Wie einem Hund mit schlimmer Vergangenheit das Schlingen abgewöhnen?

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Hallo,

auch wenn ich jetzt sicher "gesteinigt" werde:

Aber warum wollt ihr dem Hund dieses absolut natürliche Instinktverhalten überhaupt aberziehen?

Vom natürlichen Verhalten her mussten die Vorfahren unserer Hunde sich an der Beute so schnell so viel in den Magen schlingen, wie es nur ging - denn ansonsten blieb der Magen leider ziemlich leer. Dann wurde sich ein ruhiger Platz gesucht, die heruntergeschlungene Beute wieder "ausgespuckt" und dann noch einmal ganz in Ruhe gefressen.

Diese Instinkte sind eigentlich auch heute noch im Hund vorhanden. Das fängt mit er Schubserei um die beste Milchzitze an und sobald man den Welpen einen gemeinsamen Napf mit Futter hinstellt, kann man diesen "Kampf" auch beobachten.

Natürlich sind unsere Hunde heute schon lange keine Wildtiere mehr - aber das Wenige an Instinkt, dass sie noch behalten haben, muss ihnen doch nicht mit allen Mitteln aberzogen werden - nur weil wir ein "gesittetes" Fressen lieben sehen? Das Verdauungssystem des Hundes ist genau auf diese Schlingerei ausgerichtet.

Lasst den Hund beim Fressen einfach ganz in Ruhe - mit der Zeit wird er die Erfahrung gemacht haben, dass ihm das Futter niemand fort nimmt und er wird wahrscheinlich von ganz alleine langsamer fressen. Aber wenn er jetzt pausenlos weiter mit euch "um sein Futter kämpfen muss" - dann wird er immer weiter diese Angst ums Fressen haben.

Das ist genauso, wie bei vielen anderen "Angst-Reaktionen" beim Hund - je mehr man sie beachtet und versucht, ihn zu beruhigen oder ihm die Angst zu nehmen, desto mehr verstärkt man das Verhalten eigentlich. Der Hund merkt am menschlichen Verhalten, dass etwas nicht in Ordnung ist - das beruhigt ihn aber nicht, sondern bestärkt seine Angst.

Gutes Gelingen

Daniela

genau so isses

nur leider müßten für einige menschen ja auch unsere hunde mit messer und gabel fressen bzw. sich beim fressen ordentlich ( nach menschenermessen)benehemen..:-))

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@makazesca

Das ist total übertrieben... Aber gemessene 15 Sekunden für das Futter brauchen ist echt abnormal.

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@makazesca

Tsetsetse! Was hast Du für ne Wut auf Hundebesitzer, die nicht so "perfekt" sind wie Du??? Warum?

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@Tonimama

Wen meinst du jetzt? makazesca oder mich?

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@fleknoil

Aber gemessene 15 Sekunden für das Futter brauchen ist echt abnormal.

Daran ist überhaupt nichts "abnormal". Das ist vollkommen normal, da der Hund ja kein artgerechtes Futter bekommt, dass er erst selber zerkleinern müsste (sprich: rohe Fleischbatzen am Knochen). Wenn der Hund artgerechte Rohfütterung erhalten würde, würde er zwangsläufig länger brauchen, sein Futter zu fressen, denn so eine Lammkeule oder ein halbes Huhn passt nicht "einfach so" durch die Speiseröhre. Stellt das Futter um, dann dauert die Fresszeit auch mal ein paar Stunden.

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@Urbanessa

ich glaube die meisten verstehen die Problematik nicht ganz - es gibt doch wirklich Hunde, das kann da LEBENSGEFÄHRLICH werden, so übertrieben hastig schlingen die! Und ich weiß wovon ich rede - meine eine Hündin braucht für nen Rinderhaut Kaudings 5 Minuten!! während meine andere und die meisten Hunde auch mindestens 20 minuten beschäftigt sind - sie schlingt das eben als GANZES Stück runter, hatte es schon 1x, da hatte ich echt die Befürchtung dass es ihr jetzt irgendwo hängengeblieben ist!

"Ein halbes Hund passt nicht einfach so durch die Speiseröhre" - das ist der Punkt - das weiß mein Hund aber doch nicht. Und sie probiert es, immer wieder, matscht 2, 3 mal drauf rum und schlingt es dann runter.

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@xxguit94

ein rinderhautkaudings kommt in der natur ja auch nicht vor. und trotzdem ist trotz aller befürchtungen ja noch nie was passiert ;-).

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@taigafee

Das klingt so, als müsste erst was passieren...

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@fleknoil

ja, fleknoil, wir wollen blut sehen! ist doch klar. ich glaub du brauchst nur ein bisschen drama.

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Hatte hier letztens eine Frage gestellt, nämlich ob ich meine immer-hungrige Hündin einfach mal fressen lassen sollte, bis sie glaub satt zu sein. NEIN - weil sie nicht von selbst aufhören würde! Ich denke auch dass das eher nicht normal ist, dass ein Hund beim Fressen dann teilweise anfängt zu husten und sich verschluckt und vielleicht fast erstickt, also da muss man dann doch schon irgendwas dran machen!

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@xxguit94

Genauso denke ich auch... Und ist dann der Hund erstickt, kann man sich wieder anhören, warum man nichts davor unternommen hat...

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@makazesca

Kleinere Portionen... Ganzes Fleischstück ... Also irgendwie wiederspricht sich das alles!

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@fleknoil

nein, das widerspricht sich nicht. fleisch im ganzen, aber fertigfutter in kleineren portionen, wobei ich das nicht für nötig halte, denn das zerfällt ja im magen.

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@xxguit94

na guitn , das hatten wir doch alles schon -- gib ihm ein großes stück fleisch , dann aht er auch was zum beissen und braucht es nicht so wegzulutschen , dass er das fleisch danna uch anders als manch andere hunde noch schnell wegschligt ,wäre danna aber auch noch normal. das husten kommt dann , wenn er trockenfutter bekommt ,da bleibenhalt die stücken irgendwie hängen im hals. nun macht euch mal um die art und weise des fressen nicht so viel soegen -- hauptsache die tiere sind gesund haben sonst keine medizinischen defekte !

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@fleknoil

fleknoll--- ist gut -- kein hund erstickt , wenn er sich das fressen reinschlinkt-- er könnte sich verschlucken , bei trockenfutter bei brei aber nicht !

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@makazesca

Der Hund ist so auch gesund und hat keine medizinischen "Defekte". Es liegt nicht an mir ihm Fleisch zu geben oder nicht - meine Schwiegermutter würde es ihm nicht kaufen, weil es einfach mehr kostet. So ein Batzen Fleisch kostet hier mindestens mal 8-10€. Der Hund frisst am Tag aber für ca 3-4€.

Was ich anders machen würde, oder ihr, interessiert wohl nicht. Sie kennt es so, hat es immer so gemacht und will bloß, dass er für sein Nassfutter länger braucht als jetzt.

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Ich gebe jetzt auch ein Like, aber nur für den ersten Teil, denn den Teil mit der Angst-Reaktion stimmt nicht, man kann Angst nicht verstärken oder bestärken!!!

Leider steckt das zwar immer noch in den meisten Köpfen drin, aber es stimmt trotzdem nicht und leider müssen extrem viele Hunde gerade um die Silvesterzeit diesen Stress alleine durchstehen!!!

Bitte, nicht solche Sachen verbreiten, Social Support ist bei sämtlichen Tierarten vertreten, sogar bei Primaten...

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@Anda2910

angst kann doch verstärkt werden, anda, das verstehe ich jetzt nicht.

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@taigafee

Nein Taigafee Angst kann nicht verstärkt werden, sie ist autonom, die Intensität kann man zum Teil beeinflussen, hormonell gesehen, man kann aber das Gefühl selbst nicht verstärken, dass ist neurobiologosich nicht möglich.

Weil man dem Hund z.B. streichelt während er Angst hat, wird er danach nicht gelernt haben, noch mehr Angst zu haben.

Guckst Du da:

http://markertraining.de/marchenstunde-angst-wird-durch-zuwendung-verstarkt/

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@Anda2910

Das was Du bestimmt meinst, ist Stimmungsübertragung, aber Angst als Emotion selbst kann nicht verstärkt werden.

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@Anda2910

aber ich bestätige doch diese situation ,indem ich ihn streichle -- wie muß ich das denn nun verstehen ?

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@makazesca

Die Angst selbst kann nicht verstärkt werden wenn Du ihn streichelst, wird er dadurch demnächst nicht mehr Angst haben, es ist wichtig zu schauen, ob der Hund aber das streicheln annehmen kann. Die Situation selbst kannst Du nicht verstärken, wenn es wirklich Angst ist. Angst findet unabhängig von Dir statt, diese Beurteilung obliegt nicht Deiner Gewalt sonder der des Hundehirns, dort findet die Beurteilung statt, die dem Hund dann sagt, dass macht mir Angst oder das macht mir keine Angst.

Die Situation ist für Deinen Hund angsteinflössend, dass ist aber autonom, Angst ist eine Emotion und die entwickelt sich hormonell, dass sind Vorgänge im Gehirn, die kann man als HH nicht beeinflussen, die Angst bleibt, ich kann aber der Angst eine positive Komponente hinzufügen bzw. kann ich die Situation für den Hund angenehmer gestalten, d.h. werden Stresshormone durch Angst im Hundekörper sezerniert und der Hund empfindet Zuwendung in diesem Moment als angenehm, so wird das streicheln im Hundekörper Oxytocin freisetzen, dass beruhigt und senkt den Stressspiegel.

Bei solchen Dingen wie Silvester z.B. wenn es überall knallt und der Hund sucht die Aufmerksamkeit die Nähe des Menschen, insofern denn Silvester für den Hund angsteinflössend ist, würde das seinen Stresspegel senken, es würde ihn beruhigen.

Es gibt aber auch Hunde, die wollen sich dann nicht anfassen lassen, d.h. das streicheln würde dann als nicht angenehm empfunden werden, somit kann ich dann mit dem streicheln auch nichts positives hinzufügen.

Die Situation würdest Du verstärken, wenn der Hund Aufmerksamkeit heischendes Verhalten zeigen würde, die aber nicht mit der Emotion Angst belegt ist, somit ist es wichtig im Auge zu behalten, ob der Hund Angst empfindet und dazu muß ich schauen, was für ein Verhalten er zeigt.

Dazu sollte man aber auch die Intensität der Emotion im Auge behalten, zeigt er Meide-Fluchtverhalten oder zeigt er vorsichtiges Erkundungsverhalten.

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@Anda2910

dazu hätte ich noch ne frage ,aber das sprengt hier den rahmen -- das muß ich dann mal seperat machen ,danke erst mal für deine verständige ausführung .l..g.

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Hunde schlingen nun mal, das ist ihr Naturell. Gut gekaut ist halb verdaut gilt nur für uns Menschen. Hunde haben im Speichel keine Enzyme zum Vorverdauen wie wir Menschen. Also lass dem Hund weiterhin seinen Spaß beim Fressen.

das schlingen hat nur teilweise mit der schlechten halterung zu tun - jagdhunde sind von natur aus schlinger -- da gibts nichts zum abgewöhnen -- sie kann ihm nur kleinere portionen geben und das 2-3 x am tag . is t auch nicht schlimm , dass er schlingt .sie sollte nur dafür sorgen mdass er nach dem fressen ruhig liegen bleibt ne zeitlang

Okay, gut zu wissen ... Danke :)

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