Seen zeigen keine spürbaren Auswirkungen.

Herzliche Grüße,

Willy

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macht er, ziemlich ausführlich bei Wikipedia beschrieben

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Ja, die entstehen durch die Anziehungskräfte des Mondes.
Ich hoffe, das hilft dir weiter.
LG Marie

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Kommentar von tischHirnKobold
26.11.2015, 09:01

warum kann man dann ebbe und flut nicht bei seen beobachten, wieso wirkt er nicht auf flüsse ein, warum fliegen pfützen nicht ins weltall?

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Kommentar von Marie150998
26.11.2015, 09:08

Weil die Wassermassen bei Seen und Pfützen nicht groß genug sind. Dort haben Wind usw größere Einwirkung als die Anziehungskräfte des Mondes. Pfützen fliegen aus dem gleichen Grund nicht zum Mond aus dem du es auch nicht tust - Erdanziehungskraft

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Kommentar von Marie150998
26.11.2015, 09:25

Doch die kann man schon messen, genauso, wie man theoretisch auch die Auswirkungen auf eine Pfütze messen könnte, dort sind die Auswirkungen allerdings viel zu klein...

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Kommentar von Marie150998
26.11.2015, 09:25

Dadurch, dass das Meer größer ist, sind auch die Auswirkungen größer...

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Ja die gravitation des Mondes hebt das Wasser an

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Kommentar von tischHirnKobold
26.11.2015, 09:00

warum kann man dann ebbe und flut nicht bei seen beobachten, wieso wirkt der mond nicht auf flüsse ein, warum fliegen pfützen nicht ins weltall?

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