Wie eine Chemiestunde zu Brönsted schülerorientiert gestalten?

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4 Antworten

Man kann es mit der Schülerorientierung übertreiben. Alle paar Jahre wird eine neue pädagogische Sau durchs Dorf getrieben - trotzdem gibt es Dinge, die man am allerbesten vermitteln kann, wenn man sie einfach interessant erklärt. Auch das ist eine Orientierung am Schüler, weil man vermeidet, viel Verwirrendes drumherum zu erzählen und zu machen, wobei sich in Schülerhirnen oft gerade das Falsche festsetzt.

Meine Schüler kennen (wenn ich mit Säure/Base beginne) bereits das Donor-Akzeptor-Prinzip von der Redoxreaktion. Das veranschauliche ich immer mit Schokobons, die als Elektronen hin- und hergereicht werden (hinterher muss nur jeder seine Papierchen wegräumen, wenn am Schluss die Elektronen aufgegessen werden). Das greife ich auf und sage, dass es auch Reaktionen gibt, wo Protonen statt Elektronen ausgetauscht werden. Wie muss ein Teilchen aussehen, das ein Proton abgeben, wie eines, das ein Proton aufnehmen kann? Und schon sind wir beim Kern der Sache.

Dickes Lob - und es gibt halt einige trockene Kröten, die erst mal geschluckt werden müssen...

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Alle paar Jahre wird eine neue pädagogische Sau durchs Dorf getrieben

In meinem Land kannst du "Jahre" durch "Monate" ersetzen.

Trotzdem: volle Zustimmung.

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@prohaska2

Andererseits: wie erklärst du dann das mit den Protonen? Schokobons mit 2000-facher Masse sind meines Wissens nicht erhältlich. ;-)))))

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Ich würde einfach mal anfangen ein paar bekannte Broenstedsäuren an die Tafel zu malen. Sag, dass es Säuren sind und frag nach gemeinsamkeiten.

Wenn die Schüler darauf gekommen sind, dass alle Wasserstoff enthalten. Kanns du den Begriff der Broenstedtsäure ausführlich erklären.

Beim Thema Base sollten die Schüler dann selbst drauf kommen, dass Basen Protonen aufnehmen, da sie ja das Gegenteil von Säuren sind. Wenn das passiert ist, kanndt du auch das Thema Base ausführlich erklären.

Bei diesem Thema eventuell etwas unerwartetes zeigen (Kationensäuren eventuell hier schon das erste mal im Versuch vorstellen) und eventuell die Protolyse mit unter anderem räumlichen Modellen zeigen (muss man wahrscheinlich selber aus Styropor machen, Hydroniumionen lassen sich mit keinem mir bekannten Bausatz nachbauen)

Alles sehr realistisch! Am besten ist es, zum Einstieg in das Thema gleich mit der Kationensäure zu kommen ... dann k**cken gleich fast alle ab.

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@botanicus

Oder es weckt Interesse wie Salze ohne Wasserstoffatom Säuren bilden können. Muss ja nicht gleich alles erklärt werden.

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Viel rumlaufen auf eine unterschiedliche Intonation achten, Schüler nach forne bitten und mit allen Medien arbeiten. Mal was auf den Projetor werfen, dann mal was an der Tafel zeigen, mal Bilder rumreichen etc..

Dazu dann irgend einen Versuch machen bei dem man etwas sehen kann, vielleicht ne Titration.

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