Wie denken Menschen, die keine Sprache beherrschen?

6 Antworten

Man kann sich Sprache wie das Transportmittel des Gehirns vorstellen. Die Anlieferung erfolgt nicht über LKWs, sondern über das Gehör (gehörte Sprache) oder über die Augen (Lesen). Die Ablieferung erfolgt auch über Sprache, nämlich die gesprochene Sprache (oder über Zeichensprache).

Das Denken selber, sozusagen die "Produktion" im Gehirn, erfolgt aber nicht über Sprache. Erst wenn etwas ausgeliefert werden soll (oder angeliefert werden soll), brauchen wir Sprache - ähnlich wie man LKWs benutzt (die man aber in der Produktion auch nicht braucht).

Natürlich haben wir auch andere Sinneseindrücke, die wir aufnehmen (nicht nur sprachliche). Jemand, der z.B. stumm ist, hat natürlich nicht die Möglichkeit, zu sprechen, jedoch tut das seinem Denken (der Produktion) keinen Abbruch.

Wenn jemand in einem Land ist, dessen Sprache er nicht versteht: dann ändert sich sein Denken nicht (er versteht nur nicht, was gesprochen wird, und er kann sich selber nicht ausdrücken).

Also ich denke fast immer "auf deutsch", also praktisch innerliche Selbstgespräche. Auch wenn ich in einem anderen Land bin, denke ich immer zuerst auf deutsch und frage mich dann, wie ich es übersetzen kann. Ich denke nicht in einer anderen Sprache, sondern habe es immer auf deutsch im Kopf.

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Welche Menschen beherrschen keine Sprache?

Solche Leute gibt es nicht, abgesehen von ein paar sehr tragischen (Un)Fällen wie Kaspar Hauser. Die paar bekanntgewordenen Fälle zeigen auch, daß diese Menschen extrem intelligenzvermindert sind und das auch im Erwachsenenalter, wenn sie dann doch Sprache lernen, nicht gut nachholen können. Sprachbeherrschung scheint not­wendig, um die Denkfähigkeit des Gehirns voll ausbilden zu können.

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