Wie Disziplinieren sich MAgersüchtige nichts zu essen?

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6 Antworten

Es gibt keinen standardisierten Tagesablauf, dem jeder mit einer diagnostizierten Anorexia nervosa abarbeitet. Die Diagnose mag dieselbe sein aber die Menschen dahinter, ihr Umgang damit, ihre Tagesstruktur et cetera sind immer individuell. 

Ausschlaggebend für den Tagesablauf sind auch komorbide Störungen (Begleiterkrankungen), die neben der A.n. bestehen. Diese reichen in vielen Fällen von Depressionen, über Angststörungen bis hin zu posttraumatischen Belastungsstörungen. In manchen Fällen, gerade im Zuge von Persönlichkeitsstörung, ist die A.n. selbst eine komorbide Störung. 

Weiterhin sind auch die Lebensumstände für den Tagesablauf relevant. Geht der/die Betroffene/r in die Schule oder einer geregelten Arbeit nach? Ist sie arbeitslos und wenn ja - welche Gründe führten zu dieser Arbeitslosigkeit?

Was ich im Prinzip nur zeigen will: Es gibt kein Schema nach dem man sich blind richten kann. Jeder ist komplett individuell und muss auch genauso behandelt werden. Diagnosen sind nicht mehr als ein Mittel zum Zweck der Ordnung und Übersicht.

A.n. Betroffene essen sehr wenig und oftmals phasenweise gar nichts. Das hat mit der Zeit physische Folgen. Der Magen verkleinert sich und der Grundumsatz (Stichwort: Stoffwechsel) fährt runter - die Leistungsfähigkeit wird eingeschränkt. Man könnte sagen der Körper "läuft auf Sparflamme"

Das Hungergefühl bleibt, jedoch sind Appetitzügler wie Koffein, Nikotin oder auch Amphetamine für viele Betroffene "treue Begleiter" im Alltag. Weiterhin gibt es auch aus neurologischer Sicht interessante Erkenntnisse, so wird davon ausgegangen, dass A.n. Betroffene teilweise eine Art "Resistenz" gegen die Hormone entwickelt haben, die das Hungergefühl steuern respektive auslösen. Nun bin ich kein Neurologe aber es ist sicher ein interessanter Ansatz für die eigene Recherche. Weiterhin spiel die reine Disziplin natürlich auch eine Rolle, die Angst vor dem Zunehmen ist dabei der größte Motivator, um vor dem Essen geschützt zu sein. Viele berichten allerdings auch von "Fressflashs", bei denen sie auf einen Schlag unglaublich viel essen weil sie eben jene Disziplin für einen Moment nicht halten können.

"Die anorektische Frau lehnt das Essen ab und beschäftigt sich doch mehr damit als die meisten Gourmets."

- Alexa Franke - "Wege aus dem goldenen Käfig – Anorexie verstehen und behandeln."

Das ist zum einen ein sehr empfehlenswertes Buch und zum anderen trifft es auch den Nagel auf den Kopf. Bei der Disziplin geht es um einer permanenten Beschäftigung mit dem Thema und der strikten Ablehnung. Ab und an kann diese Disziplin aber dennoch brechen.

Auf lange Sicht gesehen schädigt die A.n. den Körper massiv. Nahezu der gesamte Körper ist betroffen. Knoche, Zähne, Haare, Blut, Hormone, Gelenke, Organe sind betroffen und die Schädigungen sind massivst und auch oftmals auch irreversible - wie zum Beispiel die Osteoporose, eine Schädigung der Knochen. Kurzfristige zu beobachtende Konsequenzen sind Konzentrationsstörungen, Kreislaufprobleme, Schwächegefühle et cetera. Die Folgen können aber schwanken und sind abhängig von der Ausgangssituation beziehungsweise -konstitution.

"Der erste Tag der Diät fängt wie an?"

Psychische Erkrankungen treten nicht einfach von den einen auf den anderen Tag auf. Es ist ein schleichender Prozess, der schlussendlich zu einer A.n. führen kann. Mobbing, Missbrauch oder auch ein schleichendes "hineinrutschen", während man doch eigentlich nur ein oder zwei Kilo verlieren wollte. Es gibt nicht den einen ersten Tag, den alle gleich erleben. Ich weiß, es ist unbefriedigend aber auch hier kommt die absolute Individualität der Betroffenen ins Spiel.

Kurzum - jeder und jede Betroffene/r sind verschieden. Es gibt Gemeinsamkeiten, die finden sich in den Diagnosekriterien im Detail gibt es viele Unterschiede. Eine Patentlösung oder ein generelles Schema ist nahezu unmöglich zu erstellen. Ein guten Buchtipp findest du allerdings im Text, wenn dich das Thema interessiert.

Viel Spaß bei der weiteren Recherche und vielleicht auch, wenn du dich dazu entscheidest, beim Lesen des Buches.

Liebe Grüße.

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wie schon der name sagt ist es eine sucht. genau wie rauchen. es hilft ja auch nichts rauchern zu sagen dass sie davon lungenkrebs kriegen.
genauso ist das mit dem abnehmen. man verspürt kein hungergefühl mehr und bekomnt glücksgefühle wenn man nichts isst bzw wenn wieder ein paar hundert gramm weg sind.
einen bestimmten tagesplan gibt es nicht. ich habe morgens ein knäckebrot mit ein paar gurkenscheiben, mittags meidt nen apfel und abends noch nen salat gegessen. in den schlimmsten zeiten hatte ich nach einem apfel am tag schon panik dass es zu viel war und oft habe ich mich nicht mehr getraut noch eine tasse tee zu trinken weil die ja ganze 2kcal hat

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Klar schadet das dem Körper. Aber das ist denen egal. Der Wusch dürr zu sein ist großer als der, trotz Hunger zu essen.

Und irgendwann gewöhnt ich der Körper fatalerweise an das Hungergefühl. Es wird mit der Zeit immer leichter immer weniger zu essen.

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Kommentar von Michellehasen
30.07.2016, 18:43

Ok, bei mir hat das nicht geholfen, nicht einmal einen Tag ne Diät durchzuhalten ;D Das muss doch unglaublich schwer sein!



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Eine magersucht beginnt schleichend. Es gibt keinen 'ersten tag'. Häufig beginnt es mit einer diät und weil es so toll ist zu sehen dass man seinen körper kontrollieren kann und gewicht verliert, dünner wird, macht man weiter und steckt sich ein neues wunschgewicht als ziel. Um das zu erreichen werden dann weniger kalorien zu sich genommen. Weil manche Lebensmittel eine zu hohe kaloriendichte(vergleich pommes und salat) haben werden sie dann aus dem essensplan gestrichen und man verbietet sie sich (zb pommes)

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Gar nicht, weil das Hungern die Betroffenen in ein ``High´´ versetzt ähnlich wie beim heil fasten, nur das die betroffenen in die Sucht verfallen aus verschiedensten Gründen. Der Alltag handelt zunehmend von Ernährungswissenschaft und Kalorien zählen (Viele Betroffene sind wahre Ernährungsexperten). Ein weiteres Kriterium ist das ``was für ein Ersheinungsbild gebe ich nah außen´´, was ggf. durch falsche Vorbilder aus der Öffentlichkeit, Familie oder Psychischen Problemen empor kommt. Einfach reden oder helfen als privat Person bringt da nicht viel. Die meisten könne nur rehabilitiert werden durch Aufenthalte in spezialisierten Kliniken oder zwangseinweisungen (Härtefälle). Ich empfehle dir dokus darüber zu schauen (gibt ein paar nette auf youtube) und dich darüber hinaus mit Sucht Erkrankungen und weiteren Psychischen Störungen zu befassen. LG Yoda

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aufgrund deiner anderen Fragen wirkt es eher so, als ob du dir hier Tipps holen willst.

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Kommentar von Michellehasen
30.07.2016, 22:33

Nein, ich will mich doch nicht in gefahr begegen. Doch aber du hast recht ich beschäftige mich viel mit diesen themen.

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