Wie dick ist das Rohr bei einem Vorderladergewehr?

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5 Antworten

Kommt auf´s Kaliber und wohl auch Hersteller an.

Hab hier ne Ardesa Hawken Kaliber 45 Wandstärke des Laufen ca. 4mm (hab keinen Messschieber)

Der Lauf ist überall gleich dick. Wobei der Hersteller Pedersoli bei den meisten Modellen hinten im Lauf nen "Pulversack" hat.

Eine Pedersoli Le Page in .36 hat z.b eine dickere Wandstärke als eine Le Page in .45 aber schätzungsweise auch nur weil der Herstelle so günstiger Produzieren kann da er immer gleich dicke Laufrohlinge verwenden kann.

Vorderladerläufe haben allenfalls aus optischen Gründen unterschiedliche Dicken oder Konturen ( hinten sechskant, vorne rund z.B. ), technisch notwendig ist das nicht, erst recht nicht bei den modernen Stählen. Der Gasdruck bei SP ist nicht besonders hoch im Vergleich zu NC-Pulvern. Bei Waffen mit Nitrobeschuß ist der Lauf im Bereich des Patronenlagers allerdings tatsächlich verstärkt.

Ein zylindrischer Lauf bei einem Vorderlader bringt sogar Vorteile bei schießen, denn er bringt mehr Gewicht nach vorn, was im Anschlag für Ruhe sorgt.

Waffen mit Großkalibrigen Rundläufen (so ab cal. .50) sind hinten schon etwas stärker. Sechs- oder Achtkantläufe nicht. Das ist technisch viel zu aufwändig.

Vorderladerschrotflinten im cal. 12 sind hinten auch dicker als vorn. Bei der 16er und 20er kann ichs nicht sagen - hab' ich nicht.

Der Gasdruck bei Schwarzpulver ist nicht besonders hoch im Vergleich zu Nitrokorditpulver. Stimmt. Der Energiewert lag beim Schwarzpulver früher etwa 55% unter dem vom Nitrokorditpulver, heutzutage liegt er wetwa 65 % darunter. Das liegt daran, dass die heutigen Pulverrefraktionsmethoden des Nitrokorditpulvers verbessert wurden, daher hat sich das Leistungsverhältnis vom Nitrokorditpulver zum Schwarzpulver verbessert. Allerdings muss man dazu sagen, dass man vom Schwarzpulver (bei gleichem Kaliber) durchaus auch mehr Schwarzpulverladung in das Rohr gepackt hat als in eine vergleichbare Nitrokorditpatrone.

Durch die Legierung von Stahl mit Nickel konnten die Wandstärken der Läufe ab etwa 1880 erheblich dünner gestaltet werden. Vorher war der Gebrauch von Nitrokordit als Treibladung bei größeren Kalibern gar nicht möglich. Die Winchester 1894 (Kaliber 30-30) z.B. konnte erst dann mit Nitrokorditpatronen geschossen werden, als es der Firma Winchester endlich gelungen war, Läufe aus Nickelstahl herzustellen. So war die erste Baureihe 1894 noch ein Schwarzpulvergewehr. Ab April 1895 wurden erst die Nitrogewehre produziert.

Es kommt auf das Kaliber an.

meinst du das Kaliber oder die Dicke der Wand?

Sontrix 21.08.2012, 17:53

Die Dicke der Wand. Sagen wir mal, das Kaliber = 10mm

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PatSich 21.08.2012, 18:33
@Sontrix

Kaliber wird in Zoll angegeben. ;)

Beispiel

.36 = Kaliber 36 = 0.36 Zoll = 9,14 mm

.45 = Kaliber 45 = 0.45 Zoll = 11,43 mm

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