Wie Eltern beichten das man sich selbst verletzt und depression hat?

4 Antworten

Hi,

hast du mit einem/einer Therapeut/in geredet? Vielleicht kannst du dann mit ihm/ihr einen gemeinsamen Termin mit deinen Eltern zu machen. Wenn du ihnen alles selbst sagst, denken sie vielleicht, dass du uebertreibst. So etwas von jemandem zu hoeren, der "Ahnung hat", macht ihnen eventuell klar, wie ernst es ist.

Viel Glueck auf jeden Fall :)

Das ist eine extrem schwer zu beantwortende Frage, weil es bei jedem Menschen verschieden ist. Ich werd jetzt einfach mal aus Erfahrung sprechen, sowohl eigener, alsauch der von Freunden und Bekannten.

Eltern reagieren immer verschieden auf solche Beichten. Ich war zB, bevor ich es meinen gebeichtet habe, der festen Überzeugung, dass sie komplett ausrasten würden und entweder nicht ernst nehmen, oder vielleicht rauswerfen würden. 

Sie haben wider Erwarten super reagiert und mich in den Jahren seitdem aus vollem Herzen unterstützt, selbst wenn es bestimmt nicht einfach für sie war. Was ich damit sagen will: Deine Ängste können komplett unbegründet sein. 

Aber ein paar kleine Tipps um die Konversation einfacher zu machen habe ich trotzdem noch für dich =) 

1) Schreibe vorher alles auf, was du Ihnen sagen willst. Selbst wenn du den Zettel bei der Unterhaltung selbst nicht benutzt, reicht es um deine Gedanken zu ordnen und gibt dir vorher die Möglichkeit dir zu überlegen wie du bestimmte Sachen ausdrücken willst.

2) Gib nicht zu viele Details. Beschreibe zB deine Selbstverletzung nicht ganz genau. Selbst wenn deine Eltern dir sagen, dass sie alles genau wissen wollen, wollen sie trotzdem nicht hören, wie genau du zB schneidest, wo du es machst etc. Das ist sehr belastend, grade wenn sie es erst frisch rausgefunden haben. 

3) Sage es deinen Eltern am besten einzeln. Es klingt vielleicht einfacher es einfach in einem Mal hinter dich zu bringen, aber so kann es nicht passieren, dass sich deine Eltern gegenseitig in Rage reden, oder du von vielen Fragen von verschiedenen Richtungen auf einmal überfordert bist und garnichts mehr sagen kannst. Fang mit dem Elternteil an, bei dem du eine bessere Reaktion erwartest. Ich habe es zB meiner Mutter zuerst gesagt und sie konnte mich dann bei der Konversation mit meinem Vater unterstützen. 

4) Gib ihnen ZEIT! Es ist ein RIESEN Schock für Eltern zu erfahren, dass ihr Kind krank ist. Es kann sein, dass sie erstmal nicht gut reagieren, weil sie überfordert sind. Die Mutter von einer Freundin hat sie erstmal angeschrien, wurde dann aber eine der besten Stützen für ihre Tochter, nachdem sie Zeit hatte die ganze Sache zu verarbeiten. Eltern sind auch nur Menschen und reagieren nicht immer richtig. Das muss man dann auch mal verstehen.

5) Und fast das wichtigste. Du musst wissen, dass deine Eltern deine Krankheit nicht verstehen KÖNNEN. Sie können es akzeptieren, dich unterstützen und dir das geben was du brauchst, aber wirklich verstehen werden sie es nicht. Das zu erwarten wäre, als würdest du versuchen zu verstehen, wie es sich anfühlt nur noch ein Bein zu haben. Du hast vielleicht davon gehört und es dir abstrakt vorstellen, aber du kannst nicht wissen wie es sich anfühlt. Du hast ja noch beide Beine. Wenn du also das Gefühl hast, das deine Eltern dich nicht verstehen, dann ist das nichts gegen dich. Du kannst versuchen es ihnen zu erklären und sie können es vllt nachvollziehen, aber verstehen können sie es nicht. 

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen. Im Internet gibt es auch viele tolle Tipps zu genau dem Thema, zB Videos auf YouTube oder von Organisationen wie TWLOHA oder SelfHarmSupport. Ich kann dir auch nochmal ein Link geben von einem Video, das ich mir damals angeschaut habe ;) 

https://www.youtube.com/watch?v=nMYAmGRB4xY

Hmmm... das wurde jetzt doch eine etwas LANGE Antwort. Ich hoffe aber, dass ich dir helfen konnte =) Alles Gute wünsch ich dir und DU SCHAFFST DAS!!! <3

Ganz schlimm! wenn du deinen Eltern nicht vertrauen kannst, wem denn dann??? Echt traurig! Das tut mir leid! Ich weiß nun nicht wie alt du bist! Aber falls du noch zur Schule gehst, geh doch mal zum Vertrauenslehrer?! Vll hast du auch einen besten Freund/Freundin der/die dich begleiten kann?! Alles Gute dir!

Was möchtest Du wissen?