Wie denken übergewichtige Leute?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

ich bin der festen überzeugung, dass übergewichtigkeit eine form von externalisierendem fehlverhalten aufgrund einer psychischen belastung oder störung ist.

ich kann aus erfahrung sprechen, da ich bei allen übergewichtigen freunden, die ich habe, nach dem grund für das "nichts-tun" gefragt habe. und immer ist es ein persönliches schicksal oder grund, was sie eben mit dem essen verarbeiten. 

ein beispiel: die mutter ist verstorben, wollte aber bevor sie stirbt, dass ihr kind erwachsen wird, heiratet und kinder bekommt. wie denn nun beweisen, wenn diese person verstorben ist? das selbstwert ist in diesem moment für den betroffenen in den keller gesunken.

wenn ich schlechte laune habe, esse ich gerne mal eine richtig große pizza. oder gehe all you can eat sushi essen. für mich ist das zwar kein problem. das liegt allerdings daran, wie ich meine probleme angehe. kleine probleme, die nicht unbedingt einer lösung erfordern (was weiß ich, klausur verkackt aber nicht relevant fürs weiterkommen ins nächste semester) kann ich so gut verkraften. bei todesfällen würde ich nicht unbedingt essen.

und das ist für mich der haken der übergewichtigkeit: diese betroffenen menschen sehen im essen das ventil zur druckablassung. es ist weder körperlich anstrengend noch unbedingt zwingend teuer. fast food ist im allgemeinen nicht teuer, wenn man darauf achtet wo man konsumiert.

zudem ist es eine form der selbstverletzung, wenn man es streng genau nimmt. allemale ist es eine form der selbstwertreduzierung: indem ich meinen körper schädige und mein äußeres auf seine attraktivität reduziere, indem ich mir röllchen anfresse zeige ich ein problemverhalten auf. nämlich dass ich eine sinnlosgikeit erfahre. wieso auf meinen körper achten und ein gesundes gewicht wahren, wenn es nicht unbedingt notwendig ist?

zu guter letzt, und damit möchte ich nicht beleidigend werden, fällt mir nur die faulheit ein. tatsächlich habe ich solangsam das gefühl, dass die kommenden generationen immer mehr an der zuschauerkrankheit erkranken, wie das erik h. erikson beschreiben würde. anstatt zu machen, einfach lieber zuschauen und keine eigeninitiative ergreifen. denn vieles ist heutzutage durch technologischen fortschritt vereinfacht, was weitaus tiefere einflüsse auf das alltagsleben hat als man anfangs vermutet.

ein wenig erlebnispädagogik von kurt hahn würde niemanden schaden. ;)

ich hoffe, ich konnte dir helfen. es sind nur meine persönlichen erfahrungen.

gruß, veitscheisser1

Slayde 11.12.2015, 02:18

Eine gute Antwort, welche mir eine andere Perspektive bietet, an welche ich gar nicht gedacht habe, danke, dass du dir die Zeit genommen hast diese Antwort zu schreiben.

0
veitscheisser1 11.12.2015, 02:23
@Slayde

immer doch. hast aber das glück, dass ich deine frage um diese uhrzeit erwischt habe, der zeit wo ich am leistungsstärksten bin. du glückspilz 0:)

1
Slayde 11.12.2015, 02:25
@veitscheisser1

Naja, die Nacht ist auch die Zeit wo ich ziemlich Produktiv bin.... Nachtmensch halt ;)  Jedoch hätte ich nicht solch kompetente Antworten erwartet, vor allem um diese Uhrzeit :P

0
veitscheisser1 11.12.2015, 02:30
@Slayde

was heißt denn kompetent. ich hab vielleicht eine minute überlegt, weshalb man übergewichtigkeit erleidet. das meiste hab ich in der schule gelernt. ich fand das jetzt nicht extrem hochwissenschaftlich.

da zeigt sich, dass das aufpassen im pädaunterricht doch sinnvoll war. auch, wenn das meine abinote in den abgrund gerissen hat :-D

1
Slayde 11.12.2015, 02:35
@veitscheisser1

Kompetent meine ich in dem Sinne was sonst so hier gepostet wird, (Es wurden z.B in diesem Thread schon ca. 3 Antworten gelöscht), deshalbt hat es mich schlichtweg überrascht, dass es um diese Zeit auch noch Leute gibt, welche eine normale/kompetente Antwort liefern können, ohne gleich zu beleidigen, oder sonst sinnfreie Posts zu hinterlassen. Sorry falls ich mich falsch ausgedrückt habe :)

0
veitscheisser1 11.12.2015, 02:38
@Slayde

ach so meinst du das, haha. ich erhoffe mir relativ wenig von der community, wenn ich derartige fragen wie deine stelle. aber dann sehe ich es als meine pflicht an, wenn ich einen vernünftigen und begründeten standpunkt vertreten kann, dass ich damit jemanden wie dir helfe, weil es wiederrum 90% der anderen nicht tun oder (wie du sagst) beleidigend werden.
wie gesagt: du glückspilz :) perfekte zeit erwischt.

1
Slayde 11.12.2015, 02:40
@veitscheisser1

Hehe. Dann werde ich meine Frage/n in Zukunft eher in der Nacht stellen, wenn die Kinder schon im Bett sein müssen ;) Denn die Antworten (bis auf die gelöschten) fand ich bisher ganz gut.

1
Goodnight 11.12.2015, 02:31

Sehr gute Antwort! Zu erwähnen wäre noch, dass adipöse Menschen sehr wohl immer wieder Anstrengungen unternehmen abzunehmen. Leider kann man aber sogar 10kg die abgenommen wurden kaum erkennen. Was zu unheimlichen Frust führt und der ganze Aufwand sinnlos erscheint. Das Belohnungszentrum im Gehirn springt nicht an.

2
realsausi2 11.12.2015, 14:42

allemale ist es eine form der selbstwertreduzierung:

Das ist eine ziemlich freche Unterstellung. Ich definiere mein Selbstwertgefühl kaum über meine körperliche Erscheinung. Ich bin dick, habe keine Haare und kann aus physiologischen Gründen nicht lächeln.

Das ficht mein Selbstwertgefühl aber nicht die Bohne an.

Mein Selbstwertgefühl wäre viel beeinträchtigter, wenn ich es nicht hinbekäme, einen Beitrag mit Groß- und Kleinschreibung auszustatten.

mein äußeres auf seine attraktivität reduziere,

Genau das tue ich nicht. Meine Attraktivität hat ausgereicht, eine Frau zu meiner Ehefrau zu machen. Alles andere geht mir diametral am Pöter vorbei.

Es ist schon ziemlich vermessen, was Du hier so an "Erkenntnissen" über Dicke zum Besten gibst.

1

Ich denke mal da ist jeder einzelne Fall anders. So etwas wie z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion macht schon ziemlich was aus. Ich kenne jemanden (weibleich) der hat sich vorher sein Leben lang satt gegessen und wog knapp unter 60kg. Mit Schilddrüseunterfunktion nimmt sie aber einfach nicht mehr ab, obwohl sie so oft wie möglich Sport macht und echt wenig isst. Und sie bekommt schon Hormone, die das ganze balancen sollten. Die Unterfunktion ist nicht soo stark und trotzdem hat sie in den letzten jahren schon über 10 kg zugenommen.
--------
Wenn man jetzt ne starke Unterfunktion hat und pro Monat einfach immer so ein kg zunimmt, obwohl man in seiner Freizeit relativ viel Sport treibt und wenig isst, dann kann man das schon verstehen, nicht wahr?

Slayde 11.12.2015, 02:23

Natürlich kann man das nachvollziehen, jedoch habe ich das Gefühl, dass viele übergewichtige Mensche diese Krankheit benutzen um ihr Gewicht zu rechtfertigen (Persönlich Erfahrung). 

Dies führt dann leider dazu, dass ich alle übergewichtigen Leute in einen Topf schmeisse, anstatt individuell zu beurteilen. (Klingt auch irgendwie komisch/oberflächlich, aber naja), aber deshalb habe ich die Frage ja gestellt um die Meinungen anderer einzuholen und mich nicht nur auf meine verlassen sollte -besonders bei Themen wie diesen-, also danke für die Mühe.

0

So. Jetzt gebe ich dir die Antwort und ob du es mir glaubst oder nicht, liegt bei dir. Die haben keine Motivation abzunehmen. Wenn viele behaupten, dass die sich in ihrer Haut wohl fühlen, ist es gelogen. Die haben sich aufgegeben. Viele wollen abnehmen aber finden den Anfang nicht. Daher ist es auch nicht Ratsam alle in einen Topf zu werfen. Viele bemühen sich, aber wissen nicht wie die es anstellen sollen. Einfach drauf los gehen Klappt nicht, weil es erst im Kopf anfangen muss. Du kannst auch nicht wissen, ob es wirklich an der Krankheit liegt. Du kennst die betroffenen nicht Persönlich um 100%tig sicher zu sein, dass es nur eine Ausrede ist. Jeder Mensch ist anders. Andere lassen sich gehen, andere haben aufgegeben, andere wiederum essen aus Frust und die nächsten haben wirklich eine ernsthafte Krankheit und sind durch Medikamente übergewichtigt.

Slayde 11.12.2015, 02:06

Es fällt mir halt einfach schwer zu glauben, dass die Leute sich einfach aufgeben...

Ich habe halt schon viele Leute kennengelernt, welch die Krankheit als Ausrede benutzen, weshalb ich wohl nicht ganz objektiv sein kann, jedoch sehe ich -wenn ich draussen bin- sehr viele Leute, welche sich dringend ein Fitnessabo besorgen sollten.

Frustessen hin oder her, irgendwann sollte man doch realisieren, dass man sich damit nur sein eigenes Grab gräbt, oder nicht?

Das sich die Leute in ihrem bzw. diesem Körper wohlfühlen glaube ich so oder so nicht, denn es ist bestimmt kein gutes Gefühl 100+Kg mit sich rumzuschleppen.

Dennoch, danke für deine Antwort.

0
Salima92 11.12.2015, 02:38
@Slayde

Auch wenn es dumm klingt, aber die müssen selbst entscheiden. Ich stecke in solche Leute nicht drin. Wenn die denken damit Leben zu wollen ist es deren entscheidung. Ich habe es früher geschafft und werde es wieder schaffen. Was denen einfach nur fehlt ist ein Ziel. Nicht nur Bewegung ist wichtig, auch die Ernährung. Diäten bringen null etwas. FdH ist besser. Da muss man auf nichts verzichten und nicht hungern. Wenn man am Anfang 30 minuten bewegt und Sport macht und nicht so viel isst dann werden wie Pfunde auch Purzeln.  Ich selber leider von Geburt an Schilddrüsenunterfunktion und habe sehr stark zugenommen. Jetzt habe ich ein Ziel und werde es schaffen.

1
Slayde 11.12.2015, 02:44
@Salima92

Na dann, danke für die Antwort und viel Glück/Erfolg beim erreichen deines Ziels, alles gute :)

Edit: Danke, dass du Objektiv geblieben bist, denn ich kann mir vorstellen, dass viele Leute ziemlich sensitiv auf solch ein Thema reagieren.

0
Salima92 11.12.2015, 02:50
@Slayde

Vielen Dank :) Du hast ja keinen beleidigt, sondern nur deine Meinung geschrieben ohne selbst ausfallend zu werden. Daher fühle ich mich gar nicht angegriffen :)

1
Slayde 11.12.2015, 02:57
@Salima92

Das mag jetzt zwar komisch klingen, aber ich bin wirklich dankbar für diese Antwort, denn es kommt öfters vor, dass die Menschen mich missverstehen obwohl ich hinter meinen Fragen/Themen keine böse Absichten habe, jedoch viele Leute mich einfach falsch verstehen... Bin wohl in zwischenmenschlichen Interaktionen im realen Leben nicht sehr begabt, ;)


1

das muss doch eine extreme Belastung sein, oder nicht?

... kann, aber muss es nicht.

Ich wiege bei einer Körpergrösse von 1,83 cm ca. 122 kg. Und ich esse kein Fastfood.

Ich fühle mich überwiedend wohl dabei. Sicher wären 30 Kilo weniger dem Wohlbefinden nicht abträglich, aber das Unwohlsein durch den Überschuss ist so geringfügig, dass es kaum Motivation gibt, daran etwas zu ändern.

Wenn ich nun Ambitionen hätte wie Bergsteigen, Marathonlauf oder ähnliches, hätte ich natürlich ein Problem. Aber solche Ambitionen hatte ich niemals. Auch nicht, als ich mit 25 Jahren bei gleicher Körpergröße noch 75kg gewogen habe.

Ich führe ein körperlich aktives Leben, arbeite körperlich hart und alles ist gut.

Das Du Dir das nicht vorstellen kannst, ist allein Dein Problem.

Was möchtest Du wissen?